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| Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten. |
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#1 |
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Tausend leere Augen starren
wie in Trance an mir vorbei auf den Straßen rauschen Karren hektisch und ein lauter Schrei klirrt heraus aus einem von den tausend Mündern in der Stadt keine Körper, die sich umdreh'n und der Himmel schimmert matt. Wolken decken alle Lichter und der Wind ist komisch still und die tausend Menschgesichter suchen für sich ein Ventil. Kaum schenkt man der Welt Beachtung oft schaut man aufs Telephon, Ausgrenzung und auch Verachtung ist des Schwachen stiller Lohn. Niemand, der sich traut zu träumen jeder kämpft für sich allein und die Freuden, die einst schäumten sind für Tausend nur noch klein. Nur noch ein paar schwarze Streifen seh ich von dem Fenster aus, welche stets nach Schmerzen greifen, so scheint's mir vom hohen Haus. Und so ist es auf den Straßen und so ist es in der Stadt Tausend wollen nur noch Schlafen und der Himmel schimmert matt. |
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#2 |
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Forumsleitung
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Stadtluft macht frei!
So hieß es einst, blieb immer wahr. Und mehr ist nicht zu sagen. |
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#3 |
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Naja Meinungsfreiheit ist ja bekanntermaßen erlaubt. Man kann es aus einem Gefühl heraus auch anders sehen als du, Ilka.
Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#4 | |
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Forumsleitung
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Zitat:
Der Ort, er hieß Eslarn, war weithin bekannt für seine Bubenkapelle, die vom Pfarrer unterrichtet wurde. Selbst Ausländer kamen, nur um die Blaskapelle zu hören. Bis sich herausstellte, dass dieser Pfarrer etliche Buben mit Geld dafür gekauft hatte, ihm sexuell zu Diensten zu sein. So sieht die bukolische Idylle mit ihrer Romantik aus. Abgesehen davon, wie die Bauern bei ihrem harten Leben mit den Tieren umgingen. Da kam niemand vom Tierschutz und hat ihnen die Leviten gelesen. Ein Tier war eine Sache, und es war völlig egal, ob beim Schlachten drei Axthiebe zunächst daneben gingen oder ob man einem Kaninchen mit mehr als fünf Schlägen mit einem Stock den Kopf zerschmetterte, ehe es nicht mehr zappelte und ihm das Blut aus der Nase rann. Das ist, was ich gesehen habe. Aufgewachsen bin ich in Offenbach, und das war Freiheit. Diese Stadt gehört zu den liberalsten, die man sich vorstellen kann. Selbst Goethe hielt sich in seinen jungen Jahren lieber in Offenbach auf als im verknöchert-bürgerlichen Frankfurt. Ohnehin strotzt die Stadt vor Geschichte, hier wurden u.a. erstmals bei Musik-André (das Geschäft existiert noch) Mozarts Noten verlegt. Senefelder entwickelte die Kalligrafie. Als Arbeiterstadt - hier gab es viel Industrie - war die Stadt in der Lage, von jeher Menschen aus allen Ländern aufzunehmen. Das hat sie französisch geprägt, denn aus Frankreich kamen viele geflüchtete Hugenotten, die ihr Handwerk mitbrachten und Arbeitsplätze schufen. Noch heute gibt es im Zentrum deren eigene Kirche. In Eslarn wurde ich dagegen von der Jugend angefeindet und sogar körperlich angegriffen, weil ich aus der Stadt war und Hochdeutsch sprach. Man glaubte, ich dünkte mich als etwa Besseres, obwohl ich es war, die sich anpassen musste. Toleranz oder Neugier gegenüber Fremden gab es nicht. Es gibt eben mehr als nur Meinung aus einem "Gefühl" heraus, sondern fundiertes Wissen aus eigener Erfahrung. |
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#5 |
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Ja, das ist deine Erfahrung, die wird dir keiner nehmen können, aber daraus eine allgemein gültige Aussage zu machen, halte ich für falsch.
Ich hätte auch ein anderes Gedicht schreiben können. Manchmal empfinde ich es eben so wie ich es hier aufgezeigt habe. Klar war das Landleben hart, v.a. als es noch keine Maschinen gab, das will ich gar nicht bestreiten. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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