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| Rollenspiele und Bühnenstücke Eigene Bühnenstücke, Rollenspiele und Dialoge. |
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#1 |
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Szene 3: Im Haus
(Ein kleiner, schlichter Raum. Kaum Möbel. Ein Tisch, zwei Stühle. Ein Öllämpchen flackert. Die Mutter tritt mit der Tochter an der Hand ein. Sie schließt die Tür hinter sich und lehnt sich kurz dagegen – erschöpft. Dann lächelt sie.) Mutter (sanft) Meine Liebe ich glaube… wir haben heute Glück gehabt. Tochter (setzt sich auf einen Stuhl, nachdenklich) Mama…? Mutter Ja mein Schatz? Tochter Wo ist eigentlich Papa schon so lange? (Die Mutter hält einen Moment inne. Sie setzt sich langsam gegenüber, streicht ihr liebevoll das Haar und nimmt die kleine Hand der Tochter.) Mutter (mit Tränen in den Augen) Papa ist… im Krieg. Tochter (leise) Mama…..warum bist du traurig? Was ist Krieg? (Die Mutter schaut auf die Tischplatte. Sie wischt sich die Tränen ab, dann hebt sie langsam den Blick und spricht behutsam.) Mutter Krieg ist… wenn Menschen sich so sehr fürchten, dass sie anfangen, einander weh zu tun. Mit allem, was sie haben. Weil sie glauben, sie müssen sich verteidigen… oder etwas holen, was nicht ihnen gehört. Tochter Und Papa? Mutter Papa wollte niemandem wehtun. Aber er musste gehen, weil andere gesagt haben, es sei seine Pflicht. Er ist dort,….. wo Menschen Angst haben… und manchmal vergessen, dass die Anderen auch Menschen sind. Tochter (flüstert) Kommt er wieder? (Die Mutter sagt nichts. Sie streicht dem Kind über das Haar, blickt ins Licht der Lampe. Eine lange Stille.) Mutter Ich hoffe es. (Die Tochter nickt, obwohl sie nicht alles versteht. Dann steht sie auf, geht zur Mutter, legt den Kopf an deren Schulter. Draußen hört man fernes Donnern – oder ist es nur der Wind? Das Licht flackert.) Szene 3: Am Fenster (Später in derselben Nacht. Die Tochter sitzt auf einer Fensterbank. Draußen ist es dunkel, nur der Himmel ist noch schwach erleuchtet vom Schein ferner Brände oder Raketen. Die Mutter sitzt im Hintergrund, in einen Mantel gehüllt, sie wirkt müde. Die Tochter schaut nach oben.) Tochter Mama… siehst du den Stern dort? Mutter (steht langsam auf, tritt ans Fenster) Welchen meinst du? Tochter Den da – der nicht wackelt. Der einfach nur da ist. Mutter (lächelt matt) Ja. Ich sehe ihn. Tochter Ich glaube… da ist Papa. Mutter (überrascht, leise) Was meinst du? Tochter Vielleicht sitzt er da oben. Nicht tot – nur ganz weit weg. Vielleicht schaut er gerade zu uns runter… und wartet, bis es vorbei ist. Dann kommt er zurück. Vielleicht nehmen ihn die Sterne in der Zwischenzeit auf – bis der Krieg schläft. Mutter (gerührt, ihre Stimme bricht fast) Das ist ein schöner Gedanke. Tochter Man kann ja nicht wissen. Aber hoffen darf man, oder? Mutter (sanft) Ja, mein Herz. Hoffen darf man immer. Sogar wenn alles dunkel ist. (Sie nimmt das Kind auf den Schoß. Beide schauen in den Himmel. Der Stern blinkt sanft. Die Stille draußen wirkt weniger bedrohlich als zuvor – nur Nacht. Nur Himmel.) [Ende der Szene] |
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