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Rollenspiele und Bühnenstücke Eigene Bühnenstücke, Rollenspiele und Dialoge.

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Alt 19.06.2024, 22:52   #1
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Standard Alte Freunde

Es war ein heißer Sommertag auf Mallorca. Die Wellen rollten sanft ans Ufer, und die Strandbar war erfüllt von einem Gemisch aus Gelächter, Musik und dem Geräusch von klirrenden Gläsern. Politiker A saß in einer Ecke der Bar, ein Glas eiskaltes Wasser vor sich, und blickte hinaus auf das Meer. Er genoss die Ruhe, die der Strand bot – ein scharfer Kontrast zu den hektischen Jahren in der Politik.Politiker B trat in die Bar, seine Badelatschen schlurften über den sandigen Boden. Seine Bermudashorts waren bunt und seine Socken, wie immer, leicht verrutscht. Als er die Bar betrat, fiel sein Blick auf den alten Kontrahenten. Ein Lächeln breitete sich über sein Gesicht aus, und die Erinnerungen an ihre hitzigen Debatten und unzähligen Auseinandersetzungen kamen ihm in den Sinn.Politiker A spürte einen Blick auf sich und drehte sich um. Seine Augen verengten sich einen Moment lang, als er die Gestalt in den auffälligen Bermudashorts erkannte. Doch dann entspannte sich sein Gesicht und er nickte leicht, ein anerkennendes, wenn auch leicht skeptisches Lächeln auf den Lippen.„Schau an, schau an. Wer hätte gedacht, dass wir uns hier treffen?“ sagte Politiker B, während er auf den konservativen Staatsmann zuging.„Die Welt ist klein, mein alter Freund“, antwortete Politiker A. „Nimm Platz.“Politiker B ließ sich mit einem zufriedenen Seufzen auf den Stuhl fallen. „Und so finden wir uns wieder, nach all den Jahren.“Die beiden Männer, einst erbitterte Gegner, sahen sich an und lachten dann leise. Die Falten in ihren Gesichtern vertieften sich, als die Erinnerung an die Vergangenheit zwischen ihnen auflebte. Sie waren nicht mehr die jugendlichen Kämpfer von einst, sondern zwei alte Männer, die trotz ihrer Unterschiede eine gemeinsame Geschichte teilten. Und in diesem Moment, in einer Strandbar auf Mallorca, legten sie ihre alten Fehden beiseite und genossen die Gesellschaft des anderen – zwei Menschen, die die Höhen und Tiefen des Lebens und der Politik überstanden hatten.

Politiker A: „Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie die sozialen Medien heutzutage unser Verständnis von Realität verzerren? Es ist, als ob wir uns mit inhaltlosen Rollenbildern zudecken, eine Illusion schaffen, dass wir etwas Bedeutungsvolles tun, obwohl wir nur auf der Oberfläche kratzen.“Politiker B: „Ja, es erinnert mich an das alte Bild des Menschen, der nicht mehr im Wald kuschelt, sondern sich mit künstlichen Welten umgibt."
Er legte eine Hand auf sein Herz und zog eine absurde Grimasse der tiefen Rührung. Seine Augen strahlten, und er sah aus, als würde er gleich in Lachen ausbrechen.

Politiker A: „Selbst der Kampf gegen den Klimawandel und all die anderen globalen Herausforderungen wirken oft wie Rollenbilder auf der weltpolitischen Bühne. Es ist, als ob wir ständig in diesen narrativen Rollen agieren, aber wer sind wir wirklich hinter diesen Fassaden? Sind wir nur narzisstische, inhaltlose Verpackungen oder steckt mehr dahinter?“
Er strich sich über sein ordentlich gescheiteltes, graues Haar und blickte ernst auf das Meer hinaus. Die tiefen Furchen auf seiner Stirn erzählten von den Jahren des politischen Ringens und der Verantwortung, die er getragen hatte.
Politiker B: „Das ist eine tiefgehende Frage. Wenn wir ehrlich sind, gibt es sicherlich Elemente von Narzissmus und Selbstinszenierung in der Politik. Aber ich glaube, dass mehr dahinter steckt."

Politiker A: „Wir sind oft von der Sorge inspiriert, niemand zu sein – eine tief verwurzelte Angst, die uns antreibt, in den Rollenbildern der Öffentlichkeit aufzugehen. Stellen Sie sich vor, jemand zu sein, der zwischen all diesen heiß geliebten Rollenbildern, dem Reisen um die Welt mit Geld, dem Leben im Rausch, und gleichzeitig einer Familie gerecht wird, ohne dabei geistig zu kollabieren. Das erinnert mich an den Spruch über Marie Antoinette: ‚Wenn sie kein Brot haben, sollen sie Kuchen essen.‘ Einerseits will man so sein wie sie, andererseits will man sie guillotinieren. So beginnt die Rolle schon mit Hass.“Politiker B: „Das ist ein treffender Vergleich. Die Ambivalenz, die wir gegenüber solchen Figuren empfinden, spiegelt unsere eigenen inneren Konflikte wider. Wir bewundern das glamouröse Leben, das sie führen, aber wir verachten die scheinbare Ignoranz und Arroganz, die damit einhergeht. Es ist, als ob die Rolle schon mit einer eingebauten Zerstörungslust beginnt.“Politiker A: „Und genau darin liegt die Gefahr. Wenn wir uns selbst in solche Rollenbilder zwängen, riskieren wir, die Verbindung zu unserer eigenen Identität zu verlieren. Wir jagen einem Ideal hinterher, das auf Oberflächlichkeit und materiellen Werten basiert, während die eigentlichen, tiefen menschlichen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben.“
Er machte eine schneidende Handbewegung, als ob er die Argumente seines alten Gegners in zwei Hälften schneiden wollte.
Politiker B: „Das ist wahr. Wir leben in einer Zeit, in der die Oberfläche mehr zählt als die Substanz. Doch hinter diesen inszenierten Rollen steckt oft echter Einsatz und Engagement. Wir müssen Wege finden, diese Authentizität sichtbarer zu machen und die Masken abzulegen.“
Politiker A: „Wir sind oft von der Sorge inspiriert, niemand zu sein – eine tief verwurzelte Angst, die uns antreibt, in den Rollenbildern der Öffentlichkeit aufzugehen. Stellen Sie sich vor, jemand zu sein, der zwischen all diesen heiß geliebten Rollenbildern, dem Reisen um die Welt mit Geld, dem Leben im Rausch, und gleichzeitig einer Familie gerecht wird, ohne dabei geistig zu kollabieren. Das erinnert mich an den Spruch über Marie Antoinette: ‚Wenn sie kein Brot haben, sollen sie Kuchen essen.‘ Einerseits will man so sein wie sie, andererseits will man sie guillotinieren. So beginnt die Rolle schon mit Hass.“Politiker B: „Das ist ein treffender Vergleich. Die Ambivalenz, die wir gegenüber solchen Figuren empfinden, spiegelt unsere eigenen inneren Konflikte wider. Wir bewundern das glamouröse Leben, das sie führen, aber wir verachten die scheinbare Ignoranz und Arroganz, die damit einhergeht. Es ist, als ob die Rolle schon mit einer eingebauten Zerstörungslust beginnt.“
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, seine braunen Augen funkelten vor Lebensfreude und einem Hauch von Spott. Die Krähenfüße um seine Augen zeugten von einem fragwürdigen Leben.
Politiker A: „Und genau darin liegt die Gefahr. Wenn wir uns selbst in solche Rollenbilder zwängen, riskieren wir, die Verbindung zu unserer eigenen Identität zu verlieren. Wir jagen einem Ideal hinterher, das auf Zuckerguss und Sahne basiert, während die eigentlichen, tiefen menschlichen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben.“Politiker B: „Genau. Es ist eine ständige Gratwanderung zwischen dem Streben nach Anerkennung und dem Erhalt der eigenen Integrität. Viele Menschen in der Öffentlichkeit versuchen, sowohl die Torte als auch den Kuchen zu balancieren – ein erfülltes, privates Leben und die öffentliche Rolle – und scheitern oft daran. Der Druck kann überwältigend sein.
Wie oft werden wir zu sehr auf die äußere Erscheinung fixiert, wie bei einem schön dekorierten Kuchen, der aber vielleicht innen trocken und geschmacklos ist. Die äußeren Erwartungen und gesellschaftlichen Normen können uns dazu bringen, eine Rolle zu spielen, die nicht unserer wahren Natur entspricht.“

Politiker A: „Das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt einen ständigen Druck, den perfekten Kuchen zu präsentieren, der den Erwartungen entspricht, aber das kann uns innerlich leer und unzufrieden lassen. Es geht darum, den Mut zu haben, auch die inneren Schichten unseres Kuchens zu zeigen, selbst wenn sie nicht perfekt sind.“
Er hob das Glas Wasser an seine Lippen, seine Bewegungen präzise und kontrolliert, wie man es von einem Mann seiner Disziplin erwarten würde.
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