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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 14.03.2025, 20:42   #1
männlich Dionysos von Enno
 
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Dabei seit: 07/2021
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Standard Ich kam vom Kloster Lluc (Ein Lied)

Die Haine flüstern in der Dämmerung
von den zarten,
kitzelnden Händen der Frauen.
Aus dem Schatten der Mandelbäume
gleitet dein Schauen
sehr langsam ins Dunkelblau.
Und in der Ferne
(schon sehr weit draußen im Meer)
springen die grauen Tiere
um sie her,-
birgt alle Tiefe
Urvertrauen,
und niemanden stört es hier,
wenn du seufzt
wie ein Neugeborenes.

Vom Kloster Lluc kamst du her,
Hand in Hand
mit dem Sonnenuntergang.
Gestützt auf den alten Zedernstab,
folgtest du dem sonoren Klang
der Zikaden
(Milliarden von ihnen
singen in den Bäumen)
bis zum kleinen Laden
von Marga.

Und ihre Katze Mira
hat goldene Augen,
doch sind sie leer
wie ein alter Talisman,
den niemand mehr trägt.

Du fühlst dich seltsam leicht
zwischen Wellen und frischen Feigen,
dem Blumenreigen
der Mandelblüten,
dem klaren Inselwein,
der bis zum Morgengrauen reicht
(wenn man ihn teilt),
und der Wärme, die nicht
vom Chiringuito weicht.

Nur wenn Mira
um deine sonnenschweren
Waden schleicht,
dich wie ein Schicksal umkreist,
die goldenen Augen
funkelnde Mythen,
fühlst du etwas in dir verwaist,
als wenn Sterne
verglühten.

https://youtu.be/GPp6KdBsA80?si=btSSfGqdV0ELe6kB
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