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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 02.09.2025, 11:55   #1
männlich Epilog
 
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Standard marlin perkins

wenn ich die kindheit rekapituliere:
des ami-onkels mit dem weißen bart
hab ich am sonntag morgen oft geharrt
auf dass er mich durch die savanne führe

ein rätsel seiner fernseh-jagdreviere:
oft stand ein tierchen arglos, wie erstarrt
vorm python oder vor dem leopard
als ahnt`es nicht, dass es den tod anstiere

ich ahnte später die regie-allüre
wie erst- zur einzigen erfahrung ward
denn teammitglieder standen schmiere

so blieb die chance zur flucht stets ausgespart
und mich traf die erkenntnis doppelt hart:
ich fand mich selbst "im reich der wilden tiere"
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Alt 02.09.2025, 19:00   #2
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Schade, den habe ich leider verpasst. Ich war ein Kind der gesamten Grzimek-Sendungen, die damals, in den Anfangsjahren des Fernsehens, ausgestrahlt wurden. Das war eine Sensation. Nicht nur war alles live, sondern man hatte auch kein Geld und musste mit primitivsten Mitteln improvisieren.

Die eigentliche Sache war aber einfach so: Die meisten Menschen in Westeuropa hatten wenig Ahnung vom "Wildlife" auf anderen Kontinenten. Menschen wie Grzimek und seine Nachfolger brachten sie ihnen nah, und dafür nutzten sie nicht nur ihre Zoos, sondern auch das neue Medium Fernsehen. Man musste das Interesse der Menschen gewinnen, um sie zum Spenden zu animieren. Ein Zoo schluckte viel Geld.

Ich war wohl früher dran als du. Zu deiner Zeit war das Fernsehen für mich - bis auf Ausnahmen - längst passé. Mal gucken, was es auf youtoube gibt. Du hast mich neugierig gemacht.
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Alt 02.09.2025, 19:35   #3
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Standard Hallo Ilka,

ja, ich war (und bin) ein großer Fan von Tiersendungen - da hat jeder nach Geburtsjahr sicher seine eigenen Erfahrungen gesammelt. "Im Reich der wilden Tiere" lief laut Wikipedia sagenhaft lange von 1963 bis 1985, ich muss es so Mitte der 70er Jahre jeweils immer ganz gebannt verfolgt haben. Das lief immer sonntags, ich meine um 10:30 Uhr am Vormittag, oder war es doch um 13:30 Uhr am frühen Nachmittag? Egal, der "nette Onkel aus Amerika" Marlin Perkins (Direktor des St. Louis Zoo) hatte jedenfalls fast Götterstatus. Etwas später habe ich auch die Sendungen von Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann stets verfolgt. Aber während Prof. Grzimek ja ein beinahe militanter Tierschützer war, soll sich Perkins einiger bedenklicher "Regieanweisungen" bedient haben, die immer den "perfekten Beutezug" zur Folge hatten. Das bewertet man mit fortschreitendem Alter wesentlich kritischer. Der letzte Tierfilmer, den ich bewusst verfolgt habe, war Steve Irwin aus Australien, der immer ganz besonders sensationell berichtet hat und dem letztendlich auch zum Opfer fiel - hab das hier auch schon mal in einem Gedicht verewigt: https://www.poetry.de/showthread.php?t=92064.

Ja, seltsam, so erkennt man an den eigenen Postings, was einen scheinbar besonders prägt. Außer den Tierfilmern sind das bei mir auf jeden Fall auch urzeitliche, anthropologische Fundstücke - vom Kind von Taung über das Massaker von Talheim bis zur Moorleiche von Windeby. Ich finde da auch irgendwie immer wieder Anknüpfpunkte in die Gegenwart.

Danke und viele Grüße

Epilog
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Alt 03.09.2025, 01:41   #4
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Zitat:
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Aber während Prof. Grzimek ja ein beinahe militanter Tierschützer war, soll sich Perkins einiger bedenklicher "Regieanweisungen" bedient haben, die immer den "perfekten Beutezug" zur Folge hatten. Das bewertet man mit fortschreitendem Alter wesentlich kritischer.
Ich verstehe, was du meinst, Epilog. Die Filmindustrie nahm in jenen Zeiten keine Rücksicht auf das Wohl von Tieren, wenn es darum ging, sensationsheischende Szenen auf die Leinwand zu bringen. Ich kann mich an einen Kinofilm erinnern - ich glaube, er hieß "Die Wüste lebt" -, bei dem ein Luchs einen mannshohen, dicken Kaktus mit dolchartigen Stacheln hinaufgejagt wurde. Diese bedauernswerte Kreatur hatte danach mächtig mit seinen wunden Pfoten zu tun. Aber etliche Zuschauer durchschauten das Spiel, so dass es Schimpf und Schande hagelte.

Es gab aber auch Lichtblicke. Zum Beispiel wurden beim Stummfilm "Ben Hur" (ein grandioses Leinwand-Epos!) noch zahllos Pferde verheizt, bei der Tonverfilmung mit Charlton Heston nicht ein einziges. Alle Pferde wurden anständig behandelt und haben überlebt. Ich möchte allerdings nicht wissen, wieviele Tiere, vor allem Pferde und Hunde, die nicht für spezielle Szenen trainiert und aufgrund ihrer Ausbildung hochhandelbar waren, in Western und sogenannten "Familienfilmen" als "Beifang" weggekehrt wurden.

Und überhaupt: Es ist beschämend, dass Tiere in der Gesetzgebung als Sachen deklariert sind. Sie sind mit allen Funktionen ausgestattet, die ihnen das Überleben als ihr Sosein und in der Umwelt, an die sie angepasst sind, garantiert. Ein Tier hat eine Persönlichkeit und zahlreiche Empfindungen wie wir auch. Das weiß ich, denn ich hatte fast zwanzig Jahre lang eine Katze, die zum Besten gehört, das ich im Leben hatte. Woher nehmen wir Menschen die Arroganz, Tiere wie Sachen zu behandeln?

Ich hatte eine Biologielehrerin, die dozierte: "Jedes Tier, und mag es noch so klein sein, hat ein Recht zu leben." Schön und gut. Aber wenn sich eine Stechmücke auf meine Haut setzt, um Blut zu saugen, schlage ich sie tot.

Was ist denn eigentlich ein "Tier"? Ich meine: Elefant und Stechmücke ... alles was nicht Pflanze oder Mensch ist, gehört ins Tierreich?

Aber ich ufere aus und werfe zu viele Fragen auf. Drum ist hier Schluss.

Lieben Gruß an dich, Tierfreund,
Ilka
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