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| Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt. |
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#1 |
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Gedenken an meinen besten Freund Isotop
Schmetternde Trompetenrufe, weit aus der Ferne schallt ihr Klang. Weckten Hoffnung auf lange Sonnentage, die sich zeigen, aber wann? Schweigend standen wir zu zweit, wie so oft auf weiter Flur. Sehnsüchtig folgten unsere Blicke, diesem Schauspiel der Natur. Oh treuer Freund, oft konnte ich es in deinen klaren Augen lesen, die Freiheit der Kraniche wäre auch dein größter Traum gewesen. Doch du warst gefangen, hinter eisernen Gitter und oft allein, du warst rechtlich mein Eigentum, aber ich nannte dich niemals „mein“. Voller Stolz und Kraft, doch in sich ruhend, so war dein edles Wesen, ich wünschte ich wäre in all der Zeit, dir ein besserer Freund gewesen. Du warst es der mir Flügel verlieh, im starken Galopp, stürmisch über geerntete Felder. Der leichtfüßig im große Viereck mit mir tanzte, der sicher mich trug durch kühle Wälder. Nun liegst du hier auf weichem Stroh, die Beine kraftlos ruhen. Steh auf mein Freund, steh auf, ich helft dir, was kann ich für dich tuen? Ich streiche deine Mähne aus den Augen dir, doch schmerzlich muss ich verstehen. Sie sagen mir mit letzter Kraft, mein Freund es ist Zeit, lass mich in Würde gehen. |
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#2 |
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obwohl ich nie ein Pferd "besessen", ja, noch nicht einmal geritten habe (mit einem Kamel kann ich schon eher dienen), kann ich das von Dir geschilderte Freiheitsgefühl, die Sehnsucht und das Fernweh in einer solchen Beziehung gut nachempfinden.
(...) und wie von göttermacht wachsen mir flügel und tragen fort mich schwebend vogelfrei habe ich an anderer Stelle selbst einmal dazu gedichtet. Dass die große Freundschaft zwangsläufig einmal enden muss, ist natürlich sehr traurig. Hieß Dein Vierbeiner denn (auch) Isotop (siehe Titelzeile des Gedichts?) Die sehr langzeiligen Verse scheinen sowas wie ein Markenzeichen von Dir zu sein (tolle Erkenntnis nach erst zwei hier eingestellten Gedichten ...). Insgesamt erschwert das schon das Lesen etwas, und es wäre zu überlegen, diese langen Zeilen "auf halber Strecke" umzubrechen und nur in jeder zweiten Zeile einen Endreim zu verwenden (sowie die Silbenlänge dieser Zeilen annähernd anzugleichen). Als Beispiel - zwangsläufig mit einigen weiteren kleinen Änderungen - nur einmal die letzte Strophe: Nun liegst du hier auf weichem Stroh, darin die Beine kraftlos ruhn Steh auf mein Freund, ich helfe dir, was kann ich denn noch für dich tun? Streich deine Mähne aus den Augen, doch voll Schmerz muss ich verstehen. Sie sagen mir: Freund, es ist Zeit, lass mich nunmehr in Würde gehen. Große Gefühle, die nur noch ein wenig mehr sprachliche Form erfordern. Viel Erfolg wünscht dabei weiter Epilog |
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#3 |
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Hallo Epilog
Hi, danke für deinen Beitrag, ich lerne gerne und besonders neue Dinge. Jeder Rat, jede Kritik nehme ich gerne an. Du hast recht, ziemlich überzogen meine langen Sätze und letztendlich ineffektiv. Bin oft sehr spontan, sollte vielleicht vorher etwas innehalten ehe meine Finger über die Tastatur jagen, ist ja kein Piano. Um deine Frage zu beantworten, ja es war der Spitzname des Hannoveraners der mich 28 Jahre begleitete. Wünsche noch einen schönen Abend Isotop |
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#4 |
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Forumsleitung
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Es ist Epik, nicht Lyrik.
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#5 |
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nach meinem Verständnis sind das Knittelverse ohne wahrnehmbares Metrum nach Manier der Sachs`schen Meistersinger. Wie sich hier wieder erweist, müssen die nicht zwangsläufig nur in Büttenreden Verwendung finden. Allerdings liest und liest man und stellt sich ständig die Frage "Wann kommt denn nun endlich das Reimwort, das den Vers beschließt?"
In meinem Vorschlag für die vierte Strophe habe ich das in vierhebige Jamben (ich glaub, das ist dann der berühmte Goethesche Knittelvers) mit Blankversen in jeder zweiten Zeile umgebrochen. Ob das nun Epik oder Lyrik (oder Epilogik?) ist, war in meinem Kommentar zunächst mal nicht die Frage. Die langen Zeilen, die mit einem Reimwort enden, darf ich doch weiterhin als Verse bezeichnen? Wenn Du den Beitrag von Isotop "nicht als Lyrik" empfindest, ließe er sich ja immer noch in der Kategorie "Geschichten, Märchen und Legenden" unterbringen, denn Poetry.de ist ja ein "Geschichten- und Gedichteforum". Für eine Erzählung fehlt allerdings meines Empfindens der durchgehende Handlungsfaden. Beste Grüße Epilog |
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#6 | |
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Forumsleitung
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Zitat:
großzügig gewährt, könnte man die Verse als "Knittelverse" durchgehen lassen, denn an die strenge Form alter Zeiten muss man sich nicht mehr halten. Indessen sehe ich in dem vorliegenden Gedicht eigentlich gar keine bestimmte Form, sei sie streng oder weniger streng. Es geht alles durcheinander, z.B. wechseln Trochäen und Jamben, was man schon sehr wohlwollend betrachten muss, ordnet man das Gedicht unter "Knittelverse" ein. Was nicht heißt, dass in der Lyrik ein Wechsel des Metrums grundsätzlich nicht gestattet ist; aber Knittelverse sind meines Wissens in Jamben geschrieben. Unter Epik habe ich es für mich kategorisiert, weil es in "epischer Breite" die Beziehung zu einem Pferd schildert, das aufgrund seines Alters an Kraft verliert. Neben den damit einhergehenden Gefühlen, eine vorweggenommene Trauer (oder auch Wehmut), wirft das Gedicht einen Blick auf die vergangenen, gemeinsamen Tage, wobei die Betonung auf dem Respekt vor dem Pferd als eigenständiges Wesen liegt, das trotz rechtlichen Anspruchs nicht als Besitz angesehen wurde. Es wird also nicht nur Gefühl zum Ausdruck gebracht, sondern auch ein rationales Resümee. Da das Gedicht jedoch Mängel aufweist, was die Form, den Rhythmus - aber auch die Rechtschreibung (falscher Kommagebrauch), Grammatik ("hinter eisernen Gitter" anstatt "Gittern") und den Ausdruck ("tuen") - angeht, handelt es sich eher um gereimte Prosa, und da kommt es für mich der Epik wesentlich näher als der Lyrik. Natürlich liegt es bei der Autorin, sich diese Freiheiten zu nehmen. Zumindest ist das Thema des Textes interessant, denn es weicht vom Üblichen ab. Besten Gruß Ilka |
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