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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 11.03.2025, 20:17   #1
männlich lostpoet
 
Dabei seit: 11/2012
Ort: Untersteinach im tiefsten Oberfranken
Alter: 63
Beiträge: 82

Standard Egal

Zuerst habe ich es
mit Lügen probiert,
nicht die feine Art,
ich weiss -
und natürlich hat sie
es gemerkt.

Dann blieb ich konsequent
bei der Wahrheit,
egal, um was es ging:
ich war ehrlich -
aber leider hat sie das
auch rausgekriegt.
lostpoet ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2025, 20:24   #2
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Weimar
Alter: 39
Beiträge: 5.185


Ja, egal, was man macht - ist eh verkehrt.

Toll geschrieben, lieber lostpoet!
Besonders die unerwartete Formulierung, dass sie rausgekriegt hat, dass das LI ehrlich ist, hat es mir angetan. Darin steckt viel - z.B. die Vermutung, dass manche Menschen die Wahrheit gar nicht hören wollen. Da kann man dann auch nicht viel machen, denn belogen werden wollen sie ja auch nicht.

Auf der anderen Seite steckt darin vielleicht auch ein Hinweis, dass Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit nicht ganz deckungsgleich sind. Man kann immer die Wahrheit sagen, dies aber möglicherweise mit unaufrichtigen Motiven tun. Möglicherweise bezog sich "ihr" Unmut auch darauf.

Insofern entdecke ich hier eine Vieldeutigkeit, die mir sehr imponiert.

LG
Schmuddi
Schmuddelkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2025, 21:02   #3
männlich lostpoet
 
Dabei seit: 11/2012
Ort: Untersteinach im tiefsten Oberfranken
Alter: 63
Beiträge: 82

Danke für den lobenden Kommentar!
Ja, völlig richtig erkannt: viele Menschen wollen belogen werden. Gar nicht
so sehr bewusst, aber eine Unwahrheit, die ins eigene Denkschema passt,
kommt dann eben doch gelegener als die manchmal "harte" Wahrheit, mit
der man sich dann unbequemerweise auseinandersetzen muss.
Ich lege übrigens Wert darauf zu erwähnen, dass der Text rein fiktional
ist. Ich selbst bin durch und durch ehrlich, womit man sich beileibe
nicht nur Freunde macht.
Wie sagte schon Seneca:
"Wenn du hundert Freunde hast, vergiss neunundneunzig und misstraue
dem letzten!"
Ganz so schlimm ist es hoffentlich nicht!

Lieber Gruß

lostpoet
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