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Liebe, Romantik und Leidenschaft Gedichte über Liebe, Herzschmerz, Sehnsucht und Leidenschaft.

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Alt 19.06.2022, 19:44   #1
männlich Tollkühn
 
Dabei seit: 06/2022
Beiträge: 9

Standard Sommersonett

Es zeichnet Mondlicht silbern eine Narbe,
wo erst die Sonne blutig rot versank.
Umschlungen sitzen wir dort auf der Bank,
verschmolzen mit der Welt aus blinder Farbe.

Verträumt leg ich den Kopf an deine Seite,
die nachtverhüllte Welt steht ruhig und still,
als, was ich stets nur suchte und nun will,
nicht länger liegt in ferner Weite.

Am Himmel über uns Milliarden Sterne,
die flüsternd funkeln in der finstren Ferne
wie Diamantenstaub auf schwarzem Samt.

Und aus den Rufen tausender Zikaden
gewoben klingen an die Serenaden,
die künden von der Liebe, die entflammt.
Tollkühn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2022, 06:00   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 59
Beiträge: 5.318

Hallo Tollkühln,

was für ein schönes Sonett! Zauberhaft poetisch.

Zitat:
Verträumt leg ich den Kopf an deine Seite,
die nachtverhüllte Welt steht ruhig und still,
als, was ich stets nur suchte und nun will,
nicht länger liegt ein ferner Weite.
Müsste es nicht „in ferner Weite" heißen?

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2022, 06:26   #3
männlich Tollkühn
 
Dabei seit: 06/2022
Beiträge: 9

Oh ja, danke fürs Entdecken des Tippfehlers....
es heißt natürlich "IN ferner Weite"
Tollkühn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2022, 06:41   #4
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 27.121

Ist korrigiert.

LG
Ilka
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http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2022, 15:21   #5
weiblich Candlebee
 
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Dabei seit: 04/2022
Ort: noch auf diesem Planeten
Beiträge: 40

Hallo Tollkühn,

sehr schöne Zeilen. Da geht mir das Herz auf. Ich möchte auch auf der Bank sitzen, all die Liebe spüren und in die wundersame Nacht schauen. Das Wetter lädt ja geradezu ein. Der Titel passt ganz wunderbar.

Nette Grüße, Candlebee
Candlebee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2022, 16:33   #6
männlich Walther
 
Benutzerbild von Walther
 
Dabei seit: 03/2013
Beiträge: 1.574

tja, wäre da nicht s2, in dessen v3 und v4 das metrum schlicht durchgegangen ist...
Walther ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.06.2022, 07:58   #7
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 27.121

Zitat:
Zitat von Tollkühn Beitrag anzeigen
als, was ich stets nur suchte und nun will,
nicht länger liegt in ferner Weite.
Guten Morgen,

Walthers Einwand ist berechtigt.

In der Tat ist das ein sehr schönes, klangvolles Gedicht, und deshalb wäre es schade, den kleinen Makel nicht zu beseitigen. Ich habe noch zwei Einwände mehr als Walther, dass nämlich die besagten Verse den Konjunktiv verlangen ("läge" statt "liegt") und dass der Ausdruck "ferne Weite" problematisch ist. Eigentlich ist die gängige Wendung "in weiter Ferne", aber auch über deren Sinnhaftigkeit könnte man streiten. Die Ferne ("Entfernung") deutet auf einen Zielpunkt hin, die Weite hingegen ist eine unbestimmte Ausdehnung, breitet sich somit vor dem Betrachter aus und kann deshalb nicht fern sein. Das klingt vielleicht spitzfindig, aber Wörter haben nun einmal ihre spezifische Bedeutung, die sich nicht immer nach Laune modellieren lässt.

Außerdem wiederholt sich in dem Gedicht der Begriff "fern": ferne Weite/finstre Ferne.

Mein Vorschlag:

als läge, was ich suchte und nun will,
nicht länger in der grenzenlosen Weite.

Das ist zwar auch nicht ideal, da die Weite nicht dasselbe ist wie die Ferne, in der irgendwo das Ziel liegt. Aber zumindest wäre mit meiner Version schon mal die Doppelung verschwunden.

Das soll das Gedicht insgesamt jedoch nicht runterziehen. Es ist wirklich sehr schön geschrieben.

LG
Ilka
im Nebenberuf "Korinthenkacker"
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.06.2022, 09:47   #8
männlich petrucci
 
Dabei seit: 05/2021
Beiträge: 288

Zitat:
Zitat von Walther Beitrag anzeigen
tja, wäre da nicht s2, in dessen v3 und v4 das metrum schlicht durchgegangen ist...
Für den Vortrag doch unerheblich.

Schönes Gedicht!

Lg
petrucci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.06.2022, 13:49   #9
männlich dunkler Traum
 
Benutzerbild von dunkler Traum
 
Dabei seit: 02/2021
Ort: Oberbergisch an der Wipper
Alter: 59
Beiträge: 410

... zur Technik kann ich nichts sagen. Allerdings kommt bei mir kein zauberhaftes Gefühl auf, weil ich beim Lesen irgendwie mehrmals ins Stolpern komme und das beeinträchtigt mein Versgefühl. Ich kanns nicht begründen, weil scheinbar alles passt, aber schon die dritte Zeile mit der Bank wirkt sich störend bei mir aus.

wünsche schöne Träume
dunkler Traum ist offline   Mit Zitat antworten
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