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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 13.09.2025, 10:40   #1
männlich Simon
 
Dabei seit: 09/2025
Ort: Stuttgart
Alter: 34
Beiträge: 2

Standard Abaddon

Abaddon

In meinem Dorf, da ist es Brauch –
so jeder Mann ein Engel fängt.
Nutzen dafür weißen Rauch –
der sich mit ihm vermengt.

So tret ich meine Reise an –
bin ganz allein auf mich gestellt.
Hoff kehr' zurück als neuer Mann -
vielleicht sogar als Held.

Ich wandere durch viele Täler –
doch find nur einfach' Tiere.
Drum such' ich Hilfe beim Erzähler –
es kostet mich ne Niere.

Hab erhalten eine alte Karte –
mit Weg zum größten aller Engel.
Find ihn auch, sodann erschrecke –
ist nur ein kleiner, dürrer Bengel.

Der Schatten dieses kleinen Bengels –
viele Menschen ist er lang –
gleicht eines Monsters, keines Engels –
überkommt mich doch sein Zwang.

Er spricht zu mir in mein' Gedanken –
der Mund bleibt doch verschlossen.
Sein Schatten jedoch stark am Wanken –
hat Blut auf mir vergossen.

Zück' Flasche mit dem weißem Rauch –
den Korken reiß ich ab.
Folg dem Pfad, so ist der Brauch –
fließt weißer Rauch, nicht knapp.

Der Rauch hat seinen eignen Willen –
betracht das wild Spektakel.
Fließt in des Bengels kleinste Rillen –
doch folgt das größt' Debakel.

Der kleine Bengel nicht mehr da –
Er ist es, der Abaddon.
Und ehe ich mich nun versah –
bin ich nicht länger fromm.

Mit einem Schlag der großen Schwingen,
wird sterbender Orkan entfacht.
Er lässt die ganze Welt erklingen –
Rauch entfernt mit seiner Macht.

Vor mir nur noch Dunkelheit –
es ist sein Schatten, kommt mir näher.
Mit jedem Schritt der Boden weint –
doch bin ich jetzt viel zäher.

Als er dann so vor mir steht –
die Sicht nicht mehr verdunkelt.
Geht er auf die Knie hinab –
flüstert ja, gar munkelt.

Was er mir still und leis' erzählt –
lässt mich zutiefst erschaudern.
Mein eisern Wille damit zu leben –
ist wirklich stark am Zaudern.

Das Geheimnis einer jeden Welt –
es ist in ihm verborgen.
Erzählt es mir, und nicht für Geld –
ich sehe alle Morgen.

Kein Mensch kann wissen,
was ich weiß –
jetzt in mich eingenäht.
"Blick auf, genieß die eigne Pracht." –
wie Abaddon mir rät.

Bin nun ein Teil des Abaddon –
sein Blut es fließt in mir.
Doch zäh ist es und bald verronn' –
bin nun Werkzeug seiner Gier.

Simon H. (September 2025)
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