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| Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken. |
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#1 |
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Abaddon
In meinem Dorf, da ist es Brauch – so jeder Mann ein Engel fängt. Nutzen dafür weißen Rauch – der sich mit ihm vermengt. So tret ich meine Reise an – bin ganz allein auf mich gestellt. Hoff kehr' zurück als neuer Mann - vielleicht sogar als Held. Ich wandere durch viele Täler – doch find nur einfach' Tiere. Drum such' ich Hilfe beim Erzähler – es kostet mich ne Niere. Hab erhalten eine alte Karte – mit Weg zum größten aller Engel. Find ihn auch, sodann erschrecke – ist nur ein kleiner, dürrer Bengel. Der Schatten dieses kleinen Bengels – viele Menschen ist er lang – gleicht eines Monsters, keines Engels – überkommt mich doch sein Zwang. Er spricht zu mir in mein' Gedanken – der Mund bleibt doch verschlossen. Sein Schatten jedoch stark am Wanken – hat Blut auf mir vergossen. Zück' Flasche mit dem weißem Rauch – den Korken reiß ich ab. Folg dem Pfad, so ist der Brauch – fließt weißer Rauch, nicht knapp. Der Rauch hat seinen eignen Willen – betracht das wild Spektakel. Fließt in des Bengels kleinste Rillen – doch folgt das größt' Debakel. Der kleine Bengel nicht mehr da – Er ist es, der Abaddon. Und ehe ich mich nun versah – bin ich nicht länger fromm. Mit einem Schlag der großen Schwingen, wird sterbender Orkan entfacht. Er lässt die ganze Welt erklingen – Rauch entfernt mit seiner Macht. Vor mir nur noch Dunkelheit – es ist sein Schatten, kommt mir näher. Mit jedem Schritt der Boden weint – doch bin ich jetzt viel zäher. Als er dann so vor mir steht – die Sicht nicht mehr verdunkelt. Geht er auf die Knie hinab – flüstert ja, gar munkelt. Was er mir still und leis' erzählt – lässt mich zutiefst erschaudern. Mein eisern Wille damit zu leben – ist wirklich stark am Zaudern. Das Geheimnis einer jeden Welt – es ist in ihm verborgen. Erzählt es mir, und nicht für Geld – ich sehe alle Morgen. Kein Mensch kann wissen, was ich weiß – jetzt in mich eingenäht. "Blick auf, genieß die eigne Pracht." – wie Abaddon mir rät. Bin nun ein Teil des Abaddon – sein Blut es fließt in mir. Doch zäh ist es und bald verronn' – bin nun Werkzeug seiner Gier. Simon H. (September 2025) |
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