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Schreibwerkstatt / Hilfe Gedichte und diverse Texte, an denen noch gefeilt werden muss.

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Alt 16.05.2016, 15:05   #1
männlich Ex Yuki
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Standard Wie lang darf ein Gedicht sein?

Wie lang darf ein Gedicht sein, bevor es langweilt?
Gibt es Unterschiede zwischen vorgetragenen und gelesenen Gedichten?

Gibt es überhaupt eine Obergrenze, wenn der Inhalt gut ist?
Goethe hat ja auch den Faust geschrieben...
Auch wenn das kein lyrisches Gedicht im eigentlichen Sinne ist.

Ich habe 2 besonders lange Gedichte von etwa 300 und 120 Zeilen.
Was meint ihr dazu?
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Alt 16.05.2016, 16:02   #2
weiblich Ilka-Maria
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Ein Gedicht wird nicht durch die Länge langweilig, sondern durch unnütz aufgeblähten Text, der zum Inhalt nicht wesentlich beiträgt. Das gilt genauso für Romane, Filme etc. Schillers Balladen sind lang, aber nie langweilig, weil da immer die Post abgeht.

Der "Faust" eignet sich nicht zum Vergleich, denn es handelt sich nicht um ein Gedicht, sondern um dramatische Dichtung, also um einen für das Theater geschriebenen Text, in dem es vorwiegend um Dialog geht.
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Alt 16.05.2016, 16:34   #3
männlich Ex Yuki
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Das ist gut, denn das bedeutet, dass ich meine Gedichte lediglich dort kürzen muss, wo es unwichtig ist. Also vermutlich nur die Hälfte .

Und das bedeutet, dass man, wird es richtig gelungen, einen ganzen Roman herausbringen könnte, der lyrisch ist... wenn man denn die lange Zeit dazu hat, an dem Text zu feilen und zu feilen.
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Alt 16.05.2016, 16:40   #4
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Yuki Beitrag anzeigen
Und das bedeutet, dass man, wird es richtig gelungen, einen ganzen Roman herausbringen könnte, der lyrisch ist... wenn man denn die lange Zeit dazu hat, an dem Text zu feilen und zu feilen.
Ja, aber dann ist es kein Roman, sondern ein Epos.
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Alt 12.06.2016, 05:19   #5
männlich bipolar
 
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Schwer zu beantworten, denn Redundanz ist ein beliebtes Mittel.
(z.B. Der Rabe)

Vielleicht hast du nun das Wort "Langgedicht" erfunden?

Zu der eigentlichen Fragestellung: der Dichter darf alles dichten, die Definitionen wie z.B. "Kurz-/Geschichte" sind doch (meistens) von Leuten gemacht worden, die selber nicht hauptberuflich ebensolche verfassen.

Die Frage ist in etwa so wie: wie groß darf ein Bild des 15. Jahrhunderts sein?
bipolar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.06.2016, 07:56   #6
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von bipolar Beitrag anzeigen
... die Definitionen wie z.B. "Kurz-/Geschichte" sind doch (meistens) von Leuten gemacht worden, die selber nicht hauptberuflich ebensolche verfassen.
Wie kommst Du denn zu dieser Meinung? Das Definieren und Zuordenen literarischer Gattungen geht bis in die Antike zurück. Je nach Land und Epoche wurden den verschiedenen Formen - Lyrik, Didaktik, Epik und Dramatik - Unterformen zugeordnet, so z.B. bei der Epik die Kurzepik und Großepik, denen weitere Sonderformen unterstellt wurden. So gehören zur Kurzepik z.B. Märchen und Sagen, Anekdoten, Erzählungen, Kurzgeschichten usw.

Diese Zuordnungen sind im Laufe der Literaturgeschichte durchaus von hauptamtlichen Schriftstellern und Philosophen in Frage gestellt worden (z.B. von Walter Benjamin), vor allem wegen jener Werke, bei denen die Gattungen ineinanderfließen. Das hat jedoch an der Gültigkeit der Grundordnung nichts geändert. Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass jeder Hobbydichter seine Dichtung willkürlich einer Gattung zuordnen kann.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.06.2016, 08:58   #7
männlich bipolar
 
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Ich entschuldige mich.

Die "Meinung" war ein Gehirnfurz meinerseits.

Danke für die Erläuterung.


(ich hatte eher an Historiker und Linguistikprofessoren gedacht, und nunja, die sind ja nicht _haupt_amtlich Schriftsteller)
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