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Fantasy, Magie und Religion Gedichte über Religion, Mythologie, Magie, Zauber und Fantasy.

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Alt 10.04.2024, 19:12   #1
männlich TravisBeamer
 
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Dabei seit: 10/2022
Beiträge: 312

Standard Hexen

Hexen fliegen auf den Besen
in der Nacht in Richtung Mond
wo die Mythen Spuren lesen,
wo die schwarze Kunst still thront.

Ihr zu Haus sind Dunkelwälder
Zwischenwelten, Fantasie
für okkulte Kornkreisfelder
lebt ihr finsteres Genie.

Gegen Trolle und Zyklopen
kämpfen sie im dunklen Berg
während wilde Stürme toben,
leisten sie ihr Hexenwerk.

Sie erkunden fremde Wege
im Geflecht der langen Nacht
mystisch ist das Feldgehege,
wie ein endlos großer Schacht.

Hexen brauen Zaubersäfte,
mischen sie mit Jungfraublut
sie besitzen Superkräfte
machen aus den Pegeln Flut.

Sie beschwören böse Geister
zeichnen Runen an die Wand
huldigen so ihrem Meister
im perfiden Zauberland.
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Alt 11.04.2024, 15:04   #2
männlich PaySoenke
 
Dabei seit: 03/2024
Ort: Münster-Gremmendorf
Beiträge: 17

Standard Ein schön schauriges, zauberhaftes Meisterwerk

Hallo Travis Beamer,
dieses Gedicht eine gelungene, schön schaurige Beschreibung der überlieferten Vorstellungen von bösen Hexen und ihren Aktivitäten. Besonders gut gefällt mir, dass du durchgängig den Kreuzreim (oft rein, manchmal unrein) verwendest um die Schauderhaftigkeit der Thematik als Kernelement zu verankern. Adjektive und Substantive sind vor allem aus den Wortfeldern Schwarze Magie, Horror oder Irrationales entlehnt, die oft als Akkumulation auftreten (z.B. "Dunkelwälder, Zwischenwelten, okkulte Kornkreisfelder" (V. 6,7)). Dies Gedicht wirkt insgesamt gespenstisch und makaber, spiegelt aber gut wider, was man sich im deutschen Brauchtum unter "Hexen" vorstellt(e). Dies ist ein wahrhaft zauberhaftes Meisterwerk.
PaySoenke
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Alt 11.04.2024, 15:29   #3
weiblich Ilka-Maria
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Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City
Beiträge: 31.177

Das ist flott im Rhythmus, also mit ziemlich viel Tempo, wie es dem Ritt auf dem Besen gebürt. Viele abergläubische Riten sind auch gut untergebracht, wie die Kornkreisfelder, Zaubersäufte, das Jungfrau(Ien)blut etc.

Was mich nicht ganz für das Gedicht gefangennimmt, ist die Vermischung unterschiedlicher Sagenkreise und auch die Ignoranz gegenüber den Entstehungszeiten der Erzählungen. Trolle und Runen (nordisch) passen nicht zu dem Zyklopen (griechisch). Runen kommen in den Erzählungen des Mittelsalters sehr früh vor; Trolle würde ich eher einer späteren Zeit zuordnen. Damit mag ich falsch liegen. Ich kann nur davon ausgehen, was ich im Laufe meines Lebens an Sagen und sonstigen Überlieferungen gelesen habe.

Und die Kornkreisfelder sind wohl eher ein neuzeitlich behandeltes Phänomen in esoterischen Kreisen. Aber gut.
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Alt 12.04.2024, 10:59   #4
männlich TravisBeamer
 
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Dabei seit: 10/2022
Beiträge: 312

@PaySoenke

Herzlichen Dank für das Lob. Es freut mich immer wenn es gefällt.

@Ilka-Maria

Du könntest recht haben mit dem Einwand, dass ich Mythologien vermischt habe. Hexen nahmen im Mittelalter ihre Zaubersprüche her, um Menschen zu verhexen. Ich wollte ein bisschen Pep reinbringen und habe sie gegen Zyklopen kämpfen lassen.

Freundliche Grüße,
Travis Beamer
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Alt 12.04.2024, 16:09   #5
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City
Beiträge: 31.177

Zitat:
Zitat von TravisBeamer Beitrag anzeigen
Hexen nahmen im Mittelalter ihre Zaubersprüche her, um Menschen zu verhexen. Ich wollte ein bisschen Pep reinbringen und habe sie gegen Zyklopen kämpfen lassen.
Warum auch nicht? Die Menschen im Mittelalter glaubten an so vieles, da kommt es auf einen einäugigen Riesen mehr oder weniger in diesem Allerlei nicht an.

Wenn ich höre und sehe, an was die Leute heutzutage so alles glauben ...

Schönen Wochenausklang,
Ilka
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