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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 06.09.2020, 20:12   #1
männlich Andri
 
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Dabei seit: 12/2019
Ort: Die Erde
Beiträge: 419

Standard Nicht mehr

Die Welt bereitet einen Traum
vom Meeresrauschen nur den Schaum
ich warte auf die nächste Gischt
die immer neu sich selbst verwischt

Die Welt bereitet einen Traum
vom Kosmos nur den leeren Raum
wie immerwährend tiefes Sinken
die Endlichkeit so endlos trinken

Die Welt bereitet einen Traum
vom Hochzeitskleid den feinen Saum
ich greife danach zu jeder Zeit
er ist so nah und doch zu weit

Die Welt erklärt mit keinem Wort
ist stumm im Hier und jedem Ort
Was immer auch sie in mir denkt
ist einzig das was sie verschenkt
Andri ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2021, 02:38   #2
weiblich C.Alvarez
R.I.P.
 
Benutzerbild von C.Alvarez
 
Dabei seit: 07/2006
Ort: Mauritius, stella clavisque maris indici
Beiträge: 4.890

Lieber Andri,
ich verstehe durchaus, dass man Gedichte auch schreibt um sich zu schmücken, vielleicht sogar um Beachtung für sich und seine Gedanken zu finden. Gewiss, ein wenig Eitelkeit mag auch dabei sein, warum nicht?
Ich habe so eine Home Theater Sound Anlage von Panasonic und wenn bei bestimmten Filmszenen der Subwoofer anspricht merke ich wie verschiedene Gegenstände beginnen mitzuvibrieren, sie sind dann Resonanzkörper.
Bei manchen Gedichten, seien sie auch nur aus obigen Gründen geschrieben, merke ich, dass auch ich zum Resonanzkörper werde. Manche Texte lassen meine Seele mitvibrieren weil sie durch ihre Frequenz eine Resonanz bei dem was ich fühle, denke, glaube auslösen.
So ging es mir beim Lesen deines Gedichtes.
Es berührt mich, es wühlt mich auf, es weckt Erinnerungen und Gedanken auf. Dann spielt es gar keine Rolle aus welchen Motiven dein Text stammt, für mich zählt nur, was er bei mir bewirkt.
Dein Text liess mich mitschwingen, liess mich wie ein Signal auf einer Trägerwelle durch die Zeit und den Raum reisen. Deshalb ist dieses Gedicht für mich eine Sternstunde. Keine Sternstunde der Menschheit, aber eine meiner ganz persönlichen Sternstunden.
Dafür danke ich dir.

Corazon
C.Alvarez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2021, 20:04   #3
männlich Ex-Lichtsohn
abgemeldet
 
Dabei seit: 03/2015
Beiträge: 1.491

hallo du,

dein text hat sich für mich ein wenig verbogen, so als hätte ich ihn durch eine lupe gelesen, dann ist mir aufgefallen, dass ich die völlig falsche brille auf der nase hatte - entschuldigung

dir gelingt es hier richtig schön den moment einzufangen, dann wenn du denkst du bist dem ziel/glück/was auch immer näher gekommen und dann ... seltsam wegen meiner falschen brille und dem gefühl dann alles verzerrt zu sehen - dummerweise aber genau zu dem thema passend.

das hat mich angesprochen und ich gehe deutlich reicher aus diesem text hinaus als zuvor ... vielleicht ist das was man erreichen möchte halt auch nicht fest verankert sondern bewegt sich eben ... wie alles andere auch

alle liebe
in deinen tag/abend
ein
lichtsohn
Ex-Lichtsohn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2021, 20:55   #4
männlich Andri
 
Benutzerbild von Andri
 
Dabei seit: 12/2019
Ort: Die Erde
Beiträge: 419

Liebe Corazon,
vielen Dank für deinen wunderbaren Kommentar, was gibt es größeres als einem anderen einen besonderen Moment zu schenken, und wenn sich Türen in uns öffnen und wir tief innerlich verstehen, zusammenklingen, in Resonanz gehen, was ein großes Geschenk!!

Lieber Lichtsohn,
auch dir ganz lieben Dank und wie schön, dass auch in dir der Text etwas ausgelöst hat, dir Gedanken und Gefühle schenkte.

Ich kann mich noch gut erinnern als ich das Gedicht schrieb, ich war auf einer Wanderung im Taunus und bin zufällig auf ein faszinierendes Gebäude gestoßen. Es ist der Bahai Tempel, der wie ich feststellte, jedem offen steht. Ich war der einzige Besucher an diesem kühlen grauen Herbsttag. Niemand der es bewachte, niemand sonst war da. Und ich setzte mich in dieses herrliche Gebäude genau unter die Kuppel und was sonst nicht meine Art ist, gab ich mir Zeit. Es wurde eine wirklich spirituelle Erfahrung im Zentrum dieses Gebäudes.
Auf dem Nachhauseweg formte sich dieses Gedicht in mir und ich hatte damals das Gefühl einen Zipfel meiner Wahrheit gefunden zu haben.
Als Autor war ich deshalb auch enttäuscht, dass das Gedicht so sang und klanglos nach unten durchgereicht wurde. Umso glücklicher bin ich, dass es nun doch so wunderbar Beachtung fand.

Viele Grüße,
Andri
Andri ist offline   Mit Zitat antworten
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