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Alt 30.01.2025, 21:11   #1
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
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Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City
Beiträge: 33.174

Standard Ausräumung eines Missverständnisses

Ich schreibe das Nachfolgende in dieser Rubrik, obwohl es eigentlich unter "Support" gehört, denn ich will mit dieser Lappalie nicht die Forentechnik mobil machen. Mir ist es allerdings ein Anliegen.

Oft genug kommen Beschwerden bei mir an, die auf einem Missverständnis beruhen und mir deshalb unnötige Arbeit und Zeit abtrotzen, denn ich will sie nicht unbeantwortet lassen. Es geht um die Verwechslung von Äpfeln mit Birnen oder anders ausgedrückt: Um das Tun und das Sein.

Tun ist, wenn ein User einen Text schreibt und ihn in Poetry einstellt. Wenn der Text Interesse erzeugt, bekommt er Kommentare. Sind die Kommentare positiv, bleibt der Urheber des Textes freundlich und dankbar. Sind sie negativ, bedankt er sich manchmal für die Kritik und gelobt Besserung - oder er reagiert gar nicht.

Sein ist, wenn ein User, dessen Text negativ beurteilt wird, diese Kritik persönlich nimmt. Er identifiziert sich so sehr damit, dass er zwischen Tun und Sein nicht mehr unterscheiden kann, obwohl er persönlich gar nicht angegriffen wurde. Dann bekomme ich die Beschwerde, es handele sich um Beleidigung, Belästigung, Unhöflichkeit, Verstoß gegen die Forenregel etc.

Ist aber de facto nicht so. Solange die Kritik sich nur auf einen Text bezieht, der Autor persönlich jedoch außen vor bleibt, handelt es sich um Meinungsfreiheit.

Deshalb ist mein Anliegen an die User des Forums: Lest die Kritiken genau und meldet mir nur Beiträge, die gegen Persönlichkeitsrechte verstoßen, nicht die Kritiken am Text und welche Befindlichkeiten sie in euch hervorrufen. Beleidigung der Person/des Autors und Kritik am Text, ob wie erwünscht oder nicht, sind zwei Paar Schuhe.

Es könnte mir die Arbeit ersparen, dies jedesmal erklären und den harmlosen Kritiker, der nur den Text, aber nie den Autor im Focus hatte, verteidigen zu müssen. Wer zu empfindlich ist, Kritik einzustecken, lässt seine Texte lieber bei sich zu Hause und bleibt ihr einziger Leser, anstatt sie in die Welt hinauszujagen.

Danke für euer Verständnis - soweit vorhanden.

Ilka
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
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Alt 31.01.2025, 13:06   #2
männlich dunkler Traum
 
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Dabei seit: 02/2021
Ort: mit beiden Beinen in den Wolken
Alter: 62
Beiträge: 2.128

Standard natürlich

... habe ich dafür Verständnis. Zumindest kannst du in Zukunft einfach hierher verlinken und musst nicht alles gebetsmühlenartig wiederholen.

Aber, wenn mein Herzblut im Text steckt und er wird negativ kritisiert, geht das gegen meine Ehre und meine Ehre darf ich gemäß des BGB verteidigen. - vermutlich sehen dies einige Schreiber so.

beaux rêves
dunkler Traum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2025, 12:50   #3
männlich MonoTon
 
Benutzerbild von MonoTon
 
Dabei seit: 04/2021
Beiträge: 1.223

Aufgrund der jüngsten Ereignisse tut es mir leid für Unannehmlichkeiten gesorgt zu haben.
Ich wusste gar nicht das tatsächlich derart viele Beschwerden im Hintergrund laufen. In den Kommentaren sieht man fast ausschließlich Lobhudel oder auch mMn angemessene Kritiken.
Ich wollte sogar konkrete Kritik nachreichen, aber da ich sah wie mit dieser umgegangen und darauf eingegangen wurde bevor ich mich äußerte, habe ich es dann als verschwendete Zeit angesehen und dachte es wäre sinnvoller mich nicht mehr zu Wort zu melden.
Mir tat euer ersichtlicher Aufwand im nachhinein leid.

Für den persönlichen Einsatz in Hinsicht meines sonstigen Kritikverhaltens und meiner bisherigen Kritiken danke ich freundlichst.

Lg Mono
MonoTon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2025, 15:12   #4
männlich damastia
 
Dabei seit: 04/2017
Ort: Dresden
Alter: 42
Beiträge: 2.812

Zitat:
Zitat von dunkler Traum Beitrag anzeigen
... habe ich dafür Verständnis. Zumindest kannst du in Zukunft einfach hierher verlinken und musst nicht alles gebetsmühlenartig wiederholen.

Aber, wenn mein Herzblut im Text steckt und er wird negativ kritisiert, geht das gegen meine Ehre und meine Ehre darf ich gemäß des BGB verteidigen. - vermutlich sehen dies einige Schreiber so.

beaux rêves
Das Problem derjenigen, die „Kritik“ üben, liegt im Kern in der Unsachlichkeit. Unsachliche Kritik wirkt immer wie ein Übergriff auf den Autor, weil sie nicht nur das Werk, sondern gleich die Person angreift. Jürgen Habermas betont in seiner Theorie des kommunikativen Handelns (1981) die enorme Bedeutung von Sachlichkeit und präziser Beobachtung in der Kommunikation - ein Standpunkt, der sich auch in Getting to Yes - Negotiating Agreement Without Giving In von Fisher, Ury und Patton (1991) widerspiegelt. Beide Werke unterstreichen, dass objektive, sachliche und faktenbasierte Kritik der Schlüssel zu einem konstruktiven Dialog ist.

Ich persönlich handhabe Kritik immer so, dass ich unsachliche Äußerungen ignoriere, während sachliche Kritik mir den Zugang zu einem echten Dialog eröffnet.

Es ist doch jedem klar, dass es einen fundamentalen Unterschied gibt zwischen Aussagen wie „Die Strophe ist Müll und kann gar nichts“ und der Formulierung „Ich finde, diese Stelle ist etwas schwach; sie könnte aus meiner Sicht besser sein, wenn du xyz veränderst.“.

Die erste Aussage attackiert das Werk und den Autor unmittelbar (Gaslightning), da sie von Natur aus als ordinär, ungebildet und unreflektiert empfunden wird, selbstbewusste und reflektierte Menschen tendieren von Natur aus zu Sachlichkeit - während letztere Kritik den Inhalt in den Mittelpunkt stellt und Raum für Verbesserungsvorschläge bietet, ohne dabei den persönlichen Aspekt (Beziehungsebene) in den Vordergrund zu rücken.

Ich denke aber, dass die Wurzeln der unsachlichen Kritik noch Nachgeburten von Marcel Reich-Ranicki sind. Zum Glück ist er Tod und zum Glück kann es die Nachwelt besser machen. Interessant ist auch, dass es in der Literatur ein Feld gibt, das sich ausschließlich mit Literaturkritiken beschäftigt. Hier beispielsweise das gerade in der Entstehung befindliche "zæsur. poesiekritik" oder Lyrikkritik (Hendrik Jackson), oder Signaturen-Magazin und Lyristix (Timo Brandt).
damastia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2025, 16:29   #5
männlich Flocke
 
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Dabei seit: 12/2016
Ort: Großraum Münster
Beiträge: 258

Nachfrage an damastia.

"Zum Glück ist er Tod [gemeint ist Marcel Reich-Ranicki] und zum Glück kann es die Nachwelt besser machen!

Hast du uns hier an einer "sachlichen Kritik" teilhaben lassen?

MRRs Sprachvermögen ist gewaltig; nicht selten auch grenzüberschreitend und fast schon gewalttätig. Und fast immer -> persönlich! Ich mag ihn trotzdem.
Ein Beispiel seiner polemischen Ausdrickskraft:
"Ihre Bücher sind künstlerisch so schwach, dass ich wetten möchte, sie kriegt den Nobelpreis. Zumal sie ja auch noch weiblichen Geschlechts ist."
.


Grüße Flocke
Flocke ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2025, 18:26   #6
weiblich Ilka-Maria
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Ort: Arrival City
Beiträge: 33.174

Zitat:
Zitat von MonoTon Beitrag anzeigen
Aufgrund der jüngsten Ereignisse tut es mir leid für Unannehmlichkeiten gesorgt zu haben.
Du warst nicht die Ursache für mein Anliegen, MonoTon. Es kommt hingegen oft vor, dass Autoren darüber klagen, sich von Usern, die ihre Texte kritisiert haben, "belästigt zu fühlen" oder in irgendeiner Form angegriffen worden zu sein. Wenn ich die Kommentare überprüfe, muss ich in der Regel aber feststellen, dass der Kritiker sich ausschließlich auf den Text bezogen hat.

Das hat nichts mit sachlicher oder unsachlicher Kritik zu tun. Selbst wenn ein totaler Verriss vorliegt, ob berechtigt oder nicht, geht es immer noch ausschließlich um den Text, nicht um den Autor.

Wird ein Autor persönlich angegriffen, schreite ich ein. Aber Kommentare, die einen Text kritisieren, kann und will ich nicht allein deshalb löschen, weil sie dem Autor nicht in den Kram passen oder er sie persönlich nimmt. Das ist gegen die Meinungsfreiheit und gegen den Sinn eines Forums, der ja gerade im Austausch miteinander liegt.

Alles, was ich will, ist eine gewisse Sensibilität dafür, wann es wirklich nur um den Text geht und wann faktisch ein persönlicher Angriff auf den Autor vorliegt. Denn das scheinen manche User nicht auseinanderhalten zu können.
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
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