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Alt 26.03.2024, 23:38   #1
männlich curd belesos
 
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Standard Wenn Politik

Einst hörte ich den Spruch und wollt’s nicht glauben,
dass der Islam zu Deutschland fest gehört,
und jetzt vernehme ich etwas verstört,
hier ist kein Platz für Antisemitismus.

Will man mit solchen Worten uns beschwören,
damit wir lieben, was uns nicht behagt,
hätt man das Volk doch vorher bloß befragt,
die Sprüche wären anders ausgefallen.

Will Politik die Bundesbürger gängeln,
weil Ideologen oft verblendet sind,
denkt sich das Volk doch nur: "Der Sprecher spinnt,
hat für Reales jeden Blick verloren".

© Curd Belesos
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Alt 27.03.2024, 00:15   #2
weiblich Lee Berta
 
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Hallo Curd,

ich denke auch, dass in Deutschland kein Platz für Antisemitismus ist. Die Wissenschaft hat nämlich herausgefunden, dass die Juden gar kein Babyblut trinken, weil ihre Speisegesetze Blutverzehr verbieten.
Außerdem wissen wir heute, dass die Römer das Jesuskindlein umgebracht haben und dass Jesus selbst Jude war.
Darüber hinaus belegen Statistiken, dass reiche und arme Menschen unter Juden in der gleichen Verteilung wie bei Nichtjuden vorkommen und dass das Buch "Die Protokolle der Weisen von Zion" frei erfunden ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Berner_Prozess
Für Detailfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Liebe Grüße,
Lee
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Alt 27.03.2024, 00:50   #3
männlich curd belesos
 
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Hallo Lee,

danke, dass du dich schon mal mit meinem zweiten gelesenen Ausspruch eines Politikers befasst hast.

Dein Gedanke gefällt mir.

Erfreut sende ich Grüße von der Küste.
Curd
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Alt 27.03.2024, 01:22   #4
weiblich Lee Berta
 
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Standard Hallo Curd,

ich kann mich gerne auch mit dem ersten Ausspruch eines Politikers befassen:
Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine nüchterne Tatsache. Rein demografisch. Fakt. Drittstärkste Religion.
Einschließlich ähnlicher Religionen wie Aleviten sind etwa 6,5% aller Deutschen Muslime. Katholiken sind 25%, 19% sind in einer (offiziellen) evangelischen Kirche und der Rest ist statistisch nicht relevant. (0,33% sind Buddhisten, 0,12% sind Juden, 0,05% sind Mormonen und so weiter.)
Hier sind keine Touristen und ähnliche eingerechnet, sondern es handelt sich um Deutsche. Wir haben Religionsfreiheit, Gott segne den Alten Fritzen.

Liebe Grüße,
Lee
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Alt 28.03.2024, 09:14   #5
männlich dunkler Traum
 
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Standard Hallo Curd

... Aussagen von Politikern auf Glaubwürdigkeit abzuklopfen, hat noch nie geschadet.

Was gehört zum Schland,
deutsches Vaterland?
Nur weil Arier es schwören,
muss es nicht dazugehören.
Vieles lassen sie auch weg,
passt grad nicht zu ihrem Zweck.

Mit den Ariern meine ich hier die ParlamentArier.

wsT
dT
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Alt 28.03.2024, 09:51   #6
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Lee Berta Beitrag anzeigen
...
ich denke auch, dass in Deutschland kein Platz für Antisemitismus ist. Die Wissenschaft hat nämlich herausgefunden, dass die Juden gar kein Babyblut trinken, weil ihre Speisegesetze Blutverzehr verbieten.
Außerdem wissen wir heute, dass die Römer das Jesuskindlein umgebracht haben und dass Jesus selbst Jude war.
Die Sache ist ein bisschen komplexer. Der Satz, der Islam gehöre zu Deutschland, ist Unfug; richtig hätte es heißen müssen: "Menschen in Deutschland, die der islamischen Religion angehören, gehören zu Deutschland." Deutschland ist ein Land mit christlicher Tradition, und da passt kulturell vieles nicht zum Islam, vor allem nicht zu den Ideologien, die Geistliche in Teilen der islamischen Bevölkerung verbreiten, die nicht lesen und schreiben kann und noch nie den Koran selber gelesen und für sich interpretiert hat. Ähnlich war es bei den Christen des Mittelalters, weil die Geistlichen in Latein gepredigt hatten, was kein Mensch verstand. Deshalb war die Aufregung groß, als Luther die Bibel in ein einheitliches Deutsch übersetzte und knapp hundert Jahre später Gutenberg alias Herr Gänsfleisch den Buchdruck entwickelte, so dass auch weniger betuchte Leute sich den Kauf einer Bibel leisten konnten. Was die Geistlichen, egal welcher Religion, nicht brauchen konnten, denn das bedeutete Machtverlust.

Nächster Spruch: "In Deutschland ist kein Platz für Antisemitismus." Doch, denn real existiert der Antisemitismus (wie er schon immer existierte, und nicht nur in Deutschland), weil die Feinde des Judentums sich diesen Platz einfach nehmen. Kommt es zur Gewalt oder zu Anschlägen auf jüdische Institutionen, muss man die Kerle, die das auf dem Gewissen haben (oder auch nicht), erst einmal einfangen. Solange vor Synagogen sich Polizisten als Wache ablösen, ist das ein deutliches Zeichen, dass es Antisemitismus gibt. Ich bin noch nie an der Frankfurter Westendsynagoge vorbeigegangen, ohne dort ein Polizeiauto gesehen zu haben.

Jesus starb nicht aufgrund eines römischen Urteils, sondern durch das Urteil jüdischer Geistlicher, angeführt von Kaiphas. Außerdem war er kein Jude, also kein Angehöriger des judäischen Volkes, sondern Aramäer. Was wir heute unter Juden verstehen, waren damals die Hebräer, so auch Moses.

Der Buddhismus ist keine Religion, sondern eine Philosophie. Deshalb gibt es dort auch keinen Gott, jeder Mensch kann ein Buddha werden.
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Alt 28.03.2024, 17:15   #7
weiblich Lee Berta
 
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Hallo Ilka-Maria,
leider stimmt das so nicht ganz.

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Deutschland ist ein Land mit christlicher Tradition, und da passt kulturell vieles nicht zum Islam, vor allem nicht zu den Ideologien, die Geistliche in Teilen der islamischen Bevölkerung verbreiten, die nicht lesen und schreiben kann und noch nie den Koran selber gelesen und für sich interpretiert hat.
Solche Leute gibt es nicht. Selbst die extrem wenigen, die nicht deutsch lesen und schreiben können, können den Koran lesen. Auf die Hassprediger fallen eher jene herein, die nicht richtig arabisch können, das sind Teile der nicht-islamischen Bevölkerung. Meist junge Leute mit agnostischen Eltern.
Außerdem sind nur sehr wenige Muslime extremistisch.

In Deutschland ist der Elfluss des Islam, anders als in Spanien, nicht Teil der Geschichte, so wie das Judentum und Christentum, sondern eine relativ "neue" Religion. Der Islam gehört somit nicht zur Deutschen Geschichte wie etwa der Holocaust, aber er gehört zu Deutschland, genau wie der Holocaust.

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Nächster Spruch: "In Deutschland ist kein Platz für Antisemitismus." Doch, denn real existiert der Antisemitismus
Real exisitiert auch der Islam und es existiert UFO-Glaube. Also ist in Deutschland Platz für Antisemitismus und Islam und UFO-Glaube und alle drei gehören zu Deutschland.

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Jesus starb nicht aufgrund eines römischen Urteils, sondern durch das Urteil jüdischer Geistlicher, angeführt von Kaiphas.
Jüdische Geistliche waren aber damals nicht an der Macht. Sie konnten höchstens beratend tätig werden, keine Todesurteile fällen oder vollstrecken.

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Außerdem war er kein Jude, also kein Angehöriger des judäischen Volkes, sondern Aramäer. Was wir heute unter Juden verstehen, waren damals die Hebräer, so auch Moses.
Wer Jude ist, entscheidet sich nicht durch Staatsbürgerschaft und damals sprachen die Juden eben aramäisch und nur die Hochelite althebräisch. Juden und Judäer sind verschiedene Sachen. Als (religiöser) Jude lernt man beide Sprachen (hebräisch und aramäisch) um die heiligen Schriften (Tanach und so) überhaupt lesen zu können. Jesus war praktizierender Jude, das wird an vielen Stellen des NT deutlich.

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Der Buddhismus ist keine Religion, sondern eine Philosophie. Deshalb gibt es dort auch keinen Gott, jeder Mensch kann ein Buddha werden.
Das ist aber eine komische "Philosophie" mit Gebeten und Gesängen und Räucherstäbchen, mit Ahnenverehrung, Jenseitsvorstellungen, dem Glauben an Reinkarnation und an ein beseeltes Universum.
Es kann nicht jeder ein Buddha werden, man muss eine Inkarnationsreihe abschließen und erleuchtet werden. Dann wird man vielleicht einer. Theoretisch kann jeder Mensch ein Buddha werden, ja, aber praktisch nein.
Außerdem ist Buddismus eher ein religiöser Formenkreis, einige beten Götter an, andere nicht.

Liebe Grüße,
Lee
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Alt 28.03.2024, 18:24   #8
weiblich Ilka-Maria
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Was den Islam in Deutschland betrifft, kenne ich von Hamed Abdel-Samad andere Beobachtungen und Bewertungen, ebenso von etlichen seiner schriftstellerischen Kollegen. Immerhin ist er aufgrund seines geistlichen Vaters in Ägypten ursprünglich zu einem überzeugten Moslem erzogen worden. Inzwischen denkt er anders. Der Mann kann sich deshalb seit Jahren nur noch mit Personenschutz in die Öffentlichkeit wagen - in Deutschland.

Ansonsten habe ich meine Informationen aus erster Hand, mein Sohn war nämlich mit einer Moslemin verheiratet. In ihrer Familie wurde die Religion zwar nicht praktiziert, aber sie konnte einiges darüber erzählen.

Zitat:
Zitat von Lee Berta Beitrag anzeigen
Das ist aber eine komische "Philosophie" mit Gebeten und Gesängen und Räucherstäbchen, mit Ahnenverehrung, Jenseitsvorstellungen, dem Glauben an Reinkarnation und an ein beseeltes Universum.
Das sind zum großen Teil ebenfalls aus uralten Traditionen übernommene Rituale und Vorstellungen. Da gab es die sog. "Weltreligionen" noch nicht. Jenseitsvorstellungen hatten mit hoher Wahrscheinlichkeit schon die Neandertaler, weshalb sonst hatten sie den Brauch der Grabbeigaben. Die Vorstellung eines beseelten Universums ist eine philosophische Frage, keine Glaubensfrage; jedenfalls versuchten Philosophen - auch geistliche Philosophen - diese Vorstellung nicht nur zu glauben, sondern die Wahrscheinlichkeit dieser Behauptung logisch zu beweisen.

Zitat:
Zitat von Lee Berta Beitrag anzeigen
Theoretisch kann jeder Mensch ein Buddha werden, ja, aber praktisch nein.
Eben deshalb ist der Bhuddismus keine Religion, die den Gottesglauben voraussetzt. Habe ich mir nicht ausgedacht, sondern bei Helmuth von Glasenapp gelesen ("Die fünf Weltreligionen"). Das war allerdings in der Steinzeit, vielleicht gibt es heute andere Erkenntnisse.

Zitat:
Jesus war praktizierender Jude, das wird an vielen Stellen des NT deutlich.
Das werte ich anders. De facto hatte er sich mit seinen Ideen vom mosaischen Glauben abgewandt. Ihm bzw. seinen Jüngern und dem daraus entstehenden Christentum ist es zu verdanken, dass sich das Bild vom grausamen, strafenden und "eifersüchtigen" Gott zum milden, gütigen und verzeihenden Gott gewandelt hat. Erst durch Jesus wurde den Menschen der Gedanke vorgetragen, dass das Göttliche in jedem von ihnen wohnt. Das gab es im mosaischen Glauben, auf dem das AT und das Judentum sich gründen, noch nicht.
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Alt 29.03.2024, 01:36   #9
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Jesus war ganz sicher praktizierender Jude. Und er hat sich mit nichten vom mosianischen Glauben abgewandt.
Er ist als Messias, von den Propheten des alten Testaments, also auch von Mose, vorhergesagt, aufgetreten und hat das mosianische Gesetz erfüllt und zwar als einziger und vollumfänglich.
Er ist die Erfüllung des alten Bundes, Errichter des neuen Bundes und der Mensch gewordene Gott, der den Bund mit Israel auf alle Menschen ausweitete und den Heiden den Zugang zum Heil eröffnete.
Religiöse wie weltliche Herrscher kamen überein ihn zu töten und zwar, weil Er ihnen bezeugte, dass ihre Werke, wie die der ganzen Welt, böse sind.
Er brachte das Evangelio, die frohmachende Botschaft von der Vergebung der Sünden und dem Reich Gottes.
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Alt 29.03.2024, 07:48   #10
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Jesus war ganz sicher praktizierender Jude. Und er hat sich mit nichten vom mosianischen Glauben abgewandt.
Was moslanisch sein soll, weiß ich nicht, noch nie gehört oder gelesen. Es geht um den mosaischen Glauben, also nach dem Gesetz des Mose.

Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Er ist als Messias, von den Propheten des alten Testaments, also auch von Mose, vorhergesagt, aufgetreten und hat das mosianische Gesetz erfüllt und zwar als einziger und vollumfänglich.
Das ist, um es milde auszudrücken, Blödsinn. Jesus mag sich nicht völlig vom alten Glauben abgewandt haben, aber er hat ihn reformiert und damit eine neue, viel weniger strenge Lehre aufgestellt. Aus diesem Grunde ist Jesus nicht nur einer der mosaischen Glaubensverkünder in den Reihen des Alten Testaments geblieben, mit dem man dieses hätte einfach fortschreiben können. Mit Jesus bzw. den aus seiner Lehre hervorgegangenen Missionaren entstand das neue Testament mit Regeln, die denen des mosaischen Glaubens widersprachen und ein völlig neues Gottesbild aufstellten. Vorausgesetzt, dass Jesus wirklich existiert hat, denn das konnte nie nachgewiesen werden.

Was meinst du, weshalb Paulus, der eifrigste Missionoar der neuen Lehre Jesu, oft von den Menschen, die er überzeugen wollte, davongejagt oder sogar verprügelt wurde? Letztendlich wurde er für seine Überzeugungen hingerichtet. Das geschah gewiss nicht, weil er schlicht bestätigt haben könnte, was der alte Glaube war.

Lies erst mal bei dem Religionsexperten Glasenapp nach. Oder bei dem Psychologen Erich Fromm, der dir den Unterschied des mosaischen Glaubens von der Lehre Jesu auch erklären kann (bekanntlich war er selber jüdisch). In der Reihe "Terra-X" gibt es eine Doku-Reihe über die Entstehung der Religionen mit dem renommierten Historiker Christopher Clark, auch von ihm wirst du das gleiche hören.

Den Krampf mit "der Menschen böse Werke" kannst du dir sparen, das war bei Jesus kein Thema und ihm keine Anklage wert. Es ging um Liebe, Respekt voreinander und Gutes zu tun. Die Botschaft der Bergpredigt könnte man in einem bekannten Sprichwort zusammenfassen: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem andern zu."

Bei Moses war das völlig anders. Wer gegen Gott sündigte oder gar vom Glauben abfiel (sprich: Moses nicht gehorchte), war des Todes. Und das hatte er brutal durchgezogen.

Aber okay. Wenn ich das alles falsch verstanden haben sollte, dann erlaube ich mir folgende Fragen: Wenn Jesus nichts anderes tat, als den mosaischen Glauben weiterzutragen, woraus ist dannn das Christentum entstanden? Weshalb sind wir nicht alle jüdisch statt christlich geworden? Oder weshalb huldigen wir nicht immer noch den germansichen Göttern? Juden gab es seit Alters her überall auf dem europäischen Kontinent, von Ost bis West. Was aber im sog. "Abendland" die Abkehr von den germanisch-nordischen Gottheiten mit sich brachte, war nicht das Judentum, sondern das Christentum. Also erklärt mir mal, weshalb das so war, wenn Jesus doch eigentlich am mosaischen Regelwerk hätte festhalten wollen?
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Alt 29.03.2024, 12:06   #11
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Es ist dein Mangel an Erkenntnis Ilka, dass du es nicht verstehst.
Jesus Christus steht in der Tradition des alten Bundes und hat, was vom mosaische Gesetz gefordert wurde erfüllt und zwar durch sich selbst. Er hat den Preis bezahlt mit seinem Sterben am Kreuz.Und damit den Zaun der Feindschaft abgebrochen.
Das neue Testament ist da sehr klar. Das ist natürlich das Neue und revolutionäre an der Botschaft des Evangeliums, die aber auf der Erfüllung des alten Budes fußt.
Alle Gesetze und Propheten hängen an dem, was der Herr Jesus Christus, der selbst Gott ist, getan hat, nämlich die Liebe, die in Christus geoffenbart ist.
In Mathäus 22 sagt Christus:
35 Und einer von ihnen, ein Lehrer des Gesetzes, versuchte ihn und fragte: 36 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? 37 Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt[2]« 38 Dies ist das höchste und erste Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« 40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. 
Und in Galater heißt es:
Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllt, in dem: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
Und Paulus schreibt im Römerbrief, der Herr durch ihn:
Seid niemand nichts schuldig, als daß ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
und
Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten", und so ein anderes Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten zusammengefaßt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Jesus Christus hat das Gesetz nicht reformiert, sondern erüllt. Er ist die Erfüllung des Gestzes und des Wortes Gottes.
Die Schrift sagt im neuen Testament:
Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
15 auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
Und
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
und weiter
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet.
Warum wurde Paulus von der Welt gehasst, warum wurde Christus gekreuzigt, warum wurden die Propheten und Apostel verfolgt?
Weil sie der Welt bezeugt haben, dass ihre Werke böse sind und zwar die aller Menschen, ohne jede Ausnahme. Das ist die Botschaft des Evangeliums und die Botschaft des alten Testaments.
Du Mensch bist böse und abgrundtief gefallen. Du bedarfst der Gnade und Vergebung, die in Jesus Christus in diese Welt gekommen ist.
Dieses Geheimnis zu sehen begehrten die Propheten, die von der Ankunft des Messias Zeugnis ablegten.
Denn es steht geschrieben:
Die Ansage kommender Verfolgungen
16 Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. 17 Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerichten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen. 18 Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. 
Und weiter
22 Und ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig. 
und
24 Der Jünger steht nicht über dem Meister und der Knecht nicht über seinem Herrn. 25 Es ist für den Jünger genug, dass er werde wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen so nennen! 

Das wusste Paulus und hat es so verkündigt.
Das sagt der Herr Jesus zum Krampf von der Verderbtheit des Menschen:
Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist immer da. 7 Die Welt kann euch nicht hassen. Mich aber hasst sie, denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind. 

Er erkannte des Menschen Herz und obwohl er wusste, was im Menschen ist, gab Er sein Leben für ihn, auf das jeder, der an ih glaubt gerettet wird.
Das ist die Siegesbotschaft, das ist Evangelio, das ist das alte und neue Testament.
Du hast die Botschaft der Bergpredigt nicht verstanden.
Sie sagt nicht:
"Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem andern zu."
sondern
"12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. 13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. 14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden! 

Das mosaische Gesetz ist bereits erfüllt. Alle Menschen sind tot, weil sie Gott nicht genügen. Das weiß der Herr und deswegen ist Er gekommen, um den Menschen vom Fluch zu befreien. Was ihm selbst nicht möglich ist.
Die Schrift sagt:
Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?
und
So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. 10 Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!« 11 Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben leben« 12 Das Gesetz aber ist nicht »aus Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben« 13 Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns – denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt« –, 14 auf dass der Segen Abrahams zu den Heiden komme durch Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. 
und weiter
Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben. 23 Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und eingeschlossen, bis der Glaube offenbart werden sollte. 24 So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. 

Und zum Abschluss nochmals ein Text aus der Bibel, der unmittelbar an die Bergpredigt anschließt:
Jesu Stellung zum Gesetz
17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. 
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2024, 12:08   #12
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P.S.: Ich brauche keine Religionexperten und keine Psychologen. Ich brauche nur Jesus allein, wie alle Menschen.
Religion ist Opium fürs Volk und toter Glaube ohne Verheißung!
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Alt 29.03.2024, 12:39   #13
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
P.S.: Ich brauche keine Religionexperten und keine Psychologen. Ich brauche nur Jesus allein, wie alle Menschen.
Das glaube ich allerdings gerne, dass du dir Jesus und das Christentum so zurechtschnitzt und zusammenstutzt, dass es in deine Schublade passt. Warum sich mit Komplexität auseinandersetzen, wenn es auch mit Versatzstücken geht, die das Nachdenken und Stellen von Fragen überflüssig macht? Du nimmst ja auch, wie wir inzwischen wissen, alles wörtlich, was in der Bibel steht, obwohl nur Teile davon historisch belegbar sind. Kein Mensch weiß bisher genau, was an Sagen und sonstigen Erzählungen eingeflossen ist, und wir wissen auch nicht, was im Laufe der Zeit bei Übertragungen verfälscht oder falsch übersetzt wurde. Wir wissen nicht einmal, ob es Jesus gegeben hat, oder ob er ein Phantom ist - vielleicht eine Erfindung von Paulus, der sich damit Autorität verschaffen wollte. Im Grunde wissen wir herzlich wenig.

Tatsache ist jedoch, dass die mosaische Lehre vor ca. 2000 Jahren eine Reform erfahren hat, worauf auch immer sich das begründete. Ansonsten wäre das Christentum nicht entstanden. Es ist überhaupt ein Wunder, dass sich bei der großen Ablehnung und der Verfolgung der Urchristen diese neue Lehre überhaupt weltweit durchgesetzt hat.
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Alt 29.03.2024, 14:21   #14
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Standard Urchristen

Zitat:
Es ist überhaupt ein Wunder, dass sich bei der großen Ablehnung und der Verfolgung der Urchristen diese neue Lehre überhaupt weltweit durchgesetzt hat.
Das Leben war damals grausamer, als es heute ist, die Menschen mussten leiden und durch die christliche Lehre bekamen sie eine Perspektive, denn wenn sie schon auf der Erde bereit waren, als Anhänger Christi alles Leid auf sich zu nehmen, hatten sie doch endlich eine Chance, glücklich zu werden ...
IM HIMMEL
... Halleluja
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Alt 29.03.2024, 16:50   #15
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Zitat:
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Das glaube ich allerdings gerne, dass du dir Jesus und das Christentum so zurechtschnitzt und zusammenstutzt, dass es in deine Schublade passt. Warum sich mit Komplexität auseinandersetzen, wenn es auch mit Versatzstücken geht, die das Nachdenken und Stellen von Fragen überflüssig macht? Du nimmst ja auch, wie wir inzwischen wissen, alles wörtlich, was in der Bibel steht, obwohl nur Teile davon historisch belegbar sind. Kein Mensch weiß bisher genau, was an Sagen und sonstigen Erzählungen eingeflossen ist, und wir wissen auch nicht, was im Laufe der Zeit bei Übertragungen verfälscht oder falsch übersetzt wurde. Wir wissen nicht einmal, ob es Jesus gegeben hat, oder ob er ein Phantom ist - vielleicht eine Erfindung von Paulus, der sich damit Autorität verschaffen wollte. Im Grunde wissen wir herzlich wenig.

Tatsache ist jedoch, dass die mosaische Lehre vor ca. 2000 Jahren eine Reform erfahren hat, worauf auch immer sich das begründete. Ansonsten wäre das Christentum nicht entstanden. Es ist überhaupt ein Wunder, dass sich bei der großen Ablehnung und der Verfolgung der Urchristen diese neue Lehre überhaupt weltweit durchgesetzt hat.
Du weißt nicht, ob Jesus Christus gelebt hat. Ich bin mir da gewiss.
Jedenfalls bist du mit keiner Silbe auf das eingegangen, was ich dir auf deine falschen Aussagen erwidern durfte, die allesamt widerlegt wurden und zwar in Gänze.
Ja, die prophezeite Verbreitung des Evangeliums ist ein Wunder, wie alles, was in der Bibel beschrieben wird.
Paulus war bereit als Zeuge und Märtyrer der Wahrheit zu sterben. Dies hat er nicht leichtfertig getan, sondern weil er wusste, dass er ein Zeuge der Wahrheit ist.
Seine Bereitschaft, wie die der anderen Apostel für das Evangelium zu sterben, ist ein Beleg für die Echtheit von ihrem Zeugnis. Sie starben für das, was sie gesehen und erfahren hatten, für die Botschaft dessen Zeugen sie geworden sind.
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Lesezeichen für Wenn Politik

Stichworte
antisemitismus, ideologie, politik

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