![]() |
|
|
|||||||
| Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt. |
![]() |
|
|
Themen-Optionen | Thema durchsuchen |
|
|
#1 |
|
schabowski passte in geschichte auf
er wusste wohl: der tag ist ausgeleiert wer immer künftig ihn zu zünftig feiert nimmt stets auch falsche anlässe in kauf denn dieser tag hat nicht nur weltkrieg eins beendet und die republik geboren der putsch des malers wurd an ihm verloren erschossen blum, verhungert holger meins vom klirrend ausgerufenen reichskristall zum staub- und steinzerstobnen mauerfall erstarrt der rückblick aufs geschichtsgeschehen die sehr gemischtbunte gemengelage vermittelt uns, wie johnsons jahrestage: statt feuerwerk solln wir ins innere sehen |
|
|
|
|
|
|
#2 |
|
Es gibt halt zu wenig Kalendertage. So ist es nicht zu vermeiden, dass manches auf den gleichen Tag fällt.
Nun, wir müssen ja so ungefähr 365 Tage im Jahr an irgendwas gedenken. |
|
|
|
|
|
|
#3 | |
|
Forumsleitung
|
Zitat:
Der 9. November gibt indessen zu denken. Manche Daten fallen zusammen, aber bei diesem ist in der Geschichtsschreibung eine Häufigkeit festzustellen, die gruselig ist. |
|
|
|
|
|
|
#4 |
|
vielen Dank für eure Rückmeldungen.
Am Freitag war der "Tag der Katzen", wie mir gestern eröffnet wurde. Habe dann auch über den Sinn von solchen Jahrestagen nachdenken müssen. Ich warte eigentlich nur darauf, dass jemand schreibt "Aber es ist doch noch gar nicht November!" Um diese (Un-)Gleichzeitigkeiten geht es mir ja gerade. Aber ich glaube, ich lebe jetzt schon längst nur noch in meiner eigenen Sprach- und Gedankenwelt. Weiß jemand unter 50 heute noch, wer Günter Schabowski war, oder gar Robert Blum, Holger Meins und Uwe Johnson? Die eigentliche Frage dürfte allerdings sein "Interessiert das noch irgendwen?" Weiß doch im Zweifelsfalle alles die KI. Naja, ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag Epilog |
|
|
|
|
|
|
#5 |
|
Forumsleitung
|
Wahrscheinlich nicht. Robert Blum? Die meisten jüngeren Leute in Deutschland haben noch nicht einmal davon gehört oder gelesen, dass es die Deutsche Revolution von 1848/1851 und das erste Parlament in der Frankfurter Paulskirche gab. Die Deutschen und Revolution? Unvorstellbar! Letztendlich ist sie ja auch gescheitert. Der bedauernwerte Blum zahlte dafür mit seinem Leben.
|
|
|
|
|
|
#6 |
|
Wer Holger Meins war, weiß ich. Die RAF machte zu meiner Jugendzeit das Land unsicher, und von der JVA, in der er starb, wohnten wir damals gar nicht so weit weg. Das war auch ein Thema damals unter Klassenkameraden.
|
|
|
|
|
|
|
#7 |
|
wenn ich äußerst unhöflich wäre, könnte ich jetzt schreiben "Du bist ja auch nicht unter 50 ..." (Mach ich natürlich nicht).
Dass ich vor ein paar Tagen "Bloody Mary" Tudor thematisiert habe, ist übrigens gewissermaßen auch Dir zuzuschreiben, weil Du vor mehr als einem halben Jahr im sagenhaften "White-Russian-Thread" mal über sie geschimpft hast. Brauchst Du jetzt nicht weiter kommentieren, aber vielen Dank, dass Du mir immer wieder mal gedankliche Anregungen lieferst. Holger Meins habe ich hier nicht deshalb eingebaut, weil ich die Taten der RAF so toll fände. Es geht stattdessen ausschließlich um diese Mehrgleisigkeit, die in der Frage mündet "Sollen das nun Feier-, Trauer- oder doch Gedenktage sein?" (bzw. "Soll man die Zusammen- oder Gegensätze schlicht am gleichen Datum im Jahr festmachen?") Dass Meins genau am 9.November 1974 seinem Hungerstreik erlegen ist, wusste ich bis zur vergangenen Woche auch gar nicht. Da habe ich mir auf Arte die Dokumentation zum 50. Jahrestag (!!!) des Überfalls der zweiten RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm angeschaut und hörte, dass die Geiselnahme von einem "Kommando Holger Meins" ausgeführt wurde. Da habe ich dann wieder ein wenig herumgegugelt, las vom 9.November als Todestag und dachte mir: "Au Mann, ist das noch Zufall?" Danke, dass ich euch meine gedanklichen Eskapaden schildern darf (hoffe ich zumindest), und viele Grüße Epilog |
|
|
|
|
|
|
#8 | ||
|
Zitat:
Zitat:
|
|||
|
|
|
|
|
#9 |
|
Forumsleitung
|
Da hattest du Glück. Im sog. "deutschen Herbst" und in den Jahren danach war die allgemeine Stimmung bedrückend. Vor allem, wenn man morgens zur Arbeit fahren wollte und vor Frankfurt im Stau stand, weil die Polizisten Kontrollen machten und mit Maschinengewehren im Anschlag an den Straßenmündungen standen. Man hatte keine Chance, in die Stadt reinzukommen, denn da bewegte sich nichts mehr.
|
|
|
|