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Liebe, Romantik und Leidenschaft Gedichte über Liebe, Herzschmerz, Sehnsucht und Leidenschaft.

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Alt 29.05.2025, 20:36   #1
weiblich LadyAdunaic
 
Benutzerbild von LadyAdunaic
 
Dabei seit: 10/2024
Ort: mittig und großstadtnah
Alter: 42
Beiträge: 268

Standard Schichten

Scheinen wir auch kompatibel
klappts doch nur auf kurze Sicht
Wär mein Dasein eine Zwiebel
zähltest du zur Außenschicht
Zukunftszeug werd ich verneinen
Träumen habe ich verlernt
Bringst mich wohl nicht mehr zum Weinen
bist vom Kern zu weit entfernt

Du bist wie Papiertapete
die man auf die alte klebt
Kruste meiner Herzpastete
angebrannt und sinnverlebt
Wie die Krone auf dem Haufen
meiner Hoffnung, die verblich
packe ich dich zu den andern
"Schichtzulage" nenn ich dich
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Alt 30.05.2025, 11:36   #2
männlich MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Ort: Bei Rostock
Beiträge: 2.302

Das ist schön geschrieben, aber die zweite Strophe ist inhaltsgleich zur ersten und es bräuchte sie darum nicht. Beide sind aber gut geschrieben.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2025, 12:11   #3
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City
Beiträge: 33.441

Zitat:
Zitat von MiauKuh Beitrag anzeigen
... aber die zweite Strophe ist inhaltsgleich zur ersten und es bräuchte sie darum nicht.
Super-Metapher mit einer perfekten Passform. Ziemlich ernüchternd für das Lyrische Du, aber Ehrlichkeit ist nicht immer angenehm

@MiauKuh: Bist du dir ganz sicher? Sagt die "Tapetenschicht" nicht doch ein wenig mehr aus als die erste Strophe? Bei Strophe eins weiß der Leser nicht, warum das Lyrische Ich sein Gegenüber nicht tiefer, schon gar nicht bis zum Kern dringen lässt. Bei Strophe zwei wird der Grund klar: Es gab schon etliche Tapeten, und die haben möglicherweise das Lyrische Ich so enttäuscht, dass durch deren Schichten nichts mehr dringen kann. Auch hatte das Lyrische Ich sich wohl nicht entschließen können, diese Schichten abzutragen und eine "Osmose" zuzulassen, die bis zum Kern hätte vordringen können. Die alten "Tapeten" fungieren somit als Schutzwall.

So gelungene Metaphern, die wirklich funzen, findet man selten.

LG
Ilka
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2025, 12:43   #4
männlich MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Ort: Bei Rostock
Beiträge: 2.302

Da hast du einen validen Punkt Ilka, deine Interpretation ist auch nachvollziehbar. Unter dem Aspekt ... sollte das natürlich stehenbleiben.

Was du ausführst, steckt angedeutet in der ersten Strophe:

"Zukunftszeug werd ich verneinen
Träumen habe ich verlernt"

In jedem Fall ein schönes Gedicht und mit unüblichen Wörtern! Darum gefällt es mir gleich noch mehr.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2025, 13:08   #5
männlich Hossa
 
Dabei seit: 07/2024
Ort: Köln am Rhein
Beiträge: 221

Also für mich ist das eines deiner besten Gedichte bisher. Die Metaphern sind unheimlich kreativ gewählt und technisch stark umgesetzt worden. Sprachlich ist das auch erste Sahne.
Das wird n Favorit.
Ich hab jetzt Lust auf nen Gyros mit Zwiebeln.

Grüße
Hossa ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2025, 13:29   #6
männlich dunkler Traum
 
Benutzerbild von dunkler Traum
 
Dabei seit: 02/2021
Ort: mit beiden Beinen in den Wolken
Alter: 62
Beiträge: 2.176

Standard hallo Lady

... nicht nur die Zeit erscheint schnelllebig, nun auch die Beziehungen. Doch da dein LI nicht rumheult und Schuld zuweist, sondern völlig wertfrei bleibt, gefällt es mir.

dT
dunkler Traum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.06.2025, 21:40   #7
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 72
Beiträge: 11.082

Selbstbewusst und pointiert geschrieben, LadyAdunaic.

Da der vorletzte Vers nicht reimt, ginge auch: „wird mein Stolz dich simpler taufen“

Sehr gern gelesen.
LG g
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2025, 16:23   #8
weiblich LadyAdunaic
 
Benutzerbild von LadyAdunaic
 
Dabei seit: 10/2024
Ort: mittig und großstadtnah
Alter: 42
Beiträge: 268

Zitat:
Zitat von gummibaum Beitrag anzeigen
Selbstbewusst und pointiert geschrieben, LadyAdunaic.

Da der vorletzte Vers nicht reimt, ginge auch: „wird mein Stolz dich simpler taufen“

Sehr gern gelesen.
LG g
Hallo Gummibaum,
da liest man selbst und zig weitere Leute unzählige Male das Gedicht, und keinem, inkl. mir, fällt der Reimpatzer auf... Danke an dich! Und dein Vorschlag ist beeindruckend genial!


Ein völlig verspätetes Danke an alle für euer Lob und eure Auseinandersetzung mit meinen Zeilen. Eigentlich ist es nicht meine Art, hier ein paar Worte ins Forum zu seiern und dann wieder schulterzuckend zu verschwinden. Doch genauso wie das Gedicht mal eben kurz in einer kleinen Schaffenskrise entstand, so wirbelte die Schaffenskrise danach weiter um mich rum.
Aktuell denke ich, ich habe den Weg nach draußen gefunden, ein bisschen was ist am Entstehen, und die Lust, fremde Lyrik zu konsumieren, ist auch wieder da.


@Hossa: Ich hoffe, es hat geschmeckt?
LadyAdunaic ist offline   Mit Zitat antworten
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