![]() |
|
|
|||||||
| Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt. |
![]() |
|
|
Themen-Optionen | Thema durchsuchen |
|
|
#1 |
|
Ich wohne in einer Stadt,
in der keine Sterne zu sehen sind. In einer Stadt, in der Lieferanten durch die Nacht hetzen, die längst zu Hause sein sollten. In einer Stadt, in der jeden Tag jemand Geburtstag hat – doch niemand gratuliert. Diese Stadt ist durchfressen von Gier, vergiftet von Missgunst. Hier fragt dich keiner, wie es dir geht. Nur, wie viel du verdienst und was deine Miete kostet. Manchmal fühle ich mich wie Nero, möchte ein Feuer legen, das alles verschlingt. Ein Feuer, das die Stadt auslöscht, damit Platz für eine neue bleibt. Ein Feuer, das die Sünden hinwegfegt, bis nur noch Asche bleibt. Vielleicht löscht eine Sintflut die Glut. Vielleicht entsteht ein neuer Garten Eden. Doch auch Eden wird irgendwann wieder zu dieser Stadt. |
|
|
|
|
|
|
#2 |
|
Dabei seit: 11/2012
Ort: Untersteinach im tiefsten Oberfranken
Alter: 64
Beiträge: 82
|
Kritisch-pessimistische Grundstimmung, direkte Sprache, keine Reime -
das gefällt mir! Kein narzisstisches Wortverliebtsein - einfach sagen, wie man es empfindet. Dein anderes Gedicht geht in die gleiche Richtung, und diese Richtung sagt mir zu: nichts Hochtrabendes, mit wohlgesetzten Worten von der Realität ablenkend. Einfach, direkt, gut. Weiter so! Lieber Gruß lostpoet |
|
|
|
|
|
#3 |
|
Vielen Dank für dein Feedback
|
|
|
|
|
|
|
#4 |
|
So ein Leben führen eventuell viele in Großstädten, wo keiner keinen kennt und es hauptsächlich um Oberflächlichkeiten geht. Ich weiß es nicht, aber ich kann es mir vorstellen.
Ich habe jedenfalls gern deine Zeilen gelesen. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
|
|
|
|
|
|
#5 |
|
Danke dir, vielleicht kannst du ja eines meiner anderen Gedichte mehr nachvollziehen
|
|
|
|
|
|
|
#6 |
|
Forumsleitung
|
Ich kann mich der negativen Sicht auf die Stadt, gespeist aus einem Wust von Klischees, nicht anschließen. Ja, in der Stadt ist der Mensch anonym, was die Masse an Einwohnern mit sich bringt, aber nicht total anonym, denn er lebt dennoch in einem sozialen Netz. Überhaupt keine Rede ist in dem Text von dem Kulturangebot, das in einer Stadt wesentlich reichhaltiger ist als auf dem Dorf, oder von der Infrastruktur, die das Reisen einfach macht.
Lieber anonym als ständig auf dem Präsentierteller und permanent von Bewohnern kontrolliert, ob man sich an die Norm hält. Gott bewahre mich vor einer geschlossenen Gemeinschaft, in der jeder über sämtliche Mitbewohner des Dorfes Bescheid weiß und sich zu Werturteilen über sie berechtigt fühlt. Und in der jeder Fremde, der seinen Urlaub dort verbringt, so wie ich mehrfach im Geburtsort meiner Großmutter im tiefsten Bayern, als Eindringling und Feind behandelt wurde, bis hin zu Schlägen ins Gesicht: "Du blaads Madel, du!" Ich kannte die Angreiferin nicht einmal. Es genügte, dass ich nicht dorthin gehörte. Überhaupt geht es unter Landbewohnern ziemlich rüde zu. Städte sind klasse! Je größer, desto besser. Schon im Mittelalter hieß es: "Stadtluft macht frei." Besten Gruß Ilka |
|
|
|
|
|
#7 |
|
Dabei seit: 12/2009
Ort: In den Auen des Niederrheins
Beiträge: 2.756
|
So eine Stadt, in der alles nur negativ sein soll, gibt es nicht, wohl aber Menschen, denen das eine oder andere der geschilderten Dinge widerfährt.
Dass in dem Gedicht verschiedene Missstände angeprangert werden, finde ich gut, es liest sich auch gut. LG Nöck |
|
|
|
|
|
#8 |
|
moin "der dude"
„Tief zu denken und schön zu empfinden ist vielen gegeben; Dichter ist nur, wer schön sagt, was er dacht' und empfand.“ ―Emanuel Geibel Du hast auf dein Art schön gesagt, was du empfindest. LG CB |
|
|
|
|
|
|
#9 |
|
Hey es freut mich echt, dass sich viele für dieses Gedicht interessieren, allerdings finde ich meine anderen Gedichte fast besser.
|
|
|
|
|