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Sonstiges Gedichte und Experimentelles Diverse Gedichte mit unklarem Thema sowie Experimentelles.

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Alt 12.02.2025, 10:07   #1
weiblich Mohrel
 
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Standard Was es ist

Es ist nie das Ende, flüstert Gott.
Es ist nur der Anfang, spricht der Tod.

Stumm färbt die Zeit im Alltagstrott
Erinnerungen heimlich rot.
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Alt 20.02.2025, 21:04   #2
männlich Anaximandala
 
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Standard Hallo Mohrel

Hey,

ich finde deine vier Zeilen eigentlich wirklich cool!
Einerseits weiß ich natürlich was du meinst. Nur andererseits, was du meinst eben nicht.

Also, anders formuliert, ich verstehe was die Zeilen sagen, was du dort Gegenüberstellst, was oben schön ist, und was unten passiert.
Andererseits, vielleicht ist es die Frage, vielleicht der ungelöste Gegensatz, vielleicht ist es auch die Möglichkeit mit der Antwort auf die Frage den Gegensatz zu lösen, oder lösen zu können.

Ich habe dein Thema die letzten Tage echt öfters offen gehabt. Am Ende habe ich an deinen Zeilen orientiert, also schon stärker, selber etwas zu schreiben versucht

Bzw auch beendet, aber nicht wie ich es mir erhofft hatte.
Zumindest, wenn die Auseinandersetzung den Widerspruch lösen sollte/könnte, mein (bisheriges) Ergebnis stände wohl im Düsteren.

Egal, darum soll es garnicht gehen.
Irgendwie, was du schreibst ist so schlicht, eher unscheinbar. Die Zeit, die Erinnerungen heimlich rot färbt, ist aber schon ein ziemlich nettes Bild. Und ich bin immer noch verstärkt hier.
Also würde ich es als gelungen bezeichnen.
Cool!

Liebe Grüße
Delf
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Alt 21.02.2025, 07:51   #3
weiblich Mohrel
 
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Guten Morgen lieber Delf,

hab vielen Dank für deine Antwort, ich freu mich sehr!
Auch, weil dich die vier Zeilen nicht in Ruhe lassen
Mir ging es nämlich genauso, vor allem mit der Ersten.

Ich wollte ein wenig mit den Gegensätzen spielen, mit dem dazwischen und dem Tröstenden, das sie verbindet.


Zitat:
Am Ende habe ich an deinen Zeilen orientiert, also schon stärker, selber etwas zu schreiben versucht

Bzw auch beendet, aber nicht wie ich es mir erhofft hatte.
Zumindest, wenn die Auseinandersetzung den Widerspruch lösen sollte/könnte, mein (bisheriges) Ergebnis stände wohl im Düsteren.
Lass mal sehen!

Liebe Grüße
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Alt 03.03.2025, 04:27   #4
männlich Anaximandala
 
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Standard Hey Mohrel

Guten Morgen,

Zitat:
hab vielen Dank für deine Antwort, ich freu mich sehr!
darüber wiederum freue ich mich

Zitat:
Auch, weil dich die vier Zeilen nicht in Ruhe lassen
Mir ging es nämlich genauso, vor allem mit der Ersten.
Es ist nie das Ende, flüstert Gott.

Ein wunderschöner Gedanke!
Schwer ist er, weil er zu einer Frage des Glaubens oder nicht Glaubens führen kann. Und die ließe sich zwar beantworten, nur klären nicht.

Aber über den Glaubensaspekt hinaus, trägt diese Zeile die Möglichkeit in sich, einen unumgänglichen Schmerz in warmes Licht zu hüllen. Und das kann wirklich sehr schön sein

Zitat:
Ich wollte ein wenig mit den Gegensätzen spielen, mit dem dazwischen und dem Tröstenden, das sie verbindet.
Ich finde das ist dir in den ersten beiden Zeilen gut gelungen.
Die nächsten beiden Zeilen, das könnte allerdings auch bloß meine Interpretation sein, geben ihnen einen tragischen Gegensatz ...
oder eine unausweichliche Realität, die sich selbst in warmes Licht gehüllt nicht vermeiden lässt.

Vielleicht ist es aber auch gut so!
Wenn es nicht schmerzen würde, wen hätte man dann verloren?

Zitat:
Lass mal sehen!
Gerne.
Ich möchte nur betonen, dass das nicht die Reaktion ist, die ich schreiben wollte. Und vor allem nicht die, die ich wählen wollte/würde.
Und dass ich sie eigentlich nicht so passend als Antwort finde.
Aber ... gerne

Es färbt des Todes Dämmerschein
Erinnerungen Morgenrot
und führt das Gift im Becher Wein
mich hin zu dir, mich aus der Not.



Liebe Grüße
Delf
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Alt 03.03.2025, 18:51   #5
weiblich Mohrel
 
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Hi Delf,

Zitat:
Die nächsten beiden Zeilen, das könnte allerdings auch bloß meine Interpretation sein, geben ihnen einen tragischen Gegensatz ...
oder eine unausweichliche Realität, die sich selbst in warmes Licht gehüllt nicht vermeiden lässt.
Interessant! Und warum auch nicht? Schließlich hat jeder ein anderes Empfinden

So empfinde ich den Alltagstrott z.B. als tröstlich. (Theoretisch. Denn irgendwas ist immer, was den gewollt gewohnten Ablauf stört..)
Die Realität ist wie sie ist. Aber die Erinnerungen sind mit der Zeit verklärt.

Zitat:
Es färbt des Todes Dämmerschein
Erinnerungen Morgenrot
und führt das Gift im Becher Wein
mich hin zu dir, mich aus der Not.
Schenk uns lieber Champagner ein
anstatt des Gifts im Wein,
das, was im Zwielicht dunkel scheint,
kann auch ne Pfütze sein.



Zitat:
Erinnerungen Morgenrot
find ich übrigens klasse!

Liebe Grüße
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Alt 04.03.2025, 00:17   #6
männlich Anaximandala
 
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Hallo Mohrel,

Zitat:
Interessant! Und warum auch nicht? Schließlich hat jeder ein anderes Empfinden

So empfinde ich den Alltagstrott z.B. als tröstlich. (Theoretisch. Denn irgendwas ist immer, was den gewollt gewohnten Ablauf stört..)
Die Realität ist wie sie ist. Aber die Erinnerungen sind mit der Zeit verklärt.
Ok spannend,
ja natürlich, das sehe ich genauso, der Alltag gibt auch Stabilität, Ablenkung, hoffentlich Erfüllung.

Das Erinnerungen heimlich rot färben hab ich in Richtung Blut/Schmerz interpretiert. Vielleicht sowas wie die Kleinigkeiten, das Lebendige, die Momente, wie auch immer, in der Erinnerung, verlieren sich im Verlust selbst, oder dem Schmerz darüber.

Hm ok, eigentlich sind die Zeilen je absolut gegensätzlich, aber vielleicht darum im Ausgleich.

ist nicht das Ende,
ist der Anfang,

Eigentlich bedeuten sie, trotz gegensätzlicher Worte, das selbe. Fast zumindest, es geht weiter hat kein Ende, ist ein Anfang schon noch irgendwie

Gott und Tod als Gegenstücke finde ich cool,
statt spricht und flüstert könntest du verspricht und bedeutet nehmen, es wäre gegensätzlicher mit Gesprochenem (ohne die Substanz einer "Sicherheit") und "wortlos innewohnendem" (Wesen). Außerdem trägt es irgendwie ein wenig von Schein und Sein oder so in sich.

Färbt die Zeit - geschieht;wird geschehen/Erinnerung - geschah
Alltagstrott - klar;offen/heimlich - verborgen
stumm - schwach/rot - stark(?)

Dein Gedicht ist gerade nochmal ein ganzes Stück interessanter geworden!

Zitat:
Schenk uns lieber Champagner ein
anstatt des Gifts im Wein,
das, was im Zwielicht dunkel scheint,
kann auch ne Pfütze sein.
Helles Licht in tiefer Nacht
nichts als eine Reflektion
Regen, der da in den Schacht
fließt, zur Kanalisation.

Nicht zu fassen, würd ich meinen.
Dinge sind nicht, wie sie scheinen

Vor dem Sterben lässt sich eben
durchaus viel erleben

(nachher kann man dann in Erden
-aus der Gott geschöpft durch Willen-
zögernd wieder Erde werden.
Sich zu Gott, dem Schöpfer, "füllen")


Also, cool!
Das mit den Gegensätzen, wenn ich es richtig sehe, da kannst du mir gerne mehr erzählen.
Jetzt bin ich erst recht Neugierig!

Liebe Grüße

Geändert von Anaximandala (04.03.2025 um 05:46 Uhr)
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Alt 04.03.2025, 17:52   #7
weiblich Mohrel
 
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Hallo lieber Delf

Zitat:
Das Erinnerungen heimlich rot färben hab ich in Richtung Blut/Schmerz interpretiert. Vielleicht sowas wie die Kleinigkeiten, das Lebendige, die Momente, wie auch immer, in der Erinnerung, verlieren sich im Verlust selbst, oder dem Schmerz darüber.
Stimmt schon.

Aber die Farbe Rot steht ja für vieles.
Blut, Leben, Liebe, Zorn, Wut,..
Aber auch für Stopp und vorsichtig sein.


Zitat:
statt spricht und flüstert könntest du verspricht und bedeutet nehmen, es wäre gegensätzlicher mit Gesprochenem (ohne die Substanz einer "Sicherheit") und "wortlos innewohnendem" (Wesen). Außerdem trägt es irgendwie ein wenig von Schein und Sein oder so in sich.

Könnte ich. Aber dann ginge die stumme Zeit noch mehr durch die Lappen
Ich wollte den Tod hart klingen lassen und das Leben leise.

Zitat:
Helles Licht in tiefer Nacht
nichts als eine Reflektion
Regen, der da in den Schacht
fließt, zur Kanalisation.

Nicht zu fassen, würd ich meinen.
Dinge sind nicht, wie sie scheinen

Vor dem Sterben lässt sich eben
durchaus viel erleben
Manchmal ist das Weiterleben
leichter als es scheint.

Manchmal ist der Anfang eben
schwerer als gemeint.

Oft denkt man, dass es der Tod ist, der die Zeit bestimmt,
was ist, wenn nun andersrum die Zeit das Zepter schwingt?

Heimlich als die Herrscherin Erinnerungen tönt
und damit die Nostalgie in ihrem Glanz verhöhnt?



Liebe Grüße
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