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#1 |
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Nein nein, es geht hier nicht ums Jodeln, obwohl man es aufgrund der Überschrift beinahe vermuten könnte, aber...als Kind stellte ich mir vielleicht vor, dass das Wort so geschrieben wird. Es mussten erst einige Jahrzehnte vergehen, bis ich dahinterkam, dass es den Kardinal Richelieu betrifft.
Es handelt sich nur um einen weißen Taschentuchbehälter, den meine Mutter, vermutlich vor circa hundert Jahren anfertigte und ich jetzt die stolze Besitzerin bin. Was hat es damit auf sich? Etwas geheimnisvoll sagte Mutti manchmal: das ist eine Richelieustickerei und irgendwann beschloss ich, der Sache auf den Grund zu gehen. Diese Stickarbeiten, entstanden im XIV. Jahrhundert in der Renaissancezeit in Italien, wurde nach Kardinal Richelieu benannt, der sie als billigeren Ersatz für die aufwändige Nadelspitze einführen ließ. Sie wird nicht mit der Nähnadel, sondern mit dem Häkelhaken ausgeführt. Kardinal Richelieu und andere Persönlichkeiten aus dieser Zeit, trug einen modischen Spitzenkragen, -manschetten und -handschuhe. Man sagt, er selbst stickte gern und ziemlich gut. Es gibt mehrere Gerüchte, aber vor allem wurde er mit der Stickerei Verbindung gebracht. Richelieu war ein französischer Kardinal (1585-1642), geboren als Armand-Jean du Plessis, 1er duc de Richelieu, Aristokrat, Kirchenfürst und Staatsmann. Auch die „rote Eminenz“ genannt. Aha. Sein Name ist legendenumwoben… In der Tat war er eine prominente Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, der erste Minister am Hof des französischen Königs Ludwig XIV. Auf seine Anordnung wurde ab 1631 die nach ihm benannte Stadt Richelieu erbaut. Diese Städtenamen gibt es u.a. auch in Kanada, Mauritius, USA. Fast dreihundert Jahre später kam er sozusagen noch zu Ehren, indem man ein Schlachtschiff und die Schiffklasse nach ihm benannte. Bis zu seinem Tod war der Kirchenfürst im Besitz von 20 Millionen Livre, was ihn zu einem der reichsten Menschen in Europa machte. Bei seiner Geburt war seine Familie, der Vater ein Landvogt, bereits verarmt. Zweihundert Jahre später beschreibt Alexandre Dumas in seinem Roman "Die drei Musketiere" Richelieu als bösen Intriganten. Die einen waren der Meinung: Er tat mir zu viel Gutes, um schlecht über ihn zu reden, die anderen: Zu viel Böses, um ihn loben zu können", heißt es in einem Nachruf zum Tod von Richelieu. Steckt in meinem Taschentuchbehälter immer noch irgendwie der Geist eines berühmten Mannes? Eigentlich sind mir Geister ja nicht so ganz geheuer. Nun denn. Habe nur mal etwas angestoßen. Wer sich näher für die „rote Eminenz“ interessiert, darf sich unter „google“ schlau machen (ich erlaube es "großzügig"). Sehr viel Interessantes wird über ihn berichtet. Zahlreiche Aphorismen gibt es auch von ihm. (21.7.24) Habe soeben das Taschentuchbehälter-Foto eingestellt |
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