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Alt 19.07.2024, 08:29   #1
weiblich Cornelia
 
Dabei seit: 06/2024
Ort: Ruhrgebiet, Deutschland
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Beiträge: 5

Standard Aufbruch zum Wrack beim ersten Licht des Tages

In den frühen Morgenstunden und mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages brechen wir voller Erwartungen auf. Das sind die leisen Momente des Tages, die wir drei so sehr genießen, die uns innehalten lassen und begleiten. Hera freut sich auf eine weitere gemeinsame Tour und steht schwanzwedelnd vor uns. Jürgen startet den Wagen und wir fahren zum letzten Parkplatz „Ostheller“, bevor es von dort circa 7 km zu Fuß zum Ostende von Norderney weitergeht.

Alleine am Strand ziehen wir los, genießen die unendliche Weite und das Meer. Möwen und Strandläufer sind auch heute unsere ersten Begleiter. Schnell ziehen wir die Schuhe aus – der erste Kontakt mit den Füßen im Sand. Herrlich! Es ist Ebbe und wir lassen uns treiben, planschen und ziehen mit guter Laune weiter. Hera
entdeckt die Bodenbewohner, die die Ebbe freilegt und buddelt voller Freude nach Wattwürmern und Schlickkrebsen.

Weit entfernt von dem mondänen und urbanem Stadtleben mit seiner lebendigen Bäderkultur genießen wir die einzigartige Natur. Viele Vogelarten haben hier im Naturschutzgebiet der Insel ihre Brutplätze. Darüber hinaus sind sie gute Wegweiser auf unserer Marschstrecke zur Ostspitze. Wir werden eins mit der Umgebung. Barfuß laufen entlang der Wasserkante erdet uns, beruhigt den Geist und setzt kreative Gedanken und Ideen frei.

Die raue Schönheit des Nordens mit der immer wechselnden Lichtintensität ist Vitamin für unsere Seelen. Mal ist die Sonne gewünschter Akteur, mal werden das Meer, die Brandung und der weite Horizont zur Bühne.

Und so gehen wir unserer Wege, jeder für sich und doch gemeinsam in der ewigen Einsamkeit.

Inzwischen frischt der Wind auf, die ersten dunklen Wolken sind in Sichtweite und kommen stetig näher. Noch bleibt es trocken, was sich in Kürze jedoch ändern wird.

Wir unterbrechen unseren Müßiggang mit dem Ausruf „Wrack in Sicht“. Vor uns erstreckt sich das Wrack des Muschelbaggers „Capella“ von 1968. Jetzt sind es nur noch wenige Meter und wir freuen uns auf unser gemeinsames Picknick. Unsere Hündin isst mit großem Appetit, die vielen Erlebnisse und der lange Weg machen hungrig. Wir erfreuen uns der Ruhe und genießen unsere Speisen und Getränke.

Linker Hand können wir einen Blick auf die Nachbarinsel Baltrum werfen. Ob wir wohl die Chance haben, Seehunde zu sehen?
Mit dem letzten Schluck jedoch bricht plötzlich Hagelsturm auf uns nieder. Da uns das Wrack nur wenig Schutz bietet sind wir ruckzuck durchnässt. Hera ist erschrocken und ängstlich, sie kennt die Naturgewalten der Nordsee noch nicht und ist sehr beunruhigt, denn gerade war noch Sonne bei ihrem Spiel am Strand.
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Stichworte
inselwelt, nordsee, schöne geschichten

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