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| Sonstiges Gedichte und Experimentelles Diverse Gedichte mit unklarem Thema sowie Experimentelles. |
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#1 |
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mein
gedicht reimt sich nicht . |
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#2 |
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Und ein Gedicht sollte sich also reimen, damit dieser Gott keine Handhabe habe?
Wo warst du die letzten hunderfünfzig Jahre? (Hinweis: da begann die Moderne in der Dichtung) |
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#3 |
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Forumsleitung
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Ungereimte Lyrik gab es schon immer (siehe z.B. den Blankvers). Eher gilt der Endreim als eine relativ junge Art der Dichtung. Gedichte mit Endreim, wie sie Walther von der Vogelweide vortrug ("Ich sass uff einem Steine / und dahte Bein auf Beine ..."), waren zu seiner Zeit eher die Ausnahme.
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#4 |
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Hallo!
Ich war schon lange nicht mehr hier auf unserem Forum. So blätterte ich ein bisschen unter den Beiträgen, die ungefähr zur gleichen Zeit gepostet worden sind wie mein Beitrag und hängen geblieben und neugierig gemacht hat mich dieser Beitrag von Lee Berta. Es scheint auf dem ersten Blick nur ein wortspielendes Kleingedicht zu sein: wohl nett, mit wenig Anspruch und noch weniger Platzbedarf und großen Leerflächen. Und doch schien mir dieser Platz belebt und beseelt. Natürlich, mein Blick fiel als erstes auf die Form, besser noch; die „Umformung“ dieser wenigen Zeilen. Weil sie sich so überaus strukturiert zu erkennen geben, ähneln sie fast schon einer getunten Fassung einer geometrischen Figur. Als ich mein konzentriertes Schauen von dem Gedicht abdrehte und eher beiläufig immer noch die PC-Seite im Blick hatte, wurde ich bei diesem Gedicht an eine abstrahierende Abbildung (nicht lachen!) eines Weihnachtsbaumes erinnert. Bei meiner zweiten Annäherung drängten sich mir, nachdem das Offensichtliche erst mal vorbeispaziert ist, dass da mehr war: es zeigten sich mir einige irritierende und neugierig machende Aspekte. Ich will sie hier erst mal benennen und damit markieren und später im Verlauf meiner Gedichtsexkursion in einem Zusammenhang zu dem Gesamtbild stellen, das sich mir auf dieseer Internet-Seite präsentierte. Was finde ich außer dieser gemetrischen Textstruktur: 1) eine Gedichtsüberschrift (oxi moroni der schielende gott der lüge) in „fett“ formartiert; 2) einen kleinen Text, der auf einer sprachlichen Mitteilungsebene in dem streng geformten Gedichtpaket eine „paradoxe“ Formulierung findet: mein Der kurze Text verweist auf die Diskussionen in der Antike um das „Wettrennen von Achill und der Schildkröte“ und um die Gedankenspiele „Alle Kreter sind Lügner!“gedicht reimt sich nicht Ob Lee Berta es weiß oder nicht, sie steht automatisch in dieser Tradition der Diskusion um das Paradoxon, 3) Schauen wir kurz über den Rahmen des Gedichtfensters hinaus, dann springt uns der Avatar auf der linken Seite entgegen, wir sehen das bekannte Bild von Eugene Delacroix zu französischen Revolution, dass „Lee Berta“ als ihren Avatar benutzt. Ich möchte dieses Kapitel mit einer Vorbemerkung beginnen. Was ich jetzt sage, sagen ja viele von unseren Kollegen. Aber mein Eindruck bleibt bestehen, dass diese Bemerkung doch noch viel zu wenig Beachtung findet. Ich spreche von der Gestaltung der Form bei einem Gedicht . Manchmal habe ich den Eindruck, dass für viele die Frage nach der Funktion der gewählten Gedichtsgestaltung damit beantwortet ist, dass man die Reime und manchmal auch das Metrum erwähnt. Mal schauen, was einem eine Betrachtungsweise, die primär auf die Form reflektiert, an Mehrwert an Wissen bringt. Ich betrachte als erstes die graphische Form dieses Gedichtes: Es ähnelt einer geometrischen in sich symmetrischen Figur. Diese Umformung der Figur und ihre Fläche ist harmonisch konzipiert. Sie gibt ein Muster vor, damit bildet sie einen Typus. So darf man dieser kleinen Figur auf der PC-Seite zutrauen, aus sich einen ikonischen Charakter zuzuschreiben. In unserem Gedicht …zeigt das gestaltete Bild wörtlich gesprochen wirklich ein Bild. Eine Figur scheint in einem großen Raum zu schweben oder wenn man von einer anderen Blickrichtung ausgeht und sozusagen von oben auf sie herabschaut, dann scheint sich die Gedichtsfigur in dieser Blickrichtung sich auf einer freien Fläche (also in 2 Dimensionen) bewegen zu können. Die Figur grenzt sich ab, indem sie mit Spannung sich nach innen hin abspaltet, in dem sie eine große Spannung austariert. Ein Gedicht ist dann gelungen, wenn die Spannung, die zwischen allen Teilen eines Gedichts vom Autor fabriziert wurde, sich selbst in Ruhe und im Gleichgewicht halten kann. Sehr abstrakt und theoretisch. Ich versuche, es auf andere Weise klar zu machen und werde konkreter: -------------------------> ( eine Linie ) wirkt ganz anders auf uns wie:mein Mit dieser, einer kugelähnlichen Form, die sich auf einer freien Fläche bewegt, weist der Formgestalter (oder der gestaltender Former), der Dichtermensch dem paradoxen Widerspruch in seiner lyrisch erlebten Welt einen Ort zu - einen Ort, in der beide sich widersprechenden Aussagen sich in einem Gleichgewichtszustand einfinden können. Sie können dort ruhen, es herrscht gütige Co - Existenz:gedicht reimt sich nicht 0 ( eine Kugel ) [Mein Gedicht reimt sich!] <--------> [mein Gedicht reimt sich nicht!]. In unseren schnöden Welt kann ich in schnöder Sprache mittels unseren schnöden Denkens und noch schnöderer Fantasie kann es nur eine Wahrheit geben, („Es kann nur den einen geben!“) In der lyrischen Welt können die Antipoden gleichzeitig agieren, sich vertragen, es gut sein lassen – existieren. Mit deiner Wahl, dieses Gedicht so zu gestalten, wie du es gestaltet hast, ist es dir gelungen, den Widerspruch „Reim“/“kein Reim“ auf eine höhere Ebene zu transponieren. Du konntest zulassen, loslassen und erlauben! ________________________________________________ So weit so gut, wenn da nicht diese Überschrift wäre! „oxi moroni der schielende gott der lüge“ Vorhin habe ich noch vom freien Feld geschwärmt und von einem Paradoxon, das in deiner lyrischen Welt bestehen darf und dir eine andere Art von Erkenntnis zu schenken vermag. Aber dort in deiner Welt lebt auch ein Widerpart zu deinem freiheitlichen Ansinnen: das „behindernde-Überschriften-Modul“. Wie ein Kran hängt er oben links im Raum, versteckt hinter der Decke. Ihm fehlen nur Fleischerhaken, an denen Fleischteile abhängen können. Ich habe noch nie etwas von diesem schielenden Gott gehört, es scheint mir ein erfundener Name zu sein. In Anlehnung zum Latenischen würde ich denken, dass in diesen Namen die Atmossphäre von „Idiot“, „Tod“ mitschwingen. Ich denke auch an klatuus Gedicht „Mein Gott ist die Angst, ihm opfere ich“. Also es findet sich dort oben genug an Hinderungsmaterial, dein Leben zu stören. Und ausgerechnet der „schielende gott“ verfügt über diese Bosheiten, die nicht berechenbar oder vohersehbar oder gar gerecht sind. Um mit einem Blick auf deinen Avatar zuschließen. Der Ausschnitt des Bildes zeigt nur ¼ re Arm, den Thorax und den Kopf ohne Hirn, das Gesicht von uns weggedreht. Was ist hier aus der dynamischen Marianne geworden, keine Dymamik mehr, kein Vorwärtsgehen! Viielleicht scheinen auch hier schon „Behindrungsmodule“ gegriffen zu haben. Dein Ort – gibst du an – ist „Gehirn“, wo ist es hier auf diesem Bild? Ich hör besser auf, auf lockeren Grund Blödsinn zu erzählen. Vielleicht noch ein Runterkommer Britain got talent mb 14 (in YouTube) Bezieht sich dein nick auf die Bluessängerin Bertha Lee? Grüße Flocke Geändert von Flocke (10.08.2024 um 18:20 Uhr) |
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#5 |
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"oxi moroni" beziehe ich auf das Oxymoron, das zwei Worte oder Begriffe bezeichnet, welche inhaltlich in einem Gegensatz zueinander stehen. Die Autorin wollte vielleicht die Form und die Aussage des Gedichts zueinander darstellen. wobei es sich aber genaugenommen nicht um ein Oxymoron handelt. Auch halte ich es für möglich, daß das englische "moron" in die Überschrift mit hineinspielt.
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#6 |
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Oh Tuva, Offensichtliches verschließt sich mir!
Flocke |
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#7 |
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Aber wer ist nun jener toxische Prophet dessen Worte augenverdrehend hin zum nächsten Loche fließen am Ende der Kausalkette?
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