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| Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten. |
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#1 |
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Ich taumle vom Bett in die Küche und mache
die Rollos nach oben in üblichem Stil, ich hole die Kanne und braue mir Kaffee, dann schau ich durchs Fenster und denk noch nicht viel. Versuche den Zeilen der Zeitung zu folgen, die ich mir wie immer aus Briefkasten hol, ich kleide mich an, denn der Spätsommermorgen ist nun bald verflogen, mein Kopf ist schon voll. Mit Paste spül ich mir den Honig von Zähnen, den ich hab zuvor mit nem Schwarzbrot verspeist, erwische mich noch bei dem Frühstundengähnen, das Kaffee allmählich in Schranken verweist. Ich schließe die Türe und sehe den Nachbarn, der grad in den uralten Citroen steigt, ich würde auch manchmal gern Auto noch fahren, doch kostet es Geld und ich hab es nicht weit. Ein paar Straßen westlich beschmier ich Metalle für Lastwagentechnik bis Abends um acht, dann wird es schon wieder fast Zeit für die Falle, der Himmel begrüßt schon mit Mondschein die Nacht. Ich schlepp mich nach Hause, na das ist ein Leben, erst mach ich das Licht an, bald knips ich es aus, wenn Tageseindrücke dir Albträume weben, dann läuft etwas schief, doch ich zieh mich nicht raus. Geändert von TravisBeamer (09.08.2025 um 08:48 Uhr) |
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#2 |
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Hallo TravisBeamer,
eine gute Beschreibung eines Alltags. Und natürlich wie immer gut von dir in Verse gekleidet. Ich freue mich immer, wenn ich Gedichte hier finde, die in mir etwas anrühren oder auslösen. Da die berufliche Zukunft zurzeit eher trostlos aussieht, erst recht. LG DieSilbermöwe |
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#3 |
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Wieso trostlos?
Naja danke schön. Dafür schreibe ich ja auch gerne, um bei Anderen etwas anzurühren. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#4 | ||
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Forumsleitung
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Zitat:
Zitat:
Spaß beiseite. Du hast den trivialen Alltag vom Morgen bis zum Abend gut eingefangen. Ein paar Stellen könnte man glätten. Insgesamt habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. LG Ilka |
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#5 |
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Ich kenn mich mit Autos nicht wirklich aus, aber Citroen passte ganz gut.
Danke. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#6 |
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Forumsleitung
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Die Modelle sind inzwischen nicht mehr von anderen Automarken unterscheidbar. Aber bei einem "uralten" Citroen denkt man unwillkürlich an den Citroen DS, der für seine Zeit futuristisch, aber auch super-elegant anmutete. Jeder Franzose, der sich eine "Déesse" (Göttin) leisten konnte, war darauf mächtig stolz.
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#7 | |
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Zitat:
LG DieSilbermöwe |
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#8 |
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Hmm, Silbermöwe Das passt schon zum Gedicht. Weil das Schmieren von Metallbolzen übernehmen jetzt auch vermehrt Maschinen, obwohl diese dabei nicht so genau arbeiten.
Ahja, dieser Déesse hat was, Ilka. Ich hatte vorher ''Fiat'' da stehen. Ein Fiat 500 wäre auch nicht schlecht gewesen. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#9 |
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Forumsleitung
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Der Cinquecento. Lieber nicht. Ich kannte in den 90er Jahren mal einen Autofahrer, der gestand, zum Tier zu werden, sobald er in seinem Fiat 500 saß. Kaum zu glauben, dass sich jemand in einer Schubkarre auf Rädern so gebärden konnte. Dann doch lieber "création d'automobile".
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#10 |
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Naja wie du meinst. Meine Mutter hat jetzt ein neueres Fiat-Modell. Ist immer noch ein schönes Auto, wie ich finde.
Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#11 |
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ja, mit Deinem unermüdlichen Ideenreichtum bringst Du zumindest immer wieder Diskussionstoff in das Forum, wie man auch an diesem Beispiel wieder sieht. Vielen Dank dafür.
Du weißt ja wahrscheinlich, dass ich mich eher von den Eigentümlich- oder Missverständlichkeiten eines Textes zu Kommentierungen herausgefordert fühle - deshalb auch hier nur ein paar solcher Beispiele (ich finde, ehrlich gesagt, das Gedicht ist voll davon). Als Graf-Platen-Anhänger des reinen Reims sind mir die Versfügungen der Strophen 1, 2 und 4 (z.B. mache - Kaffee, folgen - (...)morgen, hooool - vollll, oder Nachbarn - fahren) allzu abenteuerlich. Ich muss da immer schmunzelnd den Kopf schütteln, sehr wohlwollend kann man das auch noch als Assonanzen bezeichnen. Vielleicht ist das Schmunzeln des Lesers auch Deine ureigenste Absicht - ich habe bloß, wie schon mehrmals gesagt, den Eindruck, dass es nicht ironisch, sondern ernst gemeint ist. Auch eine Formulierung wie "(ich) mache die Rollos nach oben" schlägt mir eher auf den Magen. Wahrscheinlich könntest Du hier argumentieren "So spricht nun mal ein proletarischer Arbeiter", aber es klingt für mich eher so, als sollte es "hauptsache irgendwie" zusammenpassen. Erlaubst Du mir eine Alternativversion der ersten vier Strophen? Ich taumle vom Bett in die Küche und ziehe die Rollos nach oben in üblichem Stil, und trink aus der Kanne die brodelnde Brühe dann schau ich durchs Fenster und denk noch nicht viel. Auch bleibt mir die Botschaft der Zeitung verborgen, die ich mir wie immer vom Briefkasten hol, ich kleide mich an, denn der Spätsommermorgen ist nun bald verflogen, dem Kopf ist nicht wohl. Mit Zahnpasta putz ich mir Honig von Zähnen, die diesen zuvor mit nem Schwarzbrot verspeist, erwisch mich bei ständigem Frühstundengähnen, das Kaffee allmählich in Schranken verweist. Ich schließe die Türe und sehe den Nachbarn, der grad in den uralten Citroen steigt, ich würde auch öfter mal munter und wach fahrn, doch kostet es Geld und ich hab es nicht weit. Naja, soweit. Besonders aufgefallen ist mir auch Deine Verwendung (bzw. das Fehlen) von bestimmten Artikeln vor diversen Substantiven. Oder der Gebrauch von unpassenden Präpositionen. Bei Dir heißt es zum Beispiel ... "aus Briefkasten" (leicht zu ändern, wenn man stattdessen "vom" schreibt) "von Zähnen" (eigentlich geht nur "von den" oder "von meinen" - oben habe ich noch eine andere, dritte Möglichkeit vorgeschlagen) "von dem Frühstückgähnen" (hier ist der bestimmte Artikel m.E. überflüssig) So, jetzt reicht`s aber. Du musst das auch mir zuliebe alles gar nicht ändern. Nur so als Beispiele, was mir beim Lesen alles auffällt und gewissermaßen meinen Widerspruch hervorruft ... Viele Grüße Epilog |
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#12 |
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Wenn dich ''hol'' auf ''voll'' zum Schmunzeln bringt, ist das nicht meine Absicht.
Ich spreche es natürlich auch so aus wie du. Ich habe solche etwas unreinen Reime auch schon bei Anderen gelesen. Etwa ''Rinde'' auf ''Tinte'' oder ''rot'' auf ''Schrott''. Für mich hat das in der Form nichts lächerliches. ''Ich mache die Rollos nach oben'' ist meiner Ansicht nach eine gängige Formulierung. Natürlich kann man auch ''ziehe'' sagen. Bei den Präpositionen geb ich dir recht. Das hätte man besser formulieren können. Deine Version ist gut, nur bei ''wach fahrn'' beton ich beim ersten Lesen sowohl ''wach'' als auch ''fahrn'' Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#13 | ||
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Zitat:
Klar, gibt es zuhauf, auch bei Goethe, Heine & Co. Es ist auch meistens der Zusammenhang, der für mich sein Übriges tut. In obigem Beispiel etwa, dass auf "die Zeitung hol" "mein Kopf ist voll" sich reimen soll. Ich halte mich für relativ sprach- und fantasiebegabt und lese deshalb hier "mein Kopf ist hohl". Bei mir würde gedanklich gleich sowas wie "Rinder" auf "Tinder" oder "rot" auf "Schrot"(flinte) folgen - nur um mein Geschmunzel ein wenig besser zu erklären. Aber Texte werden halt von Vielen unterschiedlich gelesen. Zitat:
Beste Grüße Epilog |
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#14 |
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Forumsleitung
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Wirklich? Habe ich so noch nie gehört oder gelesen. Immer nur: "Ich zieh die Rollos hoch."
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#15 |
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Naja ein bisschen zum Schmunzeln bringen wollte ich schon. Vielleicht habe ich es mit dem hol/voll - Reim da etwas übertrieben.
Diese vielen unreinen Reime waren mir auch in dem Fall gar nicht so recht bewusst. Dabei hast du Recht. Habe noch ein paar Sachen bei mir in der Datei geändert. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#16 |
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Bei uns in Franken sagt man das zumindest, Ilka.
![]() Ich weiß nicht, inwiefern das regionalbezogen ist. Habe ich aber schon oft gehört. Freundliche Grüße, Travis Beamer |
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#17 |
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Forumsleitung
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Ich nehm dir das mal so ab, obwohl ich mit einem Unterfranken verheiratet war. Ein bisserl weiß ich, wie die reden.
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