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| Humorvolles und Verborgenes Humorvolle oder rätselhafte Gedichte zum Schmunzeln oder Grübeln. |
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#1 |
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jüngst sprach mit güldnem zahn- und haareglitzern
der führer, der die stärksten staaten lenkt zeit sei`s, den reisfressenden augenschlitzern erneut zu zeigen, wo der hammer hängt denn stolz auf den triumph prägt erst den sieger verschämtes schweigen muss ein fehler sein wir präsentieren uns als überflieger nur looser machen sich doch selber klein gesagt - getan. im beisein des genialen denkers schiebt man den bombergreis aus dem depot doch schon hört man, wie flüche eines henkers das sei ja wohl ein griff ins tiefste klo denn auf der kanzel groß ein name prangte: des fliegers mütterlein - enola gay ein zeichen, das, wenn es ans licht gelangte ja wohl nur äußerst missverständlich sei so hat man sich am leichten wort verhoben bedeutungsvielfalt stand auf einmal queer das flugvehikel wurd zurückgeschoben was doch ein zeichen wahrer größe wär dass fehlentscheidungen zustande kämen so sagte man danach in kleinstem kreis um sie mit weisem blick zurückzunehmen - wer braucht noch einen besseren beweis? |
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#2 |
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Hallo Epilog,
auch ein interessantes Werk. Aber: mit dieser Strophe rätsele ich: so hat man sich am leichten wort verhoben bedeutungsvielfalt stand auf einmal queer das flugvehikel wurd zurückgeschoben was doch ein zeichen wahrer größe wär Das Flugvehikel wurde zurückgeschoben, einverstanden. Wie passt aber der nachfolgende Konjunktiv dazu? Und: Was hats mit "queer" auf sich? Bewusste Einfügung eines "e", und wenn ja, was wolltest Du damit sagen? Ich nehme übrigens an, dass den meisten Lesern "enola gay" nicht viel sagt, vielleicht denken manche an eine Metal-Band... Schönen Abend wünscht Ottilie |
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#3 |
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Ja, liebe Ottilie,,
die meisten Leser sind doof und haben keine Ahnung, dass es sich bei dem so benamten Bomber um das Fliugzeug handelt, von dem die erste Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde. Zähle ich nun zu den weniger Doofen und darf neben Deinem Stuhl knien? Heinz |
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#4 | |
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Forumsleitung
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Zitat:
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#5 | |
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Forumsleitung
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Zitat:
Eher als der fragliche Vers verstört hat mich der Anglizismus "queer", der sich nicht auf "wär" reimen will. Hier ist wohl "quer" gemeint gewesen. |
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#6 | |||
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danke für eure Repliken.
Ja, es deutet sich wahrscheinlich wieder an, dass ich selbst häufig um acht Ecken herum denke und das dann auch meinen Lesern abverlange. Die werden (und sollen) so gut wie nie sagen können: "Bei dir ist alles so schön einfach - ich klopf mir erstmal auf die Schenkel.". Stattdessen sind sie fast immer gefordert, auf weitere Begriffsrecherchen zurückzugreifen (ist ja in Zeiten von Wikipedia und Gugel kein Hexenwerk), mich zu fragen (immer gerne) oder sich eigene Wissensressourcen ins Gedächtnis zu rufen. Zitat:
Zitat:
Ja, bewusst oder assoziativ - ich hatte dich, Ottilie, ja im Kommentar zu deinem Demokratie-Gedicht auch auf die dortige, eigenartige Schreibweise von "thut", "guth" oder noth" angesprochen. Wahrscheinlich ist das hier ein ähnlicher Effekt. Es geht mir halt in diesem und in vielen anderen Texten (auch) um unterschwellige oder bewusst gewollte Bedeutungsänderungen oder "-verwässerungen" von Wörtern durch Anglisierung, Globalisierung etc. (weitere Beispiele wären etwa meine Texte "bestie", "modern talking", "wischen" oder "verfolgungswahn"). Natürlich hat Ilka auch recht, dass man "queer" tatsächlich "quiiiiieeeer" aussprechen muss und es sich deshalb gar nicht mehr auf "wär" reimt (ogottogott). Das ist im Prinzip jedoch bereits in der Strophe davor der Fall, denn wenn man "gay" englisch korrekt ausspricht, reimt es sich auch nicht mehr auf "sei" (außer es wäre das italienische Wort für "sechs" gemeint). Es treten hier also auf einmal "Ungereimtheiten" auf, und der Leser muss im Idealfall innehalten und sich fragen: "Was stimmt denn hier plötzlich nicht mehr?" Ich fasse das dann ja auch gleich in der nächsten Strophe zusammen: "so hat man sich am leichten wort verhoben/bedeutungsvielfalt stand auf einmal qu(e)er". (Wenn der Konjunktiv sowie die "Ungereimtheit" als störend oder unverständlich empfunden werden, könnte man S5V4 auch ändern in: "geriet zum zeichen wahrer größe hier") Zitat:
P.S.: Mit dem in Strophe 1 (und damit im gesamten Text) angesprochenen "Führer" ist übrigens nicht Präsident Truman gemeint. Nur die ersten vier Buchstaben sind zutreffend ... Danke und viele Grüße Epilog |
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#7 | |
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Forumsleitung
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Zitat:
das flugvehikel sei zurückgeschoben worden was doch ein zeichen wahrer größe sei dass fehlentscheidungen zustande gekommen seien so sagte man danach in kleinstem kreis |
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#8 |
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dann wäre ich dafür, den in meinem vorherigen Kommentar genannten Vorschlag für S5V4 zu nehmen: "geriet zum zeichen wahrer größe hier"
Es kann aber auch Version 1 einfach so bleiben. Die hattest Du doch auch "richtig" verstanden und Ottilie sogar entsprechend erklärt. Danke und Grüße Epilog |
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#9 |
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Forumsleitung
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Ja, das schon, aber nur, weil kaum jemand mit den Konjunktiven richtig umzugehen versteht. Das machen die meisten, wie sie meinen, dass es okay ist. Wenn der Autor obendrein auf Satzzeichen verzichtet, wird es mit dem richtigen Verstehen noch schwieriger. Ich bin kein Freund von Versen ohne Satzzeichen - es generiert zu viele Missverständnisse.
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