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Liebe, Romantik und Leidenschaft Gedichte über Liebe, Herzschmerz, Sehnsucht und Leidenschaft.

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Alt 01.07.2025, 12:47   #1
männlich Twiddyfix
 
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Standard Liebe macht blind...

Liebe macht blind…

Des Nachts spür ich den zarten Busen,
leg meine Wange an das Fleisch,
es ist so schön damit zu Schmusen,
ich fühl mich wie im Himmelreich.

Ganz sacht bedeck ich ihn mit Küssen,
küss auch die Krone die ihn ziert,
es ist das Wollen, nicht das Müssen,
ich werde mutig, ungeniert.

Der Körper dreht sich weg von mir,
ich werd mein Ziel nicht mehr erreichen,
so langsam werde ich zum Tier,
beginn um ihn herum zu schleichen.

Mein Gott, wen hab ich da gepackt,
wollt ’ne schöne Nacht verbringen?
Sah aus wie die Brigitte Bardot,
jetzt muss ich mit der Fassung ringen.

Raus aus dem Bett, pack deine Sachen,
du perverser Vollbartträger
mir ist zum Heulen, nicht zum Lachen,
ich fass es nicht, er ist auch noch ein Neger!

“Liebe Macht blind“, so steht es geschrieben,
Morgen muss ich Beichten, verlier ich mein Glück?
Sechs Wochen Kur, hatte ihr Arzt ihr verschrieben,
Morgen kommt meine Frau zurück.
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Alt 01.07.2025, 13:42   #2
männlich Ex-Tanqueray
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... geht er aufs Eis. T.
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Alt 01.07.2025, 13:44   #3
männlich Epilog
 
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Standard Hallo Twiddy

die derzeitige Sommerhitze scheint Dich ja gerade zusätzlich "heiß" zu machen ...

Hm, die folgende Strophe:

Raus aus dem Bett, pack deine Sachen,
du perverser Vollbartträger
mir ist zum Heulen, nicht zum Lachen,
ich fass es nicht, er ist auch noch ein Neger!

ist natürlich in höchstem Maße "politisch inkorrekt" - möglicherweise gibt es noch andere Anmerkungen von schärferen Kritikern als mir.

Aber kennst Du zufällig den TV-Spot von Inspire Sleep (Zungenschrittmacher gegen Schnarchen)? Ich lach mich immer halb kaputt, wenn der Protagonist im Halbschlaf den riesigen Bernhardiner in seinem Bett begrabscht. Wäre doch charmanter, sowas einzubauen ....? (Raus aus dem Bett, pack deine Sachen / Du abgeschnarchter Bernhardiner / mir ist zum Heulen, nicht zum Lachen / doch kaum ein Wort zu grunzen schien er) - oder so ähnlich.

Sonst sind die Kreuzreime diverser Qualität ja durchgehalten - nur in S4 reimt sich auf "gepackt" "Bardot". Häh? Ein Vorschlag wäre hier zu Beispiel für Vers 3: "Als böt sich die Bardot zum Akt" (oder so).

Ich wünsche Dir weiter einen hoffentlich coolen Nachmittag

Epilog
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Alt 01.07.2025, 14:36   #4
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Hm, die folgende Strophe:

Raus aus dem Bett, pack deine Sachen,
du perverser Vollbartträger
mir ist zum Heulen, nicht zum Lachen,
ich fass es nicht, er ist auch noch ein Neger!

ist natürlich in höchstem Maße "politisch inkorrekt" - möglicherweise gibt es noch andere Anmerkungen von schärferen Kritikern als mir.
Wirklich politisch inkorrekt? Oder von gewissen ideologischen Strömungen einer solchen Zuordnung unterstellt? Kann etwas per se, also frei vom Zeitgeist, politisch inkorrekte Eigenschaften haben? Mich hat Twiddys etwas naive Ignoranz gegenüber dieser "Wokeness" einer linken Weltverbesserer-Meute, die eifrig Zeit und Geld vom Steuerzahler für das Umschreiben von Literatur zwecks "Ausmerzung" (ein Nazi-Wort?) vermeintlich politisch nicht tragbarer Begriffe verschwendet, zum Schmunzeln gebracht. Wie auch eine Szene in "The Mule" (2018), einem der letzten Filme von Clint Eastwood, der sich gegenüber einem schwarzen Pärchen während eines Reifenwechsels an deren Auto und völlig ohne Ironie zu dem Mann (ungefähr, wie ich es noch erinnere) sagte: "Ist doch schön, mal einem Neger helfen zu können."

Die Szene wurde weder zensiert (auch in Deutschland nicht), noch in den Rezensionen in der Presse erwähnt, und es gab auch sonst keinen Sturm der Entrüstung. "Na so etwas?", kann man sich dazu fragen.

Überhaupt beruhen viele "woke" Verbote auf einer eklatanten Unkenntnis darüber, wo die Begriffe sich herleiten. "Mohr" (siehe die Debatte über die Mohrenstraße in Berlin) hat nichts mit negroiden Menschen zu tun, sondern das Wort stammt von "Maure" ab, und dieses Volk war arabisch und lebte bekanntlich in der Maghrebine. Was macht man eigentlich, um bei dieser Gelegenheit zu fragen, mit Leuten wie einem früheren populären Faschingssänger, der Ernst Neger hieß? Oder mit einer meiner ehemaligen Kolleginnen, deren Nachname "Mohr" lautete? Oder mit Othello, dem Mohr von Venedig?

Oder Eskimo, ein Name, den sowohl zahlreiche Eisdielen, aber auch mittelständische Unternehmen haben? Der Begriff bezeichnet kein Einzelvolk, schon gar nicht diskriminierend, sondern ist ein Sammelbegriff für mehrere Völker im hohen Norden: die Inuit (Nordkanad u. Grönland), die Yupik (Alaska, russische Tschuktschen-Halbinsel), Inupiat (Alaska) und Aleuten (Alaska). "Eskimo" lediglich durch "Inuit" zu ersetzen wäre also unfair gegenüber den anderen Völkern, die dann namentlich gar nicht mehr existent wären.

Auch "Indianer" ist nichts weiter als ein Sammelbegriff für die zahlreichen Stämme in Amerika. Ob "Indigene" der bessere Begriff ist, darüber kann man streiten, denn auch diese Völker sind Nachfahren von Asiaten, die einst über die Beringstraße einwanderten. Übrigens ist den Indianern in Nordamerika, die man über dieses "Problem" der politischen Inkorrektness interviewt hat, völlig egal, dass man sie mit diesem Sammelbegriff belegt.

Also, Twiddy, nicht wuschig machen lassen wegen woker Rattenfänger und ihrer blinden Gefolgschaft. Lieber mehr Ordnung in die etwas erratisch geschriebenen Strophen bringen.

LG
Ilka
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Alt 01.07.2025, 15:17   #5
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Sorry, der Typ schafft es nicht, in seiner FiggiFiggi-Geschichte ohne das N-Wort auszukommen? Das hat mit Wokeness nichts zu tun, eher mit Intelligenz, ersatzweise gesundem Menschenverstand. Beides Fehlanzeige. Punkt. T.
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Alt 01.07.2025, 15:30   #6
männlich Twiddyfix
 
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Aber Hallo,
natürlich habe ich mit derartigen Anmerkungen gerechnet, aber dazu muss ich sagen, ich bin in einer Zeit groß geworden, wo der Begriff -Mohrenkopf, ein wunderschönes Gebäck bezeichnete, oder -Negerkuss-, eine süße Schaumgesclagene und mit Schokolade überzogene Süßigkeit.
Ich fühle mich ja auch nicht beleidigt, wenn mich jemand als -Weißer- bezeichnet

Was mich auf die Palme treibt, ist das blöde-Gendern-.

Oder in der Werbung: "Fragen sie ihre Ärztin, ihren Arzt oder in der Apotheke".

Noch lustiger finde ich das Wort -BRÄUCHTE- blöder geht es nun wirklich nicht mehr.

Ja liebe Ilka, muss sich wirklich auf -Bardot-, ein Reim finden lassen?
Ich sage mal nein.
Selbst Goethe hat "drauflosgedichtet" und ward hoch anerkannt.

Mein Gedicht ist -denke ich mal- ein lustiges, (wer es versteht) man kann drüber Schmunzeln oder man lässt es.

Du hast es verstanden., Danke.

Liebe Grüße an Euch.vom Twiddy

Hi Epilog,
der -Typ-. das bin ich. quatsch mich also nicht so blöd von der Seite an.
Wenn dir die Hitze nicht bekommt, coooool bleiben.
Habe mal in deine "Werke" reingeschaut, da fällt mir nur das Wort -Baumschule- ein.
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Alt 01.07.2025, 15:31   #7
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Tanqueray Beitrag anzeigen
... das N-Wort ...

Da sieht man es: Die politisch Korrekten (= die Gutmeinenden, auch "Opportunisten" genannt) sprechen das Wort "Neger" nicht mehr aus, aber sie denken es noch.
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Alt 01.07.2025, 16:44   #8
männlich Ex-Tanqueray
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Nicht tragisch, das Zeug war vorher Müll, jetzt ist es halt Sondermüll. Bei solchen Typen und Typinnen macht mich immer der Blick auf ihr Alter gelassen. Alles nur eine Frage der Zeit, kurzer Zeit, sehr kurzer Zeit. T.

Ergänzung, grade geschaut: in Bayern gibt es auch die braune Tonne. Kein Dank nötig, ich helfe gern. T.
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Alt 01.07.2025, 17:05   #9
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Nicht tragisch, das Zeug war vorher Müll, jetzt ist es halt Sondermüll.
Na ja ... Sondermüll ist recylungsfähig oder anderweitig weiterverwertbar, kommt also in irgendeiner Form wieder.

Zitat:
Zitat von Tanqueray Beitrag anzeigen
Bei solchen Typen und Typinnen macht mich immer der Blick auf ihr Alter gelassen.
Wer von "Typen" spricht (das überflüssige Gendern übergehe ich), obwohl der Name, auf den Bezug genommen wird, bekannt und nennbar ist, lässt auch nicht gerade das Format zivilen Umgangs erkennen, sondern sitzt auf dem hohen Ross der Abschätzigkeit. Das Alter ist zudem relevant und deshalb zu berücksichtigen: Twiddy ist ein sehr alter Herr, der vielleicht bald 100 Jahre auf dem Buckel hat. Er ist anders sozialisiert als die heute bis zu 70jährigen. Vieles, was heute als "no go" verurteilt wird, war in früheren Zeiten weder bösartig, noch in irgendeiner Art herabwürdigend gemeint, sondern ganz normaler Sprachgebrauch. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, Ost wie West. Niemand hat sich daran gestört, nicht einmal diejenigen Menschen, die Besserwisser heute zu schützen glauben müssen (obwohl sie meistens gar nicht wissen, wovon sie reden, sondern nur unkritisch die Ideologien aufgreifen, die von den USA nach Europa schwappen). Was also ist daran verwerflich, wenn alte Leute so reden und schreiben, wie sie es 80, 90 oder 100 Jahre lang gewohnt sind? Wer maßt sich an, sie nach so langer Zeit noch umerziehen zu dürfen, nur damit sich ein paar verrannte Ideologen dann wohler fühlen?

So läuft das nun mal nicht. Außerdem: Die meisten Begriffe, die heute auf dem Index stehen, haben sich aus völlig normalem Gebrauch schon seit dem Mittelalter entwickelt, und in vielen unserer Nachbarländer sind sie auch heute noch in ihrem modernen Entwicklungsstand in Gebrauch. Aber am deutschen Wesen soll die Welt mal wieder genesen.
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Alt 01.07.2025, 17:23   #10
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Bin mit ein paar Wörtern weniger ausgekommen - von meiner Seite aus ist trotzdem alles gesagt. "Lebbe geht weiter...", wie ein berühmter Hesse mal sagte. T.
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Alt 01.07.2025, 17:41   #11
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Zitat:
Zitat von Tanqueray Beitrag anzeigen
Bin mit ein paar Wörtern weniger ausgekommen - von meiner Seite aus ist trotzdem alles gesagt. "Lebbe geht weiter...", wie ein berühmter Hesse mal sagte. T.
Du hattest ja auch so gut wie nichts mitzuteilen. Menschen mit einfach gestrickten Weltbildern kommen immer mit wenig Worten aus. Das liegt daran, dass ihnen schlüssige Argumente fehlen. Vom Zusammenhang der Gegenwart mit der Vergangenheit haben sie mangels Geschichtskenntnissen sowieso keine Ahnung.

Der "hessische" Trainer war ein Serbe, geboren in Titos Jugoslawien.

"Gegen die Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf."
(Theodor Fontane)
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Alt 01.07.2025, 18:03   #12
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Standard Hallo Twiddy

Zitat:
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Aber Hallo,
Hi Epilog,
der -Typ-. das bin ich. quatsch mich also nicht so blöd von der Seite an.
Ich habe Dich nicht als "Typ(en)" bezeichnet, sondern normalerweise immer als Twiddy. Bitte genauer lesen, wer hier was schreibt ...

Die "Baumschule" habe ich allerdings auch nicht ganz verstanden, wahrscheinlich sind die sieben gleichlautenden Reime meiner Sonett-Verschnitte für die meisten hier nicht wirklich nachvollziehbar ...

Dass "Neger" im Sinne von Negerkuss etc. weiter verwendet werden sollte, ist auch ganz meine Meinung, siehe auch die endlose Diskussion zu meinem "Lumumba"-Gedicht aus dem letzten Winter. Es kommt aber auch auf den Verwendungszusammenhang an. Hier geht das ganze schon in die Richtung "Jeder Feger ist ein Neger, und der Lude ist ein Jude." (Sorry an alle).

Das wir alle bei den derzeitigen Temperaturen cool bleiben sollten, hatte ich ja schon selbst gesagt.

Beste Grüße

Epilog
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Alt 01.07.2025, 19:10   #13
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Zitat:
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Ich habe Dich nicht als "Typ(en)" bezeichnet, sondern normalerweise immer als Twiddy. Bitte genauer lesen, wer hier was schreibt ...
"Typ" kann als Bezeichnung positiv wie negativ gemeint sein, je nach Kontext. In Twiddys Fall ist die Bezeichnung abwertend gemeint. Eigentlich sollte sein Gedicht sachlich diskutiert werden (soweit Epilog); aber mit dem Begriff Typ hat der User mit dem Kürzel T. die Diskussion auf die persönliche Ebene verschoben. Und damit ist der Begriff "Typ" negativ und beleidigend konnotiert. Um die Sache, ob "Neger" wirklich ein diskriminierendes Wort ist und welche Konsequenzen Diskriminierung für die Betroffenen hat, geht es ihm nicht, sondern nur darum, ob Twiddy gegen den moralischen Zeitgeist verstoßen hat. Für T. geht es nur um einen moralischen Kampfbegriff. Man sagt etwas nicht. Ansonsten braucht man ja nichts mehr für die unpreviligierten Minderheiten zu tun. Das sollen machen, die schuld daran sind. Diese Pranger-Mentalität hat eine lange Geschichte: Viel reden - aber alles lassen, denn jeder will in seiner Pfütze weiterpaddeln, in der es sich bequem gemacht hat.

Es war zu befürchten, dass der Begriff "Neger" aufgegriffen wird und sich eine Diskussion darin verbeißt. Alles andere in dem Gedicht geht dabei unter: Der Seitensprung, der nicht richtig klappt, die Ernüchterung, dass der Alltag wiederkehrt ...

Das Gedicht enthält Gedankengänge, die man stringenter und psychologisch deutbarer hätte umsetzen können. Ich ahne, worum es Twiddy beim Schreiben ging. Er konnte es aber nicht vermitteln.

Vielleicht gibt es noch ein paar klare Geister, die sich mit dem Kern des Gedichts gefassen möchten als nur mit dem Begriff des "Negers".

Zitat:
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Dass "Neger" im Sinne von Negerkuss etc. weiter verwendet werden sollte, ist auch ganz meine Meinung,
Nun ja, für mich sind Negerküsse, die jertzt Schaumküsse heißen, immer noch Negerküsse. Nur kaufe ich sie nicht mehr, seit "Schaumküsse" auf den Packungen steht. Das klingt nach Seifenschaum. Und wer beißt gerne in Seife. Schade um diese schöne Erinnerung an die Jugendzeit. Aber "Schaum"? Das ist Seife im Waschbecken, in der Badewanne und im Waschkessel. Aber nicht im Negerkuss. Neger? Kuss? Süß? Schande über den, der Schlechtes dabei denkt. Es war nur eine Bezeichnung für eine Süßigkeit, eine Reklame, kein Kannibalismus oder der Aufruf zur Unzucht. Es war die Bezeichnung für ein Produkt, das neu und einzigartig war, wie man heute jedes Papiertaschentuch als "Tempo" bezeichnet, auch wenn es aus einem anderen Stall kommt. Ein Schaumgebäck aus Eiweiß, Zucker und einer Schokoglasur. Nichts weiter. Hat sich schon mal jemand beim Bäcker über Gebäck mit weißer und dunkler Glasur aufgeregt, die beide als "Amerikaner" über die Ladentheke gingen? Sind deswegen Leute demonstrierend losmarschiert?

Oder Granatsplitter. Ein Baumküchlein, mit dem ich meinen Sohn glücklich machen konnte. Kein Mensch hätte die Bezeichnung "Granatsplitter" in Zusammenhang mit einem Kriegsgeschehen gebracht, sondern nur mit einer besonderen Form von Gebäck. Etwas zu essen und zu leben, und nicht zu sterben.

Worte können poetisch sein, metaphorisch, aber auch sonst was sein. Mann muss genau auf sie hören.
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Alt 02.07.2025, 09:41   #14
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Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt, den Begriff „Rasse“ in Artikel 3 Absatz 3 Satz 1 Grundgesetz zu streichen und die Regelung wie folgt zu fassen: „Niemand darf rassistisch oder wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“
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Mein Gedicht sollte ein lustiges Sommergedicht werden, wobei ich natürlich voraussetzte, dass jemand der Lesen kann, es auch V E R S T E H E N
würde.
Nein, das war nun nicht der Fall.
Stattdessen stürzte man sich auf "rassistischen Inhalt", es kam das Wort -NEGER- in dem Gedicht vor.

Der Titel meines Beitrags ist: Liebe macht blind.

Und dieses, -vor Liebe blind sein- zieht sich durch jede Zeile.

Ja, Lesen und Verstehen, sind zwei gewaltige Unterschiede, wohl dem, der Beides beherrscht.
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