Poetry.de - das Gedichte-Forum
Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Gedichte-Forum > Sonstiges Gedichte und Experimentelles

Sonstiges Gedichte und Experimentelles Diverse Gedichte mit unklarem Thema sowie Experimentelles.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 19.03.2025, 10:11   #1
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Weimar
Alter: 40
Beiträge: 5.208

Standard Aaron Rodgers

Geduldig harrt der Ball dort oben
des Manns, in dessen Arm er sinkt.
Die Menge zögert noch zu toben.
Noch weiß sie nicht, ob es gelingt.

Doch du hast es bereits gesehen,
noch eh du ihn geworfen hast.
Dein Haus: das ganze Spielgeschehen.
Der Cornerback ist nur dein Gast.

Du wusstest schon um seine Reise,
bevor er sich dazu entschied.
Im Chaos stehst du still und weise,
egal was um dich her geschieht.

Auch wenn man denkt, du kämst zu Fall,
hast du bei Druck selbst festen Stand
und löst dem Pech zum Trotz den Ball
ganz zielbewusst aus deiner Hand.
Schmuddelkind ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2025, 18:27   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 62
Beiträge: 7.270

Hallo Schmuddelkind,

ich hatte keine Ahnung, wer Aaron Rodgers ist. Dank deines Gedichtes und anschließender Recherche weiß ich es jetzt , also nicht schlecht für die Allgemeinbildung.

Ich stolpere etwas über die zweite Strophe, V1 und V2.

Zitat:
Doch du hast es bereits gesehen,
noch eh du ihn geworfen hast.
Für mich holpert das etwas, und bist du hier nicht vom Jambus in der ersten Strophe in den Trochaeus gerutscht?

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2025, 09:26   #3
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Weimar
Alter: 40
Beiträge: 5.208

Liebe Silbermöwe,

vielen Dank! Für deine Beschäftigung mit dem Gedicht und dass du dir sogar die Zeit genommen hast zur Recherche.

Sorry auch, dass ich mir momentan nicht so viel Zeit nehmen kann - irgendwo steht noch mindestens eine Antwort zu einem Kommentar von mir aus. Aber z.Z. verbringe ich ungewöhnlich viel Zeit in der Realität - aber nur, um Inspiration zu sammeln. Versprochen!

Das Stolpern: Das ist immer die Gefahr, wenn man so viele einsilbige Worte benutzt (daher sollte man auch den ersten Vers eines Gedichts nicht ausschließlich oder überwiegend mit einsilbigen Worten beginnen), weil es dadurch metrisch uneindeutig wird und man es nur aus dem Kontext, also aus den vorangegangenen Strophen schließen oder erfühlen kann. Insofern: Nein, soll schon weiterhin Jambus sein, aber kann verstehen, dass es sich nicht so anfühlt, da dieses "doch du" sich vielleicht intuitiv für Manche eher "doch du" liest. Gemeint war aber eher "doch du" - also Du im Gegensatz zu allen Durchschnitts-Quarterbacks.

LG
Schmuddi
Schmuddelkind ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2025, 09:55   #4
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 62
Beiträge: 7.270

Hallo Schmuddelkind,

viele Dank für die Erklärung und diesen Tipp hier:

Zitat:
Das Stolpern: Das ist immer die Gefahr, wenn man so viele einsilbige Worte benutzt (daher sollte man auch den ersten Vers eines Gedichts nicht ausschließlich oder überwiegend mit einsilbigen Worten beginnen), weil es dadurch metrisch uneindeutig wird und man es nur aus dem Kontext, also aus den vorangegangenen Strophen schließen oder erfühlen kann.
Ich werde mir das merken, das wusste ich noch nicht.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2025, 11:06   #5
männlich Schmuddelkind
 
Benutzerbild von Schmuddelkind
 
Dabei seit: 12/2010
Ort: Weimar
Alter: 40
Beiträge: 5.208

Also, das Problem ist: Einsilbige Wörter sind nicht darauf festgelegt, ob sie betont oder unbetont sind. Man kann sie in einem Satz oft so oder so aussprechen. Denke nur mal an die verschiedenen Möglichkeiten, einen Satz wie "Was hast du gemacht?" auszusprechen:

Was hast du gemacht?

Was hast du gemacht?

Was hast du gemacht?

Aber:

1. Die Betonung ist nicht ganz egal, denn jede Variante dieses Satzes sagt etwas anderes aus über die Motivation des Sprechers (im ersten Satz vielleicht Empörung, im zweiten Satz Überleitung von mir zu dir, im dritten Satz ungläubige Nachfrage).

2. Der Leser hat dann viel Freiheit, den Satz so zu lesen, wie er möchte - und u.U. eben auch so, wie ich es als Autor nicht möchte. Also muss ich ihm Kontext geben, damit er den Satz im richtigen Versmaß liest. Das geht nur, wenn bereits ein Versmaß etabliert ist, in das der Leser die Betonung des Satzes gefühlsmäßig einordnen kann. Wenn ich ein Gedicht aber mit einem solchen Satz beginne, kann es sein, dass der Leser sich ein Versmaß zusammenreimt und dann verwirrt ist, wenn im weiteren Verlauf des Gedichts ein anderes Versmaß nahegelegt wird.
Schmuddelkind ist gerade online   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Aaron Rodgers

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche



Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.

1998 © poetry.de