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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 13.04.2021, 14:49   #1
weiblich Karlchen
 
Dabei seit: 10/2019
Alter: 27
Beiträge: 22

Standard Rastlos

Heute hier und morgen dort,
jeden Tag an einem anderen Ort,
immer so halb und nie so ganz,
hin und her zwischen der Distanz.

Kaum bin ich da, muss ich wieder weg,
bin schon wieder heimisch an einem anderen Fleck,
von anderen Leuten umgeben,
rastlos ist mein Leben.

Ich komme, um zu gehen,
bald heißt es „Wiedersehen!“,
nie bleibe ich sehr lange,
bin immer wieder im Gange.

Und so geht es weiter im Text,
bis das Leben so nicht mehr fetzt.
Drehe meinen gewohnten Kreis,
bis ich es endlich besser weiß.

Ich sehne mich nach einem Zuhaus‘,
halt ich’s nur nie länger aus.
Nie komme ich an einem Ort zur Ruh‘,
denn meine wahre Heimat bist nur du.
Karlchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2021, 15:09   #2
wolfgang
 
Dabei seit: 02/2005
Beiträge: 223

Hallo Karlchen,

in der letzten Strophe ist alles gesagt. Überleg, ob du alle Strophen vorher streichen kannst? Ich würde es tun.

Grüße

Wolfgang
wolfgang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2021, 04:18   #3
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 30.842

Diese Ambivalenz zwischen Individualismus und Kollektivität ist so alt wie das erste Auftreten des modernen Menschen. Einerseits hat er begriffen, dass er ein geschlossenes Einzelwesen ist, andererseits weiß er, dass er allein nicht überleben kann. Auch mit einem Du kann er nicht überleben, denn es bricht oft genug weg. Nur die Familie ist stark genug, um einigermaßen Sicherheit zu gewähren.

Nach meinen Prämissen schlittert dein Gedicht am gespaltenen Menschen vorbei und kommt zu keinem gültigen Schluss. Noch nie in der Menschheitsgeschichte konnte man sich auf das "Du" als heimischen Hafen weniger verlassen als heute. Das Du ist zum Teil der Sturmflut geworden, die über die Kaimauern bricht und das Ich ertränkt.

Ein Wort wie "fetzt" ist Umgangssprache und in diesem Gedicht unpassend.

Kurz gesagt: Man sollte ein Thema durchdacht haben, anstatt etwas Inkonsistenzes zu pfriemeln.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2021, 00:00   #4
männlich MonoTon
 
Benutzerbild von MonoTon
 
Dabei seit: 04/2021
Beiträge: 1.082

Hallo Karlchen

aus meiner Sicht würde ich dir Empfehlen den Text auf das nötigste herunter zu brechen und ihn zu kürzen, manchmal ist weniger mehr
zum Beispiel die Quintessenz der Gesamtaussage der ersten Strophe

Zitat:
Heute hier und morgen dort,
jeden Tag an einem anderen Ort,
immer so halb und nie so ganz,
hin und her zwischen der Distanz.
im eigentlichen beschreiben alle 4 Zeilen ein und die selbe Begebenheit
Richtungssuche und herumirren
und in der Folgestrophe geht die Suche sogar noch weiter

Zitat:
Kaum bin ich da, muss ich wieder weg,
bin schon wieder heimisch an einem anderen Fleck,

von anderen Leuten umgeben,
rastlos ist mein Leben.
Demnach bräuchte es die erste Strophe nicht, sie sorgt allenfalls für Unverständnis und wirkt eher abweisend da sie für zuviel konfuse Gedanken sorgt die nicht den Text unterstützen, noch bevor man eigentlich Zugang zum Text finden konnte
Manchmal muss man Sinnsätze oder irrelevante Dinge auf ein Minimum herunterbrechen, um einer Aussage unterstützend zuzuarbeiten.
Gerade die Anfänge eines Textes sind der Moment in dem man einen Leser für sich vereinnahmen kann, um ihn zum weiterlesen zu animieren.

Prolog - Handlung - Klimax - Epilog - Nachklang
das alles innerhalb eines Roten Fadens der den Leser bei der Hand nimmt


Zitat:
Ich komme, um zu gehen,
bald heißt es „Wiedersehen!“,
nie bleibe ich sehr lange,
bin immer wieder im Gange.

Und so geht es weiter im Text,
bis das Leben so nicht mehr fetzt.
Drehe meinen gewohnten Kreis,
bis ich es endlich besser weiß.
Desweiteren Denke ich, dass du dir vielleicht mehr Gedanken machen solltest im Bezug auf deine Reimwahl die du nutzt.
Es sind zwar Reime, aber sie sind sehr schlicht und wirken schnell geschossen, sie bleiben kaum in Erinnerung
der Reim "Text - fetzt" wurde ja bereits angesprochen
mich persönlich stört vielmehr die gesamtwortwahl der beiden Reimzeilen

Zitat:
Und so geht es weiter im Text,
bis das Leben so nicht mehr fetzt.
Der Satz wirkt Naiv und ungebräuchlich. Er wirkt dem Reim geschuldet und hat mit Poesie nicht viel am Hut.
Text und fetzt hat zwar einen gewissen Gleichlaut, aber ist meiner Ansicht nach nicht als sauberer Reim zu betrachten und stört das Gesamtbild, da es eher umgangssprachlich wirkt und nicht transportiert was du eigentlich Aussagen wolltest.

Zitat:
Ich sehne mich nach einem Zuhaus‘,
halt ich’s nur nie länger aus.
Nie komme ich an einem Ort zur Ruh‘,
denn meine wahre Heimat bist nur du.
In der letzten Strophe fragte ich mich, wo plötzlich das lyr.du her kommt, es fand im vorangehenden text nie erwähnung, daher kann ich als betrachter keine emotionale verbindung zum lyr.du aufbauen, da mir diese Person in keiner Weise näher gebracht wurde.
Ich denke dass das voran angesprochene Thema sehr am eigentlichen Zielthema und der Conclusio vorbei geht, denn bis zum Schluss, dachte ich eigentlich, dass es sich um einen Obdachlosen, oder um einen desorientierten Charakter dreht

So wie es hier geschrieben steht, bleibt es nicht in Erinnerung und hebt sich nicht von gleichartigen Texten ab, da die Thematik auf diese Weise schon hunderte Male aufgearbeitet wurde.

Ich hoffe dass ich dich nicht entmutigt habe, sondern eher dazu anhalten kann dir konkretere Gedanken zur Umsetzung deiner Texte zu machen
Kleine Schritte sind der beste Weg in die Richtige Richtung
und Metaphern sind dein Freund


Zitat:
Heute hier und morgen dort,
jeden Tag an einem anderen Ort,
immer so halb und nie so ganz,
hin und her zwischen der Distanz.

Kaum bin ich da, muss ich wieder weg,
bin schon wieder heimisch an einem anderen Fleck,
von anderen Leuten umgeben,
rastlos ist mein Leben.
Wie mich auch die Wege führen
Uhren Ticken, Pole weisen.
Reisen unter all den Euren
fern dem ganzen, nah der Meinen.

Das ist natürlich jetzt von mir sehr hoch gestochen und gestelzt formuliert, (bitte nur als Beispiel betrachten) aber im großen und ganzen sagt es alles was in den ersten 2 Strophen ausgesagt wird und bezieht sogar das eigentliche Ziel der Reise mit ein, welches du in Strophe 5 als Lyr.du nebensächlich angesprochen hast.

Ich hoffe das wirkt nicht Überheblich, aber darf ich dich fragen ob dir auffällt, warum trotz reimlosen Schreibens etwas sehr wichtiges in meinem Beispiel vorhanden ist?
Lies dir die Strophe ein paar mal langsam vor und eventuell bemerkst du es.
Als kleiner Hinweis - Reime sind nicht Hauptbestandteil eines Gedichtes
Hier stand etwas anderes viel weiter im Vordergrund.

LG Mono
MonoTon ist offline   Mit Zitat antworten
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