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Liebe, Romantik und Leidenschaft Gedichte über Liebe, Herzschmerz, Sehnsucht und Leidenschaft.

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Alt 22.09.2021, 19:22   #1
weiblich Anouk Ferez
 
Dabei seit: 09/2021
Beiträge: 3

Standard Wenn ich mich in Nacht und Sterne kleide

Wenn ich mich in Nacht und Sterne kleide,
Treibt der Mond mich vor sich her,
Streift manch Träume aus der Trauerweide,
Wispert mir von dir geheime Mär.

Sag, was ducken Wolken sich in deinen
Blicken, dass mein Gang beschwerlich wird.
Kann ein Lächeln tief im Innern weinen?
Bist du einsam, bist auch du geirrt?

Lass mich hinter deine Rinde steigen,
Tief in dein Geflecht mich senken.
Würdest du mir deinen Atem schenken,
Wurzeln tief bis unters Schweigen?

Sieh, ich sattele mein Sehnen leise
Wenn ich mich in Nacht und Sterne kleide,
Streife Träume aus der alten Weide
- Liebst du mich wohl auf dieselbe Weise?
Anouk Ferez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2021, 07:37   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 61
Beiträge: 6.795

Hallo Anouk Ferez,

die erste Strophe gefällt mir sehr gut, vom Inhalt her und von den Reimen, danach flacht es etwas ab.

Zitat:
Bist du einsam, bist auch du geirrt?

Lass mich hinter deine Rinde steigen,
Die zwei Verse wirken unfreiwillig komisch, vor allem das mit der Rinde...

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2021, 23:14   #3
männlich Orakel
 
Benutzerbild von Orakel
 
Dabei seit: 10/2012
Ort: Nah am Wurmlöch
Alter: 65
Beiträge: 1.623

Sehr gute Dramatik
aber...............
immer----
oder`???
Orakel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2021, 09:36   #4
weiblich Anouk Ferez
 
Dabei seit: 09/2021
Beiträge: 3

Standard @ Silbermöwe @ Orakel

@ Silbermöwe,
danke fürs Feedback
ich habe darüber nachgedacht
Dass es abflacht finde ich persönlich nicht, da mein eigenes Gefühl beim Schreiben eher zunahm ( also die Intensität des Gefühls angesichts der Atmosphäre, die ich versuche zu beschreiben/einzufangen).
Was mir zu denken gibt: ich persönlich habe einen Perspektivwechsel vorgenommen ( von dem Baum , der Weide, zu einem Menschen herübergeschwenkt). Das Wort "Rinde" bezieht sich auf den andren Menschen ( wispert mir von DIR geheime Mär) und meint quasi seine Fassade, seine Oberfläche, sein Pokerface. Unfreiwillig komisch sagst du... Nun, mir scheint es nicht gelungen, meinen Perspektivwechsel für den Leser deutlich gemacht zu haben ( ich wollte nicht mit dem Zaunpfahl winken und dachte, es wäre dezent-deutlich) . Mit den Wurzeln sind natürlich auch keine Baumwurzeln gemeint, ich dachte, das sei allein durch das ( dem Menschen zugeordnete "Atem" klar...)

@ Orakel
Hallo Orakel, danke fürs Feedback. Aber was meinst du genau mit "immer" bzw "oder" ?!
Anouk Ferez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2021, 11:33   #5
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City
Beiträge: 31.410

Zitat:
ich persönlich habe einen Perspektivwechsel vorgenommen ( von dem Baum , der Weide, zu einem Menschen herübergeschwenkt).
Das ist kein Perspektivwechsel. Das Gedicht ist durchgehend aus der Sicht des Lyrischen Ich erzählt. Der "Mensch" kann gar nicht als Subjekt aus seiner Perspektive erzählen, denn er ist Objekt: Der Mond erzählt von ihm eine Mär.

Zum Text an sich:

Du spielst gerne mit Verben, indem du aus ihnen besondere Bilder zu formen versuchst. Da ist Sensibilität angesagt, sonst stellt sich schnell ungewollte Komik ein, wie z.B. bei den Wolken, die sich in den Blicken des Lyrischen Du ducken. Hier hätte "spiegeln" dem Ausdrück bessergetan.

Der von Silbermöwe kritisierte Vers "Bist du einsam, bist auch du geirrt?" ist hingegen für mich in Ordnung. Es handelt sich um eine Verkürzung, indem statt "herumgeirrt" nur "geirrt" geschrieben wurde - völlig legitim.

Mit dem Steigen hinter die Rinde muss ich mich allerdings auf Silbermöwes Seite stellen. Zwar könnte man diesen in einem anderen Zusammenhang für gelungen halten, aber zu dem Gesamtbild des Gedichts passt es nicht. Auch "Geflecht" scheint mir fehl am Platze zu sein, denn was hat das mit einem Baumstamm zu tun, dessen Holz aus Zuwachsschichten und einer Markröhre besteht?

Mit "Lass mich hinter dein Geheimnis steigen ..." wärst du dieses Problem los und hättest einen Rückbezug auf die Mär am Anfang des Gedichts.

Der Gedankenstrich gehört an das Ende des vorigen Verses.

Insgesamt sehe ich das Gedicht jedoch als gelungen an. Es hebt sich aus der Masse ab und man spürt, dass du dir beim Texten reiflich Gedanken gemacht hast.

Besten Gruß
Ilka
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2021, 12:56   #6
männlich MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Ort: Bei Rostock
Beiträge: 2.246

Hallo Anouk,

zunächst ein Lob:

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen

Insgesamt sehe ich das Gedicht jedoch als gelungen an. Es hebt sich aus der Masse ab und man spürt, dass du dir beim Texten reiflich Gedanken gemacht hast.
Dem stimme ich zu!

Und möchte zufügen als Vorschlag:

"Bist du einsam, bist auch du geirrt?"
->
Bist du einsam, hast dich auch verirrt?"


Ansonsten fielen mir die vielen "ei" Klänge der Reimwörter in allen Strophen auf.

Dein Gedicht ist insgesamt gut geschrieben, es hat mir sehr gefallen.

Liebe Grüße und weiter so,
- MiauKuh
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.09.2021, 09:53   #7
weiblich Anouk Ferez
 
Dabei seit: 09/2021
Beiträge: 3

Standard @ Ilka-Maria und @ MiauKuh

Hallo, vielen Dank erstmal Ilka- Maria, für die fundierte und konstruktive Kritik. Ich weiß nun, worauf ich in Zukunft besser achten werde. Solche Hinweise sind immer sehr wertvoll, da man dann nötigen Feinschliff vornehmen kann an bereits Gelungenem und weil man weiß, was man besser ganz lässt oder wo man besser noch mal ganz überarbeitet.

@ MiauKuh
auch dir vielen Dank! Ich kann auch deinem Feedback vieles entnehmen, was mich hoffentlich weiterbringt.


Danke für die Zeit , die Ihr beide Euch genommen habt und die Gedanken, die Ihr Euch zu meinen Versen gemacht habt.

Eure Verbesserungsvorschläge und Inputs finde ich gut!
Liebe Grüße, A.
Anouk Ferez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.09.2021, 20:15   #8
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 734

Standard Hallo Anouk Ferez

Die genannten Kritiken haben alle ihre Berechtigung.
Für mich ist der entscheidende Punkt aber, das Gesamtbild und dieses finde ich absolut stimmig.
Auch für mein Gefühl flacht das Gedicht nicht ab und entwickelt keine ungewollte Komik.
Du verwendest schöne Kombinationen aus Wörtern und lässt sehr gefühlvoll ein melancholisches Bild entstehen.
Das ist mein Kommentar nachdem ersten Lesen und Eindruck, ungefiltert.
Lieben Gruß Blade
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
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