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Liebe, Romantik und Leidenschaft Gedichte über Liebe, Herzschmerz, Sehnsucht und Leidenschaft.

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Alt 24.01.2022, 18:11   #1
männlich Andri
 
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Ort: Die Erde
Beiträge: 401

Standard Wieder

Meine Angst: nicht zu erkennen
deine Worte klug zu trennen
nicht zu wissen, nicht zu sehen
deine Bilder nicht verstehen

Meine Angst: dass du schneller bist
wenn du dich im Denken misst
dieses Lachen als ich etwas sage
aber keine Argumente wage

Meine Angst: gegen dich verlieren
vor dir hilflos kapitulieren
weder Ausflucht, noch Ideen
deine Augen, dunkle Seen

Diese Angst: vor der Liebe
dass sie mir alleine bliebe
wenn ich keine Sterne finde
mich verlegen vor dir winde

Wieder lacht dein Zaubermund
wieder suche ich nach Grund
deine Haare duften, fliegen
immer tiefer, tiefer wiegen

Ganz in dir vergessen
nur nach dir versessen
wie in einer Trance
ohne jede Chance

Du stehst auf und lächelst fein
und ich weiß, es wird nie sein
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Alt 24.01.2022, 18:35   #2
weiblich C.Alvarez
 
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Dabei seit: 07/2006
Ort: Santa Marta
Beiträge: 4.796

Lieber Andri,
dein sehr gut geschriebenes Gedicht hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Ganz liebe Grüsse

Corazon
C.Alvarez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2022, 21:49   #3
weiblich MuschelIch
 
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Alter: 61
Beiträge: 270

Hallo Andri,

diesen hilflosen Zustand,
wenn man wie gehäutet vor dem Menschen steht, den man liebt,
mit einem zitternden Herzen -
Du hast ihn gut getroffen.

Viele Grüße

MuschelIch
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Alt 25.01.2022, 16:39   #4
männlich Andri
 
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Ort: Die Erde
Beiträge: 401

Liebe Corazon, liebe MuschelIch
früher war mir gar nicht klar welche Hemmnisse mich alles blockierten, welche Hoffnungen und Gedanken, aber vor allem Ängste.
Immerhin inzwischen gebe ich mir auch selbst die Angst zu, sie könnte mir überlegen sein, intellektuell und emotional. Und ich würde so hingezogen werden. Kann mich in dieser Situation erkennen und sie mir vorstellen. Vor 30 Jahren noch flüchtete ich alles und wollte mich nie in Relation sehen. Meine Schüchternheit war absolut und eine völlige Blockade.
Was ich mir damals nie zugestanden hätte: es hat auch einen erotischen Aspekt
Ich hasse und liebe es zugleich...
Aber wirklich es fällt mir noch immer schwer, anzuerkennen wenn sie mir überlegen ist in diesem und jenem. Und doch suche ich sie immer, es ist so ambivalent. In ihren Augen versinken..

Alles Liebe,
Andri
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Alt 26.01.2022, 07:58   #5
weiblich C.Alvarez
 
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Beiträge: 4.796

Zitat:
Zitat von Andri Beitrag anzeigen
und ich weiß, es wird nie sein
Lieber Andri,
es gibt viele Gründe warum es nie sein wird. Welchen du konkret ansprichst ist mir nicht klar geworden.
Es könnte sein, dass du dich unterlegen fühlst, dass du Angst hast jemandem nicht gleichwertig gegenüberstehen.
Es gibt auch ganz banale Gründe warum es nie sein wird. Ein extremer Altersunterschied, zwei völlig unterschiedliche Lebensräume, andere sexuelle Ambitionen, finanzielle Abhängigkeit. Oft kommen auch mehrere Gründe zusammen. Bei mir weiss ich, warum es nie sein wird. Ich habe immer das gleiche zu hören bekommen "Du bist mir zu kompliziert". Meine Stimmunsschwankungen, meine oft grundlose Traurigkeit, meine Panikattacken, da kam spätestens nach vier Wochen der Satz "ich ertrag das nicht", was ich auch verstehen kann und ich habe nie so einen Blödsinn gesagt wie "ich werde mich ändern". Woran du das es wird nie sein festmachst konnte ich trotz deines ausführlichen Textes nicht richtig erkennen.

Liebe Grüsse

Corazon
C.Alvarez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 10:49   #6
weiblich Mohrel
 
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Beiträge: 645

Lieber Andri,

ich schleich jetzt auch schon eine Zeit lang um dieses Gedicht herum, ohne es richtig zu durchblicken.
(Die metrischen Unregelmäßigkeiten, die mein innerer Monk am liebsten ausbügeln würde, erwähne ich jetzt absichtlich nur in Klammern, weiß ich doch, dass du die manchmal einfach gern so stehen lässt )

Es liest sich fast so, dass sich das LI dem LD unterlegen fühlt (und nicht nur Angst davor hat).
Dafür gibt's ja sowieso schon mal gar keinen Grund!
Schüchternheit ist auch keiner.
Und am Ende gibt man einfach auf und lässt die Angst sich selbst bestätigen.
Wie kann man von Liebe sprechen, wenn man sich und den anderen nicht als gleichwertig sieht?
Und wenn es nur um die Ängste gehen sollte - warum stellt man sich ihnen nicht?
Wie kann einem etwas überlegen sein, das nur durch einen selbst existiert?

Es macht aber wirklich Spaß über deine Zeilen nachzudenken! Denn wirklich frei von jeglicher Angst ist ja eigentlich keiner...

Liebe Grüße
Mohrel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 12:43   #7
männlich Andri
 
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Ort: Die Erde
Beiträge: 401

Liebe Corazon,
das Ende des Gedichtes ist irreführend und war ein Notbehelf. Aber es ist schon auch bezeichnend, dass ich nicht wusste wie ich aus dem Gedicht wieder rauskomme. Ich wusste nicht wie die Szene enden kann, weil ich das nicht erfühlen kann, weil ich so eine Szene immer noch tatsächlich, oder emotional fliehen würde.

Liebe Mohrel,
mit der Metrik würde mich in diesem Fall doch interessieren, da ich mir sogar etwas Mühhe gegeben habe. Ich dachte es wäre so:
in den ersten Zeilen , den Angst Zeilen (Trochäus) kommt es zu so einem Hebungsprall, aber er ist durch den Doppelpunkt als Zäsur auch begründet.
Sonst eigentlich durchgehend Trochäus. Was nicht so gut ist ist die männl. Kadenz im ersten Vers der zweiten Strophe, das klingt falsch wie ich finde. Und ich sehe gerade kapitulieren passt nicht!
Über einen Hinweis zu fehlerhaften oder krummen Versen würde ich mich diesmal doch freuen (keine Ironie !!)
Inhaltlich fällt es mir schwer alles genau zu begründen, in Teilen ist das LI im Gedicht doch recht nah am ich. Ich glaube fast, es ist ehrlicher als gut ist...Für mich ist es schon wichtig mir solche Gefühle klar zu machen.
Natürlich sind alle Menschen gleichwertig, aber dennoch ist in einer Beziehung, oder einer anbahnenden Beziehung oft ein Ungleichgewicht. Eine(r) weint sozusagen immer mehr, investiert mehr Hoffnung, gibt mehr auf. Ich glaube es geht mir einerseits darum die Rolle anzunehmen, dessen der hofft, der investiert, der Angst hat nicht zu genügen: Das ich die Sterne nicht herbeizaubern kann, sie nicht verstehe, mich nicht getraue einen Standpunkt einzunehmen, aus Angst. Und doch Sehnsucht habe mich genau darin fallen zu lassen. Als Frau kann man vielleicht nur erahnen unter welchem Druck man sich einer Frau gegenüber fühlen kann und welcher Sog wiederum ausgeht.
Ich hätte mir schon immer etwas mehr Mut für mich gewünscht.

Alles Liebe,
Andri

Geändert von Andri (26.01.2022 um 17:31 Uhr)
Andri ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 12:53   #8
weiblich C.Alvarez
 
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Lieber Andri,
in einer Beziehung gibt es immer zwei Möglichkeiten:
Hammer oder Amboss sein.
Wenn man sich vorher nicht klar ist wer was sein will geht die Sache schief.
Wenn man an eine gleichwertige Partnerschaft glaubt geht die Sache auch schief.

Corazon
C.Alvarez ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 17:46   #9
weiblich DieSilbermöwe
 
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Lieber Andri,

ich gebe Corazon recht. Einer muss mehr zu sagen haben als der andere und der andere damit einverstanden sein. Sonst funktioniert es nicht wirklich.

Dein Gedicht gefällt mir gut.

Da du es selbst in deiner Antwort an Mohrel angesprochen hast, als uneben empfinde ich diese Stellen:

Zitat:
Meine Angst: dass du schneller bist
Zitat:
dieses Lachen als ich etwas sage
(Hier würde ich „wenn" statt „als" einsetzen)

Zitat:
Wieder lacht dein Zaubermund
wieder suche ich nach Grund
Ich würde "wieder suche ich nach dem Grund" schreiben

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 18:20   #10
männlich Andri
 
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Liebe Silbermöwe,
es freut mich sehr, dass dir mein Gedicht gefällt, es könnte auch einen kleinen Anklang in ein erotisches Spiel haben.

Die Führung in einer Beziehung kann natürlich auch wechseln oder subtil sein.

Zu dem Metrum in der genannten Zeile ich hätte das du unbetont gelassen

Diese Angst: dass du schneller bist

Zitat:
Zitat:
dieses Lachen als ich etwas sage
(Hier würde ich „wenn" statt „als" einsetzen)
das stimmt.

Die letzte Zeile ist aber glaube ich korrekt bei mir:
wieder suche ich nach Grund

Alles Liebe,
Andri
Andri ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 22:10   #11
weiblich Mohrel
 
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Beiträge: 645

Lieber Andri,

mit Trochäus, Hebungsprall, Doppelpunkt Zäsur und männlicher Kadenz erwischt du mich natürlich eiskalt!
(Und das nach solch einem Arbeitstag )

Aber ich will es gerne mal probieren:


Zitat:
Zitat von Andri Beitrag anzeigen
Meine Angst: dass du schneller bist
wenn du dich im Denken misst
dieses Lachen als ich etwas sage
aber keine Argumente wage

Meine Angst: gegen dich verlieren
vor dir hilflos kapitulieren
weder Ausflucht, noch Ideen
deine Augen, dunkle Seen

Diese Angst: vor der Liebe
dass sie mir alleine bliebe

Meine Angst: wie schnell du bist
wenn du dich im Denken misst
dass du lachst, falls ich was sage
ohne Argumentsgrundlage


Meine Angst: kapitulieren,
hilflos gegen dich verlieren


Diese Angst: vor tiefer Liebe,
dass sie mir alleine bliebe


Nur so zum Beispiel

Vielleicht ist das ja hilfreich

Liebe Grüße
Mohrel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 23:08   #12
männlich Andri
 
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Ort: Die Erde
Beiträge: 401

Liebe Mohrel,
ich finde das hast du super gelöst! Ein bisschen wird der Sinn geändert aber nicht sehr und bei der kurzen Bedenkzeit klasse! Ich glaube wirklich, dass die ersten Zeilen das Problem waren, sie wirken eher sperrig. Und wenn in der Strophe die erste Zeile hakt ist es nicht so gut.

Alles Liebe
Andri
Andri ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2022, 23:48   #13
männlich Orakel
 
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Standard O

Wenn diese letzte Liebe,
die ich durch sieben Siebe siebe......
bliebe....
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