Poetry.de - das Gedichte-Forum
Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Geschichten und sonstiges Textwerk > Kolumnen, Briefe und Tageseinträge

Kolumnen, Briefe und Tageseinträge Eure Essays und Glossen, Briefe, Tagebücher und Reiseberichte.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 17.05.2025, 12:02   #1
weiblich Layla
 
Dabei seit: 05/2025
Beiträge: 1

Standard Beitrag gelöscht

Wusste leider nicht wie ich den Beitrag lösche, sorry.

Geändert von Layla (17.05.2025 um 18:48 Uhr)
Layla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2025, 18:05   #2
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City
Beiträge: 33.226

Zitat:
Es beginnt in einem Haus, das nach außen hin Familie hieß – doch hinter den verschlossenen Türen wohnte etwas anderes: Kontrolle, Manipulation, Gewalt. Ihre Mutter – lächelnd vor Fremden, leise vergiftend hinter den Kulissen – spann ein Netz aus Misstrauen und Rollen, in dem kein Platz für Nähe war. Der Vater: ein Mann, der seine Faust mit dem Willen Gottes verwechselte und Regeln machte, die dem Leben jedes Licht nahmen. Für ein Mädchen, das nichts falsch gemacht hatte außer zu existieren, war das Zuhause wie ein Gefängnis, in dem Gerechtigkeit nie wohnte.

Sie wuchs auf zwischen Schuldzuweisungen, Drogen, Alkohol, Drohungen, und Prügel. Zwischen Bruderhass, Schuldgefühlen, und einer Mutter, die sich als Retterin aufspielte, während sie still dabei zusah, wie der eigene Mann seine Tochter brach. Worte wie „Es wird nie wieder passieren“ wurden zu leeren Versprechen, zu Mantras, die niemand mehr glauben konnte – am wenigsten sie selbst.
Das ist keine Geschichte, und selbst als Tagebucheintrag scheint mir der Text nicht passend. Er klingt eher nach einer Generalabrechnung unter der Überschrift: Ich, das Opfer.

Ich habe die ersten beiden Absätze herausgenommen, um die Schlagworte herauszuheben, mit denen der Text arbeitet, die aber nichts aussagen:

Kontrolle
Manipulation
Gewalt
Misstrauen
Gefängnis
Schuldzuweisungen
Alkohol
Drohungen
Mantras
etc.

Für eine Geschichte fehlen die Dialoge; für einen Tagebucheintrag geht die Schilderung über viele Tage hinaus.

Als Geschichte hätte ich so angenfangen:
Nach außen waren wir eine stinknormale Familie. Wir grüßten die Nachbarn freundlich, halfen einander aus, wenn Eier oder Mehl fehlten, gingen ordentlich angezogen aus dem Haus und plauderten gelegentlich miteinander, wobei wir nicht versäumten, uns über die Zigeuner in der Nachbarschaft das Maul zu zerreißen. Doch wenn die Tür hinter uns zufiel, sah es mit der Harmonie anders aus.

Da herrschte eiserne Disziplin. Hielt Rudi, mein kleiner Bruder, die Gabel nicht richtig, bekam er von Vater auf die Pfoten. Dann aß Rudi nicht mehr weiter, sondern ging hungrig vom Tisch. Und ich schob meinen Teller von mir. „Warum isst du nicht?“, bellte Vater mich an.
Und als Tagebucheintrag hätte ich so angefangen:

Er hat mich wieder geschlagen, aber ich weiß nicht, wofür. Irgendwas muss ich falsch gemacht haben, aber solange ich darüber nachdenke, komme ich der Ursache dennoch nicht auf den Grund.
Nur mal als Tipp für mehr als eine Aufzählung von Leiden, bei denen der Leser einschläft.

LG
Ilka
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für Hindernislauf

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche



Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.

1998 © poetry.de