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| Kolumnen, Briefe und Tageseinträge Eure Essays und Glossen, Briefe, Tagebücher und Reiseberichte. |
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#1 |
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Den Herbst versuche ich nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren. Möglicherweise erkennt sich jemand darin wieder.
Die Tage werden kürzer, das Licht weicher, die Schritte langsamer. Der Herbst und das Alter teilen eine stille Tiefe und gewisse Reife, lädt zum Verweilen ein, zum Staunen und Schmunzeln. Vielleicht kann man ein ermunterndes Flüstern wahrnehmen: Schau, wie herrlich das Leben war und ist. Und der Herbst weiß, dass man nicht jung sein muss, um schön zu sein. Diese Farben trägt er: Gold, Umbra, Rubin und dazwischen zeigt sich vielleicht noch ein winziger Rest von Grün. Nun gut, der Frühling zaubert wieder andere Farben hervor. Konkurrenten? Aber nein. Im schon etwas fortgeschrittenem Alter erkennt der Mensch möglicherweise eines Tages, dass auch dieses eine interessante Jahreszeit sein kann, die auf ihre ganz eigene Weise blüht, gewisse Vorzüge besitzt. Ich liebe Spaziergänge, wenn die Blätter so geheimnisvoll rascheln. Natürlich freue ich mich mit dem Wind, der mir die Haare zerzaust und auch mal ein Blatt auf der Nasenspitze landen lässt. Er amüsiert sich, wenn ich mich nach den Kastanien bücke. Erinnerungen an herrliche Kindertage. Es wurden diverse Figuren damit gebastelt. Die Kastanien dienten auch zum Trocknen der nassen Schuhe, nachdem diese *) vorher im Backofen erwärmt wurden. Wenn ich genau hinhöre, kann ich sogar sein Kichern vernehmen. Oder bilde ich mir das ein? Egal. Vielleicht raunt er mir auch zu: lass dich nie unterkriegen. Danke lieber Herbst, für deine Farben, die Stille, den besonderen Erdenduft, der reichhaltiger Ernte und vieles mehr. Jedes Jahr lässt du die Zugvögel kostenlos und ohne Gepäck in „Urlaub“ fliegen, auf deren Wiederkehr sich die Menschen Monate später freuen können. Und während die letzten Blätter fallen, bleibt etwas zurück: ein stilles Einverständnis mit dem Leben und dem eigenen Älterwerden. Wenn immer der Herbst geht, hinterlässt er Musik. *) ich meine natürlich die Kastanien, bevor ein Missverständnis aufkommt Brahms - Im Herbst (UniversitätsChor München) - YouTube Schubert: Herbstlied, D. 502 - YouTube |
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#2 |
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#3 |
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Kleine Zugabe (wenn auch "geklaut")
Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird. (Albert Camus) Man kann nichts dagegen tun, dass man altert. Aber man kann sich dagegen wehren, dass man veraltet. (Lord Samuel) LG von Inka |
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