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| Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen. |
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#1 |
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Noch bevor Zeit den ersten Herzschlag kannte,
noch bevor Dunkel und Licht sich voneinander lösten, war da die Quelle — kein Ort, kein Klang, kein Name. Sie atmete nicht, denn sie war der Atem. Sie sprach nicht, denn jedes Wort fiel aus ihr wie ein Tropfen aus dem Meer. Ein Strom aus weißem Feuer, flüssig wie das Spiegelbild des Mondes auf Wasser, strömte aus ihrem Ursprung, trieb Sterne, Staub und die stillen Samen des Lebens hinaus in das Nichts, das fortan nicht mehr leer war. Hinter diesem Licht — etwas Unerträgliches an Heiligkeit. Nicht zu sehen, nicht weil es verborgen wäre, sondern weil Augen und Seele zerspringen würden am Gewicht seiner Vollkommenheit. Und so hüllte es sich in Schleier, ließ Strahlen und Schatten tanzen, gab dem Kosmos Geburt, und den Wesen ein Maß, damit sie nicht verbrennen. Doch mit dem Atem des Lichts zogen auch andere Funken hinaus: schwarze Splitter, die sich weigerten, zu dienen, und ihre eigenen Reiche in der Leere errichteten. Sie gaben sich viele Namen — die Alten, die Gefallenen, die Herren des Staubs. Dann kam der Mensch, aus Staub geformt und mit Licht entzündet, ein Spiegel, zerbrechlich und doch fähig zu tragen. Er wandelte zwischen Dank und Gier, zwischen Opfer und Raub. Er trank Wasser, als hätte er es selbst erschaffen, und vergaß, dass jeder Tropfen geliehen war. Und über allem, unsichtbar und doch gegenwärtig, wartete die Quelle. Nicht als Richter, sondern als das Maß, an dem jede Regung gemessen wird. Denn wer ihr nahekommt, begreift ohne Worte: Kein Gebet reicht aus. Keine Dankbarkeit ist genug. Und alles, was lebt, steht im Schatten jener Vollkommenheit — der Fundamente der Schöpfung. |
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#2 |
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Dabei seit: 02/2021
Ort: mit beiden Beinen in den Wolken
Alter: 62
Beiträge: 2.133
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Gern nehme ich deine Huldigung an und schreibe deinen Namen in das Buch (du weißt schon
). wünsche schöne Träume dT |
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#3 |
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Huldigung? Ich schreibe von Fundamenten, nicht vom Fußschemeln. Wenn du dich darin wiedererkennst, spricht das nicht für meine Zeilen, sondern für deinen Spiegel.
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| Lesezeichen für Fundamente der Schöpfung |
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| maß, unzugänglichkeit, ursprung |
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