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| Kolumnen, Briefe und Tageseinträge Eure Essays und Glossen, Briefe, Tagebücher und Reiseberichte. |
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#1 |
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Dabei seit: 02/2022
Beiträge: 11
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Woher weiß ich ob ich mich selbst liebe?
Liebe ist ein Gefühl des Hingezogenseins, ein Gefühl der Zuneigung. Aber wie fühle ich diese Liebe. Liebe kann gegeben werden, kontrolliert, an die Menschen bei denen wir denken sie verdient zu haben, sie zu spüren. Manchmal wird die Liebe nicht angenommen, manchmal schon. Sollten wir keine Liebe verschenken sondern sie für uns selbst behalten ? Vermutlich schon, aber wie soll das gehen. Natürlich brauchen wir das Gefühl gebraucht zu werden und liebe zu schenken, einen Sinn zu geben und zu haben. Aber wir sind allein die Personen die unsere Liebe am meisten brauchen um zu überleben. Mit eigenen Worten sich selbst zu lieben scheint nicht zu funktionieren, sich selbst zu sehen, zu pflegen und zu schätzen schon. So zu sein wie man sein möchte. Wir lieben erst wenn wir uns trauen diejenigen zu sein, die wir sein möchten. Neue Fragen türmen sich auf, wer und wie will ich sein. Jeder selbst muss für sich entscheiden wer er wann sein möchte. Wie möchte ich meine Liebe vergeben, meine Zeit verbringen und mein Leben leben. Wie ich selbst behandelt werden möchte, so sollte ich andere behandeln, aber auch mich selbst. |
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#2 |
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Ich mag deine Gedanken! Ich kenne sie nämlich von mir selbst.
Der Eintrag ist ja schon 3 Jahre her, vielleicht hast du deine Antworten ja schon gefunden. Ich teile trotzdem mal meine Gedanken: Selbst liebe ist nicht immer laut. Sie entsteht in Momenten des Selbstmitgefühls. Wenn du dich verstehst und dir sagst, dass du heute nicht so hart mit dir selbst umgehst. Oft spürt man diese Liebe nicht. Aber sie ist da. Sie ist die innere Kraft, die dich dazu bringt, etwas erreichen zu wollen. Die Energie, die dir sagt, dass du dich schützen sollst. Emotional. Wenn du dir einen warmen Tee an einem kalten Tag machst. Dann begreifst du: Liebe mich selbst in Stille Nehm mich selbst in den Arm Und halt mich selbst ganz warm Liebe wirklich jede Rille Ist ein schmaler Weg Zu fühlen als wär es nicht wahr Doch die Liebe ist irgendwie trotzdem da Kein Hass den ich gegen mich heg Es ist eine Reise Ein große, mit ständig neuen Orten Manchmal da ist die Liebe einfach leise Kanns kaum erklären in Worten Wenn die Liebe mal leiser ist Dann lieb ich mich lauter denn je Tu mir nie mehr selber weh Weil das sonst alle Liebe frisst Schenk mir Liebe heute Und Aufmerksamkeit morgen Dann hab ich keine Sorgen Brauch dafür keine anderen Leute Denn ich bin alles Der Himmel, das Meer Die Sonne, der Mond Die Galaxien und so viel mehr - Schlünkus 04.12.2023 |
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#3 | |
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Forumsleitung
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Schön, dass Schlünskus den Beitrag hervorgeholt hat, auf den es bislang keine Reaktionen gab; vielleicht, weil das Thema nicht leicht zu kommentieren ist. Bei meiner Beschäftigung mit Psychologie und Philosophie musste ich jedenfalls feststellen, dass selbst berufsmäßige Philosophen und Psychotherapeuten sich schwertun, schlüssig und allgemeingültig zu definieren, was Liebe ist.
Was jedoch absolut wahr ist, steckt in dieser Aussage: Der Mensch sollte wissen, wer und wie er sein will, welche Haltung er zu seinem Umfeld hat, welche Handlungen für ihn richtig oder falsch sind und worauf bzw. auf welche Menschen er sich einlassen will. Das gilt nicht nur für die Liebe, sondern für alle Bereiche des Lebens. Letztendlich geht es darum, die anerkannten Gesetze zu achten und seinen moralischen Werten zu folgen, im Konfliktfall zwischen Gesetz und Moral aber auch Courage zu zeigen und Ungerechtigkeiten die Stirn zu bieten. Das kann ziemlich anstrengend werden und fordert Stehvermögen. Zitat:
Einher ging die Sache zudem mit einer Verteufelung von Verstand und Vernunft zugunsten des Gefühls. Wer aber nur nach seinen Gefühlen geht, gleicht alsbald einem schlingernden Schiff auf hohen Wellen. Haltung ist nur zu gewinnen, wenn die drei Ebenen - Verstand, Vernunft und Gefühl - zusammenarbeiten. Niemand muss Furcht haben, er könne dadurch zu einem seelenlosen Roboter werden, denn die Natur hat es so eingerichtet, dass sich der Mensch zum weitaus größeren Anteil von seinen Emotionen leiten lässt, vor allem, wenn es um Reize geht, die befriedigt werden wollen. Nicht zu vergessen: Unsere Gefühlswelt ist chemiegesteuert, verändert sich ständig und ist nicht widerspruchsfrei. Mit ständigem Selbstbezug und selbstverliebter Nabelschau kommt der Mensch nicht weiter, denn als soziales Wesen ist er allein nicht überlebensfähig. Menschen brauchen einander. Der Philosoph und Psychotherapeut Wilhelm Schmid hat für den Begriff "Selbstliebe" deshalb den Begriff "Selbstfreundschaft" geprägt. Wer möchte, kann den entsprechenden Vortrag auf youtube aufrufen. Ferner empfehle ich von Richard David Precht den Vortrag "Liebe - ein unordentliches Gefühl", ebenfalls auf youtube verfügbar. Und nicht zu vergessen: die Vorträge des Gehirnforschers Gerald Hüther, der vom Streben des Menschen nach "Kohärenz" spricht, aber gleichzeitig die Illusion abräumt, dass eine totale innere Harmonie jemals auf Dauer erreichbar wäre. Vielmehr wird dieses Bestreben ständig aus der Balance gebracht und ist erst erreicht, wenn der Tod eingetreten ist. Erst dann befindet sich der Mensch in der totalen, absoluten Kohärenz. Ich meine, dass es lohnt, sich mit diesen Fragen einmal auseinanderzusetzen. LG Ilka |
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