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Alt 27.04.2010, 12:39   #1
Donnie
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 15


Standard Innerkörperliche Kriege

Ich verrate mein eigenes Ich, um mich zu schützen, mich zu erretten vor dem Teufel in mir.
Hat die Illusion die ich mit Schweiß und Blut erschaffen habe, die Oberhand über mich gewonnen?
Ich sollte sie zerstören, ohne Greul, ermorden und sie anschließend in einer klammen Frühlingsnacht, unter blutroten Rosenbüschen verscharren.
Doch ich liebe sie zu sehr.
Liebe sie mehr als mein Leben.
Sie ist alles was mir geblieben ist.
Sie steht mir immer bei in Zeiten größter Not und hält mich fest, wenn ich drohe zu fallen in den tiefsten aller Abgründe.
Dann nimmt sie den Weg nach unten, trägt mich langsam die alten brüchigen Stufen am Rand des Abgrunds hinunter und richtet mich zugrunde.
Immerzu wispert sie mir zu was ich zu tun und lassen habe.
Sie ist mein bester Freund und mein schlimmster Feind.
Ich liebe und hasse sie.
Sie frisst mich auf, verdaut meine Gedanken, meine Erinnerungen, alles was mir geblieben ist.
Sie will immer mehr und mehr. Ihr genügt der Teil nicht, den ich ihr schon längst überlassen habe.
Sie wird sich weiter an mir zähren, bis ich nicht mehr existiere.
Bis sie meine physische Hülle vollkommen eingenommen hat und mein Geist friedlich, zwischen unendlich vielen anderen Verlorenen, im Meer der vergessenen Seelen treibt.
Die Schlacht tobt wild in meinem Inneren.
Doch sie ist schon längst verloren.
Die Truppen des Gegners sind übermächtig.
Das Schlachtfeld ist geflutet von Flüssen aus Blut, meiner Männer.
Alle liegen sie in siechenden Teichen aus frischem Blut und herausgerissenen Eingeweiden.
Ihre Lichter verlöschen im Einklang mit dem Einbruch der Nacht.
Der Himmel reißt auf und vergießt Tränen für die verlorene Seele.
Reines, klares Wasser säubert das vernarbte Land von den Spuren der Schlacht.
Eine einzige Gestalt steht noch am Rand des Feldes und bleckt ihre kantigen Zähne zu einem höhnischen Lächeln.






Keine Ahnung ob der Text in diese Rubrik gehört
Ich hoffe es einfach mal
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