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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 06.06.2010, 14:20   #1
Friedrich
 
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Standard Frankreichs Sommer

Frankreichs Sommer

Wolkenloser blauer Himmel,
Sonne sengt das weite Land,
Straße, heiß und flirrend, blendet,
Luft im Auto flutet warm.

Staubumhüllte Landmaschinen
ernten goldne Felder ab,
Duft von Heu und wilden Blüten
strömt durchs offne Wagendach.

Picknick auf der Blumenwiese,
Bäume spenden Schatten uns,
Hummeln summen, Grillen zirpen,
Schmetterlinge flattern bunt.

Abends ebbt des Tages Hitze
spürbar ab, und kühl und sanft –
wehen Lüfte von den Höhen,
streicheln Haut mit zarter Hand.

Sonne senkt unendlich langsam
sich herab zum Horizont,
Violett zu Blau sich wandelt,
über Gipfeln schwebt der Mond.

Kleine Städte wir durchfahren,
wenig Menschen sind noch drauß’,
Plätze, Häuser, hell erleuchtet,
sehen nachts so festlich aus.

Oh die vielen Sommer Frankreichs !
Am Atlantik fing es an,
in den Pinien die Zikaden,
Wellen schäumen über Sand,

Sonne bleicht das Blau des Himmels,
Meereswind zerzaust das Haar,
Herz im Herbst, du liebst noch immer:
Frankreichs Sommer, Jahr für Jahr.
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Alt 06.06.2010, 19:06   #2
weiblich FarbenLeere
 
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Mich als Frankreich Liebhaber spricht dein Gedicht sehr an.
Die Bilder,die du malst laden zum träumen ein,auch wenn der Sommer mir zwar nicht ganz so lieb ist,aber ein windiger Sommertag am Atlantik macht das ganze ja erträglich ;-)
Danke für diesen kleinen Ausflug
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Alt 07.06.2010, 20:29   #3
Friedrich
 
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Hallo FarbenLeere,

vielen Dank für Deinen Beitrag. In Deinem zarten Alter (19) fuhr ich mit Freunden das erste Mal nach Frankreich (Vendée an der Atlantikküste) und habe mich seitdem "unsterblich" in dieses Land verliebt.

Diese kleine Ode an den Sommer enstand, als ich nach längerer Zeit wieder einmal aus unserer naßkühlen Heimat geradewegs in den sonnigen Sommer Frankreichs fuhr. Und da ging mir plötzlich auf, was ich die ganze Zeit über, ohne es zu wissen, vermißt habe.

Das Schöne an diesem denkwürdigen Sommertag ist ja nicht nur des Tages Hitze (Strophen 1-3), sondern im Verein mit ihr auch die so ungemein wohltuende Abkühlung am Abend und in der Nacht (Strophen 4-6). Und dieser eine Sommertag im Elsaß (Mulhouse / Thann) steht dann stellvertretend für alle vergangenen und zukünftigen Sommer Frankreichs (Strophen 7-8).

Schön, daß es noch mehr solche Frankreichliebhaber gibt!

Mit liebem Gruß

Friedrich
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Alt 08.06.2010, 06:16   #4
weiblich FarbenLeere
 
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Wie gesagt,über die Hitze kann man in dem Fall auch einmal hinwegsehen ;-)

Ich war vor 4 Jahren im Spätsommer in der Bretagne.
Von der Atlantikküste und der tollen Landschaft kann man ja eigentlich nur schwärmen ^.^
FarbenLeere ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2010, 10:19   #5
Thing
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Halli Hallo,

bei der so schön geschilderten Hitze fielen mir meine vielen Sommer in der Provence ein. Welche Sehnsucht löst das aus. Ich werde nie wieder hinkommen.

Einfacher ist es mit Thann bzw. der ganzen Vosges-Region, die für mich noch erreichbar ist und die ich heiß und innig liebe - gerade die Seitentäler.

Du hast mir einen Genuß bereitet, einen schmerzlichen.
Dein Gedicht duftet regelrecht nach Frankreich.
Danke!

Thing
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Alt 08.06.2010, 17:18   #6
weiblich sturmmöwe
 
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Da freue ich mich doch gleich noch mehr auf die Sommerferien, in denen ich wahrscheinlich Nordfrankreich bereisen werde!

Tolles Gedicht!

lg
sturmmöwe
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Alt 08.06.2010, 21:12   #7
männlich Caliban
 
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Technisch fast einwandfrei, vielleicht liegen mir rein beschreibende Texte einfach nicht.
Liest sich wie ein gut gereimter Reisebüroprospekt.
Mag auch sein, dass es daran liegt, dass ich den französischen Sommer gemäß eigener Erfahrung mit den stinkenden Müllbergen in den Straßen von Saint Denis während des x-ten Müllabfuhrstreiks assoziiere.

BIn da sehr zwiegespalten, denn es liest sich wirklich gut.
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Alt 09.06.2010, 20:31   #8
Friedrich
 
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Hallo,

schön, daß mein Frankreichgedicht so viel Interesse findet.

@FarbenLeere

Die Atlantikküste in der Bretagne hat etwas Geheimnisvolles. Die Nachfahren der von den "Angelsachsen" vertriebenen Kelten leben noch dort und sprechen teilweise auch noch deren "gälische" Sprache (Bretagne - Grande Bretagne). Dort wird es auch nie so heiß.

@Thing

Zitat:
Herz im Herbst, du liebst noch immer:
Frankreichs Sommer,
Wer liebt, vermißt die Nähe des Geliebten, zumal es durch die Umstände in weite Ferne gerückt ist. Mit einem Gedicht kann man das Schöne bewahren, vorausgesetzt, es gelingt, dieses darin einzufangen. Schön, daß Du Dich daran so freuen kannst, da es "gemeinsame Erfahrungen" wiedererweckt.

@sturmmöwe

Danke für Dein Lob. Wenn Du nach "Nordfrankreich" unterwegs bist, dann besuche in der Normandie den Ort Etretat. Er liegt in einer Aussparung der gigantischen ockergelben Steilküste und er ist von dem Tourismus des 21. Jahrhunderts noch nicht verdorben. (Er atmet vielmehr den Geist, so scheint mir, des 19. Jahrhunderts. Der Dichter Maupassant hat dort gewohnt).

@Caliban

Du kannst mit dem Gedicht weniger anfangen, weil Du Frankreich mit Müllsäcken assoziierst. Ein Ode auf Frankreichs Sommer liest sich dann wie ein Werbeprospekt, der - möglicherweise mit Lügen - Leute zum Geldausgaben (Touristen) in das Land locken will. Wenig schmeichelhaft für mich. Andererseits, wenn ich mir vorstelle, ich bekäme Werbeprospekte in die Hand, deren Texte in vierhebigen Trochäen geschrieben wären, ginge ich sogar ins Reisebüro um mir deswegen welche zu holen.


Euch allen ein herzliches Dankeschön und

Frankreichs Sommer, Jahr für Jahr !

zumindest solange wir es uns gesundheitlich und finanziell noch leisten können.

Friedrich
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Alt 09.06.2010, 21:37   #9
weiblich sturmmöwe
 
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Hallo Friedrich

Vielen Dank für den Tipp!
Bin froh, wenn ich dem Massentourismus etwas ausweichen kann. Ich hab den Ort in Google Earth gesucht, sieht wirklich wunderschön aus. Und passt perfekt in meine Wunsch-Reiseroute!
Hmm, ich erinnere mich, in der Schule "Pierre et Jean" von Maupassant gelesen zu haben. Ich kann mich jedoch nicht mehr erinnern worum's da ging!

lg
sturmmöwe
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Alt 09.06.2010, 21:43   #10
männlich Caliban
 
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Ich verweise auf die letzte Zeile meines Posts, es sollte kein Verriss werden.

Nur habe ich Frankreich vornehmlich von einer recht unschönen Seite kennengelernt, vielleicht, weil ich oft da war, aber nie als Tourist. Und Paris wird für mich wohl nie die Stadt der Liebe sein, sondern stets die Stadt des allgemeinen Hygienedefizits und des sozialen Niedergangs.
Caliban ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.06.2010, 06:40   #11
Friedrich
 
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Hallo sturmmöwe

Zitat:
Hmm, ich erinnere mich, in der Schule "Pierre et Jean" von Maupassant gelesen zu haben. Ich kann mich jedoch nicht mehr erinnern worum's da ging!
Es geht um zwei Brüder, von denen einer herausbekommt, daß sie beide nicht dieselben Väter haben. Ein Meisterwerk des psychologischen Romans.

Im übrigen, wenn Du schon Etretat als Etappe eingeplant hast, empfehle ich Dir als Reiselektüre Une Vie von Maupassant, das bessere Pendant zu Flauberts Madame Bovary. Es gibt dort auch eine Beschreibung des alten Etretat, und die Protagonistin hat auf dem Wasser ein ähnlich schönes Erlebnis mit "Frankreichs Sommer" wie in meinem Gedicht beschrieben.

Schließlich und endlich unbedingt zu empfehlen: Küstenwanderungen! (Vielleicht entsteht dabei ein schönes Gedicht?)

Mit liebem Gruß

Friedrich
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Alt 11.06.2010, 08:39   #12
Thing
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Halli Hallo Kurier,

bei Deinem Gedicht kam mir die Normandie nicht vor Augen, obwohl ich sie früher recht gut kannte (v.A. Le Mont St. Michel in den Fluten).
Ich habe dort keine überheißen Sommer erlebt.
Das mit Maupassant wusste ich. (Deswegen wollte ich nach E.)
Habe seine sämtlichen Novellen gelesen, die Romane sagen mir weniger zu.

Aus Deinem Gedicht strömt mir immer noch die Provence entgegen.

(Empfehle von Marcel Pagnol "Une Jeunesse en Provence")


Thing
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Alt 12.06.2010, 11:37   #13
kernbusch
 
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Hi,


Oh die vielen Sommer Frankreichs !
Am Atlantik fing es an,
in den Pinien die Zikaden,
Wellen schäumen über Sand

Das ist die einzige Stelle in Deinem Text, die einen Bezug zu Frankreich andeutet.

Ansonsten könnte es ein beliebeiger Flecken Erde sein.

Für meinen Geschmack ist das Gedicht leider viel zu oberflächlich. Sicherlich hast Du beim Schreiben Bilder im Kopf gehabt, aber die sind auch dort geblieben.

Schreib es doch mal so, als ob es ein anderer auch so sehen/fühlen soll wie Du.

lg
Kernbusch
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Alt 12.06.2010, 18:07   #14
Friedrich
 
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Ich freue mich, daß mein Gedicht inzwischen doch so viel Interesse gefunden hat. Dies gibt mir die Gelegenheit, mich dazu etwas ausführlicher zu äußern.

@Caliban

Entschuldige, daß ich erst jetzt antworte, doch ich hatte Probleme mit der Telefonleitung und damit auch mit dem Internetanschluß.
Zitat:
Und Paris wird für mich wohl nie die Stadt der Liebe sein, sondern stets die Stadt des allgemeinen Hygienedefizits und des sozialen Niedergangs.
Also Paris hatte ich bei dem Gedicht am allerwenigsten im Sinn. Dieses beschreibt vielmehr die Gegenwelt zur Großstadt. Ich denke, die vielleicht wichtigste Stelle in ihm ist diese:
Zitat:
Abends ebbt des Tages Hitze
spürbar ab, und kühl und sanft –
wehen Lüfte von den Höhen,
streicheln Haut mit zarter Hand.
Natur wird hier wie eine Geliebte erfahren, die des Menschen Haut zärtlich streichelt. Das abendliche Nachlassen der Hitze wird vom Li besonders beglückend erfahren, weil sie, die Hitze des Tages, ihm vorausging. Und dieses liebevolle Verhältnis von Mensch und Natur geschieht in einem Rahmen von sanften Farben und Bildern wie die Gipfel der Berge und der über ihnen schwebende Mond. Sonne und Mond wechseln einander ab, und dazwischen liegt der schönste Augenblick des Tages, der bald darauf mit dem Durchfahren der hell erleuchteten kleinen Städte festlich endet. In französisch könnte man dieses glückliche Verhältnis von Mensch und Natur vielleicht so ausdrücken: Le mariage de l'homme avec la nature.

Und beim Verfassen des Gedichts wird sich das Li zweierlei bewußt: zum einen hat es dieses beglückende Verhältnis von Mensch und Natur schon früher erfahren, - ohne daß daraus ein Gedicht entstanden wäre. Mit dem ersten Sommer am Atlantik fing es an und zog sich dann als "roter Faden" durch alle kommenden Sommer. Zweitens wird ihm bewußt, daß es überhaupt nicht selbstverständlich ist, noch viele weitere Sommer in diesem Sinne erleben zu können (aus welchen Gründen auch immer).

In einer Millionenmetropole wie Paris mag es vielleicht Hitze geben, doch diese ebbt nicht ab, sondern staut sich zwischen den Mauern. Darüber hinaus haben die Steine und der Asphalt die Tageshitze gespeichert und geben sie gleich einem Backofen nach Sonnenuntergang wieder ab. Die Hitze lastet weiter, kein Wind bringt Kühlung. Und weil die Luft so feucht und heiß ist, brauchen wir Klimaanlagen, um uns wohl zu fühlen. Die oben genannte "mariage" wird damit unmöglich. Darüber hinaus sind wir in der Großstadt eingesperrt und erleben so nicht das Weite, mit allem was dazugehört: Felder, Wiesen, Insekten.

Diese "mariage" von Natur und Mensch, die das Li zu seiner Ode auf den Sommer veranlaßt hat, können andere Menschen natürlich auch woanders erleben als in Frankreich. Es liegt an einem jeden selbst, "seine" Gegend zu finden. Doch vielleicht ist gerade Frankreich für viele (Deutsche) eine gute Option?

Also lieber Caliban, vergiß Paris und den Müll und verbringe den Sommer "à la campagne".

Mit liebem Gruß

Friedrich

@Thing

Du hast recht! Die Normandie ist nie so heiß wie die Côte d'Azur oder die Provence. Allerdings ist die Hitze, wie ich oben in der Antwort zu Caliban dargestellt habe, ja nur ein Aspekt unter anderen.

Marcel Pagnol liebe ich sehr. Ich war als Student so von ihm begeistert, daß ich alles las, was er geschrieben hat: Romane, Kindheitserinnerungen, Theaterstücke, Filmdrehbücher.

Mit liebem Gruß

Friedrich

@kernbusch

Zitat:
Für meinen Geschmack ist das Gedicht leider viel zu oberflächlich.
Für meinen Geschmack ist Dein Kommentar leider viel zu oberflächlich.
Zitat:
Sicherlich hast Du beim Schreiben Bilder im Kopf gehabt, aber die sind auch dort geblieben.
Sollte es so sein, dann wüßte ich etwas davon. Mein Gedicht strotzt nur so von "Bildern", und dennoch sollen sie "meinen Kopf" nicht verlassen haben?
Zitat:
Schreib es doch mal so, als ob es ein anderer auch so sehen/fühlen soll wie Du.
Korrekterweise müßte es heißen: Schreibe es doch so, daß ein anderer sehen und fühlen kann wie Du. Wenn ich mir den Faden ansehe, bist Du der einzige, bei dem es mir nicht gelungen ist. Das kann aber mehr an Deiner persönlichen Disposition liegen, als an meinen "fehlenden Bildern". In diesem Gedicht kommt eine "heile Welt" par excellence zum Ausdruck; Mensch und Natur sind optimal vereint. So etwas zu erleben, ist jedoch nicht jedermann gegeben, und manche reagieren aus diesem Grunde etwas "allergisch" darauf. Vielleicht gehörst Du zu ihnen.

Die oben zitierte fehlerhafte Schreibweise kam sicher deshalb zustande, weil Du Deinen Kommentar vor oder nach dem "Abschicken" nicht mehr durchgelesen hast. Hättest Du's getan, wäre Dir bestimmt auch das
Zitat:
beliebeiger Flecken Erde
aufgefallen. Und wer sich nicht hinreichend Zeit für das Schreiben nimmt, ist der nicht "oberflächlich"?

Mit liebem Gruß

Friedrich
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Alt 12.06.2010, 18:26   #15
kernbusch
 
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Wow, was sind wir empfindlich.

Ich bleibe bei meinem Statement.

Die Verse lassen sich großteils auf eine Sommerlandschaft jedes beliebigen Landes übertragen.

Was haben z.B. staubige Landmaschinen speziell französisches an sich???

Landestypisches kommt, zu Lasten eher kitschiger Zeilen, zu kurz.

Es ist leider ein Zeichen von Unreife, trotzig auf ernstgemeinte Kritik zu reagieren.
kernbusch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.06.2010, 19:21   #16
Friedrich
 
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@ kernbusch

Zitat:
Die Verse lassen sich großteils auf eine Sommerlandschaft jedes beliebigen Landes übertragen.
Stimmt! Ist für mich aber keine Kritik, da für die Kernaussage nicht relevant. (Siehe meine Antwort auf Caliban).

Zitat:
Was haben z.B. staubige Landmaschinen speziell französisches an sich???
Nichts! Müssen sie aber auch nicht; allerdings gehören sie für mich zum Sommer dazu.

Zitat:
Landestypisches kommt, zu Lasten eher kitschiger Zeilen, zu kurz.
Du meinst wohl "zu Gunsten" ... ?

Zitat:
Es ist leider ein Zeichen von Unreife, trotzig auf ernstgemeinte Kritik zu reagieren.
Stimmt auch, nur kann ich Deine Kritik aus genannten Gründen nicht ernst nehmen.

lg

Friedrich
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Alt 13.06.2010, 19:56   #17
Thing
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Lieber Friedrich mit Halli Hallo,

ich verstehe gar nicht, worauf kernbusch abzielt.
Jedes beliebige Land?
Da sei der Atlantik (das Mittelmeer) vor.

Soweit i c h die Kommentare verstanden habe, hat sich fast jeder Leser in La France wiedergefunden. (Habe kein Hakerl für unters "c" ).

Hitze, Erntemaschinen, Staub und Zypressenduft -
Ruhe überm Land ....
Abendruhe, nahende Kühle ...

na ja, ich habe mich wohl wieder in Deinem Gedicht verloren..


unwiederbringlich vorbei
sagt

Remulus
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Alt 14.06.2010, 02:02   #18
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Zitat:
Hitze, Erntemaschinen, Staub und Zypressenduft -
Ruhe überm Land ....
Abendruhe, nahende Kühle ...
Zypern, Korsika, Spanien, Italien, Griechenland?
Serbien, Kroatien, Rumänien, Israel, Libyen, Libanon, Ägypten?
Caliban ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2010, 22:51   #19
Friedrich
 
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Lieber Caliban,

jetzt habe ich Dir in Posting Nr. 14 eine mehr als 400 Wörter umfassende Replik geschrieben und mir scheint, als hättest Du sie nicht einmal gelesen. Stattdessen zitierst Du einen Teil von Thing' Kommentar und haust in dieselbe Kerbe wie Kernbusch, der mir vorwirft, mein Gedicht habe außer der vorletzten Strophe nichts "speziell Französisches" (großgeschrieben!) an sich. Alle meine schönen Sommerbilder gäbe es auch anderswo zu sehen.

Nun, das mag ja durchaus sein, doch gereicht dies dem Gedicht zum Schaden? Was ist denn das speziell Französische im sommerlichen Frankreich? Pastis unter den Platanen in Aix-en-Provence? Bouillabaisse im Hafen von Marseille? Café noir, Croissant und Cognac auf dem Montmartre in Paris? Damit wird das Ganze doch zu einer Art Werbeprospekt, der diese Bedingungen - Präsentation des touristisch Besonderen - erfüllt.

Mein Gedicht ist eine euphorische Liebeserklärung an das "ländliche" Frankreich und an die Natur, die mir im Sommer (bei Hitze und Abkühlung in einem entsprechenden schönen Rahmen) besonders nahe ist. Ich persönlich habe es anderswo nie so intensiv erlebt, was jedoch nicht heißen soll, daß es für andere Leute in anderen Gegenden der Welt nicht auch auf ihre Weise erfahrbar ist.

Mit liebem Gruß

Friedrich
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Alt 15.06.2010, 00:38   #20
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Doch, ich hab' sie gelesen, ich hatte zuvor auch geschrieben, dass sich Dein Text gut liest, technisch sauber ist und ich ihn nicht verreißen will, dass ich jedoch andere persönliche Assoziationen mit Frankreich habe, sei das Paris, das Limousin oder Limoges.
Und die sind nunmal da. In Montmartre gab's heillos überteuerten Kaffee, der darüber hinaus furchtbar geschmeckt hat, wie überhaupt jeder Kaffee, den ich in Frankreich getrunken habe. Wobei das auch daran liegen mag, dass ich eher der Typ für sizilianische Röstungen ohne Robusta-Beimischung bin, Vollautomaten und Kapselmaschinen lieber dem Feuer übergeben möchte als Nazis die Werke von Heinrich Heine und auch sonst hohe kulinarische und hygienische Ansprüche an die Gastronomie richte, was in Frankreich offenbar zuviel verlangt ist, in etwa wie Fremdsprachenkenntnisse und Höflichkeit. Was soll ich also groß antworten?
Offenbar haben wir sehr unterschiedliche Ansichten von Frankreich.

Mein letztes Posting ging dann auch tatsächlich an Thing gerichtet, da die Aspekte, die er nennt, auf jedes Mittelmeerland passen könnte, was ja wohl nicht von der Hand zu weisen ist.

Ich will Dir Deine Liebe nicht nehmen, teile sie jedoch nicht, ich stehe unserem westlichen Nachbarn sehr ambivalent gegenüber, je suis tres desolee, mon ami. C'est comme ca et pas expres.

Bonne nuit,
Caliban.
Caliban ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2010, 13:11   #21
Thing
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Halli Hallo, caliban -

ich kenne kein Mittelmeerland außer Frankreich.
Von daher ist es sicher verständlich, daß ich mich angesichts des Gedichtes in Erinnungen "suhlen" konnte.

Thing
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Alt 16.06.2010, 20:33   #22
kernbusch
 
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Letztens hatte ich einen im Tee, daher war meine Rechtschreibung sicherlich nicht mängelfrei.

Meine Kernaussage bleibt dennoch bestehen.

Das Problem ist die Überschrift: Frankreichs Sommer.

Leser, die Frankreich schon bereist haben, haben natürlich Bilder im Kopf.

Beim Lesen begegnet man dann tatsächlich dem Sommer (wenn auch in eher unorigineller Form), Frankreich explizit wird jedoch nur in der besagten einen Strophe angekratzt.

Lautete der Titel Sommer, wäre alles ok, der Text zwar langweilig, aber was soll sein.

So ist er schwach.
kernbusch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.06.2010, 19:46   #23
Friedrich
 
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Standard Friedrich, der Mogelkünstler

Der "Faden" reißt nicht ab. Das ist schön, denn so habe ich Gelegenheit, mich zu bestimmten Themen zu äußern, die für mich wichtig sind, und die - und man sieht es an den "Einschaltquoten" - für andere durchaus interessant sind. Vielleicht kann der eine oder andere daraus etwas lernen.

Friedrich, der Mogelkünstler! Er "verkauft" Prosa als Gedicht und Gedichte unter irreführendem Titel.

@Thing
Zitat:
ich kenne kein Mittelmeerland außer Frankreich.
Von daher ist es sicher verständlich, daß ich mich angesichts des Gedichtes in Erinnungen "suhlen" konnte.
In Goethes Iphigenie auf Tauris heißt es
Zitat:
"Und am Ufer steh' ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend."
Vielleicht sucht jeder sein Land mit der Seele, so seine Heimat ihm einiges schuldig bleibt; und dies zumeist ohne es im einzelnen zu wissen. Und irgendwann entdeckt er vielleicht, wonach er immer schon gesucht hat. Zu einem Land kann einem dann ein liebendes Verhältnis zuteil werden wie zu einer Frau. Und diese Liebe kann sich einem dann in einem Gedicht kundtun und in ihm seinen Ausdruck finden. Was sollen dann aber diese relativierenden Einwände, daß es noch andere schöne und warme Länder gibt? Die große Liebe zu einer Frau stellt alle Vorgängerinnen in den Schatten und relativiert alles, was neben ihr erscheint oder nach ihr kommen mag. Ich will dies jetzt nicht als absolut hinstellen, doch meistens ist es so.

Schön, daß Du Dich "in Erinnerungen suhlen" konntest!

Friedrich

@Risiko

Ja, Risiko,

ich vermag es kaum zu glauben, daß mein glühendes Gedicht wie eine kalte Dusche wirken kann.
Zitat:
Man beginnt zu lesen, denkt noch prima, klingt gut und dann bekommt man eine kalte Dusche, weil eben Himmel -Land - warm - blendet - sich nicht reimen.
Manche Leute denken, ein Gedicht sei nur dann ein solches, wenn die Zeilenenden, ob nun paar- oder kreuzweise oder nach einem bestimmten Muster, einen Gleichklang ergeben. Und man kennt diese unerträglichen Gedichte bei runden Geburtstagen und Hochzeiten, wo im Grunde nichts stimmt als eben der Reim am Ende.

Frankreichs Sommer hat 8 Strophen zu jeweils vier Verszeilen, im vierhebigen Trochäus (XxXxXxXx). Das ist doch schon einmal ein Merkmal für ein Gedicht und nicht für Prosa.
Zitat:
Wolkenloser blauer Himmel,
Sonne sengt das weite Land,
Straße, heiß und flirrend, blendet,
Luft im Auto flutet warm.
Prosa wäre doch "Im wolkenlosen blauen Himmel steht die Sonne und sengt mit ihrer Hitze das weite Land. Auf der heißen Straße blendet die flirrende Luft den Autofahrer. Zur Metrik kommt also noch Verdichtung und Satzbau hinzu (Straße, heiß und flirrend, blendet).

Was ich zudem in Gedichten auch noch schön finde, sind Konsonanten oder Vokalfolgen.
Zitat:
Hummeln summen, Grillen zirpen,
Schmetterlinge flattern bunt.
Ein weiteres wichtige Eigenschaft für ein - schönes - Gedicht ist, wenn man es "singen" kann. Der Dichter war im Mittelalter zugleich Sänger. Frankreichs Sommer entstand aus sich selbst, ohne festen Plan, auf genau die Weise, wie ich es meinem Gedicht "Perlen" beschrieb. Später fiel mir auf, daß ich es als eine Ode bezeichnen kann, weil es vom Rhythmus und von der Gefühlslage Schillers Ode an die Freude gleicht. Ich sage Dir das jetzt nicht, lieber Risiko, um mich mit Schiller zu vergleichen, sondern um Dir darzulegen, daß Du mein Gedicht zu unrecht "Prosa" nennst. Ich weiß nun nicht, wie es mit Deiner Musikalität bestellt ist, doch Du kannst mein Gedicht auf der Beethovenschen Melodie singen, (was wiederum nicht heißt, daß ich das tue, sondern nur, daß es geht).
Zitat:
So geschrieben mag es mir nicht gefallen.
Wenn Dir mein Gedicht nicht gefällt, dann kann ich es nicht ändern, ich habe mein Bestes jedenfalls gegeben, und mehr kann man fairerweise von mir nicht erwarten.

Mit lieben Grüßen

Friedrich

@kernbusch

Zum Titel habe ich mich schon geäußert und will mich hier nicht wiederholen. Schade, daß Dir das Gedicht nicht gefällt. Da ich jedoch keine bestimmte "Klientel" vor Augen habe, schreibe ich sie so, wie sie entstehen. Die Reaktion darauf kann dann unterschiedlich sein, das ist normal und nicht zu ändern.

Trotzdem Dank für Deine Aufmerksamkeit

Friedrich
Friedrich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2022, 06:18   #24
weiblich DieSilbermöwe
 
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Ich suche gerade Gedichte über die Provence und habe dieses gefunden; ich weiß nicht, ob der Dichter hier noch liest, aber: danke für dieses schöne Gedicht!
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2022, 09:45   #25
Friedrich
 
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Hallo Silbermöwe,

Zitat:
ich weiß nicht, ob der Dichter hier noch liest, aber: danke für dieses schöne Gedicht!
Ja, der "Dichter" liest in diesem Forum nur noch wenig, weil er sich unlängst über einige höchst unqualifizierte Kommentare eines prominenten Users sehr geärgert hat. Andererseits wird man per e-mail benachrichtigt, wenn ein neuer Kommentar eingegangen ist.

Schön, daß Dir mein Gedicht so gut gefallen hat. Es ist eine Ode an Frankreich und auf all die Sommer, die ich dort verbringen konnte. ("Ode": man kann die Strophen singen wie Schillers "Ode an die Freude")

Das Gedicht handelt eigentlich nicht von der Provence, obwohl ich auch diese sehr liebe. Die ersten sechs Strophen beschreiben einen sonnigen Tag und eine laue Nacht im Elsaß, die letzten beiden Strophen binden alles mit dem ursprünglichen Erleben meines ersten Sommers an der französischen Atlantikküste zusammen. Grundidee ist das Glückserlebnis, das man im sommerlichen Frankreich erleben kann. Inzwischen hat sich ja durch den Klimawandel einiges verändert, doch als das Gedicht entstand, gab es noch viele verregnete Sommer in Deutschland und damit wird auch das Glücksgefühl bei einem "richtigen" Sommer verständlicher.

Liebe Grüße

Friedrich
Friedrich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2022, 10:23   #26
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
Ja, der "Dichter" liest in diesem Forum nur noch wenig, weil er sich unlängst über einige höchst unqualifizierte Kommentare eines prominenten Users sehr geärgert hat.
Dürfte sich mittlerweile erledigt haben. Der User ist im Forum nicht mehr aktiv.
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2022, 15:26   #27
weiblich DieSilbermöwe
 
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Hallo Friedrich,

ich fahre demnächst in die Provence und auf der Hinfahrt natürlich auch durch einen Teil Frankreichs, der nicht in der Provence liegt. Dein Gedicht hat für mich einfach einen zuberhaften Flair (bei Atlantikküste hätte ich mir denken können, dass es eigentlich nicht von der Provence handelt )aber ich hatte „Provence" in die Suche eingegeben und dann kam unter anderem auch dieses Gedicht.

Wie schön, wenn man viele Sommer in Frankreich verbringen durfte! Ich war erst einmal da, in Paris. Auch das war unvergesslich.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2022, 13:56   #28
männlich Olaf999
 
Dabei seit: 05/2022
Ort: 53757 Sankt Augustin, Buisdorf
Beiträge: 1

Standard Frankreichs Sommer

Ein wunderschönes Gedicht,
wofür ich dem Dichter danken möchte.
Herzliche Grüße
Olaf:D
Olaf999 ist offline   Mit Zitat antworten
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