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Die Philosophen-Lounge Forum für philosophische Themen, Weisheiten und Weltanschauungen.

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Alt 15.03.2022, 19:02   #1
weiblich poetlena
 
Dabei seit: 03/2022
Ort: vielleicht weit weg, vielleicht ganz nah
Beiträge: 4

Standard Worüber alle reden

Alle reden über die Liebe. Über ein gutes Gefühl was ich scheinbar nie kriege. Ein Gefühl was vermeintlich immer nur schön ist doch auch die Liebe hat Schattenseiten und es ist wichtig das man das nie vergisst.
Alle reden über mehr sein, über sich weiterentwickeln obwohl sich währenddessen so viele versuchen sich über Wasser zu halten, mit allen Mitteln.
Alle reden über die Zukunft, den nächsten Schritt doch ich bin da anders, mir fehlt dafür der Blick. Der Blick für was Neues, ich häng zu sehr am Alten und mir fällt es so schwer meine Zukunft sinnvoll zu gestalten.
Dann reden Sie wieder über einen neuen Job, über Kinder haben doch mein Körper heilt noch seine alten Narben. Die Narben die ich immer wieder auf mache und ich weiß es ist nicht gut für mich aber es beruhigt, vielleicht ist das die Ursache. Die Ursache für all das worüber alle reden, meistens über schöne Dinge aber nicht nur aus denen besteht das Leben.
Alle reden über frei sein und über das verlassen des Alltagstrott, doch wenn wir ehrlich sind: Die Ungewissheit und all‘ das, ist einfach nur Schrott. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier vielleicht ist da deshalb dieses Gefühl zwischen mir und dir. Ein Gefühl was immer da ist, niemals schwindet. Ein Gefühl welches meine Seele auf ewig an deine bindet.
Alle reden über Frieden, nicht nur auf der Welt sondern auch tief in einem drinne, doch sind wir mal ehrlich, ihn zu bekommen liegt zwar in jedermanns sinne aber einfach ist es nicht. Er ist so schwer zu kriegen, dabei wär‘ es so schön sich mal nicht mit den schlechten Gedanken zu bekriegen, Sie einfach zu vergessen, an etwas anderes zu denken und sich ausnahmsweise mal einen guten Gedanke zu schenken. Mal zu vergessen warum ich denn hier bin, auch mal versuchen das gute zu sehen, vielleicht ist das ja der Sinn? Der Sinn vom Leben, über den alle reden.
Außerdem reden Sie über Fehler. Nicht über ihre, denn das geht gar nicht, sie reden über Fehler die andere machen und sie sehen das verbessern als Ihre Pflicht, denn die Gesellschaft tickt da kompliziert, sie verurteilen dich, wenn du was Ungewöhnliches probierst.
Alle reden über so viel, doch niemals über sich denn, wenn rauskommt das man selbst nicht perfekt ist wäre das zu ärgerlich.
In Angesicht dessen, das alle so viel reden, aber im Endeffekt doch nichts wissen wäre es von Vorteil wenn wir alle gemeinsam das verurteilen stoppen und aufhören die guten Gedanken zu missen.
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Alt 16.03.2022, 05:05   #2
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Reimershagen in Mecklenburg-Vorpommern, Nähe Güstrow
Beiträge: 6.663

Herzlich willkommen, Poetlena, in den Reihen der Schreiberlinge!
Ich habe mit einem Lächeln Dein Lamento gelesen und mir fielen zuerst die Worte des geplagten Hiob ein: O wär ich nie geboren!
Das Leben hält noch so manches für Dich bereit. Wäre es nicht so, könnte das Verhalten vor uns geborener Menschen eine Kösung des Dilemmas sein - die haben sich erschossen und Ruhe war.
Ich habe mir Deine Lieblingsautoren angesehen und dann fing es an, mir etwas zu dämmern. Eine sehr gute Freundin von mir mit dem klangvollen Namen Mercedes, eine tolle Frau, intelligent, schlagfertig, ausnehmend hübsch und uns allen haushoch überlegen, wandte sich während des Studiums Franz Kafka zu. Und Kafja ist für Heranwachsende das reine Gift. Den verträgt erst ein geübtes Hirn. Also: Finger weg erst einmal von Kafka und vielleicht eine gute Dosis Heinrich Heine.
(Im übrigen: Deine Story ist wohö in der falschen Rubrik, Die Prosawerke gehören woanders hin)
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2022, 07:22   #3
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 27.536

Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
(Im übrigen: Deine Story ist wohö in der falschen Rubrik, Die Prosawerke gehören woanders hin)
Guten Morgen,
ich habe überlegt, ob der Text besser unter Tagebucheinträgen oder in der Philosophen Lounge aufgehoben ist und habe ihn in letzteres verschoben.

Zitat:
Zitat von poetlena Beitrag anzeigen
Alle reden über frei sein und über das verlassen des Alltagstrott, doch wenn wir ehrlich sind: Die Ungewissheit und all‘ das, ist einfach nur Schrott.
Offensichtlich versteht jeder unter "frei sein" etwas anderes. Die einen meinen: von den Zwängen des Alltags; die anderen meinen jedoch das Leben in einem demokratischen Rechtssystem. Und dann gibt es noch die geistige Freiheit, die vor Gehirnwäsche - oder vornehm ausgedrückt: Manipulation - schützen soll. Tiefer denkende Menschen sehen den Begriff "Freiheit" im Zusammenschluss all dieser und noch anderer mehr Aspekte.

Die meisten Menschen waren aber noch nie so frei wie heute, in vielen Ländern frei von der früher üblichen Sklaverei, frei von der Scholle, frei in der Wahl ihrer Ausbildung und ihres Berufs, und - zumindest in der christlichen Welt - frei in der Wahl ihres Lebenspartners. Die Menschen genießen Freizügigkeit, so dass sie wohnen und reisen können, wo sie wollen, und sie sind frei von der Alltagsplackerei früherer Tage, in denen man noch selber Holz hacken und die Wäsche im Kessel abkochen, stampfen, schrubben, von Seife freispülen und jedes Stück eigenhändig an einem Trockenseil aufhängen musste, das man selber mitzubringen und zu spannen hatte. Vor sechzig Jahren, und das ist wahrlich nicht lange her, kosteten einen mittelmäßig verdienenen Arbeiter die Nahrungsmittel prozentual zu seinem Nettolohn weitaus mehr Geld als heute, so dass kaum jemand sich die damals teuren Fernsehgeräte, geschweige denn ein Auto leisten konnte., und wenn, waren das gebrauchte Kleinstwagen, die man sich mit einem Mitfinanzierer aus der Familie teilte. Und was den heute so bejammerten Leistungsdruck in der Schule angeht, war dieser bis zu den 68er-Randalen um ein Vielfaches härter als heute. Aus einer unterträglichen Ehe auszusteigen war bis in die 70er Jahre hinein ein fast unmögliches Unterfangen, teils wegen kleiner Kinder (die Pille war damals noch nicht selbstverständlich), teils wegen der strengen Gesetze und den erniedrigenden Gerichtsverhandlungen, teils aus Glaubensgründen. Ohnehin hatte eine Ehefrau keine eigenen Rechte, sondern unterstand dem Wohl und Wehe des Ehemannes, als sei sie nichts weiter als sein Mündel. Das bedeutete: Kein eigenes Recht auf eine Berufsausübung, kein eigenes Bankkonto.

Wer in die westlichen Wohlstandswelt hineingeboren wurde und das alles nicht kennt, hat natürlich gut Klage über die heutige "schlimme" Zeit zu führen.

Auch wird bei dem Gejammer auf hohem Niveau oft übersehen, dass die Inanspruchnahme oder der Verzicht von Freiheit bereits eine freie Entscheidung des Individuums ist. Manche suchen das Abenteuer und machen sich auf die Reise um die Welt oder besteigen Berge; andere genießen die Sicherheit der vermeintlich berechenbaren Alltagsroutine, weil sie eine verlässliche Basis für ihre Zukunftspläne haben wollen - alles eine Sache der Perspektive. Man muss sich lediglich die Freiheit nehmen, zu entscheiden, wie man leben will.

Ich empfehle dir den Philosophen Karl Raimund Popper und dessen Werk "Die offene Gesellschaft". Weiterhin empfehle ich dir, die Finger wegzulassen von Büchern, die Menschen beraten, wie sie glücklicher werden können. Damit werden nur die Autoren glücklich, weil ihnen diese Bücher Geld bringen. Mit der Realität haben diese Berater nichts zu tun, denn es gibt nichts Ideales auf der Welt und Glück im Sekundentakt schon mal gar nicht. Alles, was diese Autoren in den letzten Jahrzehnten vollbracht haben, ist, die Menschen unglücklicher und egoistischer zu machen und sich nur noch um sich selber kreisen zu lassen. Nicht "Glück" - was immer das sein mag - zählt im Leben, sondern Zufriedenheit.

LG
Ilka
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2022, 09:17   #4
weiblich poetlena
 
Dabei seit: 03/2022
Ort: vielleicht weit weg, vielleicht ganz nah
Beiträge: 4

Liebe Ilka, Lieber Heinz,
ich danke euch von Herzen für eure krittik und eure Tipps bezüglich einiger Autoren und des schreibens. Ich werde versuchen es umzusetzten.
LG poetlena
poetlena ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
liebe, loslassen, schmerz

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