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| Rollenspiele und Bühnenstücke Eigene Bühnenstücke, Rollenspiele und Dialoge. |
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#1 |
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Dabei seit: 06/2025
Alter: 58
Beiträge: 12
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Milde und satt sitz er, nach einem langen Tag, mit seinem treuen Hund am wohlverdienten Lagerfeuer. Die Nacht in den Bergen mag wohl noch jung sein, er aber, Jean Paul Baptist, benannt nach einem General aus den napoleonischen Kriegen, ist es schon lange nicht mehr. Der alte Mann stochert unruhig in der Glut, seine schweren Gedanken wollen endlich schreiend raus aus ihm. Sie wollen endlich geboren werden aus seinem alten Munde. Denn alle Gedanken und das wissen nur die Wenigsten unter uns, haben nur ein inniges Verlangen, sie wollen endlich laut gesagt sein. Jean Paul spricht mit der Nacht.
"O ihr ewigen Mörder, ihr stillen Todbringer, innerlich gequält von meinem Unvermögen, den endlos wachsenden Zorn, der in mir wohnt, zu bändigen, blicke ich hier und jetzt mit voller Verachtung in eure seelenlosen Augen und was ich da erblicke, darf und wird mir niemals gefallen. Daher verschont mich mit euren wohltuenden Blicken, die woanders vielleicht als der Beginn einer langjährigen Freundschaft gedient hätte. Ihr jedoch seit das absolut Böse in Menschengestalt und wem dient das Böse. Das Böse dient nur sich selbst. Ihr Kindermörder passt nicht in die herrliche Welt der Liebe und der Hoffnung, der Geborgenheit und der Zuversicht, der Freude und der Glückseligkeit. Ihr verdammten Mörder, wie kann euch das Bitten und Flehen einer jungen Frau oder die Tränen eines nach seiner Mutter schreienden Kindes so eiskalt lassen. Lebt denn kein warmes Herz in eurer Brust? Wohnt denn keine Liebe in euch? Ist denn jetzt schon alles tot und düster in euch? Wie frage ich euch, könnt ihr es wagen, euch dann Menschen zu nennen, wie? Ihr Frauenmörder passt nicht in meine Welt der farbigen Blumen und der lachenden Kinder, der bunten Wiesen und der singenden Vögel. Ihr seid wie erbarmungslose Bestien, die in der Dunkelheit einer kalten Nacht kein Mitleid kennen. Ihr seid wie hungrige Wölfe, die aus den Wäldern kommend in eine schlafende Herde eindringen und alles im Blutrausch töten. Ihr hinterlistigen Mörder, ich speie euch meine ewige Feindschaft, meine größte Abneigung und meinen niemals enden wollenden Hass entgegen. Ihr, die ihr jeder Vergebung, jeder Gnade für alle Zeiten unwürdig seid. Ich, Jean Paul Baptist schwöre euch hier und jetzt, ich würde die Wege und Gassen mit euren Körpern pflastern, wenn der König mich ließe. Es passt mir nicht, dass ihr Serienmörder es wagt, die gleiche Frühlingsluft zu atmen wie ich, die gleich Abendsonne genießen wollt wie ich oder die gleichen Sterne in der Nacht bewundert wie ich und schon gar nicht passt es mir, dass ihr die gleichen Huren liebt wie ich. Ihr abscheulichen Mörder, niemand ist vor euch sicher und dennoch, ich Jean Paul Baptist will euch jagen. Genau so wie ihr verdammt seid, so will ich es auch sein. Denn nur dafür wurde ich geboren, um eure Nemesis zu sein. Das wäre so gewiss wie mein unerfülltes Verlangen, euch auf einem mittelalterlichen Scheiterhaufen brennen zu sehen. Während die gesegneten Flammen euch langsam verschlingen, würden unsere Blicke das letzte Mal treffen. Jeder würde den anderen anstarren, ihr aus unendlichem Schmerz, ich aus unendlicher Freude. Es passt mir nicht, dass ihr Massenmörder weiter leben dürft, während andere unter euren verschwitzten Händen den grausamen Tod gefunden haben. Weinend, flehend, in Todesangst nach ihren Väter und Muttern schreiend. Während ihr euch an ihren Schmerzen und Ängsten gelabt habt. Ist es nicht so, antwortet mir, ist es nicht so? Wahrlich ich sage euch, wenn ich dürfte, ich würde den letzten Menschen den ihr getötet habt auf euren Rücken binden. Damit ihr die Schandtat am eigene Leib erfahren müsst. Jeden Tag sehen zu müssen, riehen zu müssen, wie der arme Körper des anderen langsam von Würmern zerfressen wird und ihr könnt euch nicht verstecken. Die Maden werden überall sein, mit euch, an euch, in euch. In alle Öffnungen werden sie eindringen und euch von innen auffressen, wie einen faulen Apfel. Denn mehr seid ihr nicht in meinen Augen. Ihr untertäglichen Mörder, ihr wagt es mir zu sagen, ich wäre dem Wahnsinn genau so nah wie ihr. Wohl möglich, aber mein Wahnsinn ist heilig. Denn man kann mit frommen Lämmern keine Wölfe jagen. Man kann Böses nur mit Bösem bekämpfen. Es passt mir nicht das ihr Todschläger in eurer schattigen Zelle sitzend die schönsten Bücher lest und das feinste Essen kostet, welches man euch in falsch verstandener Menschlichkeit zu geben pflegt. Wenn wo anders arme Gestalten, die frei von jeder Schuld sind, nicht das wohlverdiente Glück haben, jeden Tag ein warmes Mahl zubekommen. Ihr seelenlosen Mörder, ihr stillen Todbringer, ihr seid all das, was ich aus tiefstem Herzen verabscheue. In jeder Stadt werdet ihr der Abschaum der Menschheit sein. Ihr Menschenfresser passt nicht in meine geliebte Welt. Ich würde euch alle auf eine einsame Insel verbannen, wo ihr dann euch gegenseitig, wenn die erste Nacht einbricht, zeigen könntet, welches todbringende Handwerk ihr könnt. Ihr verfluchten Mörder, euer letzter Atemzug, euer letzter Herzschlag, euer letztes Flehen soll mein bitteres Geschenk an die Familien sein, denen ihr jedes Glück und jede Freude genommen habt. Gnade und Nächstenliebe sind euch fremd und Feind zugleich. Ihr habt das Wertvollste was ein Mensch nur besitzen kann, von ihm genommen. Ihr wart das letzte was diese junge Frau oder das Kind zu sehen bekamen. So will auch ich, Jean Paul Baptist, der Letzte sein, den ihr zu sehen bekommt. (Pause) Ihr von Gott verlassenen Mörder, es passt mir überhaupt nicht, dass ihr es wagt, lächelnd unter uns zu leben in diesem unserem altschönen Lande. Ich sag es euch direkt in eure Fratzen. Wacht auf, eure letzte Stunde in Freiheit ist gekommen, nun beendet endlich eure Gräueltaten, bekennt eure Todsünden. Die Last von tausend Jahren quälendem Schweigen wird von euch fallen, wie die schweren Steine vom krummen Rücken eines Leibeigenen. An alle Serienmörder, Todschläger und feigen Attentäter, die vielleicht glauben immer und ewig davon zu kommen. An alle Diener des Todes, die vielleicht um der inneren Neugier und der perversen Lust willen gemordet und getötet haben und nun meinen, nach dieser ewig schändlichen Tat würde es ausreichen die todbringenden Hände mit warmen Wasser zu waschen. An alle Verächter des Lebens, die glauben es würde ausreichen, den blutigen Schweiß von der Stirn abzuwischen und die schmutzigen Kleider weg zuwerfen. Es passt mir nicht, dass ihr tatsächlich glaubt, nach jeder Kindstötung ein ganz normales Familienleben weiterführen zu können. Denen schreie ich in meinem Schmerz laut entgegen, niemals, niemals soll euch die unverdiente Ruhe heimsuchen. Euer Haus soll weder Ruhe und eure Familien weder Frieden finden. Wacht auf, ihr innerlich toten Mörder, wacht auf. Die Abende mit vorgetäuschter Fröhlichkeit sind vorbei. Wenn ihr eure Kinder in die Arme nehmt, ihr Menschenfeind, so sind es nicht die gleichen Arme und Hände, die ohne Erbarmen die junge Frau in den Wald trugen, um diese dann irgendwo im Dickicht zu begraben, weit weg von jeder Menschlichkeit, weit weg von jeder Gnade. Waren es nicht eure todbringenden Hände, die diese Kind erwürgten, damit es endlich still ist für alle Zeiten. Ihr gemeinen Mörder, ihr könnt eure Taten nicht verbergen. Ihr werdet früher oder später entdeckt, diese Morde stehen auf eurer Stirn für alle Zeiten. Eure Tötungen leuchten bis in den Himmel hinauf und bis in die Hölle hinunter, wo man euch schon sehnsüchtig auf euch wartet. Man beobachtet euch bereits, jeder Tag und jede Tat werden zu unheiligem Papier gebracht. Alle zornigen Engel und alle gottlosen Dämonen durstet es nach eurer Seele. Wie von einem glühenden Brandeisen gebrandmarkt bleibt ihr für alle sichtbar. Man wird euch jagen und hetzen bis man euch hat. Früher oder später wird jemand misstrauisch werden, in euren Familien, bei euren Freuden, in euren Werkstätten. Ja sogar das absterbende Gesicht im Spiegel, das euch jeden Tag anlächeln mag, wird euch eines Tages verraten wollen. Es passt mir nicht, das ihr eure abartige Lust zu Töten als eure persönliche Freiheit versteht und glaubt, ihr alleine würdet über allem und jeden stehen. Aber ich, Jean Paul Baptist sage euch dieses Recht hat alleine nur Gott der Allmächtige im Himmel. Ihr ewig schuldigen Mörder irgendwer wird euch anschauen und das düstere Grauen in euren Augen aufkeimen sehen, das ihr stets versucht habt zu verbergen. Ihr könnt es nicht abwaschen, ihr könnt es nicht wegwischen und schon gar nicht abschütteln. Es wird ewig an euch kleben bleiben. Ich, Jan Paul Baptist schwöre euch hier und jetzt, eines Tages werdet ihr Halsabschneider die kalte Erde in meinem Garten sein, auf der unschuldige Kinder spielen werden ohne zu ahnen auf welchem, mit Unheil gesättigtem Boden sie umhertollen. Asche zu Asche, Staub zu Staub, Tod zu Tod, Mörder zu Mörder. Es würde mir im Zorn nicht passen wollen, dass ihr vielleicht eines wunderschönen Tages in ferner Zukunft auf einem ranzigen Sterbebett liegend und von euren Familien umgeben, die an euch, ohne es zu wissen, ihre edelste Liebe vergeudet haben, auf ein langes und zufriedenes Leben zurück zu blicken glaubt und eure grauenvollen Taten und Morde wie schlechte Träume aus einem anderen Leben euch erscheinen mögen. So will ich euch jetzt schon verraten, was Gott der Allmächtige, der Herr und Schöpfer aller Dinge, mit Mördern wie euch macht, ER verbrennt sie. Also geht, geht so lange ihr noch könnt, lebt und atmet zur hiesigen Wache und ergebt euch endlich, still und leise. Aber bittet ja nicht die Familien, denen ihr jedes Glück, jede Hoffnung und jede Freude genommen habt, um Vergebung oder gar um Erbarmen. Denn so wie ihr in jener kalten Nacht kein Erbarmen gezeigt habt, als man weinend auf blutigen Knien euch um Erbarmen bat und flehte, so wird man auch euch kein Erbarmen zeigen. O ihr ewigen Mörder, ihr passt in keine meiner Welten. Geändert von Tanju (13.06.2025 um 00:04 Uhr) Grund: ich musste aufs Klo |
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#2 |
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Forumsleitung
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Wie wohltuend, einen längeren Text in korrekter Rechtschreibung und wohlüberlegter Formulierung zu lesen! Das ist selten geworden.
Er liest sich allerdings sehr getragen und dadurch etwas altertümlich. Ich hätte mir mehr Emotionalität und Schärfe gewünscht; ansonsten schlafen die Zuscher bei einem so gleichförmigen Monolog in den Schlaf. Du verstehst dich auszudrücken, Tanju. Habe Mut, deinen Monolog nach der Abrechnung klingen zu lassen, die er sein soll. Geh mit den Angesprochenen schärfer ins Gericht. Und willkommen im Forum! Besten Gruß Ilka |
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#3 |
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Dabei seit: 06/2025
Alter: 58
Beiträge: 12
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Du ahnst ja nicht wie sehr mir deine Worte gut tuen, aber ich will mich nicht mit falschen Federn schmücken, aus dem Alter bin ich längst raus.
Erst schreibe ich (kein Abitur) den groben Text, auf chaotische Art, so wie die Sätze/Gedanken "fallen", dann gebe ich ihm einen Aufbau, dann schaue ich, mit meinen begrenzten Mittel nach der Rechtschreibung. (mehr eine Gefühlssache) Anschließend übergeben ich den Text meiner geliebten Frau Christina (hat Abitur). Sie korrigiert, u.a. richtige Komma Setzung und vor allen Dingen "das" mit Buckel-S oder ohne. Sie "hasst" meine verschachtelten Sätze. Gruß Tanju |
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#4 |
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Forumsleitung
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Abitur oder nicht ... das hinterfragt hier niemand. Mach den Monolog schärfer! Mit Menschen, die aus niedrigen Motiven morden, muss man nicht nachsichtig sein.
Ein Lob an deine Frau: An verschachtelte Sätze gehört die Axt. |
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