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| Kolumnen, Briefe und Tageseinträge Eure Essays und Glossen, Briefe, Tagebücher und Reiseberichte. |
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#1 |
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Die Seele
1. Ansatz (nicht ganz ernst gemeint) Vielleicht ist dir auf der Suche nach der Seele der Hinweis hilfreich, dass selbige 21 g wiegt. Das scheint wissenschaftlich erwiesen! Wir verdanken diesen Nachweis dem Arzt und Wissenschaftler Duncan MacDougall aus Haverhill in Massachusetts. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Duncan_MacDougall ) Im ersten Moment mag das nicht nach viel Substanz klingen. Ich habe aber mal nachgemessen. 100 Tabletten Thomapyrin wiegen ebenfalls 21 g. Wir können uns ja mal zu Übungszwecken die Seele als eine heftige Überdosis Thomapyrin vorstellen; so gesehen sind 21 g = 100 Tabletten eine ganze Menge und diese können durchaus wirkungsträchtig sein! Eine langanhaltende Müdigkeit ist das Mindeste! Interessant ist in diesem Zusammenhang die Nähe des Gewichtes der Seele: 21 g zu der Zahl 42 (2 x 21-> 42 !), die nach den Arbeiten von Douglas Adams („Per Anhalter durch die Galaxis“) ja den Sinn des Lebens benennt. Ich schließe daraus: zwei Seelen, die sich gefunden haben, sind also der Sinn des Lebens! Und tatsächlich erzählt Plato in einem seiner Werke von dem alten Mythos über die „Kugelmenschen“. Diese waren die ursprünglichen menschlichen Geschöpfe auf Erden, vierfüßig, vierhändig, stark und anmaßend gegenüber den Götter. Um sie zu schwächen und Demut zu lehren, teilte Zeus sie in jeweils zwei Hälften, in die heutigen Menschen, die seitdem in verzweifelter Sehnsucht nach ihrer verlorenen Hälfte durch die Welt irrten. 2. Ansatz (schon ernster) Nein, ich glaube nicht, dass Seele ein "irgend etwas", also eine Substanz ist, die uns mit dem Tode verlässt oder aber den Tod auslöst, weil sie uns verlässt! ("Irgend etwas, was bis vor wenigen Sekunden noch in diesem Körper war, ist nicht mehr da. "). Ich denke auch nicht, dass die Seelen ohne Körper vorgeburtlich schon umtriebig waren und als Engel des Himmels ungeduldig auf den Zeugungsakt warteten, um endlich beseelen zu können. ("... bis zu unserer Geburt? Sind wir da auch tot - noch oder schon?") Es geht beim Tod nicht ein "Teil" verloren, während ein anderer gerettet wird, sondern es brechen Regelkreisläufe im menschlichen Körper brechen zusammen oder versiegen. Die Selbstorganisation (Autopoesie) der Teile des Körpers funktioniert nicht mehr, sie kommt zu Erliegen. Das Leben, seiner Funktionstüchtigkeit und seiner Kommunikationsfähigkeit beraubt, wird der Verwesung anheim gegeben. Und die Seele? Seele? Da ist Nichts! Nur ein weiterer Regelkreis, der nicht mehr funktioniert und alsbald verrottet! Das ist alles? Das ist alles! 3. Ansatz (und auch ernst gemeint) Meine Frau ließ mich auf meiner Arbeit wissen, dass ihre Großmutter wohl in der letzten Nacht recht überraschend gestorben sei. Wir wussten um ihre schlechten Laborwerte und ihren viel zu hohen Blutdruck; aber sie lebte einfach weiter und das recht munter. Wie konnte sie tot sein, wenn sie eben noch lebte. Ich ging abwesend durch meinen Tag, arbeitete routinemäßig. Ich weiß nicht, was nicht, was ich da tat. Meine Frau hatte die wichtigsten Angelegenheiten gleich am selben Tag noch mit ihrer gewohnten Schnelligkeit und mit selbstverständlicher Gründlichkeit erledigt oder zumindest in die Wege geleitet. Mich hatte sie gebeten, nicht sofort die 22 km zu der kleinen Wohnung der Grßmutter zu fahren, sondern erst mal weiterzuarbeiten; sie wusste, dass wir beide uns sehr mochten und meinte wohl, das sie mich schonen müsste. Dann kam abends doch noch der Anruf: ob ich ihr, schrieb sie, nicht das uralte, überaus scharfe Küchenmesser, das aus Vorkriegszeiten stammte nach Hause bringen könnte. Und weil ich dann gerade da wäre, ob ich nicht auch noch Omas altes Adressbuch mitbringen könnte, das wohl in ihren zwei wichtigsten Schubladen unter alten Briefen und Versicherungsschreiben zu suchen sei. Der Schüssel läge an bekannter Stelle. Das Beerdigungsunternehmen hatte die Verstorbene schon abgeholt. Die Wohnung war sichtlich leer, was ja nun wirklich überraschte, denn sie fehlte, sie fehlte sehr! Im diesem Raum zog ein langer aufgerissener Graben durch den Wohnbereich, der sich vor mir auftat, dann aber wie auf der Flucht sich mit einem Sprung wieder entfernte; habe ich gesagt, dass diese Graben nicht wirklich war? Ich atmete durch, offensichtlich war das heute nicht mein Tag! Heute war nicht mein Tag! Meine Restfamilie war zuhause. Sie sahen sich im Fernsehen die neuste Ausgabe der Tagesschau an, um dann doch noch über unsere „Oma“ zu erzählen. Dieweil saß ich in ihrer Wohnstube auf einem ihrer Fußhocker vor dem Küchenschrank und suchte in ihren zwei Resteschubladen mit offiziellem Kram nach dem Adressbuch. Da spürte ich, wie sie an mir vorbeiging, ein Rauschen, eine Lichtveränderung, ein Geruch. Sie! Eine Berührung wie zufällig. Ich war nicht überrascht. Ich wusste einfach, dass sie es war. Mir schien, als hätte sie auf mich gewartet. Ich sah ihr nach, wie sie in der Küche verschwand. Unser Vertrag war, dass sie mir immer, wenn ich sie allein besuchte, schnell eine Rindfleischsuppe aufkochte und ich für eine ½ Stunde vergaß, dass ich Vegetarier war. Nie kam es vor, dass sie keine Suppe vorgekocht hatte. Ich lächelte, dann fröstelte es mich. Mein Schwiegervater lag im Krankenhaus, seine Darmwände waren aufgrund der aggressiven Krebsmedikamente porös wie Styropor geworden. Er würde wohl innerhalb der nächsten 24 bis 36 Stunden sterben, teilte uns ein Arzt mit. In der darauf folgenden Nacht, wurde ich wach. Meine Frau schlief ruhig und fest, im Haus war alles still, keine lauten Elektrogeräte, kein Verkehrsgeräusch störte. 3:50! Es war viel zu früh, um in den Morgen zu starten. Unzufrieden wälzte ich mich im Bett, als mein Schwiegervater auf einmal im Türrahmen unseres Schlafzimmers stand. Er trug seine gewohnte Arbeitslatzhose. Unsere Tochter suchte immer seine Gegenwart. Eigentlich war er ja nur ihr Stiefopa, aber sie liebten ihn heiß und innig. Und auch er mochte seine „Enkelin“ über alle Maße. Er wusste viel über Tieren und Pflanzen und konnte fast alles, was anstand, reparieren. Sie liebte es ihm zuzuhören und die Nägel zu klopfen. Dieser Mensch blickte sichtlich verwirrt in unser Schlafzimmer, er stütze sich mit seinen Händen an der Wand ab und bewegte sich unsicher. Er schaute in meine Richtung, aber ich schien ihn nicht zu interessieren, dann wanderte sein Blick wieder durch das Schlafzimmer. Ich erschrak und doch sagte ich zu meiner eigenen Verwunderung den Satz: „Peter, du musst ins Licht gehen! Ins Licht!“ Was besseres fiel mir nicht ein. Ich hatte den Satz wohl schon im TV gehört und so wiederholte ich den Satz zwei oder drei mal, um mehr mich als ihn zu beruhigen. Nach ein paar Sekunden drehte er sich um und ging aus dem Zimmer. Nach ein paar Sekunden fasste ich Mut und folgte ihm, befürchtete ich doch, dass er in das Schlafzimmer meiner Tochter eintreten wollte. Aber er war nicht mehr da und meine Tochter schlief sanft. Als ich wieder in mein Bett stieg, wurde mir klar, dass er in diesem Zimmer meine Tochter suchte. Er hatte ja nicht mitbekommen, dass wir vor kurzem unser Schlafzimmer gegen ihr Kinderzimmer getauscht hatten. Ich lag noch eine Weile und schlief wieder ein. Wir erfuhren dann noch beim Frühstück, dass mein Schwiegervater am morgen gegen 5:00 verstorben sei. Meine Patientin berichtete mir in einer Behandlung, wie sie und ihre ganze Familie systematisch von der inzwischen verstorbenen Großmutter drangsaliert worden sei. Diese „böse“ Frau sei immer noch da, beobachte sie ständig und kommentiere böswillig ihr Verhalten. Ich schaute auf den Winkel zwischen Wand und Decke hinter ihr und sah eine verzerrte Fratze, ein älteres, weibliches Gesicht, das einem geschrumpften Kopf ähnlich war. Die Patientin blickte mich an, drehte den Kopf andeutungsweise und deutete so nach hinten, ohne den Blick von mir zu wenden, „sie ist wieder da!“, sagte sie. Mir war kalt, als ich auf ihre Bemerkung hin nickte. Ich bin sicher, dass viele von uns, Ähnliches erzählen könnten. Sind das Hinweise, dass in uns eine Seele lebt, wir eine solche haben, die sich womöglich bei unserem Tod den Körper zurücklassen muss? Oder sind das Phantasien, Fehlinterpretationen, Einbildungen oder sonstiges. Haben sie eine Grundlage? Tja, so weit erstmal … Liebe Grüße von einer einigermaßen „anständigen“ Seele, die sich Flocke nennt. Liebe Grüße Horst-Werner Geändert von Flocke (12.02.2025 um 00:51 Uhr) |
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#2 |
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... die ersten beiden Ansätze haben etwas mit der Seele zu tun und der dritte Ansatz eher mit des Menschen Wahrnehmung.
Angeblich soll ein Papst mal gesagt haben, man kann auch Vernunft und elektrischen Strom nicht sehen, trotzdem gibt es sie. Da ich eher Materialist bin, schätze ich, man hat diese Informationsquanten noch nicht finden können. Auch ich nutze die Seele gern in meinen Texten, aber eben auch Dämonen, Teufel und Liebe. wsT dT |
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