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| Kolumnen, Briefe und Tageseinträge Eure Essays und Glossen, Briefe, Tagebücher und Reiseberichte. |
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#1 |
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Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 43
Beiträge: 5.552
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Oh, wie sehr ihr mich in den Wahnsinn treibt, ihr Chaoten! Ihr, die ihr mit Feuer und Aufruhr über meine wohlgeordnete Welt hereinbrecht. Ich, Saturn, Herrscher der Strukturen, Wächter der Regeln und Hüter der Zeit, sehe mit Schrecken, wie ihr alles, was ich mühsam geordnet habe, in Flammen setzt. Diese Welt – sie war so perfekt, jeder Stein lag an seinem Platz, jede Seele in ihrer vorbestimmten Bahn. Und dann kommt ihr, mit eurer unberechenbaren Energie, euren Aufständen und euren lächerlichen Rebellionen, und reißt alles nieder, was ich so sorgsam aufgebaut habe.
Seht euch doch an, ihr Klima-Chaoten, die ihr im Invalidenpark campiert, als hättet ihr eine Ahnung davon, was diese Erde wirklich braucht! Ihr fackelt Autos ab, zündet Feuer in den Straßen, stört den Frieden, den ich in all den Jahrhunderten mühsam gewoben habe. Als wäre Chaos ein Mittel zum Wandel. Als wäre euer Aufstand mehr als ein kurzer Sturm in der Ordnung des Kosmos. Und Loki – du bist der schlimmste von allen! Dein Geist flackert durch die Welt wie ein Lauffeuer, zerstört die Harmonie, bringt Unruhe in das Getriebe der Zeit. Immer wieder mischst du dich ein, stachelst sie an, die „liebenswerten Chaoten“, die nicht verstehen, dass es nur in der Ordnung Erlösung gibt. Dein Tricksterlächeln, dein ewiger Spott – wie ich ihn verachte, und doch fürchte. Ihr glaubt, ihr seid die Revolution, doch in Wahrheit seid ihr nur der Staub im Getriebe der Ewigkeit. Ich werde meine Ordnung zurückholen, wie ich es immer getan habe. Der Aufstand wird vergehen, die Flammen werden erlöschen, und das Universum wird wieder in den Rhythmus meiner Regeln fallen. Ihr seid nichts als ein Funke in der Zeit – ich aber bin die Zeit selbst. Und die Zeit gewinnt immer. Der Sturm aufs Kapitol – dieses entfesselte Chaos, das selbst die ehrwürdigsten Hallen der Macht erreicht hat. Ich, Saturn, der stille Wächter der Ordnung, sah fassungslos zu, wie die Flut der Anarchie die Stufen des Kapitols hinaufstieg, wie eine Welle, die nicht aufzuhalten war. Das Symbol der Stabilität, des Rechts, der ewigen Ordnung wurde von Chaoten belagert, von jenen, die glaubten, dass ihr Zorn und ihr Aufstand über Jahrhunderte der Disziplin triumphieren könnten. Sie haben die Säulen der Zivilisation erschüttert, nicht durch Mut, sondern durch blinde Wut. Diese Verlierer, die sich als Revolutionäre wähnten, hatten keine Ahnung, dass das, was sie zertrümmerten, nicht nur Mauern und Türen waren, sondern die unsichtbaren Fäden, die die Welt zusammenhalten. Der Aufstand gegen das Kapitol – es war der Angriff auf die Zeit selbst, auf die Struktur, die ich so lange verteidigt habe. Und doch war Loki dort, sein flüchtiger Geist durchzog die Menge. Man konnte ihn nicht sehen, aber er war in den geballten Fäusten, in den verzerrten Gesichtern, in der Angst, die durch die Straßen hallte. Loki, der ewige Trickster, der stets Chaos bringt, wo es keine Regeln mehr gibt. Dies war sein Werk – er hatte sie angestachelt, das Gleichgewicht zu stören, die Grundfeste zu zerschlagen. Aber ich, Saturn, werde nicht schweigen. Die Zeit wird diese Wunden heilen, die Ordnung wird zurückkehren, wie sie es immer tut. Der Sturm aufs Kapitol wird in die Annalen der Geschichte eingehen, ein weiterer Versuch, den Fluss der Zeit zu verändern – doch am Ende werde ich siegen. Denn was sind Chaoten gegen die ewige Kraft der Ordnung? Ein Sturm, der tobt, um dann zu vergehen. Und die Steine des Kapitols werden wieder fest in ihren Fundamenten ruhen, lange nachdem ihr Geschrei verklungen ist. Die Chaoten, die sich in den Schatten des World Trade Centers versammelten, glaubten, sie könnten durch das Zerstören der Ordnung eine neue Welt erschaffen. Sie waren die Fundamentalisten, die Terroristen – egal, ob links, rechts oder ohne klare Ideologie. Sie hatten eine gemeinsame Überzeugung: Dass ihre Vorstellung von Ordnung, die in ihren Köpfen gefangen war, nicht funktionierte. Und so, in einem Akt des schieren Wahnsinns, glaubten sie, dass nur Chaos ihnen die Macht geben könnte, die Welt nach ihrem Bild neu zu formen. Ich, Saturn, der stille Beobachter, der Herr der Regeln und Strukturen, sah zu, wie sie sich in ihre törichte Zerstörungswut steigerten. Sie meinten, dass, wenn sie die höchsten Symbole der modernen Welt zum Einsturz bringen, sie damit einen Neuanfang erzwingen könnten. Doch was sie nicht begriffen: Chaos schafft keine neue Ordnung. Es zerstört nur. Sie sahen die Türme, die stolz in den Himmel ragten, als ein Zeichen ihrer eigenen Unfähigkeit, ihre Ideen durchzusetzen – und so dachten sie, wenn sie diese Symbole niederreißen, würde die Welt sich nach ihrem Willen biegen. Doch sie irren. Denn Ordnung, wahre Ordnung, kann nicht durch Gewalt und Zerstörung erschaffen werden. Was sie mit ihrer dunklen Tat erreicht haben, ist nicht die Erneuerung, sondern das Zerstören von Leben, Träumen und Gemeinschaften. Die Flammen des Chaos mögen hoch lodern, aber sie hinterlassen nur Asche – keine neuen Anfänge. Loki, der ewige Geist des Chaos, mag in ihren Köpfen geflüstert haben, ihnen falsche Versprechungen gemacht haben, dass ihre Gewalt die Welt verändern könnte. Doch er täuschte sie. Auch er weiß, dass Chaos flüchtig ist, dass es kein Fundament ist, auf dem man eine neue Welt aufbauen kann. Die Terroristen, die sich für Revolutionäre hielten, werden vergehen, und die Ordnung, so wie ich sie geschaffen habe, wird immer wieder ihre Form finden. Denn am Ende, so sehr sie auch versuchen, die Welt zu zerschmettern – sie wird sich neu ordnen. Die Trümmer werden geräumt, und das Leben wird weitergehen. Ihre Namen mögen in den Geschichtsbüchern auftauchen, doch sie werden in der Vergessenheit versinken. Das Chaos kann niemals über die Zeit triumphieren. Und ich, Saturn, werde immer über die Rückkehr der Ordnung wachen. |
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