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Alt 02.08.2025, 07:53   #1
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Standard Der lange Arm der Mafia

Der lange Arm der Mafia

Karl Schaluppke, ein Berliner kleinkrimineller, ging morgens zu seinen Zeitungsstand an der Ecke, um sich seine “Bild” Zeitung zu holen.
Dabei wurde er von einen Mann etwas angerempelt.
Der steckte ihm einen Zettel in die Hand, drauf stand…“komm mir nach”.
Karl wusste sofort, er musste ihm nachgehen, er durfte sich nicht weigern.
Karl war jetzt neunundfünfzig Jahre alt, er wollte aussteigen, lange genug hatte er für die Mafia gearbeitet, genug ist genug.

Der Kerl, der ihm den Zettel zugesteckt hatte, ging ein paar Straßen weiter, dann aber in ein Lokal.
Karl ging ihn nach, im Lokal sah er sich um, der Wirt zeigte mit dem Daumen nach hinten, aha, also wieder im Hinterstübchen.

Der Fremde stand am Fenster, sah ihn kurz an, dann sagte er:
“Wir haben noch einen letzten Auftrag für dich, es ist nur ein kleiner Mord in Köln!”
“Da es deine letzte Arbeit für uns ist, bekommst du dafür eine doppelte
Prämie, du bekommst hier diese Pistole mit Schalldämpfer und drei Schuss Munition.
Besorg dir Latexhandschuhe und entsorge die Waffe noch in Köln, aber mach es gut.
Heute ist Montag, der Mord muss am Freitag morgen geschehen, der Kerl fährt jeden morgen um viertel vor sieben aus seiner Garage heraus,
mach es so, dass du ihn in der Garage erwichst!”

Karl nahm die Waffe, nickte dem Fremden zu und verließ das Lokal.

Wieder in seiner Wohnung, ließ er das Erlebte noch einmal Revue passieren.
Danach setzte er sich an seinen Computer und sah sich die Fahrpläne der DB an. Von Berlin nach Köln: ab Berlin um 21.15 Uhr, an Köln um 4. 45 Uhr, dann ab Köln um 20. 40 Uhr, an Berlin um 4.30 Uhr.

Nein, natürlich buchte er keine Fahrt, er musste die Fahrkarte am Schalter kaufen, in bar. So hinterließ er keine Spuren.

Die Fahrt nach Köln verlief glatt, wie geplant hatte er noch Zeit und ging deshalb zu Fuß zu der angegebenen Adresse.

Dort zog er die Handschuhe über, nach zwanzig Minuten öffnete sich die Haustür und ein Mann ging zur Garage, öffnete die Tür ging hinein.

Mit der Waffe in der Hand ging Karl ihm nach, stand plötzlich hinter den Fremden, instinktiv drehte der sich plötzlich um, sah Karl an,
ihre Blicke kreuzten sich… dann schoss Karl dreimal, Peng, Peng, Peng…aber es machte nur, Klick, Klick, klick.

Karl blickte entsetzt auf den Fremden, der hatte plötzlich selbst eine Waffe in der Hand und schoss…Peng!

Der Mann packte Karl in eine Decke, legte ihn dann in den Kofferraum seines Wagens und fuhr hinaus.
Er fuhr bis zu seiner Firma, über den Eingang stand: “Autoverschrottung”.

Nachdem die schwere Schreddermaschine ihre Arbeit getan hatte, rief der Fremde eine Nummer an und sagte: “Es ist alles erledigt!”

Der Angerufene blickte einen Mann an, der ihm im Sessel gegenüber saß und sagte: “Du bekommst einen neuen Auftrag, in Köln gibt es eine Autoverschrottung, deren Chef…
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Alt 02.08.2025, 08:11   #2
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Ist das nicht ein merkwürdiges Understatement, einen Auftragskiller im langjährigen Dienst der Mafia als Kleinkriminellen zu bezeichnen?
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Alt 02.08.2025, 10:59   #3
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er sah sich nicht als Mafiosi, er war ein "Schläfer", nur wußte er zuviel.
Als Kleinkrimmineller führte er ein "normales Leben"!
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Alt 02.08.2025, 12:16   #4
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Sorry, Twiddy, aber bei der Mafia gibt es keine Kleinkriminellen, auch die "Soldati" sind schwere Jungs. Es handelt sich ohnehin um Familien- bzw. Clanstrukturen, da diese Vereinigungen auf Vertrauen basieren und ihre Mitglieder in sektenähnlichen Ritualen vereidigen. Selbst diejenigen, die nicht zum Töten eingesetzt werden, begehen Kapitalverbrechen, z.B. durch Korruption in Wirtschaft und Justiz, Geldwäsche, Schutzgelderpressung usw. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass ein Angehöriger im Notfall das Töten verweigern würde, wenn es zwischen den Clans zu Revierkämpfen kommt.

In seinem Buch "Cosa Nostra - Die Geschichte der Mafia" (S. Fischer, 2006) schreibt John Dickie: "In Wirklichkeit war die Mafia 1890 bereits eine mörderische, hoch entwickelte kriminelle Vereinigung mit engen politischen Verflechtungen und internationaler Reichweite. In der sizilianischen Hauptstadt Palermo beteiligten sich Kommunalpolitiker an Banken- und Aktienbetrug, und sie unterschlugen Mittel, die man der Stadtverwaltung für Sanierungsmaßnahmen zugewiesen hatte." (S. 17 f.)

Dickie zitiert aus dem Franchetti-Bericht:
"Der Mafiaboss entscheidet je nach den Umständen, ob man eine Zeitlang auf Gewalttaten verzichtet oder ob man sie vervielfacht und brutaler gestaltet. Er muss sich auf die Marktbedingungen einstellen und wählen, welche Operationen ausgeführt werden, welche Personen man ausbeutet, welche Form der Gewalt man einsetzt." (S. 83 f.)

Wie "Kleinkriminalität" liest sich das nicht.
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Alt 02.08.2025, 14:24   #5
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och, nimm mir doch nicht meine Illusionen...
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