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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 20.11.2022, 20:04   #1
weiblich Ottilie
 
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Beiträge: 100

Standard Der Mond ist draufgegangen

Der Mond ist draufgegangen,
die gold’nen Sternlein sprangen,
die Himmel stürzten ein.
Der Mensch steht starr und schweiget,
er selbst nun auf sich zeiget:
Mit sich – gottlos – allein.

Wie schläft die Welt so stille
und blöd und leer, trotz Fülle,
trotz all der Dinge – tot.
Gleich einer Grabeskammer
das Menschenherz – ein Jammer.
Es ist so müde, satt – in Not!

Seht ihr den Mond, den ganzen,
wir mußten darauf tanzen
und wilde Runden drehn.
So sind wohl viele Sachen,
die wir aus Hybris machen,
ein sinnloses Geschehn.

Es wollte einst auf Erden
das Menschtier gottgleich werden.
So flog es auch zum Mond.
Der ist nun draufgegangen,
die gold’nen Sternlein sprangen,
all das hat nicht gelohnt.

Wir stolzen Menschenkinder,
wir wurden immer blinder
und trauriger zugleich.
Wir flogen zu den Sternen,
doch wollten wir nicht lernen:
HIER ist – des Menschen Reich.

Vergessen all die Lieder –
bedeppert, stumm die Brüder,
kalt ist die Gegenwart.
Der Mond ist draufgegangen,
die gold’nen Sternlein sprangen,
die Himmel öden hart.

Mensch, laß Raketen rotten
und fernen Zielen spotten,
nicht Sterne sollst du frei’n!
Umsonst sind große Taten
und fad die besten Braten –
wenn Kinder hungers schrein.
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Alt 21.11.2022, 09:30   #2
weiblich Donna
 
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Beiträge: 239

Hi Ottilie,

deine Textverfremdung wirkt so originell wie drastisch, wenn du dich über das Monster Mensch auslässt. Ja, der Mensch hat böse Seiten, die sich gut anklagen lassen, weil auch noch der gute Mond dabei draufgeht. So wie es sich hier darstellt, ist das aber mEa. eher was für die Kategorie "Düsteres und Abgründiges".
Auch das Original in der bekannten Fassung von Matthias Claudius besingt den eitlen kleinen Sünder und den Menschen in seinem blinden Tun. Bei ihm ist die Selbstbesinnung differenzierter und schließt den kranken Nachbarn mit ein. Das ist zumindest eine soziale Antwort auf selbstbezogene Eitelkeit und Blindheit. Auch lässt es eine metaphysische Ebene und Zuversicht erkennen.
Da du unter "Philosophisches" gepostet hast, erwarte ich eben solche philosophischen Lösungsansätze, Antworten oder Denkanstöße, die über das Anprangern der menschlichen Misere und den moralischen Hammer hinausgehen. Und ich will mich an dieser Stelle eben mit dieser Philosophie auseinandersetzen.
Die nackte Tatsache, dass menschliche Maßlosigkeit eine zerstörende und gefährliche Kraft darstellt, ist per se nicht philosophisch, zumindest nicht in dem Sinne, wie ich es verstehe. Natürlich muss ein Problemzustand beschrieben sein, aber dann erst fängt Philosophie an.
Wichtige Kernfragen bleiben völlig unberührt: Wie kann der Mensch aus seiner Abgründigkeit herausfinden und sie überwinden? Und wie kann die Philosophie ihm dabei helfen? Die Fragen sind ja drängender denn je.
LG Donna
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Alt 21.11.2022, 10:41   #3
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
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Beiträge: 7.084

Liebe Ottilie,
ich will mich gar nicht in schwindelnde Höhen der Philosophie begeben, eher kleinlaut gestehen, dass mir da die Luft zu dünn wird. Aber ich will dennoch dem Kommentar Donnas weitgehend beipflichten. (Liebe Donna, mal so en passant: Die Rubrik heißt nicht nur "Philosophisches" sondern auch "Nachdenkliches"). Und zum Nachdenken halten deine Verse, liebe Ottilie, schon an.
Nicht nur Hybris ist eine dem Menschen angeborene Fähigkeit und wird von mir in abgemildeter Form als Neugier und Forscherdrang bezeichnet. Folgte ich deinen Mahnungen, müsste ich mein Leben in einem eng begrenzten Territorium verbringen, so wie meine Großeltern, Tanten, Onkel und allen Anverwandten, die nie mehr als fünf Wegestunden von ihrem Wohnsitz aus die engbegrenzte Welt kennen lernten. Bis auf eine Ausnahme: Ein Zimmermann war auf seiner Wanderschaft von Jena aus sogar bis München, Stuttgart und Frankfurt gekommen.
Von seinen Genen muss ich was mitbekommen haben, denn schon als Schulbube erkundete ich per Fahrrad die deutschen Länder, wagte mich gar nach Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich und organisierte als Jugendgruppenleiter eine Ferienfahrt in so ein exotisches, weit entferntes Land wie Spanien.
Und, seltsam aber bestimmt glaubhaft: Uns trieb kein ökonomisches Interesse in die "Ferne" (gemessen an den heutigen Möglichkeiten wie "tschüss, morgen Abend sehen wir uns in Hongkong" waren das ja nur kurze Wochenendausflüge) und ich will auch den Forschern, seien es Weltraum-, Tiefsee- oder Arktisforscher, nicht a priori Ausbeutungs- oder Bereicherungsabsichten unterstellen. Und der Weltraum, der Mond, die Sterne?
Kaum verschafft man sich einen (sehr begrenzten) Zugang zu den Ergebnissen dieser Forschung, schrumpft die menschliche Hybris auf weniger als Stecknadelkopfgröße. Bescheidenheit und Demut (ich spreche nicht von religiösen Gefühlen) nehmen zu und der Wunsch, diese unendlichen Weiten auch nur im Ansatz kennen zu lernen, wird zu einem goldenen Traum.
Liebe Grüße,
Heinz
PS.
Fast vergessen: Die Machart des Gedichts - Klasse!

Geändert von Heinz (21.11.2022 um 15:46 Uhr)
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Alt 21.11.2022, 15:20   #4
weiblich Donna
 
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Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Liebe Donna, mal so en passant: Die Rubrik heißt nicht nur "Philosophisches" sondern auch "Nachdenkliches"). Und zum Nachdenken halten deine Verse, liebe Ottilie schon an.
Lieber Heinz, da hast du natürlich recht, braucht man gar nicht lange drüber nachzudenken,
LG Donna
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Alt 21.11.2022, 15:56   #5
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Wir stolzen Menschenkinder,
wir wurden immer blinder
und trauriger zugleich.
Wir flogen zu den Sternen,
doch wollten wir nicht lernen:
HIER ist – des Menschen Reich.
Das Gedicht ist flott geschrieben und flüssig zu lesen. Es regt zum Nachdenken an, und das war wohl auch die Absicht der Autorin. Insoweit ist es gelungen.

Und jetzt das große Aber und der Widerspruch zur Quintessenz des Gedichts:

Der Mensch wollte durchaus lernen, und gerade deshalb ist er zum Mond geflogen. Oder besser: gefahren. Es liegt in der Natur des Menschen, wissensdurstig zu sein, vor allem aber, seine Theorien durch praktische Erfahrung zu belegen. Schon die Tatsache, dass er zu abstraktem Denken fähig und mit einer schier grenzenlosen Vorstellungskraft ausgestattet ist, lässt gar keine andere Schlussfolgerung zu: Der Mensch sucht die Transzendenz, er will über sich hinausgehen, denn er ist selbst ein Teil des Kosmos. Mit "Stolz" hat das überhaupt nichts zu tun.

Was das Lernen weiterhin angeht: Es muss nicht der Mond sein, das Spacelab tut es auch. Tatsache ist, dass sich im luftleeren Raum viele Experimente besser, sicherer und kostengünstiger durchführen lassen als auf der Erde. Die Raumfahrer sind nicht zum Spaß dort oben, geschweige denn drehen sie Monate lang Däumchen.

Wieso kritisieren wir ein paar Leute, die zum Mond geflogen sind, aber nicht uns selber dafür, dass wir von den vielen Satelliten im Orbit profitieren, die uns Ortungs-, Kommunikations- und Mediensysteme sichern?
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Alt 21.11.2022, 20:36   #6
weiblich Ottilie
 
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Da du unter "Philosophisches" gepostet hast, erwarte ich eben solche philosophischen Lösungsansätze, Antworten oder Denkanstöße, die über das Anprangern der menschlichen Misere und den moralischen Hammer hinausgehen. Und ich will mich an dieser Stelle eben mit dieser Philosophie auseinandersetzen.
Die nackte Tatsache, dass menschliche Maßlosigkeit eine zerstörende und gefährliche Kraft darstellt, ist per se nicht philosophisch, zumindest nicht in dem Sinne, wie ich es verstehe. Natürlich muss ein Problemzustand beschrieben sein, aber dann erst fängt Philosophie an.
Wichtige Kernfragen bleiben völlig unberührt: Wie kann der Mensch aus seiner Abgründigkeit herausfinden und sie überwinden? Und wie kann die Philosophie ihm dabei helfen? Die Fragen sind ja drängender denn je.


Hallo Donna, Heinz und Ilka-Maria,

ja, ich habe den Text bewusst in die Rubrik "Philosophie" gesetzt. Donna stellt auch die erwarteten klassischen Fragen nach "Lösungsansätzen, Antworten, Denkanstößen" usw., siehe obiges Zitat. Nun, ich habe natürlich Antworten, aber keine gängigen. Vor allem: keine schönen, weil - die Wahrheit nicht unbedingt schön sein muss.

Der Mensch hat sich mit seinem Wissensdurst - der vor allem aus der Gier nach Macht resultiert -, in eine verhängnisvolle Lage manövriert, ich muss sie nicht beschreiben. Geht es uns nun besser mit all den Erkenntnissen, mit Aufklärung, technischem Fortschritt, Mondflug und Digitalisierung? Ich glaube nicht. Ich glaube sogar, dass unser Durchschnitts-Selbstbewusstsein lange nicht mehr ein solch stolzes, in sich ruhendes, mit der Natur und den eigenen Hoffnungen im Einklang stehendes ist, wie es das vielleicht noch bei den Menschen vor Kopernikus war. Selbst in den Siebzigern glaubten viele noch an die "Segnungen" des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Ist das heute wirklich noch der Fall? Freud zählt ja schon Anfang des 20. Jahrhunderts drei große Kränkungen auf, die dem Menschen durch den „Fortschritt“ zugefügt wurden… Ich ahne nicht drei, sondern eine Kette fortlaufender Kränkungen als Folge des Fortschritts…

Zurück zu den „Antworten“ und „Lösungen“: Die Lösung liegt auf der Hand, wir wollen sie aber nicht sehen. Mit „auf der Hand“ meine ich: Wir hatten einmal eine ökologische Variante für die Gattung Mensch, sie währte ungefähr bis zum Beginn des industriellen Zeitalters. Damals lebten ca. 500 Mio Menschen auf der Erde, das Durchschnittsalter lag bei ca. 20…30 Jahren. Der Energieumsatz brachte das ökologische Gleichgewicht nicht zum Kippen…

Das klingt echt kalt und wenig komfortabel, auch mir gruselt es, wenn ich mir vorstelle, ich würde in diese Zeit teleportiert werden. Aber die Stabilität der damaligen Verhältnisse, bezogen auf das System Erde-Mensch, ist leider nicht anzuzweifeln – auch wenn das keiner gerne sagt oder sehen möchte.

Und wer sich anmaßt, er wüsste eine Lösung für unsere Probleme, die uns allen Komfort erhält, der ist ein Demagoge, ein Verführer, ein Schwätzer und vermutlich alles zusammen.

Philosophie kann nur das leisten, was Menschen leisten können, das Fach ist keine Autorität an sich, kein unabhängiger Gott, sondern eher – wenn man sie (und damit sich und seine Möglichkeiten) ernst nimmt – ein altes, unschönes Weibchen, recht hässlich anzusehen, so wie – die Wahrheit (hätte Nietzsche vielleicht formuliert).

Einen schönen Abend wünscht

Ottilie
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Alt 22.11.2022, 10:49   #7
männlich dunkler Traum
 
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... flott und gern gelesen.
Auch wenn ich es gern selbst behaupte, es ist nicht der Mensch, sondern immer nur ein kleines Grüppchen vermutlich machtgeiler Menschen, welche ihr Ding auf Teufel komm raus durchziehen. Denkansätze, um dies zu ändern, gab es bisher genug, aber der Faktor Mensch ist fehlerbehaftet und manipulierbar, somit wurden bisher alle erfolglos abgebrochen.

wünsche schöne Träume
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Alt 22.11.2022, 18:09   #8
männlich Perry
 
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Standard Hallo Othilie,

dass "der Mond draufgegangen ist" habe ich gar nicht mitbekommen, vermutlich weil die Klimakrise bereits zu sehr über meinem Kopf wabert.
Was die Philosophie anbelangt kann sie zwar keine realen Probleme lösen,
aber zumindest den Geist anregen darüber nachzudenken.
LG
Perry
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Alt 22.11.2022, 19:07   #9
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Ottilie Beitrag anzeigen
Der Mensch hat sich mit seinem Wissensdurst - der vor allem aus der Gier nach Macht resultiert -, in eine verhängnisvolle Lage manövriert, ich muss sie nicht beschreiben. Geht es uns nun besser mit all den Erkenntnissen, mit Aufklärung, technischem Fortschritt, Mondflug und Digitalisierung? Ich glaube nicht. Ich glaube sogar, dass unser Durchschnitts-Selbstbewusstsein lange nicht mehr ein solch stolzes, in sich ruhendes, mit der Natur und den eigenen Hoffnungen im Einklang stehendes ist, wie es das vielleicht noch bei den Menschen vor Kopernikus war. Selbst in den Siebzigern glaubten viele noch an die "Segnungen" des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Ist das heute wirklich noch der Fall? Freud zählt ja schon Anfang des 20. Jahrhunderts drei große Kränkungen auf, die dem Menschen durch den „Fortschritt“ zugefügt wurden…
Ich sehe das völlig anders und bin überglücklich, in unserer Zeit leben zu dürfen. Es geht uns nämlich tatsächlich besser als je zuvor, zumindest in unserem Teil der Welt. Es ist ein Mythos, der Mensch habe jemals mit der Natur in Einklang gestanden. Sie war zwar ihr Lebensspender, gleichzeitig aber auch ihr ärgster und brandgefährlichster Feind. Ich möchte jedenfalls nicht unter Lebensgefahr Pflanzen in einem oft tödlichen Unterfangen auf Genießbarkeit testen müssen, nicht unter Lebensgefahr mit primitiven Waffen wilde Tier jagen müssen, nicht an Seuchen sterben, nicht als Menschenopfer dargebracht werden, nicht wegen unlösbarer Geburtsprobleme unter Schmerzen verrecken und nicht ohne Narkose operiert werden. Ich möchte auch nicht in einer der Städte des späten Mittelalters oder der frühen Neuzeit leben, die einzige Kloaken und Krankheitsherde waren und bis zum Himmel stanken, nicht auf einem der Scheiterhaufen wie im 16. bis 18. Jahrhunderts verbrannt werden und nicht schon mit zwölf oder dreizehn Jahren an einen vierzig Jahre älteren Mann zwangsverheiratet werden. Schon gar nicht würde ich von den zehn bis fünfzehn meiner Kinder mindestens zwei Drittel im Alter von unter fünf Jahren sterben sehen. Ich möchte anziehen, was mir gefällt und nicht, wie im Mittelalter, mich einer Kleiderordnung unterziehen müssen.

Die sog. "Kränkungen der Menschheit" sind nichts weiter als eine Metapher. Die meisten Menschen wussten nichts davon, dass sie nicht im Zentrum des Universums standen, denn eine Verbreitung dieses Wissens hatte der Klerus unterdrückt, um keine Unruhe unter das Volk zu bringen. Sie hielten es nicht für reif, mit einer so unbequemen Wahrheit konfrontiert zu werden. Außerdem war Kopernikus noch nicht so weit gewesen, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse mathematisch nachzuweisen, also hielt er ihre Veröffentlichung klugerweise noch zurück, bis er diesen Nachweis führen konnte.

Was die weitere "Kränkung" angeht, also die Evolutions-Theorie Darwins, waren es nicht seine Erkenntnisse, die den Menschen danach Schaden zugefügt hatten, sondern die Kurpfuscher westeuropäischer Länder, die mit aller Macht nachweisen wollten, dass der Mensch nicht nur den Affen, sondern auch allen anderen Menschen auf anderen Kontinenten überlegen ist. Da wurden dann so aberwitzige "Wissenschaften" erfunden wie die Vermessung von Köpfen nebst Zuordnung zu bestimmten Eigenschaften bis hin zu Eingriffen in das Gehirn durch Nichtmediziner und schließlich die unsäglichen Lobotomien, die Menschen für den Rest ihres Lebens zu dahinvegetierenden Fleischmassen gemacht hatten.

So war das früher. Mit den Errungenschaften unserer modernen Zeit hatte das wenig zu tun. Nur ein Verrückter muss den Wunsch haben, in einer dieser früheren Zeiten gelebt zu haben.
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Alt 22.11.2022, 19:41   #10
männlich Heinz
 
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d`accord!
Ich weiß nicht, ob ich es überlesen habe oder ob du es nicht erwähnt hast: Nicht zu vergessen - wir werden nebenbei auch erheblich älter als unsere Vorfahren.
Heinz
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Alt 23.11.2022, 07:49   #11
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
Seht ihr den Mond, den ganzen,
wir mußten darauf tanzen
und wilde Runden drehn.
So sind wohl viele Sachen,
die wir aus Hybris machen,
ein sinnloses Geschehn.
Hallo Ottilie,

die Strophe gefällt mir am besten. Auch im Original gefällt mir die Zeile „So sind gar manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsere Augen sie nicht sehen" am besten.

Du hast immer sehr originelle Einfälle für deine Gedichte.

Ich finde es z. B. auch sinnlos, jetzt noch einmal zum Mond zu fliegen, man weiß doch, wie es da aussieht. Ein Auto steht auch drauf und die amerikanische Flagge ebenfalls. Also, was will man denn noch da?

LG DieSilbermöwe
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Alt 23.11.2022, 09:38   #12
männlich Heinz
 
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Liebe Silbermöwe,
"Ich finde es z. B. auch sinnlos, jetzt noch einmal zum Mond zu fliegen, man weiß doch, wie es da aussieht."
Du findest mich unter den Ratlosen, den Fragenden. Ich frage mich auch:
- Warum soll ich nochmal auf den Jenzig steigen (der höchste Berg in Jena)? Ich weiß doch, wie es da aussieht.
- Warum soll ich nochmal den 59er Gewürztraminer trinken? Ich weiß doch, wie er schmeckt.
- Warum soll ich nochmal mit Birgit, Katrin oder Astrid das Liebesspiel genießen? Ich weiß doch, wie sie ticken.
Mit anderen Worten: Die Sinnhaftigkeit deines Beitrages will sich mir nicht erschließen. In meinem Hinterkopf tauchen Liederfetzen auf wie:
"...vom Meer bis zum Alpenschnee...wir haben noch Wind in den Haaren...in den Augen das Leuchten der Sterne...der flimmernden Heidsonnenglut...und tief in der Seele das Ferne...Sehnsucht, die nimmermehr ruht", oder, eine Stufe populärer: "Das Wandern ist des Müllers Lust!"
Liebe Grüße,
Heinz
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Alt 23.11.2022, 10:02   #13
weiblich Donna
 
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Zitat:
Zitat von Ottilie Beitrag anzeigen
[I]

Philosophie kann nur das leisten, was Menschen leisten können, das Fach ist keine Autorität an sich, kein unabhängiger Gott, sondern eher – wenn man sie (und damit sich und seine Möglichkeiten) ernst nimmt – ein altes, unschönes Weibchen, recht hässlich anzusehen, so wie – die Wahrheit (hätte Nietzsche vielleicht formuliert).

...Nun, ich habe natürlich Antworten, aber keine gängigen. Vor allem: keine schönen, weil - die Wahrheit nicht unbedingt schön sein muss...
...klingt gut, und die unschönen Antworten hätten mich z.B. fast mehr interessiert als das Gedicht. Nun, wenn es zum Nachdenken anregt, so beginnt das Gedicht ja schon seine Wirkung zu entfalten zumindest bei mir. Aber ist es wirklich das Gedicht, oder die kritische Haltung, welche ich ihm entgegenbringe.
Wäre dies der Ort, wo überwiegend Plädoyers für die Anklage des abgründigen Menschen formuliert werden, so wäre dies einseitig, es wäre ein finsterer Ort. Die bewußt gewählte Eindimensionalität des Blickes lässt die Hoffnungskeime außen vor, die es aber braucht, um z.B. Probleme der Epochen zu überwinden (Sklaventum, Mittelalter, Feudalherrschaft, etc. ). Gut, in einer Lebensdepression kann man sich auch auf den Standpunkt stellen, dass sich eh nichts verändert, was den Menschen betrifft denn an der Sinnhaftigkeit seines Tuns lässt sich immer trefflich rütteln, zu allen Zeiten. Mensch bleibt Mensch.
Und ja, natürlich kann Philosophie auch nur das leisten, was Menschen leisten können, doch sie darf niemals zum Fürsprecher dafür werden, was sich Menschen leisten, indem sie schweigt. Bisher steckte in jeder Sackgasse der Ausweg verborgen, den es freizulegen galt, und das kann der Mensch leisten. Es ist in meinen Augen sogar nahezu seine Pflicht danach zu suchen, wenn er nicht zum gleichgültigen Lemming mutieren und daran zugrunde gehen will.
Auch KI kann im übrigen nur das leisten, wie sie gefüttert wird. Die zunehmend komplexeren Fragen und Bedürfnisse zu koordinieren erscheint wie eine Herkulesaufgabe, zumal es keine geschichtlichen Blaupausen für das erforderliche und angemessene Verhalten gibt.
So gesehen hat Menschheit in seiner gesamten Entwicklungsgeschichte aber schon immer Neuland betreten und die Lösungen aus seiner eigener Vorstellungskraft geschöpft, wenn die Umwelt zu lebensfeindlich für ihn wurde ( sesshaft werden, Vorräte sammeln, Tierhaltung, Ackerbau Städte bauen etc.). Diesbezüglich ist er ein sehr erfolgreicher Anpassungskünstler.
Der Mond ist lebensfeindlich, ebenso der Mars. Und wenn sich die Prognosen der Klimaforscher bewahrheiten, so wird die Erde auf absehbare Zeit auch immer lebensfeindlicher für den Menschen. Der Wettlauf von Lösung und Zerstörung hat längst begonnen. In solchen Zeiten gilt es ein besonderes Augenmerk auf die Dinge zu lenken, die funktionieren, und zwar trotz widriger Umstände. Dieser Blick erscheint mir besonders wichtig, um die Entwicklung weiter auszubauen und nach vorne zu treiben. Auch gilt es kreative Lösungsansätze anzudenken.
Bei dem Anspruch Nachdenklichkeiten zu erzeugen, muss sich dieses Gedicht die Frage stellen lassen, ob es in diesem Sinne anregend wirkt, oder eher zur hoffnungslosen Trägheit beisteuert, indem es das hohe Klagelied der Zerstörungskraft des Menschen anstimmt - die ja unbestritten ist, zu allen Zeiten.
LG Donna
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Alt 23.11.2022, 10:48   #14
männlich MonoTon
 
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Der Van Allen Radiationsgürtel ist ein Hoch radioaktiver Gürtel der die komplette Erde im eigenen Orbit vor Strahlungen schützt und dessen Strahlung für den Menschen tödlich ist und nahezu unüberwindbar.
Auch 1969 als die Apollo 11 die Erdumlaufbahn verließ, war dieser Gürtel bereits vorhanden.
Erst vor ein paar Tagen im Jahre 2022 wurde ein Dummy durch den Gürtel gesendet und die Artemis soll folgen.
1969 hießen diese Dummys Neil Armstrong und Buzz Aldrin, welche den Van Allen Gürtel 2 mal durchflogen. 1x hin und 1x zurück.
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Alt 23.11.2022, 12:17   #15
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
Zitat von Heinz Beitrag anzeigen
Liebe Silbermöwe,
"Ich finde es z. B. auch sinnlos, jetzt noch einmal zum Mond zu fliegen, man weiß doch, wie es da aussieht."
Du findest mich unter den Ratlosen, den Fragenden. Ich frage mich auch:
- Warum soll ich nochmal auf den Jenzig steigen (der höchste Berg in Jena)? Ich weiß doch, wie es da aussieht.
- Warum soll ich nochmal den 59er Gewürztraminer trinken? Ich weiß doch, wie er schmeckt.
- Warum soll ich nochmal mit Birgit, Katrin oder Astrid das Liebesspiel genießen? Ich weiß doch, wie sie ticken.
Mit anderen Worten: Die Sinnhaftigkeit deines Beitrages will sich mir nicht erschließen. In meinem Hinterkopf tauchen Liederfetzen auf wie:
"...vom Meer bis zum Alpenschnee...wir haben noch Wind in den Haaren...in den Augen das Leuchten der Sterne...der flimmernden Heidsonnenglut...und tief in der Seele das Ferne...Sehnsucht, die nimmermehr ruht", oder, eine Stufe populärer: "Das Wandern ist des Müllers Lust!"
Liebe Grüße,
Heinz
Lieber Heinz,

wenn du nochmals einen Berg besteigst, einen Gewürztraminer trinkst oder dich dem Liebesspiel hingibst, ist das alles dein Privatvergnügen, geht keinern was an, verursacht siicher nicht so horrende Kosten und ist so gefährlich wie ein Flug zum Mond („, Apollo, wir haben ein Problem"), der wesentlich mehr Leute etwas angeht. Dass er umweltfreundlich ist, kann ich mir auch nicht vorstellen. Außerdem haben sie doch unbemannte Raketen hochgeschickt. Warum sollen nochmal Menschen hin?

LG DieSilbermöwe
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Alt 23.11.2022, 12:34   #16
männlich Heinz
 
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Liebe Silbermöwe,
du vergleichst nicht Äpfel mit Birnen, sondern eher Ribisel mit Melonen.
Meinen Wunsch die Welt kennen zu lernen oder doch wenigstens mein Geburtsland und vielleicht noch ein paar europäische Länder begann ich mit Fahrradtouren.
Mein erstes Fahrrad hatte ich mir zusammengespart, weil ich schon als Schuljunge Jobs suchte und fand. Ein ganzes Jahr habe ich jede müde Mark beiseite gelegt, um mir ein Fahrrad mit Gangschaltung (das war etwas gang Besonderes) kaufen zu können. War es Zufall, dass mich meiner erste Tour über Koblenz an die Mosel, zuerst bis Chochem, dann nach Trier, führte?
Ein Jahresgehalt hat mich das gekostet.
Für die Mondfahrt haben Millionen von Menschen Steuern bezahlt.
Also: Mit Ökonomie kommen wir nicht weiter.
Liebe Grüße,
Heinz
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Alt 23.11.2022, 12:42   #17
weiblich Ilka-Maria
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Die Raumfahrt inklusive Spacelab und was sonst noch alles im All herumfliegt ist ein verschwindet kleiner Teil an den Staats-, Kriegs- und sonstigen Kosten, die jemals von den Steuerzahlern eingetrieben und umverteilt wurden oder in den Kassen von korrupten Staatsdienern und Oligarchen gelandet sind.
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Alt 23.11.2022, 16:52   #18
weiblich DieSilbermöwe
 
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Ich finde es trotzdem sinnlos, zum Mond zu fliegen. Die Menschheit könnte auf Dauer da wohl kaum überleben.
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2022, 18:11   #19
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Die Menschheit könnte auf Dauer da wohl kaum überleben.
Darum geht es nicht. Kein Mensch bildet sich ein, auf einem Trabanten oder einem anderen Planeten leben zu können, und kein Mensch würde das wollen. Das sind Themen des Boulevard-Journalismus und der Science-Fiction-Romane und -Filme. Der Mensch gehört auf die Erde, sein ideales Umfeld, und dort will er auch bleiben. Das wird auch dann noch sein, wenn er durch Atomkriege gebeutelt wird, wieder eine Eiszeit durchleben muss oder wie früher große Teile der Kontinente unter Wasser stehen. Zwei dieser Szenarien hat die Menschheit hinter sich, die dritte kennt nur Japan, und dort gibt es immer noch eine Bevölkerung.

Die Erforschung des Mondes dient ganz anderen Zwecken, und das hat nicht allein mit seinem Gestein zu tun, das uns einwandfrei bewiesen hat, dass er einmal Teil der Erde gewesen ist. Wir wollen z.B wissen, woher die Krater stammen, weil wir besorgt sind, ob die Objekte, die sie hervorgerufen haben, auch die Erde treffen könnten. Wir forschen, warum der Mond diesen Einschlägen ausgesetzt ist, die Erde aber nicht. Denn wir wissen: Ein Einschlag gewisser Größe - der keineswegs riesig sein muss -, könnte unser Ende bedeuten.

Kurz: Wir forschen am Mond, um Gefahr von der Erde abzuwenden.

Ferner forschen wir, wie sich eine veränderte Schwerkraft auf den Menschen auswirkt, auf seine Organe, auf seine Reaktionen. Vieles, was uns auf der Erde am Verhalten von Pflanzen, Tieren, Menschen, an physikalischen Erscheinungen, chemischen Reaktionen usw. vertraut ist und zu bestimmten Ergebnissen führt, kann in anderen "Räumen" völlig anders ausfallen und zu neuen Erkenntnissen führen, die, wenn brauchbar, in den Laboren auf der Erde simuliert werden können.

Natürlich kann man das Wettrennen zum Mond heute abwinken. Summsemann winkt vielleicht zurück. Aber inzwischen sind wir eine Ecke weiter und haben nicht mehr Muskelspiele, sondern Forschungsziele im Sinn.
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Alt 23.11.2022, 21:19   #20
weiblich Ottilie
 
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Hallo dunkler Traum,

ich gebe Dir recht: Der Mensch ist nicht das perfekteste Wesen, und das wird wohl so bleiben, bis zum Schluss…
Hallo Perry,
vielleicht kams ja auch nicht ganz rüber: Der Mond selber existiert noch, aber sein Zauber, sein Geheimnis könnte gelitten haben. Man muss nicht alles wörtlich nehmen… Was war eigentlich das Beste am Mondprogramm der NASA? Ich kann darauf nur antworten: Die Entdeckung der Erde, siehe das Foto von der „aufgehenden Erde“.

Hallo Ilka-Maria,

ich gebe Dir ebenfalls völlig recht: Ich möchte auch nicht in einer anderen Zeit leben, weder in einer vergangenen noch einer zukünftigen. Es geht hier aber nicht um Dich oder mich, um unsere kleinen Wünsche und Egoismen, sondern einen Denkansatz, der die Resilienz des Ökosystems Erde im Blick hat. Da muss man freilich einmal von seiner schmalen Perspektive absehen.

Deine Beschreibung mittelalterlicher Zustände trifft zu und geht doch am Thema vorbei: Da ist zwar Pest und Cholera, Kindstod und geringe Lebenserwartung, andererseits aber auch das bis zum Beginn des industriellen Zeitalters währende „Eingebettetsein“ des Menschen in den – damals so erscheinenden – unabänderlichen und somit „gottgegebenen“ Lauf der Dinge, zu denen eben auch der frühe Tod, Seuchen, Hunger, Kriege, aber auch Zeiten des Wohlstands und der Hoffnung gehörten. Wie entstanden z.B. die großen Dome? Es hätte sie keiner gebaut oder finanziert, hätten alle nur an den Tod, die nächste Pest, den nächsten Krieg gedacht.

Denk einmal an die Wirkung der „Aufklärung“ und der Wissensexplosion: Was haben sie der Menschheit gebracht? Innerhalb von ca. 250 Jahren haben wir die Kipppunkte des Ökosystems erreicht. So paradox es klingt, aber die geringe Lebenserwartung des Menschen im Mittelalter und auch früheren Zeiten hat das Leben in einem ausbalancierten, stabilen Ökosystem Erde über lange Zeit ermöglicht. Im Umkehrschluss: Würden alle Menschen mehrere hundert Jahre und das beim heutigen Energieverbrauch, hätten wir schon lange eine menschlichen Ansprüchen "ungenügende" Erde...

Hallo Heinz,

ich glaube, ich habe eben auch auf Deinen Einwand geantwortet…

Hallo Silbermöwe,

mir ist ein Satz zum Thema „Besiedlung des Weltraums“ im Gedächtnis: Wer auf dem Mars leben will, kann sich auch gleich mit einem Asbestanzug in einen Hochofen setzen. Ich war als junges Mädchen begeistert von der Raumfahrt, heute sehe ich eher nationale und militärische Interessen in den Raumfahrtaktivitäten… Dazu kommen die Ambitionen der Superreichen, die gerne mal den Globus von ganz oben sehen wollen…

Hallo Donna,

nein, zur Hoffnungslosigkeit habe ich gewiss keinen Anlass gegeben. Aber Hoffnung ist nur möglich, wenn man der Wahrheit ins Auge sieht. Ein Schritt wäre z.B., die unseligen und sinnlos teuren Raumfahrtprogramme zu reduzieren und sich um hungernde Kinder zu kümmern. Dass Programme nur unwesentliche Teile von Staatsbudgets kosten (meint Ilka-Maria), kann ich nicht erkennen.

Hallo MonoTon,

es stimmt: Die Erde hat einen natürlichen Schutz, vor allem durch das Magnetfeld, ohne dieses wäre vermutlich kein höher entwickeltes Leben entstanden. Die Erde hat insgesamt alles, was wir brauchen, nur sie braucht uns eigentlich nicht, vielleicht verstehen wir das irgendwann...
Ottilie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2022, 23:02   #21
weiblich Donna
 
Dabei seit: 02/2020
Beiträge: 239

Zitat:
Zitat von Ottilie Beitrag anzeigen

...Zurück zu den „Antworten“ und „Lösungen“: Die Lösung liegt auf der Hand, wir wollen sie aber nicht sehen. Mit „auf der Hand“ meine ich: Wir hatten einmal eine ökologische Variante für die Gattung Mensch, sie währte ungefähr bis zum Beginn des industriellen Zeitalters. Damals lebten ca. 500 Mio Menschen auf der Erde, das Durchschnittsalter lag bei ca. 20…30 Jahren. Der Energieumsatz brachte das ökologische Gleichgewicht nicht zum Kippen…

Das klingt echt kalt und wenig komfortabel, auch mir gruselt es, wenn ich mir vorstelle, ich würde in diese Zeit teleportiert werden. Aber die Stabilität der damaligen Verhältnisse, bezogen auf das System Erde-Mensch, ist leider nicht anzuzweifeln – auch wenn das keiner gerne sagt oder sehen möchte.

...nein, zur Hoffnungslosigkeit habe ich gewiss keinen Anlass gegeben. Aber Hoffnung ist nur möglich, wenn man der Wahrheit ins Auge sieht. Ein Schritt wäre z.B., die unseligen und sinnlos teuren Raumfahrtprogramme zu reduzieren und sich um hungernde Kinder zu kümmern...
Es gibt bestimmt einige, liebe Ottilie, die dich da vollends beruhigen können, weil "der erste Mann auf dem Mond" in Wirklichkeit ein Riesen- Fake gewesen ist und dieser Wahrheit gilt es ins Auge zu schauen.

Aber Weltraum und hungernde Kinder - ist das wirklich ein Widerspruch?
Welche Lösung liegt auf der Hand, die du andeutest? Die Rettung der hungernden Kinder führt, (wie auch der medizinische Fortschritt mit seinen lebensrettenden und erhaltenden Maßnahmen), zu genau dem, was wir Überbevölkerung nennen.
Wenn wir nicht in die Falle von fehlender Argumentationslogik und Scheinhumanität geraten wollen, müssen dazu offene, ethische Fragen beantwortet werden.
Höchst zweifelhaft wird ein "Raumfahrtprogramm" für mich, wenn es im Grunde einem nationalen Prestige oder einem persönlichen Konkurrenzkampf dient, und den Raumfahrttourismus erachte ich dabei für so überflüssig wie eine dritte Schulter. Wenige mögen dabei Spaß haben, der Menschheit bringt das alles nichts. Andererseits kommen wir vermutlich an der seriösen Weltraum- Grundlagenforschung nicht vorbei, wenn wir Produkt- und Energieinnovationen betrachten oder ein Risikoverständnis von totbringenden Meteorit- Einschlägen bekommen wollen. Denn wir sind auf neue Erkenntnisse angewiesen, warum der Mond z.B. solche großen Krater hat und die Erde nicht. Auch das sind Überlegungen, welche menschliches Überleben sichert.
Die Science Fiktion - Abteilung mag noch ganz andere Vision auffahren: Vielleicht schafft es der Mensch auf dem Mond zu "überwintern", während die Erde draufgeht, dann wäre eine Rekolonisation möglich.
Zu wieviel Hoffnung der Text Anlass geben will, kann ich nicht ermessen, da er darüber nichts hergibt, ich habe sie zumindest vermisst.
LG Donna
Donna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2022, 23:45   #22
männlich halblicht
 
Benutzerbild von halblicht
 
Dabei seit: 12/2021
Beiträge: 66

hi ottilie,

dieses hier hab ich gern gelesen.

auch wenn du die inversion drehen und den rythmus an einigen stellen glätten könntest, ich kann darüber hinweg sehen, sofern mir, wie hier, der inhalt zusagt.

ich war gern hier

grüße
halblicht
halblicht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2022, 20:17   #23
weiblich Ottilie
 
Dabei seit: 05/2021
Beiträge: 100

Hallo Halblicht,

danke fürs Lesen! Mach aber bitte gleich ein paar Vorschläge fürs Glätten!

VG Ottilie
Ottilie ist offline   Mit Zitat antworten
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