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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 22.11.2022, 19:35   #1
weiblich Booklover
 
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Standard Immer wieder

Ein Sonnenuntergang in einer leeren Stadt,
so unbemerkt, so unbedacht,
jeden Tag auf, jeden Tag unter,
ja die Sonne jeden Tag, immer wieder

Der Mondaufgang in einem toten Dorf,
so unbemerkt an diesem Ort,
jede Nacht aufs Neue, jede Nacht aufs Neue,
ja der Mond, jede Nacht immer wieder

Und wir wir können sie nicht sehn,
wir ignorieren sie, die Schönheit dieser Welt,
zu wenig Zeit zu viel zu tun, sind die Reden
jeden Tag jede Nacht immer wieder
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Alt 24.11.2022, 08:48   #2
männlich dr.Frankenstein
 
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Daran sind die bescheuerten Professoren schuld, die den Menschen die Fantasie rauben wollen. Aber zum Glück haben sich eine Horde furchtloser Künstler auf den Weg gemacht um Nachrichten zu erfinden, damit die Welt weiß was bei den Leuten los is.
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Alt 24.11.2022, 09:02   #3
weiblich Ilka-Maria
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Wo sollen diese leere Stadt und dieses tote Dorf denn sein? Und wer wird, auch wenn viel zu tun ist, daran gehindert, die Sonne zu genießen, egal ob sie hoch am Himmel steht oder untergeht? Wer hindert jemanden daran, den Mond anzuschauen, wenn er nicht gerade von Wolken verdeckt wird? Bei klarem Himmel sehe ich sogar noch viel mehr, nämlich eine Unzahl von Sternen. Ürigens macht es auch großen Spaß, die ganz kleinen Dinge zu beobachten, z.B. Ameisen bei ihrer Arbeit zuzuschauen.

Das Thema des Textes gehört für mich in die Rubrik der hausgemachten Probleme, die niemand haben muss.
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Alt 24.11.2022, 12:25   #4
Hera Klit
 
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Mensch Ilka, man sieht es nicht, wegen der Alltagssorgen etc.. Ist das sooo schwer zu verstehen?


Treffliche, wahre Zeilen, lieber Booklover.


Liebe Grüße
Hera

Geändert von Hera Klit (24.11.2022 um 14:55 Uhr)
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Alt 24.11.2022, 14:01   #5
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Hera Klit Beitrag anzeigen
Mensch Ilka, man sieht es nicht, wegen der Alltagssorgen etc., ist das sooo schwer zu verstehen.
Wer ist "man"? Jedenfalls niemand, mit ich mich in diesem Fall vergleichen kann. Ich habe noch nie eine leere Stadt oder ein totes Dorf gesehen, und der Himmel mit Sonne, Mond und Sternen ist nicht davongeflogen. Man muss nur die Augen aufmachen und hinschauen. Die meisten Sorgen, von denen ich allgemein höre, sind nicht aus dem Alltag, sondern hausgemachte Luxusprobleme und ein bräsiges Theoretisieren darüber, wie die Welt zu retten ist. Diejenigen Menschen, die wirkliche Probleme haben - z.B. einen gebrechlichen Alten zu pflegen - denken an nichts anderes als an die Natur und zwischendurch mal rausgehen zu können. Diese Leute wissen genau, wohin sie gehen und was sie sehen wollen, sobald sie die Gelegenheit dazu bekommen.

Die am lautesteten jammern, habe ich jedenfalls nicht sagen gehört, sie seien am Wochenende in den Taunus oder Spessart gefahren, um drei Stunden wandern zu gehen. Das kann nämlich jeder machen, wenn er will. Es gibt Wander- und Fahrradclubs, und fast überall gibt es Spazierwege an einem Fluss oder einem Bach entlang. Wir haben in Deutschland so viel an Natur, sogar in den Städten dank weitsichtiger Stadtplaner - dass es der Mühe bedarf, sie zu übersehen. Selbst durch die City von Frankfurt mit seiner Hochhausarchitektur und dem hektischsten Verkehr des ganzen Landes könnte ich über eine Stunde lang nur durch einen Grüngürtel gehen. Wenn ich an meinem Wohnort, einer Kleinstadt, in die Einkaufsstraße gelangen will, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als zehn Minuten lang einen Weg durch Wiesen an einem Fluss entlangzulaufen, und wenn ich Glück habe, sehe ich dort nicht nur Enten, sondern auch einen Reiher - und das in einem Ort, der in der Mitte zwischen Offenbach und Hanau, also zwei Großstädten liegt. Leer und tot sieht anders aus.

Es ist erschreckend, wie vornehmlich sehr jungen Menschen - wie hier - das Gehirn mit Katastrophenszenarien und dem ständigen Bild einer üblen Welt gewaschen wird, bis sie sich elend genug fühlen, einen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen zu müssen. Es ist schon fast ein Verbrechen, Teenagern jegliche Hoffnung auf eine Zukunft auszutreiben. In diesem jugendlichen Alter sollten sie keine anderen Alltagsprobleme haben als ihre Bildung und eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Statt dessen werden die Mißständen der ganzen Welt auf sie abgeladen.
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Alt 24.11.2022, 14:02   #6
männlich dr.Frankenstein
 
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Sind doch alle Probleme Hausgemacht. Hängt nur davon ab, wo man hin will.
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Alt 24.11.2022, 14:09   #7
männlich dr.Frankenstein
 
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Das Gedicht klingt ja eher wie eine persönliche Empfindung in der, "Wir" aus Angst davor "Ich" zu benutzen eingesetzt wurde.
Wenn du dich allein fühlst, kann eine Stadt leer, ein Dorf tot erscheinen und auf der Suche nach irgendwas fehlt dann die Zeit oder viel mehr die Muse, die Sonne anzugaffen oder irgendeine Schönheit anzusehen, auf der Suche die einem die Zeit raubt.

Ansonsten wenn man es wörtlich nimmt, dann ja, gibt es genügend Leute die... usw.
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Alt 24.11.2022, 14:12   #8
Hera Klit
 
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Ilka, du moderierst eine Gedichte-Seite, auf der Gedichte veröffentlicht werden, in denen existenzielle Dinge in Metaphern zu kleiden, eine übliche Strategie darstellt.

Du bist hier nicht im Motivationsworkshop der Volkshochschule.

Jetzt wundern mich die seltsamen Kommentare zu meinen Sachen freilich nicht mehr
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Alt 24.11.2022, 14:17   #9
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Das sehe ich völlig anders, Hera. Aber es ist auch nicht von Belang, was du von meinen Kommentaren hältst.

Wenn ich die Jammer- und Mecker-Gedichte in diesem Forum lese, und das ist schon seit langer Zeit, fällt mir bedauerlicherweise auf, dass die Texte, die von Sinnlosigkeit bis hin zur Weltuntergangsstimmung handeln, viel zu häufig von ganz jungen Leuten stammen. Das hat Ursachen, und die geben mir zu denken. Immerhin haben wir es mit der Gesellschaft von morgen zu tun.
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Alt 24.11.2022, 14:39   #10
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Die Ursachen könnten an der schlechten Ausgangslage liegen, die wir ihnen übergeben.


Aber das ist natürlich nicht alles, selbst Hölderlin, Kleist, Büchner und wie sie alle hießen, schrieben schon eher dunkel als hell. Die einen endeten in der Klapse, die anderen haben sich erschossen. Dichtung ist eine hochgefährliche Sache, schon seit jeher. Und alle, die sich nicht wirklich in Gefahr begeben, schreiben uninteressantes Zeug ohne Tiefe, aber oft hübsch gereimt.
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Alt 24.11.2022, 15:14   #11
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Na ja, Tiefe hat das hier in Rede stehende Gedicht kein bisschen (muss es auch nicht haben, es gibt noch andere Möglichkeiten, Inhalte zu übermitteln). Vergleiche mit Hölderlin, Kleist und Büchner sind meiner Meinung nach nicht angemessen. Außerdem hatte Kleist tatsächlich Probleme, nämlich mit dem Unterdrückszwang seiner Homosexualität. Und Büchner starb meines Wissens an einer Seuche und hat außerdem nicht dunkel geschrieben, sondern politisch, historisch, psychologisch und in einem Fall sogar eine Komödie. Habe ich alles gelesen.

Wer meint, unsere Ausgangslage in Deutschland sei schlecht, sollte mal in die Geschichtsbücher schauen und danach suchen, ob es vor hundertfünfzig Jahren so etwas wie eine Kindheit und Jugend gab.

Ich empfehle, sich einen Buchtitel von Karl Rainmund Popper zu eigen zu machen: "Alles Leben ist Problemlösen".
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Alt 24.11.2022, 15:59   #12
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Büchner hat Lenz geschrieben, Woyzeck und Danton. Drei Beispiele, die wenig rosig waren.

Heute stoßen wir auf das Ende wichtiger Ressourcen und die Klimakrise ist auch nicht ohne, aber natürlich dachten auch wir in den Siebzigern schon, das Ende sei nahe.

Die Bibel war schon in weiten Teilen kaum lustig und die Offenbarung des Johannes, enthält einige schlimme Zukunftsaussichten.
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Alt 24.11.2022, 16:21   #13
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Zitat:
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Büchner hat Lenz geschrieben, Woyzeck und Danton. Drei Beispiele, die wenig rosig waren.
Über Lenz konnte er nichts anderes schreiben, der war psychisch krank. "Woyzeck" war Psychologie (es ging zwar um Unterdrückung und Manipulation, aber hauptsächlich um Woyzecks sehr einfältiges Gemüt, dass er alles mit sich machen ließ, bis er schließlich ausrastete), "Danton" ist Geschichtsaufarbeitung nach dem Motto: "Die Rebellion frisst ihre eigenen Kinder". Beide Stücke sind tragisch, aber nicht "dunkel", so dass etwas daran nicht greifbar gewesen wäre.

Außerdem gab es noch die Komödie "Leonce und Lena" und den rebellischen "Hessischen Landboten".

Jedenfalls war Büchner nicht verrückt und hat sich auch nicht erschossen. Er hat gerne gelebt, deswegen ist er nach dem "Landboten" ins Ausland abgehauen und hat seinen Bruder an seiner Stelle zum Gerichtstermin erscheinen lassen.

Es geht mir auch gar nicht darum, ob jemand "dunkel" oder fröhlich-hell schreibt, um auf das Gedicht dieses Faden zurückzukommen. Mir geht ganz einfach das in unserem Land weit verbreitete Gemecker, Gejammer und Moralisieren gehörig auf den Zeiger.
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Alt 24.11.2022, 16:45   #14
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Wenn man ein Gedicht als Gemecker einstuft, fehlen mir die Worte.
Das Gedicht kann man auch psychologisch interpretieren, nicht nur Lenz. Als Büchner das schrieb, gab es noch keine Psychologie.
Büchner hat die seelischen Zustände eines belasteten Mannes genau beschrieben, wahrscheinlich waren sie ihm vertraut, mehr nicht.
Er hat nicht gesagt: "Ich nehme kurz mal Freud vorweg und schreibe psychologisch." Es lag damals aber in der Luft, die Leiden des Individuums an der Welt, mehr in den Blick zu nehmen, das begann sich zu entwickeln. (Nietzsche, Freud etc.)
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Alt 24.11.2022, 19:08   #15
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Ach, Hera, gut so, häng dich an Büchner auf.

Es geht mir um etwas anderes, nämlich was man mit unseren Jugendlichen macht, indem man ihnen das Gehirn mit der Gutmensch-Seife wäscht und ihnen beibringt, wie man den Lehrerfinger hebt und der ganzen Welt die sogenannten "Werte" beibringt. Dann kommen solche Texte raus wie in diesem Faden. Von Teenagern, die noch nichts begriffen haben und eingeseift werden können. Wer sind wir Deutschen denn, die selbst genug Dreck am Stecken haben, dem Rest der Welt Moral beibringen zu wollen oder ein Programm, wie die Welt zu retten ist? Wir sind ein Pimpf auf diesem Planeten, über dessen Weicheierei sich andere Nationen totlachen.

Selbst Greta schlägt inzwischen, um drei Jahre älter und reifer geworden, andere Töne an. "It depends ..."
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Alt 24.11.2022, 19:51   #16
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Die junge Generation nimmt es naturgemäß ernster, weil sie noch eine lange Zukunft vor sich haben, während wir Alten ja bald weg sind.
Aber so war es immer, die 68 nahmen es auch ernster, als die Alten mit dem Muff unter den Talaren.

Ich habe Tochter und Enkeltochter und für die hoffe ich, dass was unternommen wird.

Für mich klingt das, was du schreibst, ziemlich zynisch und herzlos.

Es wäre schlimm, wenn deutsche Jugendliche wegen des dritten Reiches nicht ihr Maul aufmachen dürften, also die können nix dafür. Es gibt Handlungsbedarf und wie wir wissen, sind die, welche am Ruder sind, meistens an ihren kleinlichen Vorteilen interessiert und brauchen deswegen einen Tritt in den Arsch.

Wir sollten der Jugend dankbar sein.
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Alt 24.11.2022, 20:08   #17
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Zitat:
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Für mich klingt das, was du schreibst, ziemlich zynisch und herzlos.
Herzlos ist, was den Jugendlichen gerade angetan wird, sie nämlich für das Leid der gesamten Erde in die Haftung zu nehmen. Du bist dabei? Herzlichen Glückwunsch! Bei dir möchte ich kein Enkel sein. Zumal du ja das Angebot der modernen Welt angenommen hast, zum Beispiel per umweltunfreundlichem Computer an diesem Forum teilzunehmen.

Wenn man schon frevelt, sollte man auch dazu stehen.

Wenn schon, denn schon!

Mit Heuchelei hast du bei mir schlechte Karten. Ich gehöre nicht zu denen, die Wasser predigen und selber Wein trinken. Von mir aus kann sich jeder die Hucke vollsaufen, wenn er alle anderen leben lässt, wie sie es für richtig finden.

Von mir aus kann auch jeder sich über den Missbrauch von Ressourcen aufregen, aber bitte, soll er dann auch seinen Computer und sein Smartphone abschaffen.

Aber allein die Tatsache, das du dich hier auf Poetry tummelst, zeigt, auf welcher Seite du stehst.

Also komm mir bloß nicht schräg.

Wenn du wirklich Zweifel hast, kannst du dich ja in die Steinzeit zurückbrettern lassen und deine Kreativität an Höhlenwänden erproben. Der Nachruf wäre dir sicher. Aber erst unter der Wertschätzung unseres Jahrhunderts.
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Alt 24.11.2022, 20:32   #18
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Ich bin schon mal Vegetarier, seit 30 Jahren und gehe viel zu Fuß und fahre mit dem Rad, außerdem verbrauche ich sehr wenig Ressourcen. Ich fliege nirgends hin, mache nicht mal Urlaub. Es gibt nicht viele Umweltsünden, die ich mir vorzuwerfen habe. Folge meinem Beispiel, dann ist schon mal was erreicht.
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Alt 24.11.2022, 20:59   #19
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Ich bin schon mal Vegetarier, seit 30 Jahren und gehe viel zu Fuß und fahre mit dem Rad, außerdem verbrauche ich sehr wenig Ressourcen. Ich fliege nirgends hin, mache nicht mal Urlaub. Es gibt nicht viele Umweltsünden, die ich mir vorzuwerfen habe. Folge meinem Beispiel, dann ist schon mal was erreicht.
Aber du sitzt am Computer und verbrauchst Ressourcen. Alles, was du anführst, könnte ich mir auch auf die Fahne schreiben. Geschenkt!

Hör einfach auf mit deiner Selbstgerechtigkeit. Jeder von uns hat sein Ferhsehgerät, sein Smartphohne und seinen Laptob. Jeder weiß inzwischen, was darin verbaut ist und wer mit seiner Gesundheit und einem frühen Ableben dafür herhält. Kein Schwein interessierst es, wer dabei draufgeht, Hauptsache, wir können selbst beim Scheißen auf dem Klo noch telefonieren, weil wir uns für so wahnsinnig wichtig halten, das jedes unserer Worte mit einem Oscar prämiert werden müsste.

Wer mir hier etwas vom Pferd zu erzählen versucht, sollte Kante zeigen und sich aus aus der Computerwelt verabschieden, statt wie ein Verdurstender am Schlauch zu hängen.

Und das alles weißt du auch. Sonst wärst du nicht hier.
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Alt 24.11.2022, 21:10   #20
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Es geht doch auch darum, dass technische Lösungen gefunden werden, die weniger umweltschädlich sind und erneuerbare Energien weiter ausgebaut werden. Diese Entwicklungen müssen aber vorangetrieben werden, durch Druck von der Straße etc.. Da das alles schleppend geht, ist es richtig, dass junge Leute protestieren und Forderungen stellen.
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Alt 25.11.2022, 03:09   #21
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Zitat:
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Es geht doch auch darum, dass technische Lösungen gefunden werden, die weniger umweltschädlich sind und erneuerbare Energien weiter ausgebaut werden. Diese Entwicklungen müssen aber vorangetrieben werden, durch Druck von der Straße etc.. Da das alles schleppend geht, ist es richtig, dass junge Leute protestieren und Forderungen stellen.
Das ist doch ideologischer Bullshit. Die Technik vorantreiben ... ich lach mich tot. Überall schießen die Rechenzentren aus dem Boden, die eine Masse an Energie verschwenden und zur Aufheizung der Atmosphäre beitragen. Was wir auf der einen Seite einzustampfen versuchen, wächst auf der anderen Seite wie die mehrköpfige Hydra nach. Der Verkauf der E-Autos ist ein Riesengeschäft, das nur zwei Quellen dient, nämlich der Autoindustrie und der Staatskasse, die Umwelt hat davon null. Deine erneuerbaren Energien kannst du abschreiben, denn mit ihnen allein kannst du weder deinen Kühlschrank noch deine Waschmaschine betreiben. Oder schrubbst du dein Zeug noch per Hand auf dem Waschbrett, wie ich das aus meiner Kindheit von meiner Mutter kenne? Und jetzt kommst du mir auch noch mit dem Vergleich der 68er, die eine ganz andere Intention hatten, bei denen war nämlich von Umweltschutz noch nicht die Rede. Die wollten mit der Mao-Bibel in der Hand unser Wohlstandssystem abschaffen, in Hemden aus selbstgewebtem Stoff herumlaufen, freie Liebe propagieren, in Kommunen leben und die Scheiben von Kaufhäusern einschlagen. Hat aber nichts gebracht. Fünfzehn Jahre später saßen sie in den Aufsichtsräten der Großkonzerne oder wurden Außenminister ohne Krawatte. Das nennt sich Fortschritt.

Die Jugend hat noch ihr Leben vor sich? Von wegen! Ihr wird suggeriert, dass sie vom ersten Schrei an auf diesem Planeten nichts zu suchen hat, weil sie ihn durch ihre bloße Anwesenheit kaputtmacht. Sie hat gefälligst nichts unter uns zu suchen, und wenn schon, sich gleich auf die Couch zu legen und therapieren zu lassen, denn wer zu leben versucht, kann nur was am Sträußchen haben. Die jungen Leute haben Sprachpobleme, bekommen das Einmaleins nicht mehr hin, schneiden sich mit Klingen das Fleisch auf, stecken sich den Finger in den Rachen, um zu erbrechen, und schreien nach Mama, wenn sie von A nach B transportiert werden müssen. Wenn ein Kind rückwärts gehen soll, verliert es die Orientierung und landet auf den Hinterbacken, aber es ist flink genug mit den Daumen, ein Computerspiel zu bedienen. Das ist die Jugend, die an die Unis strebt, ohne noch das Bedürfnis zu haben, eine Dreisatzrechnung hinzubekommen.

Das ist die Jugend von morgen, unter deren Operationstisch du vielleicht einmal liegen wirst. Da kann ich dir nur alles Gute wünschen!

Und da kommst du mit "dunkel" in der Literatur. Guten Morgen!

Weniger Fleischkonsum ändert daran übrigens gar nichts. Unseren Muskeln fehlen die Proteine, und der Rest der Welt, in die wir exportieren, stürzt sich drauf. Die Viecher weden gnadenlos geschlachtet und in alle Welt verschickt, da kannst du soviele Grashalme kauen wie du willst. Ob ich Vegetarier bin oder nicht stellt diesen Planeten genausowenig auf den Kopf, als würde ich ab morgen nur noch Sand fressen.

Tatsache ist, das wir aus unserem System nicht rauskommen, weil bei jedem Änderungsversuch Interessen aufeinanderprallen. Wir versuchen, es solange am Leben zu erhalten, bis es von selbst zusammenbricht.

Genau das ist das Dilemma, vor der die Jugend steht: Sie sieht das System zusammenbrechen und kann nicht aufhalten, was ihr bislang ein bequemes Leben unter den Hintern geschoben hat. Sie will nichts ändern, sondern die alte Bequemlichkeit aufrechterhalten, aber möglichst mit noch mehr Privilegien, die der Staat zu liefern hat. Mit Technik und Fortschritt hat sie nichts am Hut, aber ganz viel mit Gemecker, Schuldzuweisung und Depressionen. Solange diese Jugend mit dem Finger nach rückwärts zeigt und nach Haftung und Wiedergutmachung schreit, wird sich nichts ändern. Sie will den Status quo beibehalten, bloß keinen Abstieg und möglichst aus dem gieichen Napf fressem wie die jenigen, die schon immer aus dem fetten Napf gefressen haben,

Ach ja, nur nebenbei: Ich bin ein eingefleischter Carnivor. Ohne künstlich erzeugte Gewissensbisse. Vor zweitausend Jahren wäre ich selbst ein Beutetier gewesen. Wer zuesrst beißt, überlebt. So funktioniert die Welt, in der wir leben. Vor nicht allzu langer Zeit wäre ich als Jungtier gerissen worden. Aus die Maus.

Jetzt aber habe ich, wenn alles gut läuft, noch einige Jahre vor mir. Und ich schäme mich nicht, mir alle paar Tage ein Hüftsteak zu gölnnen. Ich lebe nur einmal, und da winke ich all den Gras- und Körnerfressern zu, die die Welt verändern wollen, indem sie sich in den Status der Untoten versetzen und im Horror-Film wenig charmant als Zombies bezeichnet werden.

Kaut auf ihren Körnern herum. Ich lasse mir mein Wildgulasch derweil auf der Zunge schmelzen.
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Alt 25.11.2022, 05:14   #22
Hera Klit
 
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Eine krude Weltsicht, düsterer und fatalistischer, als die des zu besprechenden Gedichtes. Du bist unbelehrbar. Ich gebe es auf. Gegen dich bin ich ein heller Sonnenschein, das möchte ich beibehalten. Ich habe eine Tochter, die ist intelligent und lebensfroh und tüchtig, genau wie ihre Freunde. Die Jugend, die du da beschreibst, ist mir fremd und ich zweifle daran, dass es sie außerhalb deines Kopfes gibt.
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Alt 25.11.2022, 08:01   #23
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Ilka, Ilka, du moderierst eine Seite für Poesie, auf der sich auch manch junger Mensch ausprobieren möchte. Und dann werden diese Versuche, ob düster oder nicht, im Keim erstickt mit Fragen wie „Wo ist dieses tote Dorf“ etc.? Was ist daran schlecht, wenn man seine in jungen Jahren in alle Richtungen - ja, auch düstere - treibenden Gedanken in Verse packt und hier postet?
MICH interessieren solch Verse, deutlich mehr als banale Beschreibungen von Tierarztbesuchen mit einer Katze. Wo ist da die Poesie?
Und warum kommen Gedichtbesprechungen immer derart vom Thema ab? Schön, dass du eine wohlige Kindheit genießen durftest. Viele, die hier dunkle Gedanken posten, genießen vielleicht eine ebensolche Kindheit. Wer bist du, dies einschätzen zu wollen?
Und dann regst du dich darüber auf, dass junge Menschen düstere Verse posten - ist es dir vielleicht lieber, dass sie - anstatt düstere Verse zu posten - sich RTLII zu Gemüte führen oder an der Playstation geistig verhungern?
Ich kann nicht nachvollziehen, auf welche Weise du hier mit Erstlingswerken umgehst und jeglichen ersten lyrischen Schritt im Keim ersticken lässt.
Das macht mich traurig.
Jetzt schreibe ich gleich mal ein düsteres Gedicht…
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Alt 25.11.2022, 08:02   #24
weiblich LyrischesDu
 
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Zitat:
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Eine krude Weltsicht, düsterer und fatalistischer, als die des zu besprechenden Gedichtes. Du bist unbelehrbar. Ich gebe es auf. Gegen dich bin ich ein heller Sonnenschein, das möchte ich beibehalten. Ich habe eine Tochter, die ist intelligent und lebensfroh und tüchtig, genau wie ihre Freunde. Die Jugend, die du da beschreibst, ist mir fremd und ich zweifle daran, dass es sie außerhalb deines Kopfes gibt.
Gut gesprochen!
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Alt 25.11.2022, 08:48   #25
weiblich Ilka-Maria
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Du bist unbelehrbar.
Ach, du willst belehren?
Ich nicht. Jeder soll in seiner Pfütze paddeln, wie er mag.

Übrigens verfüge ich auch über Nachwuchs. Gegen seine Sicht auf die Welt bin ich gemäßigt. Ein Körner- und Grasfresser, der mit erhobenem Finger herumläuft und die Welt verbessern will, wird er nie werden. Meine Sicht ist nicht fatalistisch, dazu ging es mir nämlich mein Leben lang zu gut.

Aber ich kann sehen und hören, und ich kann lesen, was hier vornehmlich von jungen Leuten geschrieben wird. Und das ist alles andere als hübsch.
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Alt 25.11.2022, 09:03   #26
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von LyrischesDu Beitrag anzeigen
Jetzt schreibe ich gleich mal ein düsteres Gedicht…
Dir ist aber klar, booklover, dass das Anlegen eines Doppel-Accounts gegen die Forenregel ist? Bist du so wenig von deinem eigenen "Werk" überzeugt, das nötig zu haben?
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Alt 26.11.2022, 06:50   #27
Trembalo
 
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Hallo Booklover,

sich durch Worte ausdrücken,
sich in Worten finden,
die Liebe zum Wort,
Bilder werfend.

Ja, wie oft geht man an der Schönheit vorbei
und meint keine Zeit zu haben.
Ein schöner Aufruf sich Zeit dafür zu nehmen,
für das Leben...

Alles Liebe Dir
Gruß
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Immer und Immer Wieder Tholund Düstere Welten und Abgründiges 0 10.12.2005 12:56


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