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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 20.04.2026, 10:33   #1
weiblich lostprincess
 
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Standard Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht
Vergiss mich nicht
Solang ich bei dir ruh

Vergissmeinnicht
Vergiss mich nicht
Verblüh wie ich im Nu
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Alt 21.04.2026, 10:45   #2
männlich SchwarzerHund
 
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Mein erster Gedanke: wtf? Der zweite eigentlich auch. Bissel ratlos, Hund
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Alt 21.04.2026, 13:59   #3
weiblich lostprincess
 
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Hey SchwarzerHund,
schade, dass es dir nicht gefällt :)
Mich würde natürlich interessieren, was genau du daran nicht verstehst.

lostprincess
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Alt 21.04.2026, 21:27   #4
männlich SchwarzerHund
 
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Hey Prinzessin
Auch der dritte Gedanke, mit zeitlichem Abstand: wtf? Und damit ist auch gut, liebe Grüsse vom Hund
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Alt 25.04.2026, 11:53   #5
männlich MonoTon
 
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Hallo lostprincess

Rein objektiv betrachtet wirkt das "Gedicht" eher wie ein Aphorismus und etwas repetitiv, da sich nur in der jeweils letzten Zeile die Aussage ändert, genau so gut hätte die letzte Zeile auch direkt folgen können als Conclusion.

Zum Inhalt bin ich tatsächlich anders eingestellt, denn der ist komprimiert und gut durchdacht. Auf mich hat er sogar ein, zur Thematik passendes, Farbschema.
Sobald ich über Farben rede in Texten haben diese für mich eine andere Ebene, die mancher nicht nachverfolgen kann.
Zur Erklärung, in deinem Text sehe ich Blau.
Nicht nur angedeutet durch das Vergissmeinnicht (bekanntlich in 3 Farben erhältlich - blau, weiß und rosa)

Blau ist in der Synästhesie gleichzusetzen mit kälte, Einsamkeit, Leere.
Eine Farbe die einen magisch zu sich zieht, als würde sie einem selbst die Energie absaugen. Besonders in Weite und Tiefe, wie der Ozean.
In Form einer Blume (Vergissmeinnicht) wirkt sie als Ruhepol, nicht selten kalt.

Im Kontrast zum "Vergessen" finde ich das Blau sehr Effektiv, weil Blau oftmals auch unendliche Void gesehen wird. Es kommt dem Schwarz am Nächsten.
Die Bitte dahingehend "mich" nicht zu vergessen wirkt schon fast wie eine vergebliche Aufforderung, denn Blau selbst wird damit zu sehr in Verbindung gebracht. Blau ist fast schon dazu bestimmt sich darin zu verlieren und zu vergessen. In den Weiten der Leere zu entschwinden.
Ein warmer Kopf ist nicht dafür gemacht, soviel kalten Raum zu füllen. Das grenzt für mich an eine entzündete Fackel, welche in einer Glaskugel ins Meer geworfen wird, um zu schauen was am Grund liegt. Man sieht nur solange vorüberziehende Silhouetten in der Draufsicht, bis das Feuer sich selbst ausgezehrt hat und erlischt.

Zitat:
Vergissmeinnicht
Vergiss mich nicht
Solang ich bei dir ruh

Vergissmeinnicht
Vergiss mich nicht
Verblüh wie ich im Nu
der Aspekt des Verblühens ist ebenfalls ein Aspekt der Farbe Blau, denn nichts anderes bedeutet "verblühen"
In der Floristik spricht man vom verbläuen (ausblauen) einer Farbe, bishin zur verwitterung oder Welk werden. Du schilderst den Vorgang des Vergehens und blass bzw Blau werdens sehr intensiv aber prägnant.

Fazit
man erkennt das entweichen des Lebens durch unterschiedliche Stadien eines blau-tons
und Blau ist nichts weiter, als das abhanden kommen von rot, welches wärme, Leben, Blut, Liebe und aktives Sein symbolisiert. Feuer.
Für mich ist der Text mehr als nur ein Sinnspruch, allerdings schrammt er ganz scharf an etwas vorbei dass ich Beiläufig bezeichnen würde.
Er fesselt nicht, außer man befasst sich mit ihm etwas konkreter und seiner Farbsymbolik.

Der Wunsch am Ende gemeinsam und im selben Tempo zu "verblühen" ist desillusional, denn alles vergeht für sich und in seinem eigenen Tempo.
Und der Zusatz, dass das Verblühen im Nu, also rapide geschehen soll, lässt darauf schliessen, dass das dazulegen nicht Freiwillig geschehen sein könnte, sondern ein "Blühen" abrupt beendet wurde.
Nur um Gleichheit zu erreichen und eine untrennliche gemeinsamkeit Fortzuleben. Vielleicht etwas das zu Lebzeiten nicht mehr erreicht werden konnte, oder in weite Ferne geriet.
Insofern man noch von Leben sprechen kann.

Lg Mono
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Alt 27.04.2026, 10:23   #6
weiblich lostprincess
 
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Hey Mono :)
Ich freue mich sehr über deinen Kommentar!

Zitat:
Rein objektiv betrachtet wirkt das "Gedicht" eher wie ein Aphorismus und etwas repetitiv, da sich nur in der jeweils letzten Zeile die Aussage ändert, genau so gut hätte die letzte Zeile auch direkt folgen können als Conclusion.
Tatsächlich war das auch mein erster Entwurf, also nur die zweite Strophe mit drei Zeilen. Die repetitive Form ist beabsichtigt, wird aber natürlich bei zwei Strophen noch deutlicher.
Mir war dabei wichtig, diese gewisse Monotonie bzw. Kreisbewegung zu erzeugen – so, als würden sich die Gedanken wiederholen und nicht zur Ruhe kommen.

Zitat:
Zum Inhalt bin ich tatsächlich anders eingestellt, denn der ist komprimiert und gut durchdacht. Auf mich hat er sogar ein, zur Thematik passendes, Farbschema.
Sobald ich über Farben rede in Texten haben diese für mich eine andere Ebene, die mancher nicht nachverfolgen kann.
Ich habe ehrlicherweise nicht damit gerechnet, hier auf jemanden zu treffen, der Farben in Texten ähnlich wahrnimmt wie ich :)

Zitat:
Zur Erklärung, in deinem Text sehe ich Blau.
Nicht nur angedeutet durch das Vergissmeinnicht (bekanntlich in 3 Farben erhältlich - blau, weiß und rosa)
Blau ist natürlich die häufigste Farbe bei Vergissmeinnicht, aber ich muss sagen, dass ich auch die anderen Farbvarianten hübsch finde.
Die Entscheidung für das blaue Vergissmeinnicht war sehr bewusst – weil es eben nicht nur die „typische“ Farbe ist, sondern auch am besten zur Grundstimmung des Gedichts passt.

Zitat:
Blau ist in der Synästhesie gleichzusetzen mit kälte, Einsamkeit, Leere.
Eine Farbe die einen magisch zu sich zieht, als würde sie einem selbst die Energie absaugen. Besonders in Weite und Tiefe, wie der Ozean.
In Form einer Blume (Vergissmeinnicht) wirkt sie als Ruhepol, nicht selten kalt.
Im Kontrast zum "Vergessen" finde ich das Blau sehr Effektiv, weil Blau oftmals auch unendliche Void gesehen wird. Es kommt dem Schwarz am Nächsten.
Exakt! Blau hat auch eine sehr beruhigende Wirkung, zumindest auf mich.
Vergissmeinnicht-Blau ist kühl und sehr ruhig, eine Farbe, in der man sich verlieren kann und es vielleicht auch möchte.

Zitat:
Die Bitte dahingehend "mich" nicht zu vergessen wirkt schon fast wie eine vergebliche Aufforderung, denn Blau selbst wird damit zu sehr in Verbindung gebracht. Blau ist fast schon dazu bestimmt sich darin zu verlieren und zu vergessen. In den Weiten der Leere zu entschwinden.
Die Bitte, „mich“ nicht zu vergessen, ist in diesem Gedicht nicht ruhig und abgeklärt wie die Farbe selbst. Der Wunsch, nicht „verloren zu gehen“, ist wichtiger als der Tod. Man hat verstanden, dass man sterben wird, möchte es aber nicht allein tun.

Zitat:
Ein warmer Kopf ist nicht dafür gemacht, soviel kalten Raum zu füllen. Das grenzt für mich an eine entzündete Fackel, welche in einer Glaskugel ins Meer geworfen wird, um zu schauen was am Grund liegt. Man sieht nur solange vorüberziehende Silhouetten in der Draufsicht, bis das Feuer sich selbst ausgezehrt hat und erlischt.
Dieser Kontrast zwischen dem warmen Leben und der kalten Gleichgültigkeit des Wassers unterstreicht das sehr schön.

Zitat:
der Aspekt des Verblühens ist ebenfalls ein Aspekt der Farbe Blau, denn nichts anderes bedeutet "verblühen"
In der Floristik spricht man vom verbläuen (ausblauen) einer Farbe, bishin zur verwitterung oder Welk werden. Du schilderst den Vorgang des Vergehens und blass bzw Blau werdens sehr intensiv aber prägnant.
Genau deswegen habe ich das Wort „Verblühen“ verwendet – es beschreibt für mich nicht nur ein Ende, sondern auch einen Übergang, etwas, das leiser wird, blasser, bis es schließlich verschwindet.

Zitat:
Fazit
man erkennt das entweichen des Lebens durch unterschiedliche Stadien eines blau-tons
und Blau ist nichts weiter, als das abhanden kommen von rot, welches wärme, Leben, Blut, Liebe und aktives Sein symbolisiert. Feuer.
Für mich ist der Text mehr als nur ein Sinnspruch, allerdings schrammt er ganz scharf an etwas vorbei dass ich Beiläufig bezeichnen würde.
Er fesselt nicht, außer man befasst sich mit ihm etwas konkreter und seiner Farbsymbolik.
Dass das Gedicht etwas beiläufig wirkt, kann ich definitiv nachvollziehen. Auf den ersten Blick erscheint es schlicht und langweilig durch die Wiederholung.
Und natürlich wird sich nicht jeder mit der Farbsymbolik auseinandersetzen, wie du es in diesem Fall tust :)

Zitat:
Der Wunsch am Ende gemeinsam und im selben Tempo zu "verblühen" ist desillusional, denn alles vergeht für sich und in seinem eigenen Tempo.
Und der Zusatz, dass das Verblühen im Nu, also rapide geschehen soll, lässt darauf schliessen, dass das dazulegen nicht Freiwillig geschehen sein könnte, sondern ein "Blühen" abrupt beendet wurde.
Nur um Gleichheit zu erreichen und eine untrennliche gemeinsamkeit Fortzuleben. Vielleicht etwas das zu Lebzeiten nicht mehr erreicht werden konnte, oder in weite Ferne geriet.
Insofern man noch von Leben sprechen kann.
Die Bitte des lyrischen Ichs ist nicht realistisch, sondern ein letzter Versuch, sich der Trennung zu widersetzen.
Auf der einen Seite steht die Erkenntnis der Unvermeidbarkeit des eigenen Vergehens, auf der anderen der sehr menschliche Wunsch nach Gleichklang – nach einem „Nichtalleinsein“, selbst im Moment des Endes.
Vergessen werden wir jedoch alle irgendwann.

Danke, dass du deine Gedanken mit mir geteilt hast!

LG
lostprincess
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