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| Geschichten, Märchen und Legenden Geschichten aller Art, Märchen, Legenden, Dramen, Krimis, usw. |
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#1 |
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Kapitel 6 – Alkohol
Der Schnee fiel dichter. Nicht in Flocken, sondern in Wänden. Der Pick-up kämpfte sich durch die weiße Leere, die Scheinwerfer fraßen sich nur wenige Meter in das tobende Grau. Der Motor brummte angestrengt, Reifen drehten kurz durch, fanden wieder Halt. Der Scheibenwischer arbeitete im gleichmäßigen Takt, doch kaum war die Sicht frei, legte sich schon die nächste Schicht darüber. John hielt das Lenkrad ruhig. Seine Hände waren sicher. Präzise. Kontrolliert. Hinter ihm lag die Hütte. Feuer. Spuren. Körper. Er hatte nicht alles mitgenommen. Ein Teil des Geldes lag noch dort. Schmuck ebenfalls. Genug, um eine Geschichte zu erzählen. Eine, die andere verstehen konnten. Gier. Streit. Mord. Ein geschlossener Kreis. Effizient. Sein Blick blieb auf der Straße. Doch in ihm bewegte sich etwas anderes. Ein Bild. Ein kleines Bett. Blasse Haut. Zu große Augen. „Papa… tut das wieder weh?“ Seine Finger spannten sich leicht um das Lenkrad. Jasmin. Sechs Jahre alt. Zu jung für Schmerz. Zu jung für Blutwerte, die niemand hören wollte. Leukämie. Das Wort hatte nichts bedeutet… bis es alles bedeutete. Eine kleine Küche. Zu warm. Zu eng. Maria stand am Tisch, die Hände aufgestützt. „Wir können das nicht mehr zahlen, John.“ Ihre Stimme war müde. Nicht wütend. Das war schlimmer. Er hatte nichts gesagt. Rechnungen. Ärzte. Blicke, die ausweichen. Und dann die Schulden. Nicht bei einer Bank. Bei Männern, die keine Mahnungen schickten. Nur Erinnerungen. Mit Fäusten. Oder schlimmerem. Der Überfall war keine Gier gewesen. Es war… eine Entscheidung. Der Motor heulte kurz auf. Dann tauchte Licht auf. Schwach zuerst. Dann stärker. Eine Tankstelle. Daneben ein flacher Bau mit flackernder Neonreklame. Bar. John lenkte den Wagen auf den Platz. Der Schnee knirschte unter den Reifen. Er stellte den Motor ab. Stille. Dann nur noch der Wind. Der Geruch traf ihn sofort, als er die Tür öffnete. Fett. Bier. Rauch. Wärme. Die Bar war klein. Ein paar Tische, ein Tresen, ein alter Fernseher ohne Ton. Zwei Männer saßen an der Theke. Eine Frau wischte Gläser. Niemand achtete wirklich auf ihn. Gut. Er ging zuerst nach draußen zurück. Tankstelle. Zapfhahn. Das Klacken war laut in der Stille. Benzin floss. Sein Blick wanderte kurz über die Straße. Nichts. Nur Weiß. Immer Weiß. Wenige Minuten später saß er in der Bar. Ein Teller vor ihm. Fleisch. Kartoffeln. Einfach. Effizient. Er aß langsam. Beobachtete. Lernte. Menschen waren laut. Unstrukturiert. Unberechenbar. Und doch… wiederholbar. „Hey!“ Eine Stimme, zu laut. Ein Mann setzte sich ungefragt neben ihn. Gerötetes Gesicht. Glänzende Augen. Der Geruch von Alkohol. „Du siehst aus, als könntest du was vertragen.“ Der Mann grinste breit und stellte zwei Gläser auf den Tisch. John sah darauf. Flüssigkeit. Klar. Scharf im Geruch. Whisky. Ein Moment. Er erinnerte sich. Brennen im Hals. Dumpfheit. Ruhe. „Geht auf mich!“, lallte der Mann. John zögerte nicht lange. Er nahm das Glas. Hob es. Trank. Der Effekt kam sofort. Zu schnell. Zu stark. Sein Körper reagierte. Nicht wie vorher. Nicht wie ein Mensch. Ein Ziehen. Unter der Haut. Als würde etwas flüssig werden, das fest sein sollte. Sein Blick wurde unscharf. Geräusche verzogen sich. Der Raum… bewegte sich. Falsch. Seine Hand spannte sich. Die Haut an seinen Fingern… glitt. Nicht sichtbar für andere. Noch nicht. Aber für ihn. Strukturen lösten sich. Formen wurden instabil. Gefährlich. Der Betrunkene lachte. „Na? Knallt gut, was?“ John stellte das Glas ab. Zu kontrolliert. Zu schnell. Er stand auf. „Toilette“, murmelte er. Und ging. Die Tür fiel hinter ihm zu. Kacheln. Kaltes Licht. Spiegel. Er sah hinein. Und für einen Moment… …war er nicht mehr John. Sein Gesicht… bewegte sich. Nicht wie Haut sich bewegen sollte. Es floss. Die Konturen lösten sich leicht auf, als würde etwas darunter versuchen, sich neu zu ordnen. Augen… zu tief. Mund… zu breit. Dann wieder zurück. Nicht stabil. Noch nicht. Er griff mit beiden Händen an das Waschbecken. Druck. Kontrolle. Anpassen. Der Körper reagierte. Langsam. Zu langsam. Die Tür hinter ihm ging auf. Ein Mann trat ein. Blieb stehen. Sah in den Spiegel. Sah ihn. Und erstarrte. „Was… zur Hölle…“ Stille. Ein Herzschlag. Zwei. John hob langsam den Blick. Ihre Augen trafen sich im Spiegel. Angst. Rein. Ungefiltert. Der Mann trat einen Schritt zurück. „Du bist—“ Er beendete den Satz nicht. Er musste es nicht. John wusste es bereits. Zeuge. Risiko. Variable. Sein Kopf neigte sich leicht. Analyse. Schnell. Klar. Kein anderer im Raum. Tür geschlossen. Geräusche von draußen gedämpft. Die Entscheidung fiel. Sofort. Er bewegte sich. Zu schnell. Zu leise. Ein gezielter Schlag. Die Hand des Mannes erreichte die Tür nicht mehr. Er wird sich an nichts mehr erinnern. Oder keiner wird ihm glauben. Wenige Minuten später war die Toilette wieder still. Das Wasser lief. Zu lange. Zu gleichmäßig. Der Spiegel zeigte wieder ein Gesicht. Stabil. Menschlich. John. Fast perfekt. Er sah sich an. Dann schloss er kurz die Augen. Alkohol. Gefahr. Eine Variable, die er nicht kannte. Jetzt kannte er sie. Er trocknete seine Hände. Richtete die Jacke. Stieg über den bewusstlosen Mann. Und verließ die Toilette. Als wäre nichts passiert. |
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#2 |
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Dabei seit: 02/2021
Ort: mit beiden Beinen in den Wolken
Alter: 62
Beiträge: 2.176
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... durch die vielen Zeilenumbrüche und Absätze ist mein Lesefluss gehemmt. Scroll, scroll, scrool, nächste Story, scroll ...
Gute Idee, gut geschrieben, aber mühselig zu lesen. wsT dT |
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#3 |
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Hallo dT,
Sorry werde ich ändern. Servus Roland |
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