Das weiße Blatt Papier
Der Erzfeind der Kreativität ist das weiße Blatt Papier. Die unbefleckte Oberfläche bietet endlosen Raum, unermüdsamen Gedanken auf ihr zu brüten. Beginnt ein roter Faden sich auf ihr zu manifestieren, zerreißt ihn das Wirrwarr von unaussprechlichen Worten - vage Ahnungen höherer Wahrheiten, welche sich wie ein ewig fallendes Blatt im Wind nie legen werden. So tanzen sie herum auf der Zunge und kitzeln in den Fingerspitzen. Kein Grübeln kann sie erfassen, nur der Fluss der Hand im Strom der Existenz hat eine Ahnung, dessen, was ihn treibt, doch wird vor der Neugier des Verstands letztendlich schweigen. Kein Verstehen der Bewegung, welche sich selbst bedingt. Kein Verstehen der undeterminierbaren Getriebe des Verstands.
Das weiße Blatt nagt an ihm und er nagt zurück, zurück ins Leere, nagt bis die Zähne seiner Rationalität abgenutzt sind und das Gefühl seine Wangeninnenseiten eindeckt und hinunter auf die Stimmenbänder fällt. Geschützt vom Wind, welcher es fort pustet, legt es sich und verkündet. Er wird es vergessen, doch auf ewig spricht er ein Diktat des Zufalls.
Auf dem weißen Blatt Papier beginnen sich Formen und Muster anzusiedeln und der Duft des Höheren schwindet. Es hat seine Fußspuren hinterlassen, doch ihm folgen kann er nur, wenn er aufhört zu suchen. Tanz kleiner Schmetterling, tanz! Und die Zehen gehen auf und ab. Sie malen ein Bild, welches es nur einmal zu betrachten gibt. Und er versucht es trotzdem, doch im Wind des Flügelschlags eines Schmetterlings verschwimmt es und erneut beginnen die zwanzig Zehen zu kreisen.
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