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| Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt. |
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#1 |
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Alte Männer wollen nicht sterben,
wollen Ruhm und Ehre sich erwerben, als Feldherrn sich ein Denkmal setzen, auch wenn sie Völkerrecht verletzen. Dazu gehört, dass Tränen fließen und ganz gehörig Blutvergießen, selbstverständlich nur ein fremdes ohne Besudelung des eig’nen Hemdes. Alte Männer wollen nicht sterben, wollen ihre Herrlichkeit vererben, für die Nachwelt Großes hinterlassen, ihr von sich selbst ein Ebenbild verpassen. Dazu kauft man sich schöne Frauen, mildert mit Luxusleben deren Grauen, bis ihm eine einen Gott gebärt, den nach ihm die ganze Welt verehrt. Alte Männer wollen nicht sterben, hauen die ganze Welt in Scherben, bevor ´s auch ihnen an den Kragen geht und die Wunderkerze nicht mehr steht. Wollen nochmal zeigen, wer sie sind, sind für die Wirklichkeit jedoch schon blind, werden ihren letzten Weg beschreiten als grösstes Arschloch aller Zeiten. Die Wahrheit ist: Die wirklich Schuldigen das sind doch die, die denen huldigen! |
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#2 |
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Forumsleitung
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Das ist ein einseitiger, stark simplifizierter Rundumschlag, der historisch nicht zu halten ist.
Alexander der Große war bei seiner Thronbesteigung 20 Jahre , beim Persienfeldzug 22 und bei seinem Tod 33 Jahre alt. Cäsar war zu Beginn des Römischen Bürgerkriegs 49 Jahre alt, an die Alleinherrschaft kam er nie. Friedrich d. Große kam mit 28 Jahren an die Macht und war bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 44 Jahre alt. Napoleons fünf Koalitionskriege fanden zwischen seinem 27. und 40. Lebensjahr statt, beim Russlandfeldzug war er 43 Jahre alt. Hitler war bei der Machtergreifung 44 Jahre alt, bei Beginn des 2. WK 50 Jahre alt und mit 56 Jahren tot. Stalin agierte als Berufsrevolutionär im russischen Bürgerkrieg mit 18 bis 28 Jahren und wurde mit 44 Jahren Regierungschef. J. F. Kennedy wurde mit 39 Jahren Senator und mit 44 Jahren Präsident der U.S.A. Nach heutigen Maßstäben war das nicht alt, und das war der Standard in vordemokratischen Zeiten (Kennedy ausgenommen), als Herrscher an die Macht kamen, weil sie entweder nichts anderes als eine militärische Ausbildung hatten oder dynastisch zum Regieren verdammt waren. Sie deswegen als "Arschlöcher" zu bezeichnen, ist zumindest bedenklich. Offensichtlich hat das Gedicht nur den kurzen Zeitraum von ca. 1900 bis heute im Sinn, aber das ist meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen. Gerade alte Männer wie Bismarck - Kanzlerschaft ab dem 56. Lebensjahr - waren besonnen, schonten besiegte Gegner und machten sie, wie z.B. Österreich, zu Verbündeten, um künftige Konflikte abzuwenden. Wie es nach Bismarcks Entlassung unter der Regentschaft eines politisch unbegabten und völlig überforderten Kaisers weiterging, dürfte bekannt sein. Das Gedicht ist alles andere als überzeugend. |
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#3 |
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Ich bedank' mich für die Expertise,
vor allem aus beruf’nem Mund, selten – hat mich eine interessiert wie diese profunde Kund' in dunkler Stund'. |
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