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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen. |
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20.05.2013, 20:26 | #1 |
Eine andere Welt
Puuh, das hat ein Weilchen gedauert.
Ist bestimmt noch an vielen Ecken verbesserungswürdig, bin aber schon sehr zufrieden damit. Ich setze mal voraus, dass man sich mit der christlichen Schöpfungsgeschichte auskennt. --- » Eine andere Welt Schon seit Urzeiten streiten sich Teufel und Gott. Und ich frage mich, welch einen Spott der Teufel bekommen würde, wenn er seine eigene Welt schaffen würde. Er wird dann, mit Sicherheit, weit und weit und breit Gebirge aufstellen, und kantige Berge, Ströme, schnelle und brennende Särge. Dunkle Wüsten, seltsame Orte, Über allem: dunkle Wolken und der Widerklang seiner Worte. Kurz: Kein Ort zum Verweilen, kein Ort, um ihn mit anderen zu teilen, ein Ort der Finsternis, der Dunkelheit, wo jeder Mensch nach Befreiung schreit. Dort wird er schwarze Bäume pflanzen, Gras verkehrt herum wachsen lassen, Alle Tiere durch Ungeziefer ersetzen und Vulkane zum Explodieren bringen. Bis sich, alles, im Ganzen, und noch dazu in Massen, wird die Klauen wetzen, nach Nahrung wird singen. Und dann, wenn seine rote glühende Welt, alles andere in den Schatten stellt, setzt er SEINEN Menschen auf die Erde, auf dass er ihrer Herr werde, sie belebe, sie beatme und in all ihrer Schlechtigkeit ausbade. Am Anfang sind es nur zwei, die dort weilen. Bald darauf, drei, die sich die Welt teilen. Sozusagen sein Adam und seine Eva, eine Emanze und ein Langschläfer. eine Putzfrau und ein Proll, der nicht weiß, woran er sich vergreifen soll. Ein Mann und eine Frau, auf einer Welt in grau. Und ihr uneheliches Kind. Und dann wird er zu ihnen sagen: „Ihr Menschen, ihr, braucht nicht zu klagen. ich gebe euch eine freie Welt, in der sich Leid und Lust gesellt, in der sich Freuden toter Lebensleiden alle um ihren Fortbestand streiten. Seht, von alledem hier, dürft ihr nichts verspeisen, nie in eurem Leben, nur von jenem, einzelnen Baum, dem weißen, dort, dürft ihr eure Nahrung nehmen. Wagt es nicht, euch zu beklagen, oder euch falsch zu betragen, sonst strafe ich euch umso mehr, und solltet ihr auch noch so sehr schreien und beten, niemals dürft ihr wieder mein Land betreten!“ Mit jenen Worten lässt er sie zurück, blickt auf sein Werk hernieder. Seine Menschen, in seinem Unglück, erfreuen ihn wieder und wieder. Er blickt auf sein Werk, und siehe, es war gut. So leben sie in Zweisamkeit und Zwietracht, haben sich gegenseitig um den Verstand gebracht. Sie töten sich mit einseitigen Blicken und verstricken sich mit Stricken. Essen von dem einen Baum und glauben kaum, dass es außer ihnen nichts weiter auf der Welt gibt, das gescheiter oder besser wäre, als ihre Situation, aber das, das ändert sich schon. Eine Weile wird es auch funktionieren, doch, wie im Original, wird es irgendwann nach neuem gieren, und dann, ja dann, wird eine Schlange zu Adam kriechen und ihm im siechen Ton zuflüstern: „Probiere von den anderen Bäumen, du darfst es nicht versäumen, versuche, versuche nur, und dann, erhebt sich für dich die Natur.“ Und Adam wird es tun, und er wird zu Eva laufen und sie beide werden erkennen: Es gibt Liebe auf der Welt! Und sie werden ihre verhüllten Körper entkleiden! Und nun, werden sie sich nicht mehr raufen, sie werden die Freuden erkennen Seltsam verstellt, können sie sich auf einmal leiden! Und sowie der Teufel sieht, wie sie sich lieben, sich nicht mehr hassen, wird er mit vielen Hieben, seine Wut auf der Schlange niederlassen, und ihr für alle folgenden Leben dann Beine geben! Und dann straft er SEINE Menschen. Nicht mit Tod und Verzweiflung, nein, mit Liebe. Er wird sie aus seinem Land verbannen, ihren Himmel mit einem blauen Band bespannen, ihre Erde grün erwachsen lassen, und ihnen einen warmen Wind um die Ohren blasen. Damit sie merken, in was für einer schlechten Welt sie gelandet sind, in was für einer ungerechten, gibt er ihnen Hab und Gut, Gefühle, Fantasie und er gibt ihnen die Demokratie und lacht und lacht und lacht und lacht, entzogen sind sie nun seiner Macht. Und wie sich nach Jahrtausenden nichts verändert hat, fliegt er weg von seiner Welt. Er hat sie satt. Spott und Hohn für den Erschaffer einer Welt. Wie, sag mir, wie ist es um uns bestellt? Sind wir dankbar für Liebe und Einigkeit oder suchen wir im Streit nach Beschwerde um Beschwerde? Ich sage dir, bin glücklich mit meiner Erde. |
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