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Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt.

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Alt 30.05.2024, 16:18   #1
männlich Hans Plonka
 
Dabei seit: 03/2021
Ort: 59590 Geseke
Beiträge: 886

Standard Volkswirtschaft

Volkswirtschaft

Es gibt ein Gewitter im wirren Geflecht
des Geistes, der Menschen beflügelt.
Er fragt nicht nach Ethik und auch nicht nach Recht,
wenn Köpfe er wirkend durchsegelt.

Das Üble verpestet den trüben Verstand,
manch Rede verstärkt dann noch Glauben.
Die Märkte des Teufels versklaven das Land,
die Freiheiten wollen sie rauben.
oder---um Freiheiten von uns zu rauben.

Es geht nicht um Ethik und auch nicht um Recht,
wenn Macht die Verteilungen regelt.
Der Einzelne lebt in dem Wirtschaftsgeflecht,
das sich auf Gewinne einpegelt.

Die Märkte verteilen die Waren im Land
gelenkt unter privaten Hauben.
Die Ziele der Lenker die hab ich erkannt,
sie wollen Gewinne abstauben.
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Alt 08.06.2024, 06:08   #2
männlich Nordasche
 
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Beiträge: 53

Standard Die Vertreibung aus dem Paradies

Hallo Hans,
zuerst dachte ich, hier wäre eine Kurzfassung von Karl Marx, Das Kapital. Aber dann habe ich das ältere religiöse Motiv erkannt.
LG Nordasche
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Alt 08.06.2024, 07:56   #3
weiblich Ilka-Maria
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Hans, deine Gedichte lesen sich fast alle gleich: Kapitalismus und Konsum sind Teufelswerk, und der Konsument ist ein willenloser Spielball wirtschaftlicher und politischer Mächte, der sich mit vernebeltem Geist von Lawinen an Gütern zuschütten lässt. Werden dir die inflationären Wiederholungen des immer gleichen Grundthemas allmählich nicht langweilig?

LG
Ilka
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Alt 10.06.2024, 11:21   #4
männlich Hans Plonka
 
Dabei seit: 03/2021
Ort: 59590 Geseke
Beiträge: 886

Lb. Nordasche, lb. Ilka-Maria,

es ist weniger Kritik als Feststellung, die unterschiedlich verstanden werden kann. Die Kernaussage ist: Der Konsument ist kaum Mitbestimmer der Wirtschaft. Bestimmt wird die Wirtschaft fast gänzlich von den Märkten und deren Besitzer (den Gewinnen), was auch oft Nachteile für die Konsumenten zur Folge hat.
Ein Ungleichgewicht bei den Wirtschaftsformen ist für die Mehrheit immer zum Nachteil und schadet der Demokratie. Am Besten ist immer, "von allem etwas, aber nicht zu viel (der Weg der Mitte):
Unterschiede sind gut. Sie müssen sein um einen Anreiz zu schaffen, doch sie müssen dann bekämpft werden wenn sie zu groß werden (politische Abhängigkeit ).

Lg. Hans
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Alt 10.06.2024, 11:35   #5
weiblich Lee Berta
 
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Lieber Hans,
der Konsument hat sehr viel Macht. Warum gibt es keine Eier aus Legebatterien mehr zu kaufen? Weil die Konsumenten diese Eier nicht wollen.
Jetzt haben wir Tierwohl-Nummern auf dem Fleisch aus der EU. Uns wird bewusst, wie beschissen es den Tieren eigentlich geht, selbst unter optimalen Haltungsbedingungen, und wie viel Fleisch gar nicht aus der EU kommt. Wir treffen eine Kaufentscheidung, die Kapitalisten zum Umdenken zwingt.

Vielleicht kaufen wir in Zukunft nur dann ein Telefon oder einen Fernseher oder ein Auto, wenn die alten Geräte irreparabel kaputt sind?
Vielleicht kaufen wir keine Mitgliedschaft im hippen Fitness-Center, sondern gehen einfach joggen?
Vielleicht kaufen wir einfach keine Kleidung aus Plastik mehr? (Auch, wenn das für Frauen bedeutet, nie wieder Unterwäsche zu tragen, denn es gibt keine, die nicht aus Plastik ist. Da blieben ja noch die Herrenunterhosen, die sind aus Baumwolle. Den Schlitz vorne kann frau ja zunähen.)
Niemand zwingt uns, den ganzen überteuerten Plastikdreck zu kaufen, der unsere Meere verseucht. Einfach nicht kaufen.

LG
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Alt 10.06.2024, 12:07   #6
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Lee Berta Beitrag anzeigen
Warum gibt es keine Eier aus Legebatterien mehr zu kaufen?
Oops, gibt es doch, dachte ich beim ersten Lesen des Satzes: Es gibt noch massenhaft Eier aus Legebatterien zu kaufen. Gemeint ist aber wohl: "Warum gibt es immer noch Eier aus Legebatterien zu kaufen[, obwohl die Verbraucher das nicht mehr wollen]?"

Zitat:
Zitat von Lee Berta Beitrag anzeigen
Vielleicht kaufen wir einfach keine Kleidung aus Plastik mehr?
Hier habe ich auch gestutzt. Ich kenne nur ein Fachgeschäft weit und breit, wo ich noch Taschen aus echtem Leder kaufen kann, und auch Lederkleidung kann ich nur noch im Internet bestellen. Ansonsten: Alles Imitate aus Kunststoffen. Optisch oft täuschend echt gemacht, aber in dem Zeug schwitzt man sich halbtot. Okay, Mäntel, Jacken und Hosen müssen nicht aus Leder sein - aber da frage ich mich, wohin die Felle der Schlachttiere wandern, die trotzdem anfallen? Wird bei unseren Verzichtsaktionen wirklich weniger geschlachtet? Gibt es dadurch auch nur die geringste Verbesserung für das große Ganze? Werden durch die Abschaffung eines Übels nicht neue Übel geschaffen?
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Alt 10.06.2024, 14:47   #7
weiblich Lee Berta
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Oops, gibt es doch, dachte ich beim ersten Lesen des Satzes: Es gibt noch massenhaft Eier aus Legebatterien zu kaufen. Gemeint ist aber wohl: "Warum gibt es immer noch Eier aus Legebatterien zu kaufen[, obwohl die Verbraucher das nicht mehr wollen]?"
Es gibt in Deutschland keine Legebatterien mehr. Die geringste Qualitätsstufe ist Bodenhaltung.

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Hier habe ich auch gestutzt. Ich kenne nur ein Fachgeschäft weit und breit, wo ich noch Taschen aus echtem Leder kaufen kann, und auch Lederkleidung kann ich nur noch im Internet bestellen. Ansonsten: Alles Imitate aus Kunststoffen. Optisch oft täuschend echt gemacht, aber in dem Zeug schwitzt man sich halbtot. Okay, Mäntel, Jacken und Hosen müssen nicht aus Leder sein - aber da frage ich mich, wohin die Felle der Schlachttiere wandern, die trotzdem anfallen? Wird bei unseren Verzichtsaktionen wirklich weniger geschlachtet? Gibt es dadurch auch nur die geringste Verbesserung für das große Ganze? Werden durch die Abschaffung eines Übels nicht neue Übel geschaffen?
Taschen kann man auch aus Baumrinde, Baumwolle, Zellulose, Leinen, Hanf, Flachs, Jute, Wolle, Seide ... diese Materialien können auch mit Naturmaterialien wasserdicht imprägniert werden. Zum Beispiel mit Wachs oder Öl. Welches Übel wird geschaffen, wenn man Kleidung aus verottbaren Materialien fertigt? Plastikkleidung ist auch nach 10 Jahren hinüber, aber verrottet nie.
Leder nimmt in der Textilindustrie keinen großen Stellenwert ein, es werden kaum Tiere extra für das Leder gehalten. Pelz ist auch auf dem Rückgang, trägt fast keiner mehr.
LG, lee
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Alt 10.06.2024, 15:36   #8
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Es gibt in Deutschland keine Legebatterien mehr. Die geringste Qualitätsstufe ist Bodenhaltung.
Wusste ich nicht. Aber gilt das auch für die anderen Länder? Meines Wissens sind die Eier in den Verpackungen manchmal gemischt, was die Herkunft angeht. Haben Kontrolleure jedenfalls beim Prüfen der Stempel auf den Eiern festgestellt.

Ich weiß, dass man auch andere Materialien für Taschen verwenden kann. Meine Kernfrage ist aber: Was passiert mit den Tierhäuten, wenn wir nichts mehr in Leder machen lassen wollen? Die Tiere werden doch trotzdem geschlachtet, also fällt das Material sowieso an. Man muss dafür keine Tiere extra halten. In der Schuhfabrik, in der ich meine Lehre gemacht hatte, wurden Rinder- und Ziegenhäute verarbeitet.

P.S.:
Zu meiner ersten Frage habe die Information gefunden, dass es in den anderen Ländern die Legebatterien noch gibt und Eier aus Käfighaltung in Deutschland eingeführt werden dürfen. Allerdings sind diese Informationen schon älter, neuere konnte ich nicht aufspüren. Sie dürfen also mit den in Deutschland produzierten Eiern zusammen in die Packung gegeben werden. Aber egal, ich guck sowieso immer rein und prüfe die Eier, die ich kaufe.
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Alt 10.06.2024, 16:20   #9
weiblich Lee Berta
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Was passiert mit den Tierfellen, wenn wir nichts mehr als Leder machen lassen wollen? Die Tiere werden doch trotzdem geschlachtet, also fällt das Material sowieso an. Man muss dafür keine Tiere extra halten. In der Schuhfabrik, in der ich meine Lehre gemacht hatte, wurden Rinder- und Ziegenfelle verarbeitet.
Warum sollten wir nichts mehr aus Leder machen? Die Leute, die kein Leder tragen, essen auch kein Fleisch, so gibt es insgesamt weniger Tiere, aber genug Leder für alle, die wollen. Die müssen dann eben auch Fleisch essen.
Vielleicht kann man in der Zukunft Fleisch oder Leder synthetisch erzeugen oder züchten. Wahrscheinlicher ist, dass immer mehr Menschen Vegetarier werden, die Industrie wird sich umstellen und es wird vielleicht weniger und teureres Leder geben. Aber dass die ganze Welt in absehbarer Zeit vegan wird, ist unwahrscheinlich. Zu hartnäckig hält sich der Aberglaube, dass der Mensch unbedingt Fleisch braucht. Keine Sorge.

So lange es klassischen Fleischverzehr gibt - das geht sicher noch 30 oder 50 Jahre lang so weiter - fällt Leder als Beiprodukt an. Es ist ein Naturmaterial und verottet, also aus ökologischer Sicht vertretbar. Die Lederherstellung geht zwar mit einem hohen Wasserbedarf einher, es werden krasse Chemikalien benötigt (und vielleicht lohnt sich das irgendwann nicht mehr und dann wären die Häute eben Abfall), aber weil es so unglaublich lange hält, wenn man es pflegt, oft Jahrzehnte, müssen 20 Plastikjacken nicht produziert werden, wenn ich mir eine Lederjacke kaufe. Insofern das wesentlich kleinere Übel.

LG, lee
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Alt Heute, 09:22   #10
männlich dunkler Traum
 
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Ort: mit beiden Beinen in den Wolken
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Standard Hallo HP

... mich irritiert der Titel. Volkswirtschaft? Hilf mir bitte auf die Sprünge, welcher Wirtschaftsbetrieb ist hierzulange volkseigen?

Du oder dein LI empört sich über kapitalistische Wirtschaftsverhältnisse und nutzt vermutlich unüberlegt die propagandistische Wortschönfärberei!

wsT
dT
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Lesezeichen für Volkswirtschaft

Stichworte
ethik, gewinne, märkte

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