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Alt 09.06.2024, 15:58   #1
männlich dr.Frankenstein
 
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Standard Psychologische Verhexung

"Wie schaust du auf deine Eltern Mister Fox?"

Mein Vater hat sich ja verpieselt und mich nichtmal Sue genannt, wie Jonny Cash die alte Ratte. Dann is er da irgendwo draußen in der Welt und erlebt seine Abenteuer ohne Fox.
Mutti is ja die härteste unter den Piraten gewesen, ständig dicht und zu allem verbreit. Ihre Haare wehten immer dreadtich im Wind, aber für mich hat sie sich kaum intressiert. Meine Raubzüge waren für sie Pippifax und wenn ich ihr Geschenke brachte fand sie die Schrottig. Ihre Liebe war kühl wie ein Anker.

"Sagt mir welche Vorwürfe du gegen jeden von beiden hast. Wo haben sie ihren Elternauftrag nicht erfüllt? Wo haben sie etwas kaputt gemacht, anstatt dich zu fördern?"

Seh ich aus wie jemand der sich freuen würde verhätschelt zu werden? Oder was läuft da in deiner Birne nich richtig. Klar hätte mein dämlicher faul rumsitzender dulli Vater mal mehr aggressivität zeigen können, anstatt da nur in seiner Höhle an die Wand zu glotzen und sich des Lebens zu freuen.
Mutti hätte ruhig mehr dafür tun können das ich an die Macht komme um Strandbezirk. Aber ne die fand ja nur Andy Warlord toll. Das bekloppte Wiesel, ja der hatte alles erreicht und ich bin der blöde bedeutungslose kleine Fox der nur für die Piratenpampelarbeiten gut genug ist. Wieso bin ich überhaupt geboren worden ohne einen Auftrag zu Herrschen. Ich könnte so schön bedient werden, aber ne, jetzt werd ich meinem döschigen Vater immer ähnlicher, bluähhr.

"In welchen Bereichen bist du nicht erfolgreich?"

Im stehenbleiben und vergenießen, dass die Blumen sprießen. Es rast was in mir wie ein Geisterkahn im Wellenwahn ohne Plan.
Ich bin nicht erfolgreich zu ankern, Heimatlos am Wandern, ich bin nicht wie die Andern. Ich bin außerverwöhnlich und zu ungläubigem bestimmt.

"Und welche Eigenschaften fehlen dir, um erfolgreich außergewöhnlich zu sein?"

Na die verblödete Eigenschaft zu bleiben und einzutünchen in den Seasahl der Primzahl klimaneutral im Chinalokal und natürlich der Piephahnpokal. Mir fehlt, dass andere erkennen wie außerverwöhnlich meine Wortverschupenflechtungen für ihre fettige Visage sind.

"Was kannst du denn von deinen Eltern nicht nehmen, dass du aber bräuchtest, damit andere merken wie toll du bist?"

Was könnte ich nicht nehmen, was könnte ich...!!!?
Natürlich können die nicht herzaubern das andere meine Worte fressen und sich dran mästen wie volle Kästen die wir auf Rülpsgeruch testen. Ich könnte mir garnix nehmen um mein Ziel zu verstreichen, dass is ja das Tragische.

"Setz dich hin, atme in dein Fell und kuck in die Flamme unseres Feuers. Schmeiß alles rein dass dich getrennt fühlen lässt von deinen Eltern. Solange bis das Portemonnaise und Geschenke anfangen aus deinen eingebildeten Eltern zu wachsen. Nimm es, steckst dir in die Tasche, dreh dich um und spüre sie wie eine Armee in deinem Rücken.
Tritt jetzt 30 Fußstapfen in den Sand und und klau dir Wünsche und Visionen, aus der Anderswelt.
Wie viel machbarer sieht der Weg nun aus?"

30 Schritte muss das wirklich sein? Ja klar da is Gelassenheit und Unbeugsamkeit und so weiter.

(Sie klatscht ihm einen Birkenzweig auf den Rücken)

Bist du bescheuert?
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Alt 10.06.2024, 20:46   #2
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Hallo,
ich vermute, dass der Grund, warum wir Sterbliche dich nicht einfach als absoluten Herrscher anerkennen, in der Sperrigkeit der Texte liegt. Klimaneutral im Chinalokal ist hypergenial, aber deine Texte passen in kein Schema. Oft erkennt man nicht, wer mit wem redet und manchmal sind die Wortverspieltheiten auch zu viel.
Hier findet offenbar ein Dialog LI und Psychologe statt. Der Psychologe ist ein innerer, so scheint es zuerst, doch dann ist es eine "sie" mit Birkenzweig. Der letzte Satz ergibt keinen Sinn. Das ist kein befriedigender Abschluss.
Dadurch ist es zwar ein Text, der mich nachdenken lässt, aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass der Patient seine Medikamente nicht nimmt.

LG, lee
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Alt 11.06.2024, 09:57   #3
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Hi Lee Bee,

Obs Mann oder Frau ist, wo erkennt man das denn?
Dem anderen Einwand bin ich mir durchaus bewusst, Mister Fox ist ein sehr eigenwilliger Charakter, er wurde ja aus meinem Antiich geschaffen und mein Ich is ja schon ziemlich verkorkst. Davon noch das Gegenteil ist Seelenheil. Oder so ähnlich, zumindest versuchen die beiden Teile sich jetzt anzunähern.

Bei dem Prinzip des Macht haben wollens, geht es ja eigentlich auch eher darum, dass dieser Wunsch nach Macht irgendwie affig ist. Texte sind doch entweder eine Erklärung oder ein Zeitvertreib durch simple oder komplexe Gedanken und Wortkonstruktionen. Nagut die Macht besteht dann wohl darin, die Gedankenkonstruktion begehbar zu machen.
Vermutlich hab ich eine ungewöhnliche Art der Aufmerksamkeit, wenn ich da rein gehe und was schreibe.
Und die Reime liegen ja daran, dass Mister Fox ein möchtegern Bluesrapper ist. Also nicht ich, sondern Foxbütel.
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Alt 11.06.2024, 10:33   #4
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Hi Dr. Frankenstein,
danke für die Erläuterungen. Genau diese fehlen dem Text, denn ich weiß ja nicht, wer Mister Fox ist. Ob männlich oder weiblich ist natürlich egal, aber einem männlichen LI (Mister) unterstelle ich die Männlichkeit aller Subcharaktere, was natürlich nicht so sein muss, aber bei den meisten Männern so ist. Sie wollen sich partout nicht in Frauen hinein versetzen und verleugnen ihre weiblichen Anteile.

Wenn man Mister Fox und die Psychologin ein wenig einführt, erleichtert es das Textverständnis. Sein Reimzwang sollte der Psychologin auffallen. Er redet auch sehr ausschweifend. Es wäre interessant, den Gesichtsausdruck der Frau zu beobachten, während der Patient monologisiert und rappt.
Insofern sind erzählerische Ebenen unbesetzt, es ist ein reiner Dialog. Ich fände die Szene im Rahmen einer Kurzgeschichte interessanter, aber vermutlich geht es dir mehr ums Schreiben als ums Gelesenwerden, wie bei einer Schreibtherapie?

LG, lee
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Alt 11.06.2024, 10:53   #5
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Zitat:
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Eine junge Psychologin gerade fertig mit ihrem Studium empfängt den von Unverständnis schwer geschädigten Fox in ihrer Praxis und nach einigem Vorstellen und dem Palaver kommt die leicht rot angehauchte Dame gleich zur Sache: "Wie schaust du auf deine Eltern Mister Fox?"

Mein Vater hat sich ja verpieselt und mich nichtmal Sue genannt, wie Jonny Cash die alte Ratte. Dann is er da irgendwo draußen in der Welt und erlebt seine Abenteuer ohne Fox.
Mutti is ja die härteste unter den Piraten gewesen, ständig dicht und zu allem verbreit. Ihre Haare wehten immer dreadtich im Wind, aber für mich hat sie sich kaum intressiert. Meine Raubzüge waren für sie Pippifax und wenn ich ihr Geschenke brachte fand sie die Schrottig. Ihre Liebe war kühl wie ein Anker.

"Ah das ist intressant, du fragst dich also: Was wäre wenn? Sag mir mal welche Vorwürfe du gegen jeden von beiden hast. Wo haben sie ihren Elternauftrag nicht erfüllt? Wo haben sie etwas kaputt gemacht, anstatt dich zu fördern?"

Seh ich aus wie jemand der sich freuen würde verhätschelt zu werden? Oder was läuft da in deiner Birne nich richtig. Klar hätte mein dämlicher faul rumsitzender dulli Vater mal mehr aggressivität zeigen können, anstatt da nur in seiner Höhle an die Wand zu glotzen und sich des Lebens zu freuen.
Mutti hätte ruhig mehr dafür tun können das ich an die Macht komme um Strandbezirk. Aber ne die fand ja nur Andy Warlord toll. Das bekloppte Wiesel, ja der hatte alles erreicht und ich bin der blöde bedeutungslose kleine Fox der nur für die Piratenpampelarbeiten gut genug ist. Wieso bin ich überhaupt geboren worden ohne einen Auftrag zu Herrschen. Ich könnte so schön bedient werden, aber ne, jetzt werd ich meinem döschigen Vater immer ähnlicher, bluähhr.

"Ja bedient werden wollen viele Menschen heut zu Tage in der Konsumwelt, wo alles nur einen Klick entfernt ist, aber es geht ja darum, was du in diesem Leben leistet. In welchen Bereichen bist du denn nicht erfolgreich etwas zu leisten?"

Im stehenbleiben und vergenießen, dass die Blumen sprießen. Es rast was in mir wie ein Geisterkahn im Wellenwahn ohne Plan.
Ich bin nicht erfolgreich zu ankern, Heimatlos am Wandern, ich bin nicht wie die Andern. Ich bin außerverwöhnlich und zu ungläubigem bestimmt.

"Also hast du schonmal die Eigenschaft seltsame Reime zu kreieren. Das ist eine intressante Fähigkeit und mit dieser Fähigkeit möchtest du Einfluß auf die Erde haben? Welche Eigenschaften fehlen dir denn, um diese außergewöhnliche Seite erfolgreich zu integrieren?"

Na die verblödete Eigenschaft zu bleiben und einzutünchen in den Seasahl der Primzahl klimaneutral im Chinalokal und natürlich der Piephahnpokal. Mir fehlt, dass andere erkennen wie außerverwöhnlich meine Wortverschupenflechtungen für ihre fettige Visage sind.

"Na es erfordert ziemlich viel Feingefühl etwas derartiges in Reimform weitergeben zu können. Ich glaube du hältst dich mit Absicht unverständlich um etwas zu verbergen. Was kannst du denn von deinen Eltern nicht nehmen, dass du aber bräuchtest, damit andere merken wie toll du bist?"

Was könnte ich nicht nehmen, was könnte ich...!!!?
Natürlich können die nicht herzaubern das andere meine Worte fressen und sich dran mästen wie volle Kästen die wir auf Rülpsgeruch testen. Ich könnte mir garnix nehmen um mein Ziel zu verstreichen, dass is ja das Tragische.

"Ich versteh dich. Setz dich gemütlich hin, atme in dein Fell und kuck in die Flamme unseres Feuers. Schmeiß alles rein dass dich getrennt fühlen lässt von deinen Eltern. Solange bis das Portemonnaise und Geschenke anfangen aus deinen eingebildeten Eltern zu wachsen. Nimm es, steckst dir in die Tasche, dreh dich um und spüre sie wie eine Armee in deinem Rücken.
Tritt jetzt 30 Fußstapfen in den Sand und und klau dir Wünsche und Visionen, aus der Anderswelt.
Wie viel machbarer sieht der Weg nun aus?"

30 Schritte muss das wirklich sein? Ja klar da is Gelassenheit und Unbeugsamkeit und so weiter.

(Die PsycholoinHexe klatscht ihm einen Birkenzweig auf den Rücken und er springt wütend im Kreis durch den Sand.)

Bist du bescheuert oder was?

jetz besser?
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Alt Gestern, 01:51   #6
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jetz besser?
Ja, denn man weiß gleich, worum es geht. Allerdings dachte ich, die kennen sich schon länger, wegen dem Birkenzweig. Das macht man bestimmt nur mit besonderen Patienten.

LG, lee
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Alt Gestern, 15:07   #7
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Na Hexen mach doch sowas. Echte Schamanen spucken ja die Leute auch an. Die in Deutschland sind da ja eher zu modern.
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Alt Gestern, 17:09   #8
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Zitat:
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Na Hexen mach doch sowas. Echte Schamanen spucken ja die Leute auch an. Die in Deutschland sind da ja eher zu modern.
Dann gehört die Geschichte schon ein wenig ins Märchenland? Vielleicht stellt der Mister Fox sich das auch nur vor? Eine echte Psychologin würde das nicht machen, eine durchgeknallte Schamanin schon.
LG
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Alt Gestern, 20:09   #9
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Wen man von beiden für durchgeknallt hält, hängt vom Kulturkreis ab. Eigentlich beide.
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Alt Heute, 00:55   #10
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Wen man von beiden für durchgeknallt hält, hängt vom Kulturkreis ab. Eigentlich beide.
Darum hielt ich sie auch für eine Facette seines Charakters. Aber beide sind deine Facetten. Du als Autor musst dem Leser mehr Brücken in dein Universum hinein bauen, befürchte ich. Dass die Therapeutin verrückter ist als der Klient und dass sie ihn zuerst mal auspeitscht, hat was. Es muss nur ein wenig klarer gemacht werden, nur für den Fall, dass jemand vorbei kommt, der gestern noch mit Barbie in ihrem Schloss Tee getrunken hat.
Ein paar Hinweise für den Leser, Beschreibungen der Figuren, Gesichtsausdrücke statt nur Monologe. Das kann ganz minimalistisch sein, aber ein paar Wegweiser sollte man vielleicht aufstellen in der wundersamen Welt der Füchse.
LG, lee
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