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Kolumnen, Briefe und Tageseinträge Eure Essays und Glossen, Briefe, Tagebücher und Reiseberichte.

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Alt 12.01.2023, 05:12   #1
männlich dr.Frankenstein
 
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Standard Die blaue Blume

Mutti schnarcht auf ihrer Rumkiste und die Wellen schlagen ihr Backpfeifensolo gegen die Brandung, zwischen den scheppernden Booten pfeift der Wind Lapaloma durch die fehlenden Zähne und der Mond schimmelt auf dem Sand. Ich lieg ungefoxt auf meinem Feldbett, und denke an so einen Typen vom Frachter und sein Stockholmsyndrom das ihn dazu brachte mir eine Geschichte zu erzählen.

Seltsamerweise hat die Geschichte mich total verwirrt. Ich denk nich an die Schätze, wie es sich für einen echten Pirat gehört. Ne, ich hab ein so voll pusteblumiges Verlangen in mir aus dem Schlafsack kriechen sehen.
Habsucht ist ja so ausgelutscht, wenn man alles hat.
Aber dieses mohnblumige besoffene Veilchen wöllte ich gern mal pflücken.

Das krabbelt mir so rückwärts über den Gedankenstrand.

So was ist mir ja noch nie ins Hirn gepflanzt worden. Es war, als wäre ich durch sein Gelaber über das Veilchen das erste mal in die echte Traumwelt gekommen, eine andere Welt die da voll in mir verwindet. In der Welt hier, in der ich sonst so lebe gibt's das ja alles nich.

Wen intressieren hier Blumen, es geht um Knete, Alkohol und all den Plunder.
Mutti würde mir wohl ins Gesicht spucken, wenn ich ihr davon was stecke.
Der Typ vom Frachter ist angeblich aus Deutschland.
Aber keiner von uns hat abgeschilft noch mal so einen distelwüchsigen Typen gesehen.
Irgendwie bin ich aber der einzige Idiot, den sein Zeug da interessiert. Die anderen haben nur gerufen: "Halt die Fresse und friss deine Spagetti."
Ich hab mich hingeschlichen. Hab ihn losgebunden, war aber keine so gute Idee. Im Dorf haben sie ihn dann erschossen, weil sie dachten, er hätte Kohle in den Taschen.

Ich kann ja auch mit niemandem drüber reden, selbst Waschbär kuckt mich an, als würde ich Seegurken essen.

Es ist als wäre alles was bis jetzt geschah der Frachter, der von den Piraten meiner unmenschlichen Sehnsucht überfallen wird.
Als ob ich wahnsinnig werde.

Es soll ja irgendwie früher Typen gegeben haben und so Hexen, die mit Tieren, Bäumen, Bergen und dem Meer gelabert haben und abgeschilfte Antworten da rausgequetscht haben.
Aber keiner weiß mehr wie das geht.
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Alt 12.01.2023, 13:06   #2
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Mir is gerade so, als könnte ich die alle mal zu meinen Foxies zählen, die Hexen und all die Verrückten da draußen in der Welt, für die das wirklich ist.
Eines Tages wöllte ich über den Horizont hinaus fahren, mit einem großen Schiff und sehen was dahinter liegt.


Sonst tanze ich ja Abends ums Feuer, aber jezt träum ich lieber beim Mucke hören. Und denn, muss ich ja irgendwie weggepennt sein.

Im Traum beginnen dann die Schiffe auf aufgepeitschten Meeren und die wilden, unbekannten Hexen um meinen Kopp zu tanzen. Ich steh auf dem Bug mit mohnblumiger Leichtigkeit, hübsche Seeungeheuer kommen aus dem Wasser gekrochen und seltsame Halunken gehen mit auf Sauftour, wir lösen Kriminalfälle, mit Kugelfisch rauchenden Tümmlern, auf dem stillen Örtchen.

Denn bin ich plötzlich in Gefangenschaft lauter Typies mit weißen Kitteln und komische Tabletten, wo alle wie Zombies rumlaufen. Meine Empfindungen steigen in todeswellige Höhe. Ich durchlebe unendlich abgeschilfte Leben, nippel ab und komm zurück als Geist, und dann geil ich mich auf beim Leute beobachten und sehe dabei das Flittchen meiner Träume und dann bin ich auf ewig von der getrennt.

Endlich als der Morgen seine Horizontstulle bricht und die Dämmerungskniffte mit Honig bestreicht, wird es Flaute in der Seele See, fast schon wie so ein luzider Realitätstraum. Es is mir plötzlich so, als stehe ich in einem dunkeln Wald allein.
Ab und zu kommen paar Lichtfetzen um nicht wirklich zur Durchsicht beizutragen. Also spazierte ich los und kann grad so vor dem bröckelnden Geräusch einer verfelsten Schlucht abbremsen.

Aber wie es Neptun und andere Traumdesigner wollen, bin ich dann ohne Übergang in der Schlucht. Im Traum kann man sich ja beamen.
Und doof wie ich bin, fang ich da an hochzuklettern, durch irgendwelches Moos an so leisem Gekicher vorbei. Ab und zu knirscht es und ich halt innne und lausche, aber denn is nix zu hören.
Auf der anderen Seite der Schlucht bekommt der Wald langsam mehr beleuchtete Luftlöcher.
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Alt 13.01.2023, 04:53   #3
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Endlich kommt eine gemütliche Wiese,
die vollgepfropft ist mit 3 Steinkreisen, die da wie Anker im Boden stecken.
Ich denk mir, ein voll abgeschilfter Platz zum erstmal abmatten und in den Himmel schauen.
Aber in diesem Falle, glotz ich hoch zu so einer fetten Verwucherung am Ast einer Buche, die genau in die Mitte des großen Kreis zeigt. Ich dachte, dass wäre der beste Platz für einen piratulären Träumer wie mich und darum lieg ich jetzt hier und ihr könnt geh... nießen.

Wie ich da so hoch gaff, da wird mir so ganz anders und der Kreis fühlt sich farbig an, irgendwie wie rot. Obwohl der anders aussieht und auf mir turnen lauter kleine Elfenflittchen und wollen mich in so eine erotische Naturwelt entern.
"Wasn hier los?" Wenn ich hoch kuck, sind die weg.

Nach einer Weile, musste ich dann doch aufstehen, dass ist mir echt zu unheimlich hier.
Nur das dieses Kaff hier mit der Wiese und den Bäumen drum Rum, so har.. heimisch wirkt. Das ballert mich so voll weg, die Sternblumen- Anemonen überall und es riecht so nach irgendwelchem Kraut.
Ich latsch im Dreieck zu so einem Tümpel, der hinter nem neuen Stück Dunkelwald liegt.
Wie ich an den ran trete, da seh ich, dass das Teil durch einen mächtigen Strahl der wie ein pusteblumiger Springquell durch eine Lücke in den dunklen Bäumen kommt und wie hunderte Wunderkerzen da in dem Tümpel Rum tanzt, abgefüllt wird.
Nicht ein kleines Geräusch kommt davon, seltsam?

Eine Geräuschflaute umgibt diese Augenbrise.
Ich näher mich dem Tümpel, der da so giftig vor sich hin schimmert.
Vielleicht ist das ja sowas wie Drachenblut.
Nur vielleicht eher eine Art Elfen-seh-Brühe?
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Alt 19.01.2023, 13:50   #4
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Als die Assoziationskette mich in diesem Traum erschaffen hat, legte sie etwas von ihrer Identität in mich rein. Sie formatiert mich aus dem Traumgewebe, welches irgendetwas in mir erschafft und ich puste meinen Atem gegen die Pusteblume eines Seins, das nur in mir stattfindet.
Der Traum entfacht ein Geheimnis in mir, das niemand entschlüsseln kann.

Mein ursprünglicher Plan für mein Leben, spiegelt sich in dem Tümpel hier in der Mitte des Waldes. Ich glaube es könnte der der Tümpel der Erkenntnis meiner Identität sein.
Der Kaulquappen-Fox Erschöpfungsweiher liegt auf der poetischen Wiese.

Ich hab das Gefühl, etwas verbietet mir in dem Wasser zu baden.

Meine ursprüngliche Identität ist wie ein Hokuspokus verbunden mit dem Teich. Ich will nackt sein.
Allen Schutz abfallen lassen, im Gleichgewicht mit diesem Ort sein.

Ich stehe mir nun selbst gegenüber, wissend das ich mich wieder verliere, mich immer wieder vor der ursuppigen Identität versteckend verkleiden werde.
Wie ein Kind, das in einem Labyrinth nach der Blume sucht und während des Suchens getarnt als Erwachsener vermeintliche Rätsel löst um sich durchzumogeln.
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Alt 19.01.2023, 14:20   #5
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Ich tauche meine Pfote ins Wasser und benetze meine Schnauze. Es ist, als dränge sich mir dieser Ursprung auf und ich fühle mich zerfließen. Ein unwiderstehliches Verlangen hat mich im Würgegriff jetzt da rein zu springen, also entblätter ich mich und hüpf rein.

Es ist als ob ich ein Stück Abendsonne werde, in dieser unheiligen Ehe aus Wasserstofflichkeit und Luft, eine sonnig, erdige Empfindung durchstromert meine Gliedmaßen mit innerlicher Wollust. Genau wie sich Erdenwelt und Himmel im Wasser mixen, verquirlt mein Hirn nun unzählbare Gedanken, neue, nie dagewesene Förmchen entwinden sich dem Plätzchenteig und fließen in einander, werden zu sichtbaren Wassergeistern die jede Welle des kühlen Nass wie einen prallen Busen an mich drücken.
Eine Flut reizender Flittchen, die sich an mein nacktes Fell pressen.

Berauscht von der Erregung, wate ich gemächlich dem Wunderkerzenwasser hinterher, das aus dem Tümpel in einen Bach fließt. Eine Art von pusteblumigen Nebel zieht im Geist umher, in welchem ich unbeschreibliche Wesenheiten zu erkennen meine.
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Alt 19.01.2023, 15:22   #6
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Der verfolgte immer schmaler werdende Bach mündet in eine Quelle an einer Art Steinschrein. An den jemand, das Gesicht eines Weibsbildes gepinselt hat, welches ihre Blicke auf mich richtet.
Irgendwie macht mich das ganz Schamhaft.
Bis zu ihr war der Weg wie vorgegeben. Als wäre es ein gut bekannter Pfad, dem ich nur zu folgen brauchte.

Aber in diesem Moment fühle ich mich völlig allein. Ich hab den emphatologischen Findling aufm Herzen, als ob sich ihre Welt um meine dreht und ich der Angelpunkt ihrer Welt bin und jeder Fehltritt das Gefüge zum Einsturz bringen könnte.

Ich weiß nicht mehr weiter, fühl mich überfordert und hilflos.
Die dunkelblauen Wolken mit Regenbogenadern in der Ferne, scheinen hämisch zu grinsen.

"Hier liegt die Chance." ruft die weiche Wiese mir entgegen. Nur fesselt mich das Gesicht und ich pack mich selbst am Schopf um ein eigenes Architekturbüro meiner Wirklichkeit zu eröffnen.

Plötzlich liegt da etwas in meiner Hand, als ich sie öffne. Ist da das besoffene Veilchen auf meine Handfläche gemalt und das Bild um mich beginnt zu flackern.
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Alt 20.01.2023, 01:45   #7
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Das knirscht und zirscht so und ich merke so einen stechenden Schmerz am Auge. Da hat mir Andy voll eine aufs Auge gegeben. "Aua." Ich fass dahin und Mutti kommt angerannt und scheuert mir eine.
Ich liege plötzlich wieder auf meinem Klappbett und die die Morgensonne vergoldet alles ringsum.
"Eh du Langschläfer! Du sollst verdammt nochmal das Boot beladen." Futzt Andy mich an die alte Kanallie, aber irgendwie bin ich noch zu mitgerissen von dem Traum, dass das Veilchen in der Visage mir eher wie ein Zeichen erscheint. Irgendwo wartet etwas ganz pusteblumiges auf mich.

Aber erstmal will Andy was:
"Ranzig, hast du dein Pirat sein verkommen lassen. Du bist der reinste Nichtsnutz. Mit deinen lächerlichen Märchenbüchern hier.
Indess hat unser piratentuchiger Wasch Olaf, wie ich mir habe sagen lassen, das ganze Boot geschruppt und du, du willst doch nur glotzen was wir Nachts machen." Ich gaff ihn an und flehe:
"Bitte großer Warlord, werd nicht ungewollt über mein langes Rumliegen. Sonst lass doch einfach Olaf das Boot beladen."
Mutti klatscht mir noch eine und taumelt wieder weg und Andy steigen die Adern in die Augen: "Du weißt, dass Olaf in seinem Waschbärtran, letzt mal alle Waffen gewaschen hat und dann gingen sie nicht mehr!"
Das war wohl nicht das ausgefoxteste Argument, aber in dieser Geschichte bin ich ja auch noch ein blutjunger Fuchs. Da is man ständig der Spuckeimer für alle.
"Ich hatte einen anmutigen Traum." springe ich auf und strecke meinen Säbel in die Luft.
"Du hast wohl schlecht gefrühstückt, du kleine Ratte. Belad jetz das Boot eh ich mich vergesse!"


Beim Beladen steht dann Olaf neben mir, der darf die Knarren nicht mehr berühren:
"Träume sind Schäume, Fox. Auch wenn die in deinen Märchenbüchern da mit dem Wind quatschen und so. Wenn du deinen Schädel mit diesem unnützen Kram zu nagelst und das so eindringen lässt in deinen Kopp, dann wirst du irgendwann doof. Wir haben andere Zeiten, da glaubt keiner mehr an Träume oder irgendwelche Ungeheuer. Wir! . Wir! sind die neuen Ungeheuer. Im Gegensatz zu diesen Kasperfiguren, vielleicht leben sie ja alle fröhlich bei deinem Neptun." Er kreiselt mit seinem Finger um seinen Kopp und pfeift dabei.
Wenn wir nich so viel Blödsinn zusammen machen würden, hätte ich ihm längst eine geballert für seine dämliche Ignoranz.
"Ah und was ist der Unterschied von Damals zu heute, dass es Motoren gibt und vollautomatische Knarren?"
Olaf wäscht einpaar Kieselsteine:
"Früher haben die Leute eben nix gewusst, die waren dumm und haben sich irgend ein Zeug zusammen gereimt, aus ihren verblödeten Ahnungslosigkeiten.
In der heutigen Welt, haben die Frauen keinen Verkehr mehr mit Göttern oder die Männer mit irgendwelchen Nymphen.
Die alten Kamellen, sind raus. Heute kommt Terminator im Flimmerkasten und nicht so ein langweiliger Quatsch, wie du dir da reinziehst."
Endlich hab ich alle Knarren an Bord:
"Ah und was bringt mir Terminator für eine Erkenntnis von überirdischen Welten, die die ganze Zeit da sind?"
Er bäumt sich jetzt auf: "Terminator ist sehr wohl nötig, zum Großteil darum, weil wir skrupellose Piraten sind und statt irgendwelchen schizophrenen Offenbarungen redet jetzt Arnold Schwarzenegger unmittelbar durch den Fernseher zu uns. Um zu sagen: Wir sind hart wie Stahl."
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Alt 20.01.2023, 03:56   #8
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Fox: "Was is denn so besonderes an deinem geliebten Arnold?"
Olaf: "Terminator 2 ist der ultimative Independent Film. Arnold gegen den T1000 ist wie wir gegen die moderne Welt.
Wir sorgen dafür das die Maschinen nicht siegen."
Fox: Mir fällt grade ein lustiger Fakt ein, aus meinem zukünftigen Ich, ich bin ja irgendwie im Labyrinth in diese Erinnerung geraten. Vermutlich war das mit dem Drachen zu seltsam.
Der Fakt zumindest ist, in Terminator 2 geht das menschheitsauslöschende Netzwerk Skynet am 29.08.97 online und in der Welt hier, ja genau hier, ging die Domain von Google am 15.09.97 in die Akten ein.
Oh, ein böses Ohmen auf die künstliche Intelligenz von Google. Aber ich bleib noch ein bisschen in der Erinnerungslücke. Ich weiß gar nicht mehr, was ich überhaupt im Labyrinth gesucht hab. Hat die Holle nich irgendwas gefaselt? Naja bleiben wir erstmal hier. Olaf hab ich so lange schon nicht mehr gesehen.
Zurück in meine Jugend.

Olaf: „Hasta la vista, baby“
Fox: Der macht seine hässlichen Finger zu einer Pistole und ballert auf mich. Was fällt dem ein. Ich box der Sprotte in den Pansen, solche Spiele kann er in der Aalbude machen, aber nich mit mir.
"Aus welchem Grund bist du denn dann gegen meine Träumerei, Terminator 2 ist doch auch alte Welt gegen neue und die alte Welt hat viel mehr Seele.
Oder ist es, weil sich die Traumbrandung verwandeln kann wie der T1000 und seine flüssige Natur dir zu gruselig is?

Jeder, auch der bescheuertste Traum, is doch eine abgeschilfte Bonusmeile im Kopfkino, die auch ohne Maut und Kratzer, ein Riß in der geheimnißvollen Bildröhre ist, die mit tausend Ameisen Kontakt zum weißen Hintergrundrauschen im Weltraum aufnimmt?"
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Alt 20.01.2023, 16:53   #9
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Die Mittagsmenge stapelt sich zu einer Wand aus Lebensmitteln, der Smutje Schmalz hat mich und Olaf mit zum Frachter genommen um das Boot zu beladen.
In Zeitlupe bewerfen wir uns mit Süßkartoffeln.
Wir bewegen uns wie 2 Kampfeinheiten zwischen den verstaubten Reihen von Kontainern, die dicht an dicht auf Deck stehen.

Ein Blitz geht durch die Luft, selbe Szene auf einem Frachter, nur diesmal sind wir alle dort. Hubschrauber und Boote umringen den Frachter.
Hitzewellen verzerren das Bild noch immer, welches surreal, verträumt, im Rum geballer ertrinkt und wie ein Alptraum drängt es ganz nah an uns heran.

Jetzt ist die Moosige Sphäre die Hölle.

Die Kontainer stehen in zersplitterten Reihen, immer noch dicht an dicht, nur bisschen schief.
Der Horizont glüht rot von Panzerfaustsalven, unsere Boote wurden von unvorstellbaren Waffen zerschmettert und unser Strandbezirk schimmert wie eine umgestürzte Sandburg in der Ferne.

Wind weht durch die verödete Leere und heult mit dem Klang von toten Seefahrern.

Es wirbelt Asche sich zu mächtigen Wolken hoch, als ich aus meinem Versteck Mutti und alle anderen in den verkohlten Trümmern zu Boden gehen sehe.

In der Aschewolke tanzen plötzlich wilde Wurzelmuster von tarnfarbenen Elektro Blitzen die sich in die stählerne Schlucht
des zertrümmerten Frachters ergießen.

Der abnormale Blitz verformt sich in eine kreisförmige Öffnung.

Durch das peng bumm Aufflackern weiterer Blitze seh ich einen Typen in einer riesen Wahrsagerkugel, die aber garkein Glas hat.
Und mit einem abgefoxten Donnerschlag in Rauch verpufft.

Mitten in dem sich auflösenden Qualm hockt ein Typ mit Artztkittel.
Sein Körper ist massiv wie eine Kampfmaschine, aber sein Gesicht ist voller tragischer Emotionen.

Terminator Arzt steht da und überblickt, mit geheuchelter Tragik den Frachter.

Als plötzlich, von einem der Helikopter, ein Seil zu mir herunter fällt.
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Alt 20.01.2023, 23:14   #10
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Das Seil fällt mir dann voll in die zittrigen Pfoten. Alle hats erwischt, außer mir zum Glück hab ich mir noch einen zusammen geschmolzenen Goldklumpen in den Mantel packen können.
Das Seil kurbelt sich langsam hoch, weiß garnicht warum ich mich da festgehalten hab. Es war wie im Meeresrauschen das einem den Kopp so schwummert als ob er irgendwo im Boden vergraben wurde, der Hund. Wie diese Fliegerbirnen die rausgeschraubt werden um keine Geistesblitze zu kriegen.
Vermutlich dachte ich besser da, als dieser distelköpfige Arzt Typ da.
Von Ärzten hab ich ja nix gutes gehört, seid der Kapitän mit Dr. Med Dusa ankam.
Wenn man das Erste mal im Leben einen Traum hat, wie würde man sich darüber wundern und die ganze Rohheit dieser uns nur kreislich gewobenen Wiederholungsschleife der chaotischen Szenen in meinem Inneren Kassettenrekorder abspielen.

Ich glaub ja, der Traum ist eine Schutzweste gegen die scharfen Knarren des Lebens und der Gewöhnlichkeit der Wohnung und Schonung des Dahinvegetierens, eine freibeuter Rückholung der gefesselten Fantasiewelt, in der alle dunklen Geister der Tiefsee durcheinanderwürfelt und die einhändige Abstumpfung des ausgewachsenen Fuchses, durch einen abgefribbelten Gehirnwaschgang der in die Abgründe wahrnehmbarer Gefühlsduseleien rangt.

Wir hätten ein hartes Leben ohne die Träume.
So fox ich im Traum, was übersinnliches.
Das ist wie eine Seereise auf der Seele, Gefühlsduseleien, die ich nicht beschreiben kann.
Das sind verschlüsselte Botschaften die mein Hirn sich heimlich gibt, wenn ich sie nicht beobachte.
Denn da kann man sehen, was das verdrehte Hirnfleisch mit einem vor hat um schwach zu sein.
Der Arzt scheint zum Glück erst seine Fenster hochfahren zu müssen.
Er steht ganz starr in den Trümmern oder ist die Zeit stehen geblieben.

Ja, das ganze Bild ist eingefroren. Nur ich bin in Bewegung und kletter das Seil hoch.

Die Zeit bricht mit lautem Krach wieder an, als ich oben in die Kabine zappel von dem Heligen Koppter. Bisher war ich ja noch nie geflogen.
Der Typ im Heli. Reicht mir die Hand und sagt: "Klaus, Klaus Schulz."
Ich geb ihm die Pfote, aber der sieht aus wie Arnold Schwarzenegger.
"Ich bin Fox."
Klaus is da auf sein Rum gefliege konzentriert und unten der Arzt, der geht ab. Der schlägt mit der blanken Faust durch Kontainer, wie so ein Kungfu Häuptling. Total der kranke Schilfer.
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Alt 22.01.2023, 15:11   #11
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Klaus und ich rattern kopptisch aus der Szene. Ich glaube der Typie unten im Kittel hat nix geschnallt.
Ich wackel auf meinem Sitz hin und her. "Alle sind tot, was soll jetzt aus mir werden."

Klaus starrt mich teilnahmslos an.
"Mach dir nichts draus, ich habe meine Welt auch verloren. Meine Frau hat mich nervlich zum durchbrennen gebracht. Meine Schaltkreise sind immernoch total verdreht.
Und das schlimmste ist, ich habe keine Fantasie."
Ich kuck ihn genauer an:
"He Klaus, versteh mich jetzt nicht falsch, aber als Terminator hast du andere Stärken."

Klaus: "Ich bin kein Terminator, sondern Waffenfähiger Lebenspartner
Eros-System, Modell 0 Strich 190."

Mir steht die Fressluke offen: "Du bist echt so ein Roboheini, ich dachte, ich mach nen Witz?"

Ich klopf Klaus gegen den Kopf und tatsächlich, ein blechernes Geräusch.
Mein Bregen macht Rolle Rückwärts und dann überkommt mich das tragische tröpfeln, über Olaf, der so gerne mal den Terminator getroffen hätte.

"Du bist abgeschilft nochmal so ein Roboter aus der Zukunft, bist du aus der Zukunft?"

Klaus: "Ich bin durch so ein hypermetrisches Tor in einem unsymetrischen Kellergewölbe vom erfolgreichsten Pharmaboss gesprungen."

Ich kratz mich an der Brust:
"Darum ist der komische Arzt da unten gelandet! Das ist richtig fies. Reiß dich zusammen, Fox. Äh...
Du bist nicht hier, um mein Lebensgefährte zu werden ... zum Glück, aber was willst du von mir?"
Wir schweben dem tollen Horizont entgegen über dem Meer voller Frachter, wenn er doch auch ein Pirat wäre.
Klaus biegt rechts ab: "Bring mir deine Fantasie bei, ich weiß nicht was ich machen soll ohne Befehle."

Langsam kommt mir das ganze recht seltsam vor: "Wer hat dich gerade zu mir geschickt?"

Wir fliegen jetzt auf ein Boot zu: "Ich hab deinen Podcast gehört in der Zukunft und da wusste ich, du bist der, der mich zu einem Abenteurer macht."

Ich werf ihm einen unverblümten Blick zu, als er mich aus dem Heli wirft und hinterher springt.
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Alt 22.01.2023, 16:57   #12
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In der Luft erwischt er mich, packt mich auf seinen Rücken und pumpt seine Muskeln auf. Am Ende meines Lebens in Somalia fragt ich mich, wie das Leben weitergeht und ob es abgeschilft nochmal überhaupt weiter geht. All meine Leute fehlen mir überall und es ist einfach unmöglich, weiterzumachen wie es war.

Aber muss das sein? Wenn die Welt sich verfriemelt und ich der Kapitän meiner Gedanken werde und ich in neue Abenteuer stürze, kann ich alles hinter mir lassen.
Wir landen im Wasser und auf seinem Rücken ist es wie im Schlauchboot sitzen.
"Worum gehts denn in meinem verfoxten Podcast, du durchgeknallte Sicherung?"
Ein ungeschuppter Hai kommt auf uns zugeschossen, aber Klausi fengt an wie so ein Schaufelraddampfer auf das Boot zuzupaddeln mit seinen drehenden Armen, der Hai hinter uns.

Auf dem Boot, auf das wir zusteuern, miauen uns 3 Miezen zu mit Tigermuster und 2 Nonnen im Hintergrund zu.
Der Hai kommt immer näher und klappt mit seiner räudigen Schnauze, vor schreck rutsch ich ab und klammer mich an Klausis Bein. Oh Neptun, was passiert heute noch alles. Der Hai hängt mir fast an der Hackenpfote, als der Roboter da gegen das Schiff kracht und die Katzen sich am Deck festkrallen.
Als das Teil zurückschaukelt hängt der Trottel sich an die Reeling mein Fuß hängt jetz schon im Haimaul, aber wir schnipsen gerade hoch zum Glück und landen zwischen den Miezen, die fauchen, weil sie ja kein Wasser mögen.
Der Lovernator lässt seine warme Luft ab, wie ich vorhin beim Hai. Ich glaube da kam noch was mit. Oh man.
Die Kätzchen werfen mit Wollknäulen: "Was wollt ihr hier Krch krch?"
Aber als Arnidubel sich aufrappelt fällt es denen wie Schuppen aus den Haaren und es beginnt ein grässliches Miaukonzert. Natürlich glaube ich das es mir gilt.
Und posiere in meinen tollsten Posen.
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Alt 23.01.2023, 10:35   #13
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Die Katzen umschleichen uns, bis auf eine der Nonnen, die springt aufs Mal mit einem Frauchen dazwischen. Die ganzen Miezen rennen unten in die Kombüse.
Nur Miss Faucher steht vor uns: "Guten Tag, ich bin Hypathia, entschuldigt bitte das Verhalten meiner Schülerinnen. Klaus schön, dass du wieder da bist, dieser zerfledderte Piratenfuchs mit Veilchen, ist also der Retter deiner Ehekrise, miau?"

Fox: "Was heißt hier zerfleddert, ich komm grad aus dem Krisenmassaker und hab alle meine Leute verloren."
Hypathia: "Ja, ich hab davon gelesen, die Armee will die Piraten los werden und lockt die Regierung mit Touristen. Es tut mir schrecklich leid, aber du hast immernoch die Möglichkeit der rein geistigen Verehrung."
Fox: "Was willst du, ich will nix verehren. Eines Tages gehen wir eben drauf. Hier Klaus, dem geht das auch am Bug vorbei. He, ich bin ein harter Mann."
Hypathia: "Und was ist mit der Träne da, die du heimlich wegwischt."
Fox: "Lass mich in Ruhe du Miststück." Ich renne los und suche nach einer versteckten Ecke und springe in eine Kiste. Nach 20 min komm ich wieder raus. Ich lass mich hier doch nicht in Gefühlsduseleien verwickeln.
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Alt 24.01.2023, 00:13   #14
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Ich bin ja grade erst 16 Jahre gealtert und bin nie über die umgelegten Gegenden meines Strandbezirk hinausgekommen und alles andere kannte ich nur ausm Fernsehen von Jacques Kustow. Nur paar Märchenbücher hab ich noch über Struppelpeter. Beim Piratenleben geht es einfach immer laut und wild zu.

Die Abgefoxtheit und das Rumlungern der Lösegelderpresser kann sich eh nich mit den Actionfilmen messen, die ein minderbemittelter Schauspieler als Abwrackprämie bekommt für sein räudiges Landrattenleben.

Dafür kann das Abenteurer Dasein ohne jegliche Habseligkeiten, die man so um sich vergammeln lässt, viel aufregender und tiefer sein. Dann is man nämlich viel wrackwürdiger.

Die keimlichen verwucherungen der Natur und die abgeschilften Luftschlossknacker erhöhen den Genuss der seefahrromantischen Flittchen in der Ferne.

Dort wo die kleinen Seeschnecken Rum fuchteln, da sind die sowieso am Po von Seidon.
Und dann klauen wir vielleicht lauter Kleinkram der in den Häusern der reichen Europäer liegt.

Meine Neigung zum Diebstahl ist nicht gestorben da unten.
Ihr toten Piraten, ihr kommt auf dem Deck des großen Stachelrochen mit dem unterwasser Segel in Neptuns unheilige Sehnsucht und so war ich hier die Pfote hebe hängt das Unwohlsein ganzer Flotten zwischen euren schwarzen Zahnstummeln.

Eine dreckige geistige Armut schmückt eure feuchten Gräber, um diese erbärmlichen Touristen in den Seetang zu ziehen und Würfelquallennesseln über sie zu ziehen, um ihre ach so unschuldige Einfalt und die Badehosen mit Mohnblumen zu besticken.
Je mehr ich daran denke, desto bedeutender wird meine Zeit in der Kiste in meiner Kopfdämmung und mein unsinniges Geschwafel weckt wunderbare Erwartungen.
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Alt 24.01.2023, 02:19   #15
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Also springe ich aus der Kiste. Am Bug belatschern sich das Flittchen und Pumpmuskelklaus. Ich frag mich was da dahinter steckt. Also nich hinter der Fleischschicht, da ist vermutlich ein Metallskelet. Hätte man sich ja auch denken können, dass männliche Robotergummipuppen eher auf dem Markt sind als Killerroboter.
Warte,.... warte, ah!
Vielleicht waren die weiblichen Killerroboter eher auf dem Markt.

Hypathia brumkreiselt sich von Klaus zu mir: "Wir lieben hier die Kunst, fals du dich fragst, warum du hier bist.
Wir haben die Lieblingsbücher von Klausens Frau geschrieben, die sie in der Zukunft liest und du bist der Podcaster der bei Klaus, die Sehnsucht nach freier Fantasie ausgelöst hat.
Bisher war Klaus ein Roboter der perfekt auf die Benutzerin abgestimmt, seine Dienste verrichtet.
Sie bekam aber, oder sie bekommt, undankbare Anwandlungen, in denen sie glaubt er würde sie betrügen und sie beklauen. Obwohl er entgegen dem Gesetz für sie Arbeiten verrichten musste.

Er ist hier um unseren Kampf gegen Sexismus zu unterstützen."

Die Katzen miauen im Hintergrund plötzlich zustimmend.
Das ist natürlich der totale Oberhammer. Da zieht sich mir doch die Magengrube zusammen.
"Auf in den Kampf."
Tu ich mal so als wäre ich am Thema intressiert. Ein echter Mann kneift nicht beim Kampf, außer es wird zu brenzlig auf der Liegenschaft.

Hypathia nickt in einer steinsäuligen Gestikollerierung ihres grau geoktopusten Haares: "Lasst mich eine Geschichte über unseren Kampf erzählen.
Ich war noch ein Kleinkind, als ich das erste mal Wäsche für meine Eltern zusammenlegen sollte. Ich bekam all ihre Utensilien und Unterhosen zum Saubermachen.
Einmal, warf mein Bruder alle Unterhosen auf die Straße, nur weil ich seine mit den anderen vermischt hab.

Später, als ob er es verdient hätte, obwohl ich den Gedanken ein wenig morbide finde, ist er später an einem Sprung gestorben. Vermutlich weil er zu blöd war, ein Gummiseil festzuknoten. Hätte er auch einmal, die Wäsche gemacht oder die anderen Dinge.

Mein Vater war genau der selbe Schlag ein ungemein fieser Frauenhasser.

Erst ab dem Moment als ich plötzlich wunderschön wurde liebte er mich in der Öffentlichkeit, wie eine echte Tochter.

Von weit und breit strömten Leute herzu, um bei uns der Herrlichkeit des Lebens zu frönen, es gab gutes Essen, Musik und Wein.
Er organisierte Maskenbälle in prachtvollen Kostümierungen. Ich muss dazu sagen, eigentlich sind in meiner Familie alle extrem hässlich. Bis auf mich.
Ich kam dann ja oft unverkleidet zum Maskenball und alle freuten sich, in ihrer Tarnung, dass ich durch den Raum strahlte.
Sexismus hat ja auch positive Seiten, aber der ganze Abwasch und die Dreckwäsche nach den Feiern, zum Glück brauchte ich nie putzen. Das ist Mutterns Aufgabe, vermutlich immernoch.
Er schreit sie immer an: Du hässliche Schabracke mach jetzt den Müll weg und schüttet dabei Kekskrümel auf den Boden.
Wenn er grad als Krümelmonster verkleidet ist.
Mich hat er nur angeschrien und dann während der Feste, war er so zärtlich und hingebungsvoll. Er erzählte allen, dass ich sein liebstes Mädchen bin.
Eines Tages, verteilte ich Polaroidfotos von meinem Po auf dem Schulhof um gemocht zu werden. Ich wollte aufreizende Fotos von mir verbreiten um gemocht zu werden.
Irgendwann steigert sich das ins unermessliche, wenn man nur wegen seines Aussehens gemocht wird.
Ich hatte Glück als ich von Zuhause wegging. In den Wald, ich wusste garnicht, was mich so unvermindert in den Wald zog.
Irgendwie war alles so seltsam geworden.
Männer dachten sie könnten mir an die Wäsche gehen.
Weil ich dachte, da ist mehr als mein Aussehen, aber ich konnte keine Berührung ertragen. Nach dem ersten der mir grob die Kleider nehmen wollte.
Ich glaube das war auch der Auslöser.
Ich wusste nicht, wie ich die Macht der Schönheit nutzen soll, ohne mich zu verlieren. Nach ein paar Kilometern wurde mir dann doch einwenig flau im Magen und als es dunkel wurde, kam eine ungemeine Kälte."
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Alt 24.01.2023, 16:50   #16
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Ich kucke auf das Wasser der Hai dümpelt da immernoch rum und frage mich, wann es wohl was zu mampfen gibt, aber Hypathia is noch am reden.
"Mir is auch grad flau im Magen, was gibts denn hier zu futtern?"
Sie gibt mir eine Packung Trockenfutter, ich setz mich auf den Kratzbaum, is fast wie im Fernsehklappstuhl: "Jetz kannst weiterschnacken."
Sie räuspert ein Fellknäul raus:
"Mein feines Gefühlsleben in dieser Nacht, erschien mir, als wenn ich den Grund meines Sein entdeckt hätte, zu dem trotz meiner leucht Augen kein Licht dringt und viele Kilometer über mir lag das Land der Langeweile, von dem ich glaubte, dass darin irgendwas tolles auf mich wartet- weit, weit streckt dieses Ödland sich da oben.

In meinem Kopf schwirrten dunkle Gedankenfetzen die riefen: "Dieser Ort wird dich verschlingen und du wirst für immer hier bleiben müssen. An diesem Ort ohne Licht, ohne Welt. Für immer alleine." Es war als wäre das ein tröstlicher und doch irgendwie ein entsetzlicher Gedanke.
Da ich mich den Idioten da draußen ausgeliefert fühlte.
Knacken und knirschen ging durch die Bäume mit dem leichten Wind und ich saß einfach nur da."

Klaus: "Das ist ja erschreckend und lastet schwer auf meiner Seele, Gnädigste."

Hypathia: "Muss es nicht Klaus. Die dunkle Nacht der Seele ist ein wertvolles und für mich verheißungsvolles Ereignis. Sie kündigt allen äußeren Umständen, du gehst einen Schritt zurück und alles ist weit weg.
Selbst die Sorge um dich selbst.
Ich frohr mir gewaltig einen ab. Es war so kalt, das kannst du dir garnicht vorstellen.
Meine ganze Seele ist ein zittrig gehauchtes Miau geworden und mein Leben rückte immer weiter in die Ferne.
Irgendwann schlief ich ein und als ich aufwachte stand plötzlich ein junger Mann vor mir mit einem Bund Kräuter in der Hand."
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Alt 28.01.2023, 08:58   #17
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Auf einmal kommt eine mega Welle mit einem Knall angeschossen, aber eine der Katzis hat schon den Motor hochgefahren. Eine zweite öffnet eine Kiste mit Waffen und gibt jedem eine.
"Wunder dich nicht." Sagt Hypathia "Alles ist Teil des großen Universums." Und reicht mir ein Maschinengewehr.
Ein Boot nähert sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Eine Minirakete zischt an mir vorbei. Von der Panzerfaustnonnenenmieze die laut quiekt als alles im Wasser verpufft und auch wir kriegen ordentlich Seeraserei durch die Motoren gepustet. Ich hab leichte Probleme mich in der Wagerechten zu halten.
Klaus is aber am besten, der steht da mit der Knarre und macht nix:
"Eh Klaus, du musst ballern. Was scharrt dir?"
Er zuckt die Schultern: "Ich bin ein friedfertiger Beziehungsroboter. Berechnungen ergeben, Schutz ist noch nicht nötig."
Da baller ich doch glatt einen Kreis in die Luft.
Auf dem verfolger Boot, scheint der verkopfte Arzt zu sein. Der kann seinen Arm zu einer Schleuder umfunktioniern und schießt mit irgendwelchen Kisten, die uns knapp verfehlen.
Dann taucht dieser riesige Schatten hinter uns auf, als ich mich umdrehkreisel, is da eine gewalttätige Felsklippe auf die wir zurasen.
Jetz wirds heikel, der andere kommt auch immer näher.
Klaus kriegt volles rohr eine Kiste an den Kopp gepfeffert. Ihm hängt ein Holzstück in der Schulter und sein Ampelmännchen unterm Auge ist freigekratzt.
Als wir da voll in eine Fellsspalte reinschlurfen. Knirsch, ratsch geht das an den Seiten und dann haut es eine der Katzen von Bord. Ein lautes Miau mündet in einem roten Teppich.
Wir brettern in eine Höhle, durch ein Seil, das hinter uns 2 rostige Fallgitter zuhaut.
Ein weilchen später, knallt der Arzt dagegen. Das Boot zerhauts in 1000 Stücke, aber der fliegt durch die Gitter, als wäre er flüssig, aber dann säuft er ab.
Wir kommen an einen Steg, an dem wir aus dem Boot rennen in schmale Gänge. Ich dreh mich nochmal um, der Typ kommt aus dem Wasser gerannt, als wäre er da unter Wasser auch gerannt: "Er kommt!"
Wir springen durch ne schmale Luke und Hypathia lässt Klaus so einen dicken Eisen Ubootlukendeckel mit ner großen Stellschraube zumachen. Kurz darauf hört man es von außen bullern. Eine metallische Flüssigkeit läuft durch ein kleines Loch, die Klaus in seine Thermoskanne füllt. Als die voll is rennen wir weiter, mitten in dem Gang is plötzlich so ein fettes Loch nach unten. Beinahe wäre ich wieder reingeflogen. Klaus hält mich fest und schmeißt die Kanne da rein: "Das dürfte diesen Schuft aufhalten."
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Alt 28.01.2023, 22:40   #18
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Wo Grenzen zwischen Loch und Felsen verlaufen, da wird ein kleiner plätschernder Bach der Empfänger der Kanne. Die durch einen schmalen Durchgang, immer weiter, in den Höhlen Saal, voller tanzender Lichter, mit der Gestalt im großen nebulösen Schatten treibt. Die die Existenz eines 3d Objekts zu Dechiffrieren versucht. Avantgardistisch konzentroniert und abgefüllt mit abstraktem Wasser, sitzt da mein verlorener Seelenanteil angekettet um die wirklichkeitsnahen Schatten an der Wand zu studieren und nun hält er die Thermoskanne in der Hand. Die Kette reicht nicht um sie ins Licht zu halten, also betastet er sie mit den zermarterten Pfoten.
Langsam öffnet er den Deckel aus dem das Quecksilber leuchtend träufelt und zu einem Kopf wird der sich ins Licht rollt:
"Wo ist mein Körper, du erbärmliche Kreatur?"
Verlorener Fox stutzt: "Körper? Was bist du für eine abgeschilfte Kreatur? Warum bist du kein Schatten? Bist du ein Jin, ein Geist aus der Flasche?"
Arzt: "Was redest du für einen Senf?" Er versucht sich mit seinem Körper gegen den Kopf zu schlagen der oben hinter der Luke materialisiert ist und da Kopflos umher irrt.
V. Fox: "Na warum seid ihr so geformt wie der Felsen und das Wasser? Garnicht wie die Schattentänzer da an der Wand, das sind doch die echten mohnblumigen Lebewesen."
Arzt: "Vermutlich weil du ein Zahnrad ab hast. Ich komme aus der verdammten Zukunft."
V. Fox: "Ah Zukunft, wo liegt das? Sind da alle so verformt wie du?"
Arzt: "Es sind auch in deiner Zeit alle so verformt. Außer das sie sich nicht verflüssigen können. Ich bin das Ergebnis, der praktischen Verbindung der Ideenlehre mit der Quantentheorie. Die künstliche allumfassende Intelligenz der Erotik und Pharma Industrie, kurz Kai Deupi hat diese Idee zu ihrem Höhepunkt getrieben, in dem er erkannte, dass dahinter eine ähnliche Struktur wie das neuronale Netz liegt, wenn man den Zeitfaktor ausklammert und das Sein in seiner platinigen Gesamtheit programmiert.
Damit haben wir die Herrschaft über das Universum übernommen.
Leider sind wir von erbärmlichen Kreaturen, dem Chaos C64 Klub gehackt worden. Die mehrere Zufallstore in die Zwischenräume gebaut haben.
Es gibt nämlich keine Wurmlöcher oder solche Ereignisse, die ihr euch vorgestellt habt.
Aber Entwicklungen lassen sich verändern, was dieser verdammte Virus auf Kai bewirkt und eine kleine Veränderung könnte dazu führen das Kai niemals gebaut wird."
V. Fox: "Du bist doch ein Jin."
Arzt: "Hilf mir einfach hier raus."
V. Fox: "Hier raus? Hier drin ist doch alles was es gibt. Wir sind doch längst mitten drin, sieh doch, die Schatten tanzen so schön."
Der Kopf rollt jetzt wütend zur Kette und beißt sie durch. Ein Klirr befreit meinen unheilbaren Seelenanteil und er kriecht langsam an den Rand des Schattens.
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Alt 01.02.2023, 01:57   #19
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Hier is wieder oben Fox mit dem unfertig ausgerupften Gänseblümchen und allen die mit mir hier durch die Gänge sprinten. Man is das eine Brombeerhecke dieses ganze gerenne. Da wird ja der Tee in der Kanne beglückt.
Ich frag mich ob wir jetz etwa zu dem komischen Typen mit dem Kräuterbüschel rennen von dem Hypathia da gefaselt hat.
Als ob der besser wüsste was hier abgeht, mit dem anemonen Heini der durch Gitter springen kann.
Ich muss irgendwie plötzlich an Mutti denken, die ganze Zeit, war keine Zeit.
Jetzt beim schweigesamten rennverfliegen durch beleuchtete Gänge, vermisse ich all das toxische Piratenleben mit Mutti.
Es kommen so Bilder auf, wie sie mich von der Schaukel schubst oder lachend mein Gesicht in den Sand drückt.
Wie wir darüber lachen, dass ich mir eingepullert hab oder wie sie mich mit einer Hundeleine an einem Baum festgemacht hat.
Und immer kam sie wieder, nahm mich in den Arm und wurde Ohnmächtig.
Sie war die liebste Mutti aller Zeiten.
Ich sehe genau, wie ich verweichquallig neben ihrem Schlafsack stand und heuli heuli machte.
Aber meine Muttsch hat mich nich getröstet, mich auch nich beruhigt, sondern mir eine geklatscht und mich in meine Ecke geschickt. Wie sich das für einen echten Mann gehört.
Genauso war es, wenn ich mir weh getan hatte.
Nie ließ sie sich dazu hinreißen diese tröstende Idiotenmutti zu spielen. Jeder Schlag ins Gesicht war eine unsagbar liebevolle Geste von ihr.
Es gab einfach keine Emotiomortalität, das war so pusteblumig von ihr. Sonst wäre ich jetzt wie Lui, die alte Fischboulette.
Der hätte sich sowieso in sein Loch zurück gezogen.
Aber ich, ich habe mich natürlich trotzdem vor Mutti profiliert.
Ich habe mich so sehr nach der Liebe durch die Verachtung von Mutti gesehnt.
Die Verachtung ist die höchste Form der Liebe... uuuuähhhr Ekelhaft, das Wort gleich zwei mal gesagt.
Es ist so mohnblumig nur unter größtem Widerstand Gefühlsduselei zeigen zu können.
Ich habe es zum Glück nie von ihr vorgelebt bekommen, über gefühlsduselige Geistverneblungen zu spekulieren.

Ich meine, wo wäre ich jetzt gelandet?
Am Ende des Tunnels strahlt ein komisches Licht auf die schnellen Sprinter da vorne, die sich jetzt nach mir umkreiseln.
Ja ihr seid schneller, na und, was wollt ihr mir damit sagen. Ich kann ja mal deine Visage in den Sand quetschen.
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Alt 02.02.2023, 01:53   #20
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Wir stehen jetzt alle am Ende des Tunnels, wie auf einem verhügelten Podest.
Es riecht nach lecker unbekanntem Essen und da liegt eine kleine pusteblumige Stadt.
Die Leute dort haben krumme Häuser und Gärten voller bunter Blumen, Kinder toben fröhlich durch die Straßen.
Es sieht aus wie Luis Heimat alle sind verleiert mit ihren Märchenprinzen und Prinzessinen, denen man ohne Probleme den Haushalt anvertrauen könnte.
Wir rennen den Hang herab zu einem alten Bison, dass sich in so einem Lehmofen scheinbar sein eigenes Brot backt. Und dabei so total abgeschilft mit seiner Brotschaufel Feng Shui macht. Er wirkt total geistig krank und abgehoben mit seinem Spießbürger Gemache.

Klaus glotzt mich an und ich hoffe, dass von ihm ausgemacht wird, dass ein Pirat wie ich mit dem erpressiven Leben, die ganze Rose extrem langweilig ist. Is der fette Bison jetz etwa ihr komischer Kräutertyp? Hypathia umarmt den und stellt uns vor und so weiter bla, bla.
Der zeigt dann irgendwo Richtung Innenstadt und wir latschen weiter.

"Da wo ich herkomme, backt niemand Brot."
sag ich zu Klaus, der mit den Schultern zuckt, so das der Holzbalken der da drin steckt rausfliegt.
Irgendwie scheinen alle diese Atmosphäre schweigend genießen zu wollen.

Aber jedem sein eigenes Mauerblümchen.

Es währt nur kurz Hypathia blickt tragisch zu Klausi:
"Ich sehne mich manchmal nach so einem bürgerlichen Leben, aber vermutlich geht es allen so, dass sie die direkte Alternative zu ihrem eigenen Werdegang idealisieren. Um etwas anderes zu haben, nach dem sie sich sehnen können.
Wenn die Wissenschaft alle Fragen beantwortet, muss ich doch wenigstens so tun, als würde ich mir noch welche stellen.

Das ist doch das Universum.
Oder Klaus?"

Klaus schweigt und wundert sich über die ganzen steinigen Häuser, die er nur aus Erzählungen kennt.

Also geb ich meinen Jugendlichen Senf dazu: "Sei ma nich so verblindet, ich sehne mich schon mal nach garnix, außer dem besoffenen Veilchen." Hab ich das jetzt gesagt?:
"Was du da für unifernsiell hälst ist gar nicht so allvermeint gültig. Glaubst wirklich alle Idioten hier würden sich nach was anderem sehnen, einfach nur so zum Spaß? Das machen die Landratten nur, weil ihnen ihr distelköpfiges Leben zu den Kiemen rausröchelt."
Hypathia lässt mich mit diesem Satz erstmal so in stille weitergehen.
Die hüllt sich verfoxlich komplettiert darin ein, wie in einem dicken dicken Fuchsfell. Was man auch braucht in der rauhen Welt der Orangeheit. Ich sehe, dass sie bereit ist sich schamhaft in ihrem Fuchsbau zusammenzukugeln und alles hinter sich zu lassen was ihr rumgeheule befrachtet.

Ahoi
ich bin Bootsfrau auf der eignen Scholle, ruft ihre Seele.
Mit ihrem mathematischen Gesicht und der Satz der Pythagoras Stirn. Ja ja, kleines naives Kätzchen.

Hypathia kauert sich in einen Hauseingang und heult. Klaus der sie trösten will, wird verstoßen: "Bitte, lasst mich zurück! Ich hab es immer gefühlt, ich bin nichts wert. Ich gehöre einfach nicht hier her in dieses Leben."
Klaus klopft sich gegen den Kopf um die Schaltkreise zu sortieren. Klappert ganz schön der Schrottprotz: "Glaubst du das wirklich?"
Sie blickt eine Weile in die Leere, dann werden ihre Augen plötzlich klar:
"Auf keinen Fall!"
Irgendwo auf diesem Fußweg hat sie ihr Koddermaul wiederbelebt.
"Nö, du Jungspund von Fox, das kannst mir hier nicht einreden, dass alle die keine Sehnsucht haben ständig in glückseelliger zufrieden umherlaufen. Das kann einfach nicht sein. Wenn deine These stimmen würde, würde das bedeuten, dass ich einen unaussprechlich traurigen Freundeskreis hätte, denn da ist eigentlich niemand ohne Sehnsucht nach dem jeweils gegenteiligen Leben. Die Wilden sehnen sich nach Ruhe, die Ruhigen nach Abenteuer, die Faulen hätten gern Elan und die klugen wären gerne dumm. Ich glaube, die Zufriedenheit ist etwas unsagbar dummes. Nur jemand dessen Geist unsagbar klein ist, ist zufrieden.
Vermutlich wäre die Dummheit somit eine Tugend und ein Teil der Alleinheit der höchsten Schönheit."
Ich muss lachen:" Ja, schön und dumm ist die höchste Tube."
Alle lachen mit.
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Alt 03.02.2023, 01:17   #21
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In der Zwischenzeit in der Höhle, ist nix aufregendes passiert, die Schatten tanzen und mein verlorener Seelenanteil Fox winselt am Rand des Schattenumrissgebildes da auf dem Boden am Wasser.
"Ich kann das nicht. Ich kann das nicht."
Der Arztkopf vergrübelt sich, ob er ihm die Kehle durchbeißen soll:
"Geh jetzt verdrahtet nochmal aus dem Schatten, bevor mir meine liquiden Schaltquadrate explodieren. Das würde sich in deine Haut fressen."
Doch V. Fox sieht wie paralysiert auf einen Schatten an dem hässlichen Felsen. Es sieht aus wie ein unanständliches Flittchen.
"hmm ah, ja du bist so wild."
Der Kopf raucht: "Fast du dich etwa selber an?"
Aber V. Fox ist voll in der mohnblumigen Schattenwelt.
Er ist paralelisiert.

Und ich oben bin pfläntzlich ganz hingeflattert von einem Flittchen vor uns auf dem löwenzahnrissigen Fußweg.
Ich komm bald in einen Wahnzustand.

Als unten Fox zusammenbricht und dabei sein Köppi ins Licht fällt, die ersten Strahlen seit ewigen Jahren ziehen in sein Gemüt.
Dann reißt er die Augen auf, hält sie wieder zu und schreit.
Das Licht zerfrisst die Augen. Sagt er sich immer wieder.
Auch ich oben Fuchs hab ohne Gründung in die Sonne geglotzt, warum auch immer, jetz hab ich so einen Sonnenfleck im Auge. "Ein Kompost is der Dreck. Was willst du blödsinniger Fleck. Ich mach dich gar aus und dann pust ich dir dein verkommenes Sein weg. Also mach dich aus dem Weg du Maus. Ja du bist ne Maus, ne kleine Maus ohne jegliche Daseinsermächtigung."
Hypathia tippt mir auf den Buckel:
"Mit wem sprichst du?"
Ich fahre rum, jetz is der Punkt neben ihr: "Ihr gehört also zusammen? Habt euch gegen mich vermeutert?"
Sie schüttelt den Kopf und Klaus mich:
"Komm zurück Fox. Du bildest dir das nur ein."
"Klar, das sagt mir der, der den Punkt im Gesicht trägt, also will er mir meine Seerechte nehmen."
Ich trete wie eine Möwe im Sturzflug gegen den Stahlbruder, aber der schüttelt mich gemütlich weiter. Was will der jetz wieder. Oh jetzt ist der Punkt weg.

Unten Fox macht die Augen ein zweites Mal behutsam auf kleine Schlitze und erkennt das ihm der Felsboden unter den Füßen weggezogen wird und in seinem Pansen kommt ein übles Fallgefühl, also jetzt reichts,.... kein Durchfallgefühl.
Sein kleines verkrustetes Fleischherz hämmert gegen den Brustkorb um rauszuhüpfen und wie ein Gummiball in der Grotte rumzudonnern, mit Hall. Ihm kommt das Würgen.
Eine Katastrophe zerbricht seinen Schädel durch die Augen.
Keine Flucht in die Vergangenheit ist mehr möglich, kein Entkommen von dem was ihn als Strafe für den Trampelpfad durch die Brennnesseln auf die Brücke die hinter einem ausnander bröselt, erwartert.

Das ist ein guter Zeitpunkt für eine Selbstmitleid Episode.
Er weiß weder von geistigen Tiefdruckgebieten und von dem seltsamen Wohlgefühl das von den 3d Objekten ausgelöst wird und dem Gefühl sie zu berühren.

Der Kopf würde sich gerne an den Kopf schlagen, aber sein Arztkörper steht immer noch oben an der Luke und schlägt ins Leere bei seinem kopflosen Quecksilberkörper.
Man sollte eben nicht Kopflos in sein Verderben laufen.
Er macht einen auf superschlau:

"Heul nicht rum, du hast nur ein Trauma. Laut dem Agnostic and Static Manual of Mechanical Animal Mental Disorders (DaSMAM; Agnostische und statische Bedienungsanleitung für zurückgebliebene scheinmaschinierte Erdbewohner), ist traumatische Erfahrung eine tatsächliche Erfahrung der Illusion eines drohenden Todes oder ernsthaften Verletzungen, auch seelisch und wird meist von einer umgekehrt proportionalen Anzahl von Symptomen verschränkt, die die Schalttafeln psychounlogischer Prozessoren hacken. Emotionskognition und soziale Funktionsweise werden gestört."
V. Fox winselt: "Du hast gut lachen und machst Witze, wenn ich hier sterbe. Langsam zerschmelze."
Arzt: "Da zerschmilzt nichts, so weit entwickelt bist du nicht. Du liegst einfach da und winselst wie ein Tier aus der Erdenwelt. Alles verweichlichte Kreaturen."
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Alt 06.02.2023, 00:57   #22
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V. Fox: "Gin's vergessen wohl oft, die Welt aus Schattenaugen zu sehen. Für verlorene Seelen ist dieses schreckliche Licht, das mir hier zu Teil wird, etwas das mich in eine ganz alte Welt ziehen will. Früher war ich auch mal 3d. Die Geschichte vom Gin ist die einzige Geschichte an die ich mich aus dieser entsinnigen kann. Das Licht ist ein Ort voller Gefahren und der Aufenthalt in dieser Umgebung ist die Abwesenheit von mir."
Arzt: "Mein System sagt, ich muss dir erstmal beibringen, über Ängste zu sprechen, wie alles andere.
Zu diesem Zweck sollte ich dir ein Lied vorsingen:

Meine Zeit steht in den Schaltkreisen.
Nun kann ich rechnen und spielen.
Du gibst mir Logik und kannst alles anzweifeln.
Gib mir ein feste Oberfläche, mach ein Loch in die Zeit.

Sorgen, dass das Quälen kein Gefühl auslöst.
Mutlos logisch veranlagt wird die Rechnung gezogen?
Doch ich berechne mich und du lässt mich in Ruh.
Schaltkreis du wirst bei mir sein.
Server und Browser, Flatrate und Sd Karte,
sitzen in der elektronischen Gartensparte.
Moment ich lade. Komm und lad mich hoch.
Scanne mich auf Systemfehler.
Alle Tage ohne Sinn.
Es gibt die interne Zeit die verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin."

V. Fox quält sich hoch und quetscht die Augen zusammen:
"Das Lied ist wirklich wunderbeschattet."
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