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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 25.12.2017, 00:20   #1
weiblich Weisenkind
 
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Standard Allein Sein

Ich bin gerne alleine.
Nicht einsam sondern alleine.
Dazwischen liegt ein großer Unterschied,
vielleicht,
sogar etliche Kilometer.

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Alt 25.12.2017, 00:45   #2
männlich dr.Frankenstein
 
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Abstand und die Überwindung dessen, oder sein dasein ist die Grundlage des Seins. Las ich grad bei Sartre.

Ein wichtiges Thema, wie wirkt sich das aus?
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.12.2017, 14:22   #3
weiblich Weisenkind
 
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Wahrlich, ein wichtiges Thema.
Wirkt wie ein Stück Freiheit
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Alt 25.12.2017, 23:30   #4
männlich dr.Frankenstein
 
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Freiheit kam gestern im selben Buch.
Freiheit ist bei ihm, sich selbst aus dem Gesamtzusammenhang heraus nehmen um dich einigen Aspekten des seins die du auch aus dem Zusammenhang heraus nimmst gegenüberzustellen.
Also du stehst mit deinem kleinen Teil sein, einem riesigen von dir nie komplett erfassbarem Sein gegenüber.
Und dennoch gibt es die Möglichkeit einzelne Teile dieses großen Seins zu beeinflussen indem du sie durch eine Frage herausangelst.
Mit der Frage meint er sicherlich die praktische Prüfung.
Also das Gegenteil von Glauben, der Zweifel prüft.
Also alles was du glaubst zu wissen durch Prüfung oder eine Frage anzweifeln ist unsere Fähigkeit zur Freiheit.

Da liegt wohl auch der Abstand, ob du dich selbst anzweifelst oder nur die Bedingungen,
Wer die Bedingungen anzweifelt,
Warum grade kein anderer da ist...

Das Allein sein ist ja durch den Glauben herbeigeführt.
Auch die Einsamkeit, ist geknüpft an den Glauben mit jemand anderem wäre alles besser.
Und diese Bedingung das es mit jemand anderem Besser ist, hast du wohl erfolgreich angezweifelt.
So das sich die Bedingungen an deine Situation anpassen konnten,
Allein ist es besser.

Wer es nämlich allein schön findet, der versucht niemand an sich zu binden.
Sondern diese Art Zweifel weiterzuverschenken, wie du es mit deinem Gedicht getan hast.
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Alt 26.12.2017, 00:37   #5
weiblich Weisenkind
 
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Sich selbst aus dem Gesamtzusammenhang heraus nehmen ist meines Erachtens nach die beste Möglichkeit sich selbst zu überdenken, zu sehen, zu ordnen. Viel Platz könnte mehr Platz für die Gedanken sein..

Das ist Freiheit, über sich selbst denken, und nur sich selbst wahrnehmen.
Es ist ein erstrebenswertes Ziel, sich selbst im Gesamtzusammenhang zu verstehen. Oder ist es nur erstrebenswert wenn man das größere Sein, den Gesamtzusammenhang, als solchen sieht?
Ich glaube viele Augen sind geschlossen, es fehlt die weite Sicht.

Alleine sein, müsste ich es beschreiben, so würde ich sagen, dass es ist, wie als umhülle mich ein Schleier aus Seide, der zu allen Seiten hin mit meiner Umgebung verläuft. Weich und kostbar.
Ich verlaufe nicht, aber mein Exterieur, ich selbst bleibe ich, aber alles andere scheint einen Sinn zu ergeben, einen Zusammenhang aus Allem.


Wie schön klar der Sternenhimmel ist, sieht man nur wenn es um einen herum dunkel ist. Der Blick ist ungefälscht von künstlichen Lichtern.
Weisenkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2017, 01:17   #6
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Beiträge: 4.255

Der Sternenhimmel is ja Lichtjahre entfernt und manche Sterne gibts garnicht mehr, fast wie Irrlichter im Moor hier.

Achso, jetz verstehe ich das mit dem Schleier, du bist das eigenständige Wesen unter diesem Schleier und sich dessen bewusst. Kling wie ne gute Vorstellung, von was hast du die abgeleitet.
Der Schleier, Hat der Schleier denn dann ein Muster drauf.
Also ist die Realität wie ein Film auf dem Schleier, ein lebendiges Muster.
Also wäre da dann theoretisch nichts, wenn du den Schleier hochhebst und drunter durch kucken willst?

Die Gesamtheit als erstrebenswertes Ziel halte ich auch für fragwürdig. Unser Wesen wird ja aus Begrenzungen und Blockaden geformt. Gesamtheit würde das Wesen auflösen.

Aber der Schleier gefällt mir, sind es aber nicht irgendwie mehrere Schichten des Schleiers?
Auf der untersten Schicht sind nur Wünsche und Vorstellungen zu sehen oder eben nicht da.
Auf der nächsten ist das Triebhafte Wunsch dasein.
Und auf der nächsten ist die intuitive Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Auf dem nächsten das Wahrnehmen von sich selbst.
Auf der nächsten das Wahrnehmen des Atmens.
Und der letzte ist endlose Schwärze.

Aber für wen denkst du dann in Worten?
Ich finde es meist anstrengend nicht verstanden zu werden, somit muss ich ja vorraussetzen einen Zuhörer zu haben, also nicht allein zu sein.
Selbst das Denken an sich ist ja eine Art Selbstgespräch bei dem ich in gewissem Sinne nicht allein bin, der Gedanke ist ja bei mir.
Allein sein müsste dann meiner meinung nach sein, einem Gedanken keinen Ausdruck verleihen und nicht verstanden werden wollen.
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.12.2017, 18:45   #7
männlich Berndus
 
Dabei seit: 08/2015
Alter: 72
Beiträge: 242

Hallo

Ein trefflicher Text.

Du hast recht.- Wer alleine ist und dann einsam der kennt diese Güte nicht,
weil er nichts mit sich anzufangen weiß. So mancher sagt :"Mir ist langweilig,
da er geistig still steht. Er hofft-andere könnten ihm das geben woran ihm mangelt.

lg
Berndus

guten Rutsch
Berndus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2017, 09:06   #8
männlich Gemini
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Beiträge: 1.340

Schön philosophisch auf den Punkt gebracht.

Gem
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Alt 01.01.2018, 20:07   #9
weiblich Weisenkind
 
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Beiträge: 34

Merci Gemini & Berndus,
allen natürlich ein frohes neues Jahr!
Weisenkind ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2018, 20:58   #10
Thing
R.I.P.
 
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Alter: 74
Beiträge: 35.127

Zitat:
Zitat von dr.Frankenstein Beitrag anzeigen
Abstand und die Überwindung dessen, oder sein dasein ist die Grundlage des Seins. Las ich grad bei Sartre.
Das glaube ich nicht, daß das so bei Sarte zu lesen ist.

Alleinsein
Alleine sein
Allein das Sein...
da sein
Das Sein

(Die Grundlage des Seins: Geboren werden. Leben. Sterben.
Samt Variationen. Wie die Tonleiter die Grundlage so mancher Musik ist)
Las ich gerade in meinem Oberstübchen)

BG
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2018, 09:47   #11
männlich Nihilopheles
 
Dabei seit: 06/2015
Ort: Athanasia
Beiträge: 66

"Das Eis ist nahe, die Einsamkeit ist ungeheuer – aber wie ruhig
alle Dinge im Lichte liegen! Wie frei man athmet! Wie viel man
unter sich fühlt!" -Nietzsche

Ein zweischneidiges Schwert. Da liegt der Unterschied zwischen Sartre und Nietzsche. Ein wenig Sehnsucht nach dem ambivalenten ist nicht wegzudenken.

Ein kleines Stück Philosophie, großartig.
Erinnert mich ein wenig an die "nicht leben wollen" oder "sterben wollen" Debatte.
Nihilopheles ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2018, 12:51   #12
männlich Nihilopheles
 
Dabei seit: 06/2015
Ort: Athanasia
Beiträge: 66

Zitat:
Zitat von DrKarg Beitrag anzeigen
Nihilopheles,
und was ist mit denen, die nicht sterben wollen, aber auch nicht leben können?
LG H. H. Karg
Lebenssatt meinst du? Da gibt es sicherlich viele Standpunkte.
Nach meiner Meinung: Klar ist, dass es eine paradoxe Situation ist, aus der es vom logischen Standpunkt aus keinen Ausweg gibt. Wer nicht leben kann, aber nicht sterben möchte, der hängt ja am Leben, auch wenn es für ihn keinen Reiz mehr hat / nie hatte. Da kein Todeswunsch existiert (so mutmaße ich einfach mal, natürlich a priori weil ich mich nicht in dieser Lage befinde) muss es etwas geben, was hält. Das zu finden wäre dann die Aufgabe der ich mich verschreiben würde.

Ich hoffe das ist soweit schlüssig, so intensiv habe ich allerdings noch nicht über diese Lage nachgedacht. Danke für die Anregung!
Nihilopheles ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2018, 18:13   #13
weiblich Weisenkind
 
Benutzerbild von Weisenkind
 
Dabei seit: 12/2017
Beiträge: 34

Danke Nihilopheles für dein Kommentar, das ist lieb, viel wert.
Liebe Grüße
Weisenkind ist offline   Mit Zitat antworten
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